Operation Pike

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Der Deckname Operation Pike bezieht sich auf eine für den Sommer 1940 geplante und vorbereitete Bombardierung sowjetischer Ölfelder und -anlagen durch britisch-französische Truppen unter dem Kommando von Air Commodore John Slessor.[1] Der Westfeldzug verhinderte die Ausführung des Unternehmens.

Der Plan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die militärische Planung der Briten für dieses Unternehmen erfolgte während der ersten zwei Jahre des Zweiten Weltkriegs, als die Sowjetunion durch den Hitler-Stalin-Pakt zu einem Verbündeten Hitlerdeutschlands wurde, zumindest bei der Aufteilung Osteuropas und in rüstungs- bzw. rohstoffwirtschaftlicher Hinsicht. Die geplanten Luftangriffe hatten das strategische Ziel, die sowjetische Öl-Industrie mit Schwerpunkt Baku zu zerstören, um die Mobilität der Roten Armee zu reduzieren und einen möglichen Zusammenbruch der sowjetischen Wirtschaft zu verursachen, auch mit dem Ziel, damit Deutschland den Zugriff auf die sowjetischen Ressourcen zu verwehren.[2] Die Planungen begannen im Dezember 1939. Im April 1940 wurde begonnen, sechs französische und drei britische Bomberstaffeln nach Syrien und Mossul im Irak zu verlegen. Am 17. April 1940 berichtete Maxime Weygand an Maurice Gamelin, dass die Vorbereitungen für die Bombardierung der Erdölfelder des Kaukasus so weit fortgeschritten seinen, dass die Operation im Zeitraum Ende Juni, Anfang Juli beginnen könne.[3] Unter der Leitung von Sidney Cotton wurden im März und April Luftbilder der Ölfelder erstellt. Eingesetzt werden sollten 117 Flugzeuge der Typen Farman F.221, Martin Maryland und Vickers Wellington. Sie waren mit Zusatztanks ausgestattet und sollten 324 t Bomben auf Batumi, Poti, Grosny und Baku im Zeitraum von 10 bis 45 Tagen abwerfen. Man nahm an da der Boden der Ölfelder völlig mit Erdöl durchtränkt ist die Ölfelder leicht in nicht löschbare Brände setzen zu können. Erwogen wurde auch ein Einsatz von Bodentruppen und die Herbeiführung eines islamistischen Aufstandes.

Aufdeckung des Plans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Juni 1940 erbeutete die 9. deutsche Panzerdivision in La Charité-sur-Loire eine große Menge Geheimakten des französischen Generalstabs. Darunter befanden sich auch Akten zur „Operation Pike“. Nachdem ein Expertenstab die Echtheit bestätigte, wurde der Plan ab dem 3. Juli 1940 von der deutschen Presse der Öffentlichkeit als Sensationsfund präsentiert. Hitler erwähnte den Plan in seiner Reichstagsrede vom 19. Juli 1940. Die Dokumente wurden im „Weißbuch Nr. 6“ publiziert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Kahle: Das Kaukasusprojekt der Alliierten vom Jahre 1940. Westdeutscher Verlag, Opladen 1973.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Patrick Osborn: Operation Pike: Britain versus the Soviet Union, 1939–1941. Greenwood Publishing Group, 2000, ISBN 978-0-313-31368-4.
  2. Keith Neilson: Stalin's moustache: The Soviet Union and the coming of war, Diplomacy & Statecraft, Volume 12, Issue 2 June 2001, S. 197–208
  3. Kahle, S. 20.