Opferkerze

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Opferkerzen vor einem Kruzifix in St-Vincent des Baux
Opferkerzen in der orthodoxen Kirche Valamo

Opferkerze (auch Opferlicht oder Votivkerze, Votivlicht) werden Kerzen genannt, die als sichtbares Zeichen des Gebets, oft in einem besonderen Anliegen, in einer Kirche außerhalb der Liturgie aufgestellt werden.

Theologischer Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das brennende Licht symbolisiert die Herrlichkeit Gottes, an den das Gebet sich richtet, und zugleich die Verehrung, den Dank und die Bitte, die zu ihm aufsteigen. Vor einem Marien- oder anderen Heiligenbild – in katholischen Kirchen – bedeutet es die Bitte um deren Fürbitte bei Gott. Die Kerze gibt dem Gebet, über die Zeit der Anwesenheit des Beters hinaus, für ihn selbst und andere eine wahrnehmbare Gestalt.

Als vergängliche Votivgabe steht die Opferkerze im Zusammenhang allgemein religiöser Opferbräuche, die im Christentum als Mitvollzug der Selbsthingabe Jesu verstanden werden.[1] Die Votivkerze kann hier als Dankkerze und zur Erfüllung eines Gelübdes (lateinisch votum ‚Schwur, Versprechen‘) verstanden werden, die von Gläubigen aus Dankbarkeit dafür entzündet wird, dass etwas erfüllt wurde, um das er gebetet hat.

Historisch reicht der Brauch der Opferkerzen in frühchristliche Zeit zurück und ist verwandt mit dem Grablicht.[2]

Elektrische Opferkerzen in Catania (Sizilien)

Gebrauch von Opferlichtern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische, orthodoxe und zunehmend auch evangelische Kirchen haben eigens für Opferlichter (regional auch „Opferlichte“) vorgesehene Kerzenständer oder -leuchter, die zuweilen kunstvoll gestaltet sind, und bieten gegen einen kleinen Geldbetrag Lichter an. In orthodoxen Kirchen sind meist dünne, lange Kerzen üblich, die in eine Schale mit Sand gesteckt werden.

Zahlreiche Opferkerzen, oft auch größere, eigens dafür gestaltete Wallfahrtskerzen, brennen in Wallfahrtskirchen. Aus Sicherheitsgründen ist in den meisten Kirchen das Abstellen von Opferkerzen nur auf den dafür bestimmten Ständern erlaubt, und es dürfen nur die in der Kirche erhältlichen Kerzen benutzt werden. An manchen Wallfahrtsorten, etwa in Kevelaer, in Ars oder in Mariazell, ist das Aufkommen an Opferlichtern so groß, dass aus Feuerschutzgründen und um Kirchenraum, Kunstwerke und Orgel vor Verschmutzungen durch Ruß zu schützen, besondere Schutzmaßnahmen ergriffen wurden. Es gibt zum Teil eigene Kerzenkapellen (in Mariazell „Kerzengrotte“ genannt[3]), die dann auch in den Ablauf der Pilgerprozessionen einbezogen werden. Mancherorts gibt es Versuche mit elektrischen Opferkerzen, neuerdings auch als LCD-Leuchte und zum Teil in einer Hülle aus Echtwachs.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Opferkerze – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Willibald Sandler: Das Opfer Christi und unsere Opfer (Unterscheidungen und Zusammenhänge), Entschluß 48 (1993), Heft 1, S. 8–13
  2. Roland Breitenbach: Licht Gottes, leuchte uns (PDF; 92 kB)
  3. www.basilika-mariazell.at: Wissenswertes.
  4. lichterketten-experte.de.