Opfingen

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Dieser Artikel behandelt den Stadtteil von Freiburg im Breisgau; zu der Gemeinde in Baden-Württemberg siehe Öpfingen.
Wappen Freiburg
Wappen
Opfingen
Freiburg im Breisgau
Stadtkreis Freiburg im Breisgau (FR)
Baden-Württemberg, Deutschland
Lage im Stadtkreis Freiburg
Basisdaten
Stadtteil mit Ortsverwaltung von Freiburg
Stadtteilnummer: 63 (Bezirk: 630)
Gliederung: 3 Ortsteile:
Opfingen, St. Nikolaus,
Wippertskirch
eingemeindet seit: 1. Dezember 1971
Geografische Lage: 48° 0′ 0″ N, 7° 43′ 0″ OKoordinaten: 48° 0′ 0″ N, 7° 43′ 0″ O
Höhe: 210 m ü. NN
Fläche: 14,62 km²
Einwohner: 4.440 (31. Dezember 2013)
Bevölkerungsdichte: 281 Einwohner je km²
Ausländeranteil: 4 %
Postleitzahl: 79112
Vorwahl: 07664
Adresse der
Verwaltung:
Ortsverwaltung Opfingen
Dürleberg 2
79112 Freiburg
Internetauftritt: Freiburg-Opfingen
Politik
Ortsvorsteherin: Silvia Schumacher
Dialekt: Alemannisch
Hauptvariante: Hochalemannisch
Regionalvariante: Markgräflerisch

Opfingen (alem. Opfige Zum Anhören bitte klicken! [ˈopf͡ɪg̊ə]) ist ein Stadtteil von Freiburg im Breisgau und liegt westlich der Stadt am Ostrand des Tunibergs.

Opfingen hat 4108 Einwohner, die Gemarkung umfasst 1462 Hektar. Zu Opfingen gehören der Ortsteil St. Nikolaus und der ehemalige Ort Wippertskirch. Die umliegenden Ortschaften sind: Merdingen, Freiburg-Waltershofen, Freiburg-Tiengen, Niederrimsingen, Freiburg-St. Georgen und Freiburg-Rieselfeld.

Blick in den Ort

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 ergab sich im Ortschaftsrat folgende Sitzverteilung:

Bürger für Opfingen 53,6 % 7 Sitze
Die Unabhängigen 25,7 % 4 Sitze
Bündnis lebenswertes Opfingen 20,7 % 3 Sitze

Ortsvorsteherin ist seit September 2014 Silvia Schumacher.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über Opfingen von der historischen Bergkirche aus

Zum ersten Mal erwähnt wird Opfingen in einer Urkunde aus dem Jahre 1006, die in zwei Abschriften aus dem 14. und 15. Jahrhundert erhalten ist. König Heinrich der Zweite übertrug damals ein Gut in Ophinga an das Domstift Basel. Die Ortsnamen mit der Endung -ingen gehören zur ältesten alamannischen Siedlungsschicht seit dem 5. Jahrhundert. Ein 1990/91 im Gewann Katzensteig oberhalb des Friedhofs gefundenes Grab eines alamannischen Kriegers aus der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts, vermutlich Teil eines größeren Gräberfeldes, zeigt die lange Besiedlungsgeschichte.

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Opfingen mit den Gemeinden Schallstadt, Wolfenweiler, Leutersberg, Tiengen und Mengen zu den sogenannten unteren Vogteien der Herrschaft Badenweiler im Gegensatz zum größten Teil des Breisgaus, der zu Vorderösterreich gehörte (die Stadt Freiburg seit 1368). Die Herrschaft Badenweiler stand Ende des 15. Jahrhunderts noch unter der Herrschaft der Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, fiel im Jahre 1503 jedoch an den Markgrafen von Baden. 1535 wurde die Markgrafschaft Baden in die beiden Linien Baden-Baden und Baden-Durlach getrennt, die Herrschaft Badenweiler gehörte zur letzteren. Nach der 1771 erfolgten Zusammenführung der getrennten badischen Linien und der Ausrufung zum Großherzogtum 1805 wurde der gesamte vorderösterreichische Breisgau mit Freiburg im Jahre 1806 an das Land Baden übergeben.

Von den großen Auswandererwellen des 18. und 19. Jahrhunderts blieb auch Opfingen nicht unberührt: vor allem in den Jahren 1833–1854 suchten viele Familien ihr Glück in Amerika. Später kam es zur Abwanderung von Pendlern in die Stadt Freiburg, so dass 1939 die Bevölkerungszahl einen Tiefstand von 870 erreicht (1852: 1311). Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der Einwohner langsam wieder an durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen.

Am 1. Dezember 1971 wurde Opfingen im Zuge der Verwaltungsreform nach einer Volksabstimmung in die Stadt Freiburg eingemeindet.[2] Seither hat sich die Zahl der Einwohner mehr als verdreifacht (1970: 1287, 2004: 4072).

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchturm der historischen Bergkirche von 1778 mit Störchen

Kirchlich gehörte Opfingen ursprünglich zur Propstei Wippertskirch, eine eigene Kirche besaß Opfingen erst seit 1525. Nachdem Markgraf Karl II. von Baden zum evangelischen Glauben übergetreten war, wurden Opfingen und St. Nikolaus 1555 evangelisch, Wippertskirch blieb katholisch.

Die heutige evangelische Kirche wurde 1778 nach Plänen von Carl Friedrich Meerwein - wie auch das Rathaus - erbaut. Die Kirchenorgel stammt von Georg Marcus Stein (1738–1794), einem Orgelbauer aus der Silbermann-Schule.

Während Opfingen um die Mitte des 20. Jahrhunderts noch zu 98 % evangelisch war, stieg der Anteil der katholischen Bevölkerung seit der Eingemeindung zur Stadt Freiburg immer mehr an, so dass 1985 die katholische Kirche St. Nikolaus gebaut wurde. Am 31. Dezember 2008 waren 34,9 % der Einwohner evangelisch, 36,5 % katholisch, 28,6 % gehörten einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft an.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die 1970er Jahre war Opfingen stark landwirtschaftlich geprägt. Während ursprünglich gemischte Betriebe mit Weinbau, Vieh- und Milchwirtschaft mit Wiesen und Weiden, Obstbau und Feldbau mit Getreide, Kraut, Flachs, Hanf, Rüben usw. vorherrschte, kam es seit Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer tiefgreifenden Umstrukturierung der Landwirtschaft. In den Rebflurbereinigungen der 50er bis 70er Jahre wurden große Rebterrassen angelegt. Heute lebt nur noch ein geringer Teil der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Vorwiegend wird Weinbau betrieben, daneben Anbau von Spargel und - wie überall in der Oberrheinebene - großflächiger Maisanbau. Viele Opfinger arbeiten heute als Berufspendler in Freiburg.

Regionale Bekanntheit erlangte Opfingen durch den Spargelanbau, vor allem durch das Gasthaus „Tanne“, in dem angeblich Napoleon übernachtet haben soll. Regelmäßiger Gast während der Spargelzeit in der „Tanne“ war Alt-Bundespräsident Walter Scheel.

Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der 1963 erbauten Schule befindet sich heute neben der Opfinger Grundschule auch die Hauptschule für die Freiburger Stadtteile am Tuniberg. Die Realschüler und Gymnasiasten pendeln nach Freiburg.

Wippertskirch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wippertskircher Hof

Wippertskirch wurde zum ersten Mal in einer päpstlichen Urkunde aus dem Jahr 1136 als Wipreskircha erwähnt. Damals war es eine eigenständige Pfarrei, die für Waltershofen, Opfingen, St. Nikolaus sowie die heute verschwundenen Wüstungen Harthausen, St. Katharina und St. Bartholomäus.

Bischof Rudolf von Konstanz übertrug 1276 dem Kloster Schuttern die Pfarrei Wippertskirch. 50 Jahre später sprach Graf Konrad von Freiburg dem Kloster die ganze Gemarkung zu. Wippertskirch wurde zu einem Priorat der Benediktiner des Klosters Schuttern. 1802 fiel Kloster Schuttern mit all seinen Besitzungen an Ercole III. d’Este, den Herzog von Modena, 1803 an die Johanniter, schließlich 1806 an den Großherzog von Baden. Das Kloster wurde damit aufgehoben.

Wippertskirch verlor schnell an Bedeutung. 1816 standen nur noch die Kirche, das Schloss sowie drei Höfe mit 18 Bewohnern. Aus den Steinen der Kirche wurde die Kirche in Waltershofen neu gebaut, 1822 wurde das Schloss abgebrochen, 1885 stand von der einstigen Siedlung nur noch der heutige Wipperskircher Hof.

1891 teilten Opfingen, Waltershofen und Merdingen die Gemarkung untereinander auf. Der Wippertskircher Hof gehört seither zu Opfingen: Ein Wappen, das in die Fassade des Wipperskircher Hofes eingelassen ist, trägt die Inschrift Abt Franziskus, der erste seines Namens verwaltete treu dieses Gebäude; 1733.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurden in Wippertskirch einige neue Aussiedlerhöfe gebaut.

In den Weinbergen bei Wippertskirch steht seit 2000 ein hölzerner Aussichtsturm.[3]

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dialekt von Opfingen (Obfigerdydsch) gehört zu den südalemannischen Dialekten, genauer zum Nördlichen Müllheimer Raum, dem Dialektgebiet des unteren Markgräflerlandes. Das Hauptkennzeichen ist die k-Verschiebung im Anlaut (Chind Kind, Chobf Kopf, Chrod Kröte im Gegensatz zu nördlicherem Kind, Kobf, Grod). Die k/ch-Linie entspricht hier etwa der alten Grenze zwischen den unteren Vogteien und dem vorderösterreichischen Breisgau, wobei Tiengen, Opfingen mit St. Nikolaus, Schallstadt, Wolfenweiler mit Leutersberg, Mengen sowie Oberrimsingen südlich dieser Linie liegen und Munzingen, Niederrimsingen, Merdingen, Waltershofen und St. Georgen nördlich davon. Diese Kind/Chind-Linie ist eine der wichtigsten Abgrenzungen zwischen dem Süd- oder Hochalemannischen und dem Oberrhein-Alemannischen. Im Breisgau verlaufen mehrere Grenzen, die wichtige Unterschiede zwischen diesen Dialekträumen markieren. Meistens geht der Opfinger Dialekt einher mit den südalemannischen Formen.

Opfingen ist der nördlichste Ort, in dem ein hochalemannischer Dialekt gesprochen wird.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakob Bossert: Geschichte des zur Markgrafenschaft Baden-Durlach ehemals Hochberg-Badenweiler'schen Herrschaft "niedere Vogtei" gehörigen Ortes Opfingen. Poppen, Freiburg i. Br. 1904
  • Volker Buurman: Die Durchführung einer "Dorfsanierung" im Vorfeld einer Großstadt dargestellt am Beispiel des "Musterdorfes" Opfingen. Dissertation Universität Freiburg 1973.
  • Heimat am Tuniberg - Opfingen gestern und heute 1006 – 1976. Hrsg. im Auftrag der Ortsverwaltung Freiburg-Opfingen von Rolf Süß. Mit einem Beitrag von Josef Schneider. Selbstverlag der Ortsverwaltung, Freiburg-Opfingen 1976
  • Gabriele Jais-Heuser: St. Nikolaus, Ortsteil von Freiburg-Opfingen. Der Strukturwandel eines Dorfes 1945–1985. Isele, Eggingen 1990
  • Kurt Heinzmann: Ortsfamilienbuch Opfingen mit Sankt Nikolaus. 1680 – 1910. Selbstverlag der Ortsverwaltung Freiburg-Opfingen 2005 (= Badische Ortssippenbücher 118)
  • Jürgen Sutter: Opfinger Wörterbuch. Schillinger Verlag, Freiburg i. Br. 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Opfingen (Freiburg im Breisgau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Badische Zeitung: Neues Trio und bewährtes Quintett (17. September 2014)
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 493.
  3. Ausflugsziele in Opfingen: Der Aussichtsturm in Wippertskirch auf der Webseite der Gemeinde Opfingen