Hummel-Ragwurz

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Hummel-Ragwurz
Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)

Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)

Systematik
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Untertribus: Orchidinae
Gattung: Ragwurzen (Ophrys)
Art: Hummel-Ragwurz
Wissenschaftlicher Name
Ophrys holoserica
(Burm.f.) Greuter
Hummel-Ragwurz vom Koppelstein

Die Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica (Burm.) Greut.; Syn.: Ophrys fuciflora (F.W.Schmidt) Moench; Ophrys arachnites Lam.) ist eine Art aus der Gattung der Ragwurzen (Ophrys L.) der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ophrys: von gr. ophrys = Augenbraue; holoserica: von lat. holosericus = dicht seidenhaarig.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Habitus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es sind ausdauernde krautige, schlanke, jedoch kräftig wachsende Pflanzen. Sie haben vier bis sieben grundständige, lanzettliche, blaugrüne Laubblätter, die 4 bis 10 cm lang werden.

Hummel-Ragwurz, Blüte

Blütenstand und Blüten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der locker aufgebaute Blütenstand enthält zwei bis zehn Blüten. Die sehr hübschen, bunten Blüten sind in der Färbung und besonders in der Zeichnung variabel. Die eiförmigen Kelchblätter (Sepalen) sind etwa 10 bis 14 mm lang, spreizend bis etwas rückwärts gerichtet und meist rosa, selten heller. Die rosa bis roten Kronblätter (Petalen) sind kurz, etwa 3 bis 6 mm lang. Die trapezförmige Lippe ist ausgebreitet 8 bis 12 mm lang und 12 bis 18 mm breit, dunkelbraun, gehöckert, am Rand behaart und mit großem aufgebogenen Anhängsel. Es ist ein sehr reich gegliedertes Mal vorhanden in weinroten bis grauvioletten sowie bräunlichen bis gelbgrünen Tönen, das bräunliche Basalfeld umrahmend. Das Säulchen ist stumpf geschnäbelt, mit roten Staminodialpunkten im Narbenbereich.

Wichtigster Bestäuber der Art ist die Bienenart Eucera longicornis, deren Sexuallockstoff (Insektenpheromone) die Blüte nachahmt, die außerdem einige optische und taktile Schlüsselreize kopiert. Andere Insekten werden gelegentlich angelockt, spielen aber bei der Bestäubung nur eine geringe Rolle. Darunter ist auch eine Käferart, der Gartenlaubkäfer.

Blütezeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Im Mittelmeerraum erscheint sie entsprechend früher.

Chromosomenzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magerwiesen, Halbtrockenrasen, auf buschigen Hängen und in lichten Kiefernwäldern. Auf mäßig trockenen Böden, stets auf kalkhaltigen Böden.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung auf einer ungarischen Sonderbriefmarke von 1961

Europa (mediterran, submediterran, nördlich bis Südengland, West- und Mitteldeutschland, Nordbayern, Südostösterreich)

Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund ihrer relativen Seltenheit ist die Art in Deutschland gefährdet. Größere Vorkommen existieren in Baden-Württemberg (Oberrhein, Alb) und in Rheinland-Pfalz / Saarland (Eifel/Mosel). Insgesamt konnte in den letzten Jahren in Süddeutschland aber eine deutliche Ausbreitung der Art beobachtet werden; sie galt zum Beispiel in Nordbayern und Hessen als ausgestorben, wurde aber neuerdings wiedergefunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 278.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien