Hummel-Ragwurz

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Hummel-Ragwurz
Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)

Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)

Systematik
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Orchidoideae
Tribus: Orchideae
Untertribus: Orchidinae
Gattung: Ragwurzen (Ophrys)
Art: Hummel-Ragwurz
Wissenschaftlicher Name
Ophrys holoserica
(Burm. f.) Greuter

Die Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ragwurzen (Ophrys) innerhalb der Familie der Orchideen (Orchidaceae).

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hummel-Ragwurz vom Koppelstein
Blüte im Detail

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hummel-Ragwurz ist eine schlanke, jedoch kräftig wachsende ausdauernde krautige Pflanze. Die vier bis sieben grundständigen, blaugrünen Laubblätter sind bei einer Länge von 4 bis 10 Zentimetern lanzettlich.

Blütenstand und Blüte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der locker aufgebaute Blütenstand enthält zwei bis zehn Blüten. Die zwittrige Blüte ist zygomorph und dreizählig. Die Blüten sind in der Färbung und besonders in der Zeichnung variabel. Die eiförmigen Kelchblätter (Sepalen) sind etwa 10 bis 14 mm lang, spreizend bis etwas rückwärts gerichtet und meist rosa, selten heller. Die rosafarbenen bis roten Kronblätter (Petalen) sind kurz, etwa 3 bis 6 mm lang. Die trapezförmige Lippe ist ausgebreitet 8 bis 12 mm lang und 12 bis 18 mm breit, dunkelbraun, gehöckert, am Rand behaart und mit großem aufgebogenen Anhängsel. Es ist ein sehr reich gegliedertes Mal vorhanden in weinroten bis grauvioletten sowie bräunlichen bis gelbgrünen Tönen, das bräunliche Basalfeld umrahmend. Das Säulchen ist stumpf geschnäbelt, mit roten Staminodialpunkten im Narbenbereich.

Wichtigster Bestäuber der Art ist die Bienenart Eucera longicornis, deren Sexuallockstoff (Insektenpheromone) die Blüte nachahmt, die außerdem einige optische und taktile Schlüsselreize kopiert. Andere Insekten werden gelegentlich angelockt, spielen aber bei der Bestäubung nur eine geringe Rolle. Darunter ist auch eine Käferart, der Gartenlaubkäfer.

Blütezeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Im Mittelmeerraum erscheint sie entsprechend früher.

Chromosomenzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standort und Soziologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magerwiesen, Halbtrockenrasen, auf buschigen Hängen und in lichten Kiefernwäldern. Auf mäßig trockenen Böden, stets auf kalkhaltigen Böden. Die Hummel-Ragwurz ist eine Charakterart des Verbands Mesobromion, kommt aber auch in trockenen Gesellschaften des Verbands Molinion vor.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darstellung auf einer ungarischen Sonderbriefmarke von 1961

Europa (mediterran, submediterran, nördlich bis ins südliche England, West- und Mitteldeutschland, Nordbayern, südöstliche Österreich)

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Erstveröffentlichung erfolgte unter dem Namen (Basionym) Orchis holoserica Burm. f. durch Nicolaas Laurens Burman. Synonyme für Ophrys holoserica (Burm. f.) Greut. sind: Ophrys fuciflora (F.W.Schmidt) Moench, Ophrys arachnites Lam.

Ophrys: von gr. ophrys = Augenbraue; holoserica: von lat. holosericus = dicht seidenhaarig.

Je nach Autor gibt es Unterarten und Varietäten, keine davon ist bei WCSP akzeptiert:[2]

  • Ophrys holoserica subsp. andria (P.Delforge) Faurh. (Syn.: Ophrys fuciflora subsp. andria (P.Delforge) Faurh.): Sie kommt in der Ägäis vor.
  • Ophrys holoserica subsp. apulica (O.Danesch & E.Danesch) Buttler (Syn.: Ophrys fuciflora subsp. apulica O.Danesch & E.Danesch): Sie kommt im südlichen und sötlichen Italien und im südlichen Sizilien vor.
  • Ophrys holoserica subsp. biancae (Tod.) Faurh. & H.A.Pedersen (Syn.: Ophrys fuciflora subsp. biancae (Tod.) Faurh.): Sie kommt in Sizilien vor.
  • Ophrys holoserica subsp. bornmuelleri (M.Schulze) H.Sund. (Syn.: Ophrys fuciflora subsp. bornmuelleri (M.Schulze) B.Willing & E.Willing): Sie kommt vom östlichen Mittelmeerraum bis zum nördlichen Irak vor.
  • Ophrys holoserica subsp. candica (E.Nelson ex Soó) Renz & Taubenheim (Syn.: Ophrys fuciflora subsp. candica E.Nelson ex Soó): Sie kommt von Sizilien bis zur südwestlichen Türkei vor.
  • Ophrys holoserica subsp. chestermanii J.J.Wood (Syn.: Ophrys fuciflora subsp. chestermanii (J.J.Wood) H.Blatt & W.Wirth): Sie kommt im südlichen Sardinien vor.
  • Hohe Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica subsp. elatior (Paulus) H.Baumann & Künkele, Syn.: Ophrys fuciflora subsp. elatior (Paulus) R.Engel & P.Quentin): Sie kommt von Süddeutschland bis Istrien vor. Wird von manchen Autoren auch als eigenständige Art angesehen: Ophrys elatior Paulus.
  • Ophrys fuciflora subsp. fuciflora: Sie kommt von West- und Mitteleuropa bis zum Mittelmeerraum vor.
  • Ophrys holoserica subsp. grandiflora (H.Fleischm. & Soó) Faurh. (Syn.: Ophrys fuciflora subsp. grandiflora (H.Fleischm. & Soó) Faurh.): Sie kommt in der südlichen Türkei und auf Zypern vor.
  • Ophrys holoserica subsp. lacaitae (Lojac.) W.Rossi (Syn.: Ophrys fuciflora subsp. lacaitae (Lojac.) Soó): Sie kommt von Kroatien und Italien bis Malta vor.
  • Ophrys fuciflora subsp. oblita (Kreutz, Gügel & W.Hahn) Faurh., H.A.Pedersen & S.G.Christ.: Sie kommt vom südlichen Griechenland bis Israel vor.
  • Ophrys holoserica subsp. oxyrrhynchos (Tod.) H.Sund. (Syn.: Ophrys fuciflora subsp. oxyrrhynchos (Tod.) Soó): Sie kommt in Süditalien und Sizilien vor.
  • Ophrys fuciflora subsp. pallidiconi Faurh.: Sie kommt in der Türkei vor.
  • Ophrys holoserica subsp. parvimaculata (O.Danesch & E.Danesch) O.Danesch & E.Danesch (Syn.: Ophrys fuciflora subsp. parvimaculata O.Danesch & E.Danesch): Sie kommt im südlichen Italien vor.
  • Ophrys fuciflora var. ziyaretiana (Kreutz & Ruedi Peter) Faurh. & H.A.Pedersen: Sie kommt von der südlichen Türkei bis ins nördliche Israel vor.

Gefährdung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund ihrer relativen Seltenheit ist die Art in Deutschland gefährdet. Größere Vorkommen existieren in Baden-Württemberg (Oberrhein, Alb) und in Rheinland-Pfalz / Saarland (Eifel/Mosel). Insgesamt konnte in den letzten Jahren in Süddeutschland aber eine deutliche Ausbreitung der Art beobachtet werden; sie galt zum Beispiel in Nordbayern und Hessen als ausgestorben, wurde aber neuerdings wiedergefunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 278.
  2. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Ophrys - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. - dort sind die genannten Namen am 25. November 2016 nicht akzeptiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien