Oppershausen (Wienhausen)

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Oppershausen
Gemeinde Wienhausen
Koordinaten: 52° 35′ 16″ N, 10° 12′ 13″ O
Höhe: 42 m ü. NN
Einwohner: 890 (9. Mai 2011)
Postleitzahl: 29342
Vorwahl: 05149
Oppershausen (Niedersachsen)
Oppershausen

Lage von Oppershausen in Niedersachsen

Oppershausen (niederdeutsch Oppershusen) ist ein Ortsteil der Gemeinde Wienhausen in der Samtgemeinde Flotwedel im Landkreis Celle in Niedersachsen.

Die Gemeinde Oppershausen wurde am 1. Januar 1972 zusammen mit den bis dahin ebenfalls selbstständigen Gemeinden Bockelskamp, Nordburg und Offensen der Gemeinde Wienhausen eingegliedert, welche wiederum mit den Gemeinden Bröckel, Eicklingen und Langlingen zur Samtgemeinde Flotwedel zusammengefasst wurde.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft Oppershausen liegt geographisch im südlichen Teil des Landkreises Celle nördlich der Aller, ca. 10 km von der Kreisstadt und 1 km vom Kirchdorf Wienhausen entfernt. Oppershausen ist ursprünglich ein Straßendorf, das sich von Westen nach Osten zieht. Alle alten Bauernhäuser (erbaut vor 1780) befinden sich auf der Südseite der Straße. Nach 1800 wurden zunehmend Häuser und Wirtschaftsgebäude auf der Nordseite der Dorfstrasse erbaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Flüchtlingsfamilien Land zum Bau von Häusern und kleinen Hofstellen zur Verfügung gestellt (z. B. entlang der heutigen Allerdammstrasse). Seit den 1960er Jahren wurde vor allem im Norden und Osten des Ortes Kulturland in Bauland umgezohnt, was zu einer regen Bautägkeit und zur heutigen Größe des Dorfes führte.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Häuser Bemerkungen
1821 287 43 die "alten Höfe" Nr. 1–31, Häuser auf dem Gut und einige Handwerker
1839 346
1848 370 69
1893 309
1925 395
1933 399
1939 370
1950 659 mit Flüchtlingen
1967 513
2011 890

Bemerkenswert ist, dass die Bevölkerung von Oppershausen zwischen 1848 und 1939, also während 90 Jahren, praktisch stabil blieb und um die Jahrhundertwende sogar eine Delle aufweist. Es ist anzunehmen, das wegen Mangel an Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft und in anderen Betrieben in der näheren Umgebung junge Männer und Frauen wegzogen, um Arbeit in den aufstrebenden deutschen Industriestädten (Hannover, Ruhrgebiet) zu finden, oder ihr Glück als Auswanderer in Amerika zu suchen.

Siehe auch Entwicklung der Einwohnerzahlen in der Samtgemeinde Flotwedel.

1770 wurden in der Schule in Oppershausen 30 Kinder unterrichtet[1].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Oppershausen geht auf den germanischen Eigennamen Osbern zurück, wobei Os „Gott“ und Bern „Bär“ bedeutet.[2] Im ältesten Register des Klosters Wienhausen wird Oppershausen im Jahr 1369 unter dem Namen „Osberneshusen“ urkundlich erwähnt[3]. Orte mit der Namensendung -hausen (zu -haus) sind typisch für Siedlungsgründungen im Zuge der fränkischen Landnahme, die in Sachsen bis zum 9. Jahrhundert stattfand. Im Schatz- und Zinsregister der Großvogtei Celle von 1428 bis 1438 finden sich die Bezeichnungen „Odbernshusen“ und „Obbershusen“ nebeneinander. Schließlich wurde daraus die heutige Schreibweise „Oppershausen“.

Oppershausen im Spätmittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf war der Stammsitz der Herren von Oppershausen. Im Jahr 1227 sind erstmals die Namen Hartmann und Johannes von Oppershausen im Gefolge der Herzoginwitwe Agnes urkundlich erwähnt. Ab 1235 stehen die Herren von Oppershausen im Dienste des neu gegründeten Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und sind Teil der Burgmannschaft in Celle. Wegen der Fischerei in der Aller verglichen sich die Herren von Oppershausen 1327 mit dem Kloster Wienhausen über die Grenzen ihrer Berechtigungen. 1438 werden sie als Besitzer eines Sattelhofes mit 11 grundherrlich abhängigen Stellen genannt. Dieser Sattelhof liegt im Osten am Ende der alten Höfereihe nahe der Aller. Im Jahr 1467 amtiert der Ritter Johann von Oppershausen als Bürge für den Heiratsvertrag zwischen Anna von Nassau und Herzog Otto V.[4]

Alte und neue Kapelle in Oppershausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maria-Magdalenen-Kapelle in Oppershausen

Am 10. August 1450 stifteten Johann und Werner von Oppershausen eine Kapelle, die der Maria Magdalena geweiht wurde. Als Nebenpatrozinien sind überliefert: Maria, Sancti Omnes, Matthias, Jacobus, Mauritius, Georgius, Antonius, Catharina, Barbara, Milites. Das Gotteshaus wurde auf dem „eigenen Erbe“ der von Oppershausen inmitten des Dorfes errichtet. Mit großer Wahrscheinlichkeit stand sie auf dem heutigen Grundstück In der Twegte 2. Zur Zeit des ersten Pastors zu Wienhausen, Heinrich Storbeck (1534–1557), ist „1 Capelle tho Obbershußen, den van Obbershußen thobehorig“ im Pfründenverzeichnis des Klosters Wienhausen verzeichnet. Vor der Reformation kamen die Kirchgänger über einen alten Kirchweg sogar aus dem 7 km entfernten Gockenholz bei Lachendorf in diese Kapelle. Sie wurde vermutlich im Dreißigjährigen Krieg zerstört.

Das jetzige, dem Gut Oppershausen gegenüber gelegene Kirchengebäude wurde 1657 von der Tochter des letzten Herren von Oppershausen, Hedwig Ilse von Seebach, errichtet. Ihr Vater, Wilhelm von Oppershausen († 1651), wurde nachträglich in einer Gruft vor dem Altar beigesetzt. Aus der alten Kapelle übernommen wurden unter anderem Teile der jetzigen Westempore von 1636, ein Kronleuchter und die aus dem Jahre 1603 stammende Glocke im Dachreiter. 1987 wurde die Kapelle restauriert und ist wieder in Benutzung durch die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde Wienhausen.

Landwirtschaft und Lebensgrundlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedingt durch die sandigen und moorigen Böden der Gemarkung Oppershausen galt das Dorf als „arme Ortschaft“ im Gegensatz beispielsweise zum Nachbardorf Offensen. Ein alter Neckspruch auf die Armut des Dorfes lautet: „In Oppershusen gibs nix to musen do lopt sich de Müse in Schappe dot un findt kein Krumen Brot.“ Die Verkoppelung der Flächen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die damit einhergehende Aufhebung vieler Lehensverhältnisse vor allem mit dem Herzogtum verbesserten die wirtschaftliche Situation der Bauern. Durch Anlegen von Stauwiesen um 1850 und Kultivierung von Ödland nach 1900 verbesserte sich die wirtschaftliche Lage des Ortes weiter.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Oppershäuser Schleuse[5] gebaut und im Osterbruch Stauwiesen angelegt. Dadurch konnte das Wasser der Aller, welches sich im Frühling, bedingt durch die Schneeschmelze im Harz, gelb verfärbt ist und fruchtbaren Lößboden mit sich trägt, zur Düngung auf die Wiesen des Osterbruchs geleitet werden und dadurch die Heuernte deutlich steigern.

Das Gut Oppershausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1330 lässt sich nachweisen, dass die Herren von Oppershausen mit einem Gutshof in Oppershausen belehnt waren. Mit dem Land- und Schatzrat Wilhelm von Oppershausen starb 1651 das Geschlecht aus, und das Gut kam an die Herren von der Wense, welche 1611 bereits das adelige Gut in Klein Eicklingen gekauft hatten. Nachdem auch dieses Geschlecht in Opperhausen ausgestorben war, wurde das Rittergut Opperhausen 1903 vom Schlosshauptmann Axel von Engelbrechten erworben. Um 1976 verkaufte sein Enkel, Nicolas von Engelbrechten, die Ländereien des Gutes an die Landwirte des Dorfes und einige Jahre später das Gutshaus mit den Nebengebäuden an die Familie von Bothmer, welche sich um die Renovation des Vorwerk Gut Oppershausen verdient gemacht hat.

Die Höfe bis 1438[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist davon auszugehen, dass die später urkundliche erwähnten Sattelhöfe und Vollhöfe bis zum Jahr 1000 im Zuge der ersten Siedlungsstufe der Dorfentwicklung in Oppershausen gegründet waren,[6] so wie auch der Hildesheimer Bischof Godehard in seiner Amtszeit (1023–1038) in Wienhausen („Huginhusen“) eine bischöfliche curtis, einen großen Wirtschaftshof, besaß.[7] In den folgenden Jahrhunderten entstehen im Zuge der zweiten Siedlungsstufe mehr als 20 Kötnerstellen, die vor allem den Sattelhöfen und dem Kloster Wienhausen lehenspflichtig waren.

Vor 1400 sind nur wenige Höfe urkundlich erwähnt. Dem Kloster Wienhausen gehören 1233 in Oppershausen 1 Hufe, eine Wiese und 1 Haus mit dem großen und kleinen Zehnten, sowie vier Schillinge Geldabgaben.[8] 1368 besaß das Kloster in Oppershausen drei Höfe, von denen einer vogtpflichtig war. Die in Eicklingen begüterte Familie Knif besaß im 14. Jh. in Oppershausen einen Sattelhof und eine zugehörige Kote als Lehen. 1379 verkaufte Segeband Knif diesen Besitz dem Kloster Wienhausen gegen eine Präbende (kirchliche Pfründe) für seine Tochter Berteke. Die Familie von Soltau war in Oppershausen seit 1330 mit der Vogtei eines Hofes belehnt.

Das Schatzregister Grossvogtei Celle aus dem Jahr 1438 ist die erste umfassende Liste der Höfe in Oppershausen, die der Grossvogtei Celle des Fürstentums Lüneburg Abgaben schulden. Zu diesem Zeitpunkt gibt es Oppershausen demnach mindestens zwei Vollhöfe und 21 Kötnerstellen. Es ist davon auszugehen, dass dazu zwei Sattelhöfe kommen, welche im Besitz der Herren von Oppershausen und des Klosters Wienhausen waren, sowie möglicherweise weitere vom Kloster Wienhausen abhängige Hofstellen, die keine Abgaben an die Vogtei leisten mussten und darum im Schatzregister nicht erfasst sind.

Die Höfe Oppershausen im Schatzregister der Großvogtei Celle von 1438
Vollhöfe ("Meyger") Abgaben an die Vogtei
1. Hermen Soltowen 3 Gulden 1 Gulden = 25 Schilling
2. Gherke Piltzer * 4 Schilling
Kötner Abgaben an die Vogtei Kötner Abgaben an die Vogtei
1. Everd Dedeken 1 Gulden 12. Diderik Hennighes * 3 Gulden
2. Hans Bodeker 1 Gulden 13. Henneke Kohouwer * 3 Gulden
3. Gherke Engelken 1 Gulden 14. Hylmer * 2 Schilling
4. de Steycheynsche 2 Schilling 15. de Lydermensche * 4 Schilling
5. Hans Schrader 1 Mark 16. Stripe * 2 Schilling
6. Bernd Bodeker 1 Gulden 17. de koterschen twe by Wentslouwen * 4 Schilling
7. Dydericus Koster * 2 Gulden 18. Didericus Spangenberch * 2 Schilling
8. Bardenwarper * 1 Gulden 19. de koter by Wasmode Kuyne * 4 Schilling
9. Cord Salge 10 Schilling 20. de blynde vor den steghen 1 Gulden
10. Meygbom 8 Schilling 21. sin naberscher darby 1 Gulden
11. Koneke Marsen * 2 Gulden

* grundherrlich abhängig vom Sattelhof Oppershausen

Die Höfe bis 1750[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1438 und 1750 kommen vier Brinksitzerstellen dazu und die beiden Sattelhöfe werden aufgeteilt. Aus dem Sattelhof der Herren von Oppershausen werden die zwei Halbhöfe Nr. 6 und Nr. 7. Aus dem Sattelhof des Klosters gehen möglicherweise die beiden Vollhöfe Nr. 1 und Nr. 4 hervor. Der letztere wird bereits Ende des 17. Jahrhunderts zu einem Halbhof abgestuft. Dies ergibt um 1750 herum 31 Hofstellen: drei Vollhöfe, drei Halbhöfe, 21 Kötner und vier Brinksitzer.

Die Höfe nach 1750[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1750 wurden die beiden Vollhöfe Nr. 1 und Nr. 4 wegen finanzieller Schwierigkeiten aufgeteilt und in Kötnerstellen abgestuft, sowie gleichzeitig zwei Brinkstzerstellen zu Kötnern aufgewertet. Zwei Kötnerhöfe fusionierten (Nr. 8 und Nr. 11). Dies ergibg um 1900 herum noch 30 Hofstellen: einen Vollhof, drei Halbhöfe, 24 Kötner und zwei Brinksitzer. Diese alten Höfe waren von 1 bis 31 nummeriert. Die Hofstellen der späteren Siedlungsstufen (Anbauer, Abbauer, Häuslinge), sowie Handwerker und andere Häuser belegten die Nummern 32 bis 65. Erst in den 1970er Jahren wurden in ganz Oppershausen Strassennamen eingeführt und die alten Hofnummern nicht mehr als Adressbezeichnung genutzt.

Einträge für Oppershausen im Handels- und Gewerbeadressbuch der Provinz Hannover von 1893
Name Vorname Beruf Hof Nr. Name Vorname Beruf Hof Nr.
Alpers Heinrich Gastwirtschaft und Hokenhandel 1 Kunze Carl Kötner 31
Alpers Heinrich Schneider Kunze Heinrich Kötner 5
Alpers Heinrich Tischler Marwedel Hermann Halbhöfner und Bienenzüchter 6
Alpers Heinrich Kötner 20 Meldau Wilhelm Kötner 9
Baars Friedrich Abbauer Mente Wilhelm Kötner 15
Bock Friedrich Kötner. u. Bienenzüchter 2 Meyer August Kötner 28
Bödecker Friedrich Schneider Meyer Carl Halbhöfner 4
Brockmann Hermann Lehrer Meyer Karl Kötner 19
Cammann August Hokenhändler, Gastwirt und Auctionator Pahls August Kötner 26
Cammann Heinrich Abbauer Pahls Wilhelm Kötner 14
Cammann Heinrich Kötner und Bienenzüchter 11 Rehwinkel Ernst Kötner 27
Cammann Hermann Kötner 17 Rehwinkel Heinrich Vollhöfner 3
Cammann Wilhelm Bäcker Scheller Heinrich Kötner 12
Deeke Heinrich Kötner 16 Scheller Jürgen Heinrich Kötner. 23
Denecke Wilhelm Kötner 13 von Schwacke Rittmeister u. Gutsbesitzer
Habekost Hermann Abbauer Thiele Heinrich Brinksitzer 29
Hackmann Heinrich Kötner 10 Thies Heinrich Brinksitzer 30
Hansen Heinrich Kötner 18 Thölke Wilhelm Kötner 21
Hesse Heinrich Kötner 25

Kurze Geschichte der großen Höfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vollhof Nr. 1 (Scheller, heute Alpers) lag ursprünglich, wie alle anderen Höfe auch, auf der linken Seite der Straße. Er brannte ab und wurde auf der rechten Strassenseite wieder aufgebaut. Später geriet er in finanzielle Schwierigkeiten und wurde vereinzelt. Der Resthof wird später von Heinrich Karl Alpers (Kreuger-Alpers) aus Seershausen gekauft. 

Der Vollhof Nr. 2 (Bock, heute Knief) geriet auch in finanzielle Schwierigkeiten und wurde 1779 aufgeteilt. Die beiden Brinksitzer Johann Heinrich Meyer (Nr. 28, Capell-Meyer, später Deecke) und Andreas Meyer (Nr. 31, Mauerkunze, später Vandrey) wurden durch Anteile des Vollhofs zu Kötnern. Der Vollhof wurde zur Kötnerstelle abgestuft.

Der Vollhof Nr. 3 (Rehwinkel) war 1858 beim Bau der Stauwiesen mit 176 Morgen der größte Hof im Dorf.

Der Halbhof Nr. 6 (Marwedel) und der Halbhof Nr. 7 (Sander, um 1850 vom Gut gekauft) liegen an der Ostseite des Dorfes (heute Deichstrasse) relativ weit entfernt von den anderen Voll- und Halbhöfen der ersten Siedlungsstufe. Sie liegen auf einer erhöhten Stelle nahe an der Aller und hatten beide eine sehr große Hoffläche mit mehreren Gebäuden und Häuslingshäusern. Sie sind aus der Teilung des alten Sattelhofes der Herren v. Oppershausen hervorgegangen. Ein Sattelhof war im späten Mittelalter ein freier Hof, der keine Abgaben an einen Lehensherren leisten musste, dafür im Kriegsfall aber Ross und Reiter mit Rüstung zu entsenden hatte. Hof Nr. 6 hatte 1858 bereits 170 Morgen Land. Vom Hof Nr. 7 liegen keine Zahlen vor, aber er wird ähnlich groß gewesen sein, bevor er wegen finanzieller Schwierigkeiten um 1850 vom Gut gekauft wurde.

Der Halbhof Nr. 4 (Gackenholz), auch genannt Hoppen-Hof, war ursprünglich ein Vollhof, welcher 1639 im Dreißigjährigen Krieg unter dem Besitzer Lüdecke Langen wüst geworden war. Als er nach dem Krieg von der Familie Gackenholz wieder aufgebaut wurde, ist es nur noch ein Halbhof. Im Hausbuch von Oppershausen aus dem Jahre 1667 heißt es: „Michaell Gackenholz, ein Halbhof, liegt wüste, kein Gebeude, noch Haus vorhanden, hat es nun wieder im stande“. Er baute ein Zweiständerhaus, welches 1941 als letztes strohgedecktes „Rauchhaus“ in Oppershausen abgerissen wurde. Der letzte Hofbesitzer mit Namen Gackenholz, Hans Heinrich (* 1774, † 1853), vererbte den Hof an seine Tochter Ilse Catharine Dorothea (* 1802), welche den Zimmermann Georg Heinrich Dietrich Meyer (* um 1800) aus Altensalzkoth heiratete. 1914 wurde der Hof vereinzelt und im Telefonbuch von 1926 wird der letzte Bewirtschafter des Hofs, Karl Meyer, nur noch als Häusling bezeichnet. In 1930er Jahren räuchert er über der offenen Herdstelle immer noch für andere Familien aus dem Dorf auf die alte Art.

Die Flurnamen in Oppershausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilse Meyer schreibt um 1941 im Alter von 17 Jahren: Die Bezeichnung „Im Moore“ sagt, dass es dort nass und sumpfig ist. „Die Marsch“ sagt, dass es Lehmboden ist, der „Heidkoppel“ dagegen sagt, dass es sandig ist. So ist also das zu unserem Dorf gehörige Land ganz gut und es kann hier außer Weizen alles angebaut werden. Außer diesen Flurnamen, die sagen wie der Boden ist, gibt es aber noch mehr als 50 andere, die zu deuten und zu beschreiben sehr interessant ist. Auf der Holtwisch zum Beispiel ist früher eine Wiese gewesen auf der vereinzelt Holz und Gebüsch standen, die Flagge ist eine große Fläche, der Holtkamp ist ein eingezäuntes Stück Holz gewesen, im Retthorn und Rettwinkel haben die Leute im 30-jährigen Kriege zwischen dem damals noch dastehende Gebüsch Zuflucht und Schutz gesucht. Der Lorkberg, der in der Ebene ein kleiner Hügel ist, ist nach Zwergen, die darin gehaust haben sollen, so genannt. Die Abfindung ist ein Stück Land, das bei der Verkoppelung verteilt wurde. Jeder Bauer, ob sein Betrieb groß oder klein war, bekam ein gleich großes Stück von dem früheren Weidegebiet. Die Bockmasch ist ein Stück Wiese, auf der früher die Schafe gehütet wurden. Auf der Schweineweide wurde dagegen die Säue gehütet. Im Allerrohe stand früher Wald, der gemeinsam von den hiesigen Bauern ausgerodet wurde. Die Allerwiesen wurden gemeinsam als Weide für das Vieh benutzt. Der Garten Eden ist sehr unfruchtbar und daher ist diese Bezeichnung nur ein Spottname. Der Hungerkamp sagt auch, dass das Land dort unfruchtbar ist. Die Schaulage gehörte ehemals der Schule. Am Brammerkamp sollen viele Brombeeren gestanden haben. Der Lippoltsberg ist ein ausgestreckter Hügel, der zwischen Osterloh und Oppershausen liegt und seinen Namen vom großen Riesen Lippolt hat, der früher hier gelebt haben soll. Als er von anderen Riesen verfolgt wurde und mit mächtigen Schritten an der Aller entlang lief, wo damals noch keine Wiesen waren, sondern loser Sand, bekam er Sand in seine Schuhe. Zuletzt wurden Lippolt die Schuhe zu schwer. Da blieb er stehen, zog sie (aus) von den Füssen und schüttete den Sand aus. Er schüttete und schüttete, aber der Sand wollte kein Ende nehmen. Als die Schuhe dann endlich leer waren, lag ein ansehnlicher Hügel an der Stelle, wo er sie ausgeschüttet hatte. Dieser Hügel ist heute noch zu sehen und wird immer noch der Lippoltsberg genannt. Ein neuzeitlicher Name dafür ist der Ausspruch „Oppershäuser Alpen“, denn im Winter dient dieser Berg den Kindern als Rodelbahn.

Wissenswertes aus der Geschichte von Opperhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Siebenjährige Krieg streift 1757 Oppershausen[9]: Ab dem 30. November 1757 verfolgte eine alliierte Armee bestehend aus 39 Bataillonen und 43 Schwadronen (etwa 32.000 Mann) unter Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel die Franzosen unter dem Herzog de Richelieu von der Gegend um Hamburg-Harburg über Lüneburg, Uelzen, Suderburg, Weyhausen und Altenhagen bis vor Celle. Major von Bothmer wurde am 4. Dezember in einem Scharmützel beim Dorf Eimbke verletzt. Die alliierte Armee kam am 13. Dezember vor Celle an. Das Bataillon Sachsen-Gotha bezog in Lachtehausen Stellung, einige Tage später wird es vom Bataillon von Hardenberg abgelöst. Während die Franzosen Celle plünderten und die Häuser an der Fritzenwiese anzündeten, siaßen die Alliierten fest, kaen nicht über die Aller und litten an der Kälte und am Mangel an Brot und Futter für die Pferde. Am 24. Dezember bemerkten die Alliierten, dass die Franzosen bei Müden, Schwachhausen, Oppershausen und Altencelle Brücken über die Aller bauten und anschließend mit 70 Bataillonen und 68 Schwadronen (mehr als 50.000 Mann) über den Fluss setzten. Bevor es zur Schlacht kommen konnte, flohen die Alliierten am 25. Dezember nach Uelzen. Wegen der großen Kälte, und vielleicht weil Weihnachtstag war, wurden sie nicht verfolgt. Die Fransosen-Armee muss die Oppershäuser in Angst und Schrecken versetzt haben. Über Kampfhandlungen oder Plünderungen wird jedoch nicht berichtet.

Im Oppershäuser Osterbruch wurde im Jahre 1917 der letzte Biber im Landkreis Celle erlegt. Der „Biberstein“ erinnert daran.[10]

Bei Baggerarbeiten am linken Allerufer wurde in der Gemarkung Oppershausen im September 1968 ein aus Eichenholz gearbeiteter Einbaum (Länge 7,00 m, Breite 1,30 m) gefunden. Nach Angabe des Niedersächsischen Landesamtes für Bodenforschung Hannover ergab der Radiokarbontest eine Datierung in das ausgehende 7. Jahrhundert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgewiesene Baudenkmale in Oppershausen sind: Das Vorwerk Gut Oppershausen (hier steht eines der ältesten Zweiständerhäuser in der Lüneburger Heide (von 1565)), die Maria-Magdalenen-Kapelle (auch Gutskapelle)[11], das Kriegsdenkmal, ein Stall und ein Wohnhaus in der Dorfstraße.

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Wienhausen#Oppershausen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Matthias Blazek: Im Schatten des Klosters Wienhausen. ibidem, Stuttgart, ISBN 3-8382-0157-4, S. 68.
  2. Klostergemeinde Wienhausen - Chronik auf der Website der Samtgemeinde Flotwedel
  3. Zehnt-, Geld- und Fruchtregister des Klosters Wienhausen von 1369.
  4. Historische Kommission für Niedersachsen (Hrsg.): Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Band 29, 1957, S. 133, 134, 135, 137.
  5. Hendrik Altmann: Die alte Oppershäuser Schleuse. In: Heimatforschung im Landkreis Celle. Abgerufen am 19. Mai 2018.
  6. Vgl. Dorfentstehung auf genealogy.net
  7. Matthias Blazek: Im Schatten des Klosters Wienhausen. ibidem Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 3-8382-0157-4, S. 18.
  8. Stiftungsbrief des Bischofs Konrad II. von Hildesheim bezüglich des Klosters Wienhausen vom 24. April 1233
  9. Hendrik Altmann: Der Siebenjährige Krieg in Celle - 1757: die Lage aus alliierter Sicht. In: Heimatforschung im Landkreis Celle. Abgerufen am 19. Mai 2018.
  10. Heidschnuckenweg.de: Der Biberstein. Abgerufen am 19. Mai 2018.
  11. Maria-Magdalenen-Kapelle