Opportunismus

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Dieser Artikel behandelt den gesellschaftlichen Opportunismus, für andere Bedeutungen von Opportunismus siehe Opportunist.

Der Opportunismus (lateinisch opportunus ‚günstig‘, ‚geeignet‘) bezeichnet die zweckmäßige Anpassung an die jeweilige Situation beziehungsweise Lage.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opportun heißt „herangetragen“ (wörtlich), „gelegen“ (figurativ), und bezieht sich auf eine günstige Gelegenheit – der Opportunist geht weiter, er nutzt eine günstige Gelegenheit ohne Rücksicht auf Konsequenzen oder eigene Wertvorstellungen zu seinem Vorteil. Es ist ein überwiegend negativ besetzter Begriff: Der Opportunismus stellt eine ihm günstig erscheinende Zweckmäßigkeit über die Grundsatz- und Prinzipien­treue. Eine abgeschwächte Form des Opportunismus findet sich im Pragmatismus oder eventuell auch im Realismus wieder. Man kann als Gegenpol zum Opportunisten die Partei ergreifenden Ideologen und Oppositionellen sehen. In diesem Begriffszusammenhang ist es schwierig, den Übergang zwischen Kompromiss­bereitschaft und Opportunismus zu definieren oder festzulegen. Politischer Opportunismus nimmt für seine konformistische Haltung unter Umständen langfristige Nachteile in Kauf, um kurzfristig Zustimmung zu erzielen und bedeutet oftmals das Aufgeben der eigenen Meinung –teilweise oder ganz– zum Vorteil einer anderen Meinung, welcher man größere Chancen auf allgemeine Zustimmung einräumt.

Biologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Organismenarten, die sich sehr flexibel unterschiedlichsten Bedingungen anpassen können, werden als Opportunisten bezeichnet. In der Ökologie bezeichnet Opportunismus ein Verhalten von an sich harmlosen Parasiten, die bei einer Abwehrschwäche des Wirtes zu gefährlichen Krankheitserregern werden (siehe unter opportunistischer Erreger).

Psychologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Transaktionskostentheorie versteht man unter Opportunismus, dass sich die Akteure gegenüber ihren Vertragspartnern strategisch verhalten und versuchen, ihre Interessen (auch gegen die Vertragsnorm) durchzusetzen, und dabei auch nicht vor List, Tücke und Täuschung zurückschrecken. (Oliver E. Williamson).

Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Opportunisten sind Prinzipienreiter, die leicht umsatteln. (Lothar Schmidt)
  • Der Politiker, der sich vom Opportunismus leiten lässt, ist wie ein Mensch, der kein Billard mehr spielt, weil er beim Billard verloren hat, oder der mit Golfspielen aufhört, weil er beim Golf geschlagen wurde. (Gilbert Keith Chesterton)
  • Opportunismus ist zum Kotzen, aber er ist kein Monopol der Politiker. (Helmut Schmidt)
  • Menschlichkeit und Gerechtigkeit sind die Prinzipien, nach denen ein Staat geführt wird, doch nicht die Armee; Opportunismus und Flexibilität dagegen sind militärische, keine zivilen Tugenden. (Sun Tsu: „Die Kunst des Krieges“)
  • Ein Opportunist ist ein „Jenachdemer“. (Wilhelm Busch)
  • Opportunismus ist die Kunst, mit dem Winde zu segeln, den andere machen. (Alessandro Manzoni)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Opportunismus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  Wikiquote: Opportunismus – Zitate