Opt-out (Permission Marketing)

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Opt-out (engl. to opt (for something), ‚optieren‘, sich für (bzw. gegen) etwas zu entscheiden‘) bezeichnet im Permission Marketing ein Verfahren, bei dem Werbung zugesandt wird oder persönliche Daten gespeichert werden, sofern der Betroffene dem nicht aktiv widersprochen hat. Das Modell bildet den Gegensatz zum Opt-in-Verfahren, bei dem Werbeversand oder Speicherung eine vorherige Einwilligungserklärung des Betroffenen voraussetzen.

Im enger gefassten Sinn werden mit Opt-out im E-Mail-Marketing auch technische Funktionen in Verteilersystemen für Newsletter benannt, die dem Empfänger ermöglichen, sich selbst aus der Verteilerliste auszutragen. Im Zusammenhang mit unverlangter E-Mail-Werbung unseriöser Anbieter (Unsolicited Bulk Email) wurde vor der Nutzung solcher Opt-out-Links gewarnt, weil sie häufig nur zu E-Mail-Adressen-Verifizierungszwecken eingesetzt werden und sogar zu einer verstärkten Werbezusendung führen können.[1]

Rechtslage in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zusendung von Werbung per E-Mail ist seit 2005 durch § 7 Abs. 2 Pkt. 3 UWG nur nach einer "vorherigen ausdrücklichen Einwilligung des Adressaten" zulässig, Opt-out-Verfahren sind in diesem Bereich demnach gesetzlich untersagt. Durch das Payback-Urteil des Bundesgerichtshofs vom 16. Juli 2008 (Az.: VIII ZR 348/06)[2] wurde zudem festgestellt, dass eine über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen formularmäßig vereinbarte Einwilligung auch dann nicht ausreicht, wenn sie von einer Opt-out-Möglichkeit begleitet wird. Zulässig ist das Opt-out-Modell nach § 7 Abs. 3 Pkt. 3 in der E-Mail-Werbung lediglich bei bestehenden Vertragsbeziehungen und auch hier nur für ähnliche Waren oder Dienstleistungen. Auf die Opt-out-Möglichkeit muss dabei bei jeder Zusendung "klar und deutlich" hingewiesen werden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Fiutak: FTC: US-Gesetz bekommt Spam in den Griff, ZDNet vom 21. Dezember 2005, abgerufen am 22. Juni 2016
  2. Bundesgerichtshof, Urteil vom 16. Juli 2008, VIII ZR 348/06