Opus caementicium

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Opus caementicium als Baustoff der Kuppel des Pantheons in Rom
Segment der römischen Eifelwasserleitung aus opus caementicium und gemauertem Segmentbogen aus Naturstein

Opus caementicium (im Deutschen außer in archäologischen Fachpublikationen meist Opus caementitium geschrieben, auch Gussmauerwerk genannt) ist die lateinische Bezeichnung für eine betonähnliche Substanz, aus der die Römer spätestens seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. Fundamente, später ganze Bauwerke errichteten.

Verwendungszwecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere Wasserleitungen und Hafenmolen wurden mit dem opus caementicium ausgekleidet, um eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegen Wasser zu erreichen. Große Teile des Kolosseums in Rom bestehen aus opus caementicium, aber auch die römischen Kuppelbauten mit riesigen Spannweiten (z. B. Pantheon in Rom: Kuppel mit 43 Metern Durchmesser, ca. 120 n. Chr.) wurden erst durch die Verwendung des opus caementicium möglich. Es handelt sich also um einen Vorläufer unseres heutigen Betons und Zements.

Bestandteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opus caementicium wurde aus Steinen, Sand und gebranntem Kalkstein gemischt, wobei als Zuschlag Puzzolane oder Ziegelstaub beigesetzt wurden. Erst durch die Beimengung der Puzzolane oder gemahlenen Ziegel erhielt das opus caementicium jene hydraulischen Eigenschaften, durch die dieses Gemisch nach der Zugabe von Meerwasser zu druckfestem Stein aushärtete – ähnlich wie unser heutiger Beton bzw. Zement. Opus caementicium härtet daher auch unter Wasser aus und war zugleich widerstandsfähiger gegenüber Wasser als heute üblicher Beton. Durch die Zugabe von Wasser reagierte der gebrannte Kalk unter starker Hitzeentwicklung, und das so entstandene opus caementicium wurde heiß oder warm geformt und verarbeitet, wobei die Kalkbestandteile stark ätzend waren und bei Kontakt mit den Augen zur Erblindung führen konnten.

Vorzüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das opus caementicium machte den Menschen unabhängig von der Form von Findlingen und vom mühsamen Behauen von Natursteinen, denn erstmals wurden die Formen gegossen. Dabei wurde der Zwischenraum einer äußeren und inneren, sauber aus Quadern gemauerten Schale mit opus caementicium ausgegossen. Dieses Gussmauerwerk oder Schalenmauerwerk nannte man opus implectum. Häufig wurden als Ausgleichslagen und zur verbesserten Stabilität der Schalen regelmäßige Schichten von Ziegeln eingefügt (Ziegeldurchschuss).

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits die Phönizier (> 1300 v. Chr.) mischten ihre Mörtel mit Puzzolanen, um die Verfestigung unter Wasser zu erreichen. Im Mittelalter ging man teils von der Verwendung des opus caementicium ab, weil die Kenntnis von der Wirkung von Puzzolanen verloren gegangen war oder diese nicht verfügbar waren. Dennoch wurde nicht selten lokal abgebauter Trass als Zuschlagstoff verwendet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz O. Lamprecht: Opus caementitium. Bautechnik der Römer. Bau und Technik, 5. Aufl. 2001, ISBN 3-7640-0350-2.
  • Heinz O. Lamprecht: Bauwerke aus römischem Beton. Herausgegeben anlässlich der Dauerausstellung „Opus Caementitium - Römische Baustoffe“ im Römisch-Germanischen Museum, Düsseldorf, Beton-Verlag, 1987.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]