Ora et labora

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Relief nach dem Motto Ora et labora

Ora et labora („bete und arbeite“) ist ein Motto, das sich auf die Tradition des Ordens der Benediktiner beziehen soll.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Ora et labora verbreitet als Grundsatz der benediktinischen Klöster angesehen wird, ist er nicht in der Regula Benedicti des hl. Benedikt enthalten, sondern stammt aus dem Spätmittelalter.[1] Vollständig lautet er: Ora et labora (et lege), Deus adest sine mora („Bete und arbeite (und lies), Gott ist da (oder: Gott hilft) ohne Verzug“).[2] Die deutsche Bedeutung des lateinischen Verbs laborare (Imperativ: labora) ist: arbeiten, leiden, leiden an, sich anstrengen, in Not sein und sich abmühen.[3] Die Verkürzung widerspricht in dieser Beziehung auch der Regula Benedicti, die für die Mönche ebenfalls einen von Gebet, Arbeit und geistlicher Lesung geprägten Tagesablauf vorsieht.

Interpretation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In benediktinischer Interpretation will man ora et labora als „Spannungseinheit“ verstanden wissen, die nur spirituell vermittelt werden könne. Dadurch werde das Gebet „nicht zum Ersatz für die Arbeit und umgekehrt“, sondern es werde eine Verbindung und gegenseitige Einflussnahme geschaffen, die eine wesenhafte Verwiesenheit beider dokumentiere.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brockhaus multimedial premium 2007, Artikel: Mönchtum im Abendland: Bete und arbeite
  2. imperiumromanum.com Sentenzen – abgerufen am 10. November 2008
  3. albertmartin.de Übersetzung des Verbs laborare – abgerufen am 10. November 2008
  4. Christian Schütz OSB: Gebet. In: Christian Schütz (Hrsg.): Praktisches Lexikon der Spiritualität. Herder, Freiburg im Breisgau u.a. 1992, ISBN 3-451-22614-6, Sp. 435 (446)