Orangerie (Darmstadt)

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Die Orangerie in Darmstadt ist ein vom Architekten Louis Remy de la Fosse entworfenes Schlösschen, erbaut 1719 bis 1721. Es diente als Winterherberge für sardische oder sizilianische Orangenbäume der umliegenden Parkanlage. Erbaut wurde es als elfachsiges Gebäude mit einem nach Süden geöffneten, zweifach-geschossigen Saal, den eingeschossige Räume umgeben. 1714 kamen Garten und Gebäude in den Besitz des Hauses Hessen-Darmstadt. Der sich anschließende Orangeriepark wurde unter Ernst Ludwig Landgraf von Hessen-Darmstadt vom kurpfälzischen Hofgärtner J. K. Ehret aus Heidelberg gestaltet. Die symmetrische barocke Anlage besteht aus dreifach gestuften Gartenparterres, breiten Achsen mit Fontänen und umrandenden Alleen. Den nördlichen Abschluss bildet das Sandsteintor des ehemaligen Marktpalais.

Nach einem Feuer 1774, in dem das Orangeriegebäude vollständig abbrannte, wurde es bis 1782 von dem Bessunger Baumeister Johann Martin Schuhknecht neu aufgebaut. Man betonte den Anspruch, das Gebäude möglichst originalgetreu wiederherzustellen, jedoch wurde das Dach um 1,5 m erhöht und der Bau damit ein ganzes Stück massiver, als von de la Fosse geplant.[1]

Die Öffentlichkeit erhielt erst um 1802 Zugang zur Parkanlage. In den darauffolgenden Jahren fanden im Orangeriegarten vermehrt auch öffentliche Veranstaltungen statt. Zuvor diente das Gelände und die Orangerie vor allem der höfischen Gesellschaft als Ort für Feste und Zusammenkünfte[1]. Die öffentliche Nutzung wurde auch beibehalten, als der Garten 1925 zusammen mit der Orangerie auf 99 Jahre an die Stadt Darmstadt verpachtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente die Orangerie nach der Zerstörung des städtischen Theaterbaus zeitweise als Ausweichquartier für das Landestheater Darmstadt. Die Akten der für diese Nutzung bis 1972 von der Stadt durchgeführten Umbauarbeiten befinden sich im Stadtarchiv Darmstadt.[2] Die Anbauten wurden jedoch nach dem Auszug des Landestheaters 1972 wieder entfernt, um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen.[3]

Das im Darmstädter Stadtteil Bessungen gelegene Orangeriegebäude wird heute für Konzerte und Tagungen genutzt. In einem Nebengebäude befindet sich ein Restaurant.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeweils am 3. Wochenende im September findet die Bessunger Kerb im Orangeriepark mit dem Bessunger Merck Lauf der TG Bessungen statt.

Impressionen aus dem Orangeriepark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Orangerie (Darmstadt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Rebekka Friedrich: #HistoryMondayDA: Wechselhafte Geschichte der Bessunger Orangerie. In: Stadtarchiv Darmstadt. Abgerufen am 31. Januar 2019 (deutsch).
  2. Arcinsys. Abgerufen am 31. Januar 2019.
  3. Orangerie. Abgerufen am 31. Januar 2019.

Koordinaten: 49° 51′ 28,8″ N, 8° 39′ 11,2″ O