Oranierfürsten (Berlin)

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Berliner Schloss und Lustgartenterrasse um 1900

Die Oranierfürsten waren fünf Bronzeplastiken, die sich von 1907 bis 1950 auf der Lustgartenterrasse des Berliner Schlosses befanden, wo sie an die enge Verbindung zwischen den Häusern Hohenzollern und Oranien erinnerten. Von den ursprünglich fünf Oranierfürsten sind heute vier an verschiedenen Standorten in ganz Europa erhalten.

Gestürzter Oranierfürst Moritz 1950, im Hintergrund das zerstörte Alte Museum

Geschichte und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Nordfassade des Berliner Schlosses wurde 1846 die Lustgartenterrasse fertiggestellt. Sie bestand aus einem größeren Westteil mit der Adlersäule und einem kleineren Ostteil mit den Rossebändigern. Auf der Terrassenbalustrade wurden 1907 von links nach rechts die Oranierfürsten Wilhelm I., Moritz, Friedrich Heinrich, Wilhelm II. und Wilhelm III. aufgestellt. Sie erinnerten an die enge Verbindung zwischen den Häusern Hohenzollern und Oranien. Die rund 2,50 Meter hohen Bronzeplastiken wurden jeweils von den Bildhauern Walter Schott, Martin Wolff, Adolf Brütt, Wilhelm Haverkamp und Heinrich Baucke geschaffen.[1]

Von den ursprünglich fünf Oranierfürsten sind heute Wilhelm I. als Kopie vor der Marktkirche in Wiesbaden, Moritz als Original vor der Humboldt-Box, Friedrich Heinrich als Kopie im Schlosspark Het Loo in Apeldoorn und Wilhelm III. als Kopie vor dem Kensington-Palast in London erhalten. Der Verbleib der Bronzeplastik Wilhelms II. ist unbekannt. Im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses als Humboldt-Forum wird über eine Rückkehr der Oranierfürsten diskutiert. Der Chef des Fördervereins Berliner Schloss Wilhelm von Boddien[2] und die CDU Berlin[3] setzen sich für eine Rückkehr der Denkmäler ins Schlossumfeld ein.

Coligny-Standbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Oranierfürsten befand sich das Standbild Gaspard II. de Colignys, das von Emil Graf von Görtz geschaffen und 1905 vor dem Apothekenflügel des Schlosses aufgestellt wurde. Der Verbleib der rund 2,20 Meter hohen Bronzeplastik ist unbekannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albert Geyer: Die Geschichte des Schlosses zu Berlin (1443–1918). Nicolai Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-89479-628-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Standbilder der Oranierfürsten der Lustgartenseite | Berliner Schloss. In: Berliner Schloss. 11. Juni 2015 (berliner-schloss.de [abgerufen am 14. Juli 2018]).
  2. Manuela Blisse: Berliner Schloss: Fünf Fürsten, zwei Rossebändiger und ein Brunnen. In: DIE WELT. 8. Juni 2015 (welt.de [abgerufen am 14. Juli 2018]).
  3. Starkes Berlin – Das Regierungsprogramm der CDU Berlin 2016–2021. S. 45