Oranje-Freistaat

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Dieser Artikel behandelt die Burenrepublik Oranje-Freistaat. Zu anderen Bedeutungen siehe Oranje-Freistaat (Begriffsklärung).
Oranje-Freistaat

Oranje-Vrijstaat (ndl.)
Oranje-Vrystaat (afr.)

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Amtssprache Niederländisch
Hauptstadt Bloemfontein
Staatsform Republik
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef 1854–1855 Josias P. Hoffman
1855–1859 Jacobus N. Boshoff
1859–1863 Marthinus Wessel Pretorius
1864–1888 Johannes H. Brand
1889–1895 Francis William Reitz
1896–1902 Marthinus T. Steyn
29.-31. Mai 1902 Christiaan Rudolph De Wet
Fläche 129.480 km²
Unabhängigkeit 17. Februar 1854 – 31. Mai 1902
Nationalhymne Volkslied van den Oranje-vrijstaat
Zeitzone UTC +2
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Der Oranje-Freistaat (niederländisch: Oranje-Vrijstaat, afrikaans: Oranje-Vrystaat) war eine unabhängige Burenrepublik im südlichen Afrika, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts existierte. Der Oranje-Freistaat verlor seine Unabhängigkeit infolge des Zweiten Burenkrieges. Das Gebiet des damaligen Oranje-Freistaates erhielt 1910 seinen Namen zurück, bildet aber seither eine südafrikanische Provinz. Seit 1995 heißt sie Freistaat (engl. Free State). Der Name der Republik ging auf das niederländische Königshaus Oranien zurück.

Flagge[Bearbeiten]

Die Nationalflagge des Oranje-Freistaates bestand aus sieben horizontalen Streifen abwechselnd in weiß und orange. Zusätzlich befand sich im linken Obereck eine Gösch, die die Flagge der Niederlande darstellte. Die Flagge des Freistaates taucht als Teil des Wappens der alten Nationalflagge der Republik Südafrika auf, die von 1928 bis 1994 gültig war.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem die Briten 1814 die Kapkolonie endgültig annektiert und 1834 die Sklaverei verboten hatten, verließen viele Buren (Nachfahren niederländischer, französischer, deutscher und anderer Siedler) die Kolonie. Unter anderem war die Sklaverei eine der wirtschaftlichen Grundlagen der burischen Landwirtschaft. Des Weiteren waren die Buren unzufrieden mit der Einführung des britischen Rechtssystems und der englischen Amtssprache.

Zwischen 1830 und 1850 wanderten die Buren („Bauern“) oder Voortrekker („Pioniere“) aus der Kapkolonie nach Norden aus. Diese Emigrationswelle wird auch als der Große Treck bezeichnet.

Nach Kämpfen mit den Zulu (Schlacht am Blood River) siedelten sie nördlich der Kapkolonie in dem alten Grenzgebiet zwischen den Basotho und Batswana.

Der Oranje-Freistaat, das Gebiet zwischen den Flüssen Oranje und Vaal, entstand im Jahr 1842. 1848 bis 1854 wurde er als Orange River Sovereignty britisch verwaltet. Die Briten erkannten im Vertrag von Bloemfontein die staatliche Unabhängigkeit des Gebietes am 17. Februar 1854 an, nachdem die Südafrikanische Republik im Jahr 1852 ihre Unabhängigkeit erhalten hatte.

In den nächsten Jahren prosperierte die junge Republik, war aber ständigen Angriffen der Briten, Batswana, Basotho und Zulu ausgesetzt. Da die Wirtschaft auch weiterhin auf der Sklaverei und der Ausbeutung und Entrechtung der schwarzen Bevölkerung basierte, war der Staat auch durch innenpolitische Widersprüche bedroht.

Der Oranje-Freistaat wurde infolge des Burenkrieges 1900 durch die Briten als Oranjefluss-Kolonie annektiert und 1910 in die Südafrikanische Union als Provinz Oranje-Freistaat integriert.

Durch die niederländische Inbesitznahme des Gebietes kamen auch einige Deutsche in den Oranje-Freistaat. 1934 lebten etwa 2650 Deutsche im Freistaat.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Adalbert Brauer: Der Oranje-Freistaat 1854-1888. Heinrich & Lechte, Emsdetten 1931.
  •  Martin James Boon: The history of the Orange Free State. Reeves, London 1885 (PDF-Datei; 15,4 MB).
  •  J. W. Bond, J. F. McRae, Somerset Playne: The Orange Free State, Its Pastoral, Agricultural and Industrial Resources. The Foreign and Colonial Compiling and Publishing Company, London 1912.
  • George McCall Theal: History of the Emigrant Boers in South Africa. The Wanderings and Wars of the Emigrant Farmers from Their Leaving the Cape Colony to the Acknowledgment of Their Independence by Great Britain. Swan Sonnenschein, London 1888 (PDF-Datei; 26,5 MB)
  • George McCall Theal: History of South Africa Swan Sonnenschein, London
  • Band 4. The Republics and Native Territories from 1854 to 1872 1888 (PDF-Datei; 12,3 MB)
  • Band 5. From 1873 to 1884, Twelve Eventful Years, with Continuation of the History of Galekaland, Tembuland, Pondoland, and Bethshuanaland until the Annexation of those Territories to the Cape Colony, and of Zululand until its Annexation to Natal. 1919 Band 1 (PDF-Datei; 19,3 MB), Band 2 (PDF-Datei; 15,4 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das kluge Alphabet. Band 2. Propyläen Verlag, 1935, S. 351