Orazi e Curiazi

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Operndaten
Titel: Horatier und Curiatier
Originaltitel: Orazi e Curiazi
Titelblatt des Librettos, Neapel 1846

Titelblatt des Librettos, Neapel 1846

Form: Tragedia lirica in drei Akten
Originalsprache: Italienisch
Musik: Saverio Mercadante
Libretto: Salvadore Cammarano
Literarische Vorlage: Pierre Corneille: Horace
Uraufführung: 10. November 1846
Ort der Uraufführung: Teatro San Carlo in Neapel
Spieldauer: ca. 2 ¾ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: in und um Rom, um 450 v. Chr.
Personen
  • der alte Orazio, römischer Edelmann (Bass)
  • Orazio, sein Sohn (Bariton)
  • Camilla, seine Tochter (Sopran)
  • Sabina, Gattin Orazios (Sopran)
  • Curiazio, ihr Bruder, albascher Krieger (Tenor)
  • der Oberpriester (Tenor)
  • 2 Brüder Orazios (2 Baritone)
  • 2 Brüder Curiazios (2 Tenöre)
  • eine Stimme (Bass)
  • ein Bote aus Alba (stumme Rolle)
  • Frauen, Mädchen, Senatoren, römisches Volk, Priester, Angehörige der Orazi beiderlei Geschlechts, römische und albasche Soldaten, römische und albasche Heerführer, Flaminier im Gefolge des Oberpriesters, vornehme Römerinnen im Gefolge Sabinas (Chor, Statisten)

Orazi e Curiazi (deutsch: Horatier und Curiatier) ist eine Oper (Originalbezeichnung: „tragedia lirica“) in drei Akten von Saverio Mercadante. Das Libretto verfasste Salvadore Cammarano nach der Tragödie Horace von Pierre Corneille. Die Uraufführung fand am 10. November 1846 im Teatro San Carlo in Neapel statt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Akt: „Alba e Roma“ – Alba und Rom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Camilla und Sabina können nicht in die Gebete der Frauen für den Sieg der Römer über die Albaer einstimmen, da Sabina Albaerin ist und mit Camillas Bruder Orazio einen Römer geheiratet hat, während Camilla mit Sabinas Bruder Curiazio verlobt ist. Schließlich trifft die Nachricht ein, dass der Kampf abgesagt wurde. Statt dessen sollen drei ausgewählte Römer gegen drei ausgewählte Albaer antreten. Dem Glück von Camilla und Curiazio scheint zunächst nichts mehr im Wege zu stehen. Die Hochzeit wird jedoch abgesagt, als die drei Brüder Camillas als Kämpfer für Rom ausgewählt werden, während Curiazio und seine beiden Brüder für Alba kämpfen sollen. Vergeblich versucht Camilla Curiazio vom Kampf abzuhalten.

Zweiter Akt: „L’oracolo“ – Das Orakel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Orazio und seine Brüder zum Kampf aufbrechen wollen, wird Orazio von Curiazio zurückgehalten, der eine Versöhnung herbeiführen will. Es gelingt ihm aber nicht, Orazio vom Kampf abzubringen. Kurz vor Beginn des Kampfes erklärt der Oberpriester, dass ein Kampf zwischen Verwandten den Göttern missfallen könne. Er befragt daher das Orakel. Camilla betet für die Absage des Kampfes. Das Orakel verkündet aber, der Kampf solle stattfinden.

Dritter Akt: „La pugna“ – Der Kampf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Curiazio wird klar, dass sein Glück zerstört ist, egal wie der Kampf ausgehen mag. Camilla bittet Curiazio vergebens, sie zu töten. Der alte Orazio wartet auf Nachrichten vom Ausgang des Kampfes. Zunächst erfährt er, dass zwei seiner Söhne gefallen sind, der dritte, Orazio auf der Flucht sei. Es stellt sich aber heraus, dass diese Flucht lediglich eine List war und Orazio letztlich alle drei Curiazi getötet hat. Das Volk Roms jubelt Orazio als Sieger zu. Der Jubel wird durch Camilla gestört, die Rom verflucht und die Götter bittet, die Stadt zu vernichten. Wütend ersticht Orazio seine Schwester.[1][2]

Instrumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orchesterbesetzung der Oper enthält die folgenden Instrumente:[1]

Werkgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Uraufführung am 10. November 1846 im Teatro San Carlo in Neapel sangen Marco Arati (Alter Orazio), Pietro Balzar (Orazio), Erminia Frezzolini (Camilla), Anna Salvetti (Sabina), Gaetano Fraschini (Curiazio) und Teofilo Rossi (Oberpriester). Die musikalische Leitung hatte Antonio Farelli. Die Bühne stammte von Angelo Belloni, Leopoldo Galluzzi und Giuseppe Castagna.[3]

Nach der erfolgreichen Premiere kam es bis 1859 zu Aufführungen der Oper an zahlreichen italienischen Bühnen sowie in Ungarn, Spanien, Portugal, Russland, Malta und Brasilien. Eine letzte Aufführung erlebte die Oper im 19. Jahrhundert 1882 in Neapel. Dann geriet das Werk in Vergessenheit bis zu den konzertanten Aufführungen der Opera Rara Gesellschaft 1975 in Bristol, Exeter und London. 1993 brachte Opera Rara die erste Studio-Einspielung der Oper heraus.[1][2]

Aufnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Orazi e Curiazi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Norbert Miller: Orazi e Curiazi. In: Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters. Band 4: Werke. Massine – Piccinni. Piper, München / Zürich 1991, ISBN 3-492-02414-9, S. 87–90.
  2. a b Booklet der Gesamtaufnahme der Opera Rara von 1993
  3. 10. November 1846: „Orazi e Curiazi“ im Almanacco von Gherardo Casaglia.
  4. a b Saverio Mercadante. In: Andreas Ommer: Verzeichnis aller Operngesamtaufnahmen. Zeno.org, Band 20.