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Orden für die Wunderkinder

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Film
Titel Orden für die Wunderkinder
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1963
Länge 77 Minuten
Produktions­unternehmen Bavaria Atelier für den WDR
Stab
Regie Rainer Erler
Drehbuch Rainer Erler, Werner P. Zibaso
Musik Eugen Thomass
Kamera Werner Kurz
Schnitt Johannes Nikel
Besetzung

Orden für die Wunderkinder ist ein deutscher Fernsehfilm von 1963, in dem Rainer Erler die Ordensbesessenheit in der jungen Bundesrepublik karikierte.

Oberregierungsrat a. D. Ferdinand Ziegler genießt seinen Lebensabend im Seniorenstift. Als ihn eine Mitbewohnerin auf sein Bundesverdienstkreuz anspricht, erzählt er ihr seine merkwürdige Karriere. Mit 60 Jahren aus der Haft entlassen, kann er in seinem angestammten Beruf als Heiratsschwindler nicht mehr reüssieren. Doch er macht sich die Sehnsucht der im Wirtschaftswunder zu Reichtum und Ansehen gekommenen Mitbürger nach Orden zunutze. Ziegler beschafft sich falsche Stempel, Papiere und Urkunden, eröffnet als angeblicher Oberregierungsrat ein geheimes Konto und informiert zahlreiche Profiteure des Wirtschaftswunders darüber, dass ihnen „aufgrund Ihres selbstlosen Wirkens für Volk und Staat das Verdienstkreuz 1. Klasse verliehen worden ist“. Der im gleichen Schreiben erbetene Unkostenbeitrag von 750 DM für die Verleihungsfeierlichkeit ermöglicht Ziegler ein komfortables Leben.

Im Bonner Bundesinnenministerium „kapert“ Ziegler ein verwaistes Büro, erhält eine eigene Sekretärin zugewiesen und etabliert sich in der Ministerialbürokratie. Schließlich verleiht man ihm sogar selbst, ganz offiziell, das Große Bundesverdienstkreuz. Dieser Umstand führt jedoch zum abrupten Ende seiner Karriere: Der selbst gekaufte „Dienstwagen“ (ein „großer Heckflossen“-Mercedes), mit dem er sich von seinem Kumpan Higges zur Zeremonie vorfahren lässt, steht einem kleinen Oberregierungsrat laut Reglement nicht zu. Dies bemerkt einer der regierungsamtlichen Fahrer, die ihre höherrangigen Chefs nur im „kleinen Ponton“-Mercedes chauffieren, und meldet seine Beobachtung höheren Orts. Zwecks Vermeidung eines Skandals ernennt man den Hochstapler Ziegler nicht nur zum echten Oberregierungsrat (unter sofortiger Pensionierung), sondern bestätigt auch sämtliche von ihm initiierten betrügerischen Ordensverleihungen.

„Amüsante Parodie auf die Eitelkeit der Wohlstandsgesellschaft und die Engstirnigkeit der Bürokraten; streckenweise allzu überdreht, regt der Film dennoch zum Nachdenken an.“

Lexikon des internationalen Films[1]

Einzelnachweise

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  1. Orden für die Wunderkinder. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 20. April 2017.