Orenstein & Koppel

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Orenstein & Koppel

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006865009
Gründung 1. April 1876[1]
Auflösung 1999[2]
Auflösungsgrund Mehrheitliche Übernahme durch Fiat
Sitz Berlin, Deutschland
Branche Maschinenbau
Website www.oundka.com/de/

Die Gründer Koppel (li) und Orenstein (re)
Aktie über 50 DM der O & K Orenstein & Koppel AG vom Juli 1986
Siegelmarke der Orenstein & Koppel Aktiengesellschaft
Waggonschild „Orenstein & Koppel“ des Werkes Berlin-Spandau aus dem Jahr 1934
Fabrikschild der Lokomotive Nr. 20473, Typ RL7
5000. Lokomotive von O&K (1913)

Orenstein & Koppel war ein deutsches Unternehmen des Maschinenbaus, das am 1. April 1876 gegründet und 1897 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. O&K lieferte zunächst Feldbahnbedarf wie Loren, Gleise und Weichen und stellte danach, neben Lokomotiven und Waggons für den Güter- und Personenverkehr, eine breite Palette von Baumaschinen, vor allem Bagger verschiedener Auslegung, aber auch Grader, Dumper und Autokrane her.[3] Die Firma produzierte außerdem Rolltreppen, Getriebe, Gabelstapler, Kompressoren, Raupenlader, Radlader, Muldenkipper, U- und S-Bahn-Fahrzeuge, Omnibusse, Traktoren, Straßenwalzen sowie Frachtschiffe, Passagierschiffe, Bordkräne und Schiffsentladeanlagen. Das Unternehmen hatte verschiedene Produktionsstandorte in Deutschland, einen hohen Exportanteil und ein weltweites Niederlassungsnetz. Es wurde 1999 aufgelöst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang in Schlachtensee bei Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

O&K Feldbahnlokomotive
Lokomotive mit Wagen der indischen PSMT-Monorail-Bahn

Das Unternehmen wurde am 1. April 1876[1] von Benno Orenstein und Arthur Koppel als offene Handelsgesellschaft (oHG) in Schlachtensee bei Berlin gegründet.[4] Es war ursprünglich ein reines Handelsunternehmen für Feldbahnen, das Bahnschienen, Kipploren und dergleichen weiterverkaufte.

Benno Orenstein brachte 1876 3000 Mark als Darlehen eines Onkels ein, Arthur Koppel als ehemaliger Prokurist der Eisenhandlung G. E. Dellschau 15.000 Mark. Am 15. Mai des Gründungsjahrs wurde der reguläre Handel aufgenommen.[2] Das Unternehmen entwickelte sich zunächst vergleichsweise langsam, und im Jahr 1885 trennten sich die beiden Partner einvernehmlich. Sie teilten ihren Markt für fünf Jahre in Ausland und Inland auf, und Koppel gründete das Unternehmen Arthur Koppel, das im Ausland erfolgreicher blieb.

Zwischenzeitlich beteiligte Orenstein zwei andere Kaufleute sowie seinen Bruder Max Orenstein[5] und erwarb im Jahr 1886 den Standort Tempelhofer Ufer 23–24 in Berlin.[4] In wenigen Jahren um 1895 entstanden Zweigwerke von O&K in Dorstfeld (bei Dortmund), Prag und Budapest. Niederlassungen errichtete das Unternehmen auch in Buenos Aires, Durban und Johannesburg, auf Java und in Kalkutta. Im Jahr 1897 wurde die Gesellschaft mit der Dresdner Bank als Hausbank in die Aktiengesellschaft für Feld- und Kleinbahnen-Bedarf, vormals Orenstein & Koppel umgewandelt. Es folgten Fabriken bei Potsdam und Warschau, sowie in Spandau, und die Herstellung von Fahrzeugen für die Normalspur ab dem Jahr 1900.

Im Jahr 1905 vereinigten O&K und die Arthur Koppel AG ihren Vertrieb, und nach Koppels Tod im Jahr 1908 wurden sie im Jahr 1909 fusioniert zur Orenstein & Koppel – Arthur Koppel AG.

In den frühen 1910er Jahren war O&K ein Vorbild der Fertigungstechnik.[6] Im Jahr 1911 wurde eine Interessengemeinschaft mit der Lübecker Maschinenbau Gesellschaft vereinbart, die auch Baufahrzeuge herstellte.

Um 1911 kam es ebenfalls zum Abschluss einer Interessengemeinschaft mit dem französischen Unternehmen Société Nouvelle des Établissements Decauville Ainé. Der auf zwanzig Jahre geschlossene Vertrag bezweckte eine Aufteilung der Absatzgebiete. Orenstein & Koppel übernahm das belgische Decauville-Werk in Val-Saint-Lambert und überließ dafür Decauville sein Werk in Fives (Nordfrankreich).[7]

Im Jahr 1913 feierte das Unternehmen die Fertigstellung seiner 5000. Lokomotive.[8] Um 1913 hatte das Unternehmen ein Dutzend Fabriken und fast hundert Niederlassungen weltweit; fast 15.000 Mitarbeiter waren beschäftigt.[4] Von dieser wirtschaftlichen Blüte zeugt auch das 1914 fertiggestellte Hauptverwaltungsgebäude in Berlin.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab den 1930er Jahren wurden neben Feldbahnen auch normalspurige Schienenfahrzeuge in größeren Stückzahlen gebaut, vor allem Rangierdiesellokomotiven und die Einheits-Dampflokomotiven der Baureihen 44, 50 und 64 für die Deutsche Reichsbahn. In Spandau wurden Seilbagger und Schaufelradbagger gefertigt.

1933 entsandte die Dresdner Bank einen Nationalsozialisten und alten Kameraden Hermann Görings als Aufsichtsratsmitglied von O&K, der die sogenannte Arisierung betrieb.[9] Er organisierte sogleich ein „Gleichschaltungsabkommen“, das ihm das Stimmrecht für die 16 % der Aktien übertrug, die der jüdischen Familie Orenstein gehörten. Im August 1933 beschloss die Aktionärsversammlung eine Kapitalherabsetzung um rund 45 %. Im Jahr 1935 wurde der Vorstandsvorsitzende Alfred Orenstein in Haft genommen, trat zurück und ging ins Exil nach Johannesburg, wo er bis Oktober 1938 für die dortige Niederlassung von O&K in Südafrika arbeitete.[10] Im Februar 1940 erfuhr das Unternehmen eine Kapitalerhöhung und nannte sich Maschinenbau und Bahnbedarf Aktiengesellschaft, vormals Orenstein & Koppel.[9] An die Stelle der Abkürzung O&K trat MBA. Ab November 1940 nannte die Firma die jüdischen Gründer Orenstein und Koppel nicht mehr, und zum folgenden Jahreswechsel übernahm die Hoesch AG die Aktienmehrheit.[9]

Eine Urenkelin Benno Orensteins und Bundesrichterin der USA erfuhr 1993 von ihrer jüdischen Herkunft und klagte im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts auf Entschädigung.[11] Ihre Großmutter, die ein Viertel der Aktien Benno Orensteins erbte, ließ 1950 um eine Aufstellung ihres Aktienvermögens durch die Deutsche Bank bitten, erhielt aber keine Antwort, und es gibt nur einen Zahlungsbeleg über knapp 38.000 RM für Aktien an Alfred Orenstein.[12]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

O&K Trümmerlokomotive

Im Westen Deutschlands firmierte das Unternehmen ab 1949 wieder unter „Orenstein & Koppel AG“; der Name wird nach dem Zusammenschluss mit der Lübecker Maschinenbau AG (LMAG) 1950 in „Orenstein-Koppel und Lübecker Maschinenbau AG“ geändert. Der Sitz der Aktiengesellschaft war Berlin. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde die Hauptverwaltung allerdings nach Dortmund verlegt; sie bezog ein auf dem Dortmunder Werksgelände neu errichtetes Gebäude. Bis Mitte der 1970er wuchs das Unternehmen beständig.

Im Jahr 1972 produzierte O&K in fünf Werken: Berlin (West), Dortmund, Hagen, Hattingen/Ruhr und Lübeck, unterhielt einen zentralen Ersatzteildienst in Bochum, 24 Niederlassungen und Verkaufsbüros in der Bundesrepublik sowie Vertretungen in allen fünf Erdteilen. Im gleichen Jahr hatte das Unternehmen 8550 Beschäftigte, der Umsatz betrug 622 Mio. DM, der Exportanteil lag bei 31 %.

1986 erwarb O&K die Aktienmehrheit an den Faun-Werken, deren Baumaschinenproduktion in Lauf an der Pegnitz und Batavia (USA) zum 1. August 1986 in die O&K Baumaschinen und Gewinnungstechnik integriert wurde.[13][14] Das Werk in Lauf, das sich zu diesem Zeitpunkt auf die Fertigung von Fahrzeugkränen spezialisiert hatte, wurde 1990 an Tadano verkauft. Das Werk in Batavia, das Radlader fertigte, wurde 1992 geschlossen.[14][15]

1996 wurde die Fertigung von Rolltreppen von der KONE Corporation übernommen. Die Produktion schwerer Hydraulikbagger für den Tagebergbau war nachfolgend ab dem 1. April 1998 in den US-amerikanischen Konzernen Terex, ab dem 19. Februar 2010 in Bucyrus Int. und ab dem 8. Juli 2011 in Caterpillar integriert.[16] Wegen anhaltender Verluste von O&K verkaufte Hoesch-Krupp die Aktienmehrheit zum Jahresende 1998 an den Kunden New Holland.[17]

Der italienische Getriebehersteller Carraro übernahm den Achsen- & Getriebebau in Hattingen.[18] Die Baumaschinenfertigung ging im Konzern CNH Global auf.[19] Ein Großteil wurde 2007 nach Italien verlagert.[20]

Einzelne Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werk Drewitz / Werk Neuendorf / Werk Babelsberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nähe des Bahnhofs Drewitz nahm die eigens hierfür gegründete Tochtergesellschaft Märkische Lokomotivfabrik Orenstein & Koppel oHG am 1. April 1899 ein Zweigwerk mit einer umfangreichen Kesselschmiedeanlage. Es lag allerdings offiziell nicht in Drewitz, sondern auf der benachbarten Gemarkung von Neuendorf, das später in Babelsberg aufging. Ab 1938 wurde die Lokomotivfabrik als „Werk Babelsberg“ bezeichnet.

Dort wurden später u. a. Einheitslokomotiven der Baureihen 41, 44, 50 und 64 sowie die Kriegslokomotiven der Baureihe 52 gebaut.

Dampflokomotive der DR-Baureihe 50.35

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 die Produktion von Dampflokomotivkesseln wieder aufgenommen und ein Jahr später die erste Nachkriegs-Lokomotive ausgeliefert. Am 18. März 1948 erfolgte die Umwandlung in einen Volkseigenen Betrieb unter dem Dach der LOWA und damit die Umbenennung in VEB LOWA Lokomotivbau Karl Marx Babelsberg, kurz LKM. Der LKM übernahm vor allem den Bau von Diesellokomotiven für die DDR, darunter auch Großdiesellokomotiven wie die V 180. 1976 erfolgte die letzte Dieselloklieferung, nachdem bereits 1964 ein Teil der Diesellokproduktion an den VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ (LEW) in Hennigsdorf abgegeben wurde. Das Unternehmen wechselte das Produktprofil über Klimatechnik zum Maschinenbau. 1990 wurde der Maschinenbau Karl Marx Babelsberg durch die Treuhandanstalt in eine GmbH umgewandelt und dann bis 1992 abgewickelt, obwohl ernstzunehmende Entwicklungsangebote vorlagen.[21] Auf dem Gelände befindet sich heute ein Gewerbepark.

Werk Spandau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Waggon- und Weichen-Bauanstalt von O&K in Spandau stellte später auch Bagger her.[4]

Nach der Jahrhundertwende baute O&K erstmals Eimerkettenbagger, zunächst mit Förderbehältern aus Holz und ab 1904 „ganz aus Eisen“, angetrieben durch Dampfmaschinen oder Spiritusmotoren. 1908 entwickelte O&K einen auf Schienen fahrenden Löffelbagger für Arbeiten in schweren Böden. 1922 wurde ein mit Dampf betriebener Löffelbagger auf eigenem Raupenketten-Fahrwerk hergestellt. Ab 1926 werden Dieselmotoren statt Dampfmaschinen bei den Baggern eingebaut.

Werk Dessau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1930 übernahm O&K die Dessauer Waggonfabrik AG, in der danach – wie auch im Spandauer Werk – U- und S-Bahn-Wagen hergestellt wurden.[22]

Das Werk überstand zwar alle Bombenangriffe, nach einem Brand im Verwaltungsgebäude und der Demontage wurden dort jedoch keine Lokomotiven mehr gebaut.

Werk Nordhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotive der Orenstein & Koppel AG (Nordhausen), Typ MD 1, 11 PS, Baujahr 1939

In Nordhausen baute die Montania AG vormals Gerlach & König seit 1907 Verbrennungsmotor-Lokomotiven, die über O&K verkauft wurden. 1912 oder 1916 wurde dieses Unternehmen von O&K übernommen und als „Werk Nordhausen“ fortgeführt.

Die Beschlagnahme aller Lokomotiven durch die Heeresfeldbahn im Ersten Weltkrieg, die Bestimmungen des Versailler Vertrags und der Wegfall von Exportmärkten trafen das Werk so sehr, dass Ende 1925 für drei Monate die Produktion eingestellt werden musste. Wenige Jahre später konnte sich das Werk jedoch erholen und produzierte bis 1935 5299 Lokomotiven, und insgesamt 9371 Stück bis zur letzten Lieferung im Januar 1942. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Lokomotivbau einschließlich 421 bereits begonnener Lokomotiven nach Prag verlagert. Während des Zweiten Weltkriegs wurden von O&K/MBA 400 Kriegslokomotiven der Baureihe 52 gebaut – unklar ist jedoch, ob dies im Werk Babelsberg oder Nordhausen geschah. Nach Kriegsende wurde der Lokomotivbau in Nordhausen nicht wieder aufgenommen.

In der DDR stellte im enteigneten Werk der VEB Schwermaschinenbau Nordhausen unter der Marke „NOBAS“ unter anderem Seilbagger her.

Werk Dortmund-Dorstfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Restaurierte Feldbahnlokomotive O&K 3902 Mallet des Frankfurter Feldbahnmuseums
O&K RH 30-D
Rangierlokomotive von O&K
O&K-Radlader, Baujahr 1998
O&K-Bagger RH40-B im Tagebau Lhoist in Menden

Das Werk in Dortmund-Dorstfeld hatte in Spitzenjahren rund 2000 Beschäftigte. Das Schwergewicht der Fertigung lag ab 1949 im Waggonbau und bei Baumaschinen, insbesondere Baggern. 1961 fertigte O&K erstmals in Europa serienmäßig vollhydraulische Bagger. Über 55.000 Hydraulik-Bagger wurden bisher gefertigt, davon mehr als 700 Geräte über 100 Tonnen Dienstgewicht, dabei auch der größte Hydraulikbagger der Welt RH 400 (seit 2012 CAT 6090) mit 980 Tonnen Dienstgewicht, einer Motorleistung von 3280 Kilowatt (4400 PS) und einem Schaufelfassungsvermögen von knapp 45 Kubikmetern.

Für Bahnen wurden bis in die 1960er Jahre wieder Feldbahnloks gebaut. Normalspur-Diesellokomotiven wurden in mehreren Typenreihen gebaut, darunter in den 1970er Jahren auch einzelne Fahrzeuge auf Drehgestellen. Den Schwerpunkt bildeten Rangierlokomotiven, beispielsweise der Typen O&K MC 700 N, O&K MB 125 N und O&K MV 3. Für das Jahr 1968 wies der Geschäftsbericht aus, dass im Produktsegment Diesellokomotiven mehr als 12.000 Stück unterschiedlicher Baureihen weltweit im Einsatz waren. Die Lokomotivproduktion wurde 1981 eingestellt.[23]

Einen Teil des Dortmunder Werks nahm der Waggonbau (Güterwaggons) ein. Bis ca. Ende der 1960er Jahre wurden auch Kompressoren hergestellt. Ein weiterer Teil des Dortmunder Werkes produzierte Baumaschinen, vor allem Bagger (rad- und kettengetrieben).

Vor allem die Baumaschinen wurden für verschiedene, auch klimatisch extreme, Einsatzbedingungen konzipiert und in sämtliche Erdteile geliefert. Der Exportanteil einiger Produkte lag teilweise bei rund 80 %.

Seit Anfang der 1980er Jahre geriet das Werk unter harte internationale Konkurrenz, im Baumaschinenbereich besonders durch US-amerikanische und japanische Unternehmen. Es erfolgte eine kontinuierliche Einschränkung der Produktion und ein starker Rückgang der Beschäftigtenzahl. Der Waggonbau wurde schließlich ganz eingestellt. Seit dem 1. April 1998 war die Produktion schwerer Hydraulikbagger für den Tagebergbau („O&K Mining Dortmund“) in den Terex-Konzern integriert. Zum 19. Februar 2010 verkaufte Terex seine „Mining“-Sparte an Bucyrus, die O&K-Bagger wurden unter der Marke Bucyrus, aber der O&K-Modellbezeichnung verkauft. Ende 2010 schluckte Caterpillar den Gesamtkonzern Bucyrus.

Seit Anfang Juli 2011 sind die Marken O&K und Bucyrus Geschichte. Der Rest der Baumaschinenfertigung von O&K ging im CNH-Konzern auf. Die europäischen Markenrechte für die Markennamen „O&K Mining“ sowie „Orenstein & Koppel“ und das Logo mit der Raute registrierte der Unternehmer Stüttem für seine IBB GmbH und MineParts GmbH im Oktober 2011 nach einem Rechtsstreit mit Bucyrus/Caterpillar.

O&K Baunummer 508, Baujahr 1954/55

Werk Lübeck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lübecker Werk war jahrzehntelang ein wichtiger Teil des O&K-Konzerns.[24] Neben dem Schiffbau in eigener Werft produzierte das Werk Tagebau-Geräte, vor allem für die Braunkohleförderung. Nachdem die O&K-Muttergesellschaft Hoesch AG zunächst von der Friedrich Krupp AG übernommen wurde, die etwas später mit Thyssen zur ThyssenKrupp AG fusionierte, führte dies zunächst zur Integration der Lübecker Aktivitäten in die Gruppe Anlagenbau, später folgte die Ausgliederung.

Das Lübecker Werk war spezialisiert auf Schiffsbagger, auch der Großmaschinenbau und die Fertigung von Windkraftanlagen gehörten zum Fertigungsprogramm. Bemerkenswert war der Lübecker Maschinenpark mit sehr großen Maschinen zur mechanischen Bearbeitung. Ein bekanntes Baggerschiff ist der Saugbagger Nordsee des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Weser-Jade-Nordsee.

Werk Bochum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht des Bochumer Werks um 1913, Blick Richtung Süden

Das um das Jahr 1890 in Bochum entstandene Werk der Arthur Koppel AG lag im Dreieck zwischen Bessemerstraße, Wörthstraße (heutige Ursulastraße) und dem Gleisfeld des alten Bochumer Hauptbahnhofs. Das Werk kam durch die Fusion von 1909 zur Orenstein & Koppel AG.[25] Hergestellt wurden hier vor allem Feld- und Kleinbahnwagen sowie schmalspurige Spezialwagen.[26] Im Zweiten Weltkrieg wurde das Werk stark beschädigt[27] und diente zuletzt nur noch als zentrales Ersatzteillager. Heute wird es als „Henry-Bessemer-Park“ unter anderem als Trainingsstätte für Streetartistik (OPENSPACE[28]) genutzt.

Werk Hattingen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk in Hattingen war zweigeteilt. In dem einen Werksteil wurden unter O&K-Regie jahrzehntelang Fahrtreppen (Rolltreppen) gebaut und weltweit exportiert, diese Fahrtreppen-Fertigung wurde 1996 an KONE verkauft, die wiederum im Jahr 2005 den Standort Hattingen aufgab. Im unmittelbar angrenzenden Werksteil wurden und werden Getriebe produziert.

Weitere Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carsten Bengs: Orenstein & Koppel – 125 Jahre Baumaschinen, Lokomotiven, Traktoren. Verlag Podszun, Brilon 2002, ISBN 3-86133-281-7.
  • Aktiengesellschaft für Feld- und Kleinbahnbedarf vormals Orenstein & Koppel: Taschen-Notizbuch für das Baugewerbe und die Stein-Industrie. 1904/1905.
  • Roland Bude, Klaus Fricke, Martin Murray: O&K-Dampflokomotiven. Lieferverzeichnis 1892–1945. Railroadiana Verlag, Buschhoven 1978, ISBN 3-921894-00-X.
  • Horst Kieber: Industriestandort – Casseler-Straße 30 c – 90 Jahre Maschinenbau in Nordhausen. In: Beiträge zur Heimatkunde aus Stadt und Kreis Nordhausen. Heft 20/1995.
  • O&K-Lieferunterlagen Werk Nordhausen. Dortmund, Werk Berlin, O&K-Vertretung Amsterdam.
  • Bodo Schulz, Michael Krolop: Die Privat- und Werkbahnen in Berlin (West). Verlag Kersting, Niederkassel-Mondorf 1989, ISBN 3-925250-06-9.
  • LKM-Lieferunterlagen im Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam
  • Angaben der Firmen O&K Mining, Dortmund, Bombardier Transportation Berlin und Adtranz DaimlerChrysler Rail Systems, Berlin.
  • Matthias Heisig: Feldbahnen an der Ringbahn – Orenstein und Koppel. In: Von Eisen bis Pralinen. Tempelhof und seine Industrie. Ausstellungskatalog. Berlin 2000.
  • Anhalter Anzeiger. 17. März 1930.
  • A. Welte: 100 Jahre Orenstein & Koppel Werk Lübeck, Hamburg: Schiffahrts-Druckerei Schroedter & Hauer, 1973 (Sonderdruck aus "Hansa", Heft 7/73).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Orenstein & Koppel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b O&K: "Tradition in Innovation". Snowcrest, abgerufen am 5. September 2017 (englisch).
  2. a b Historie - Über 130 Jahre Erfahrung. Bonfiglioli Riduttori, 18. Februar 2018, archiviert vom Original am 5. September 2017; abgerufen am 5. September 2017.
  3. Orenstein und Koppel bei werkbahn.de, abgerufen am 10. Juni 2014.
  4. a b c d Orenstein, Benno. In: Neue Deutsche Biographie. Band 19. Duncker & Humblot, 1999, S. 587/588 (deutsche-biographie.de [abgerufen am 9. Juni 2014]).
  5. Der Ingenieur Max Orenstein gründete im Jahr 1890 in Schlachtensee die Märkische Lokomotiv-Fabrik.
  6. Die Organisation der Normalisierung bei der Firma Orenstein & Koppel – Arthur Koppel A.-G., Berlin. In: Werkstattstechnik. Nr. 1. Verlag von Julius Springer, Berlin 1913, ISBN 978-3-662-24011-3 (Auszug [abgerufen am 9. Juni 2014] Sonderdruck 2013, Vorwort von Georg Schlesinger).@1@2Vorlage:Toter Link/link.springer.com (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. Société Anonyme Décauville bei albert-gieseler.de, abgerufen am 30. April 2019
  8. Orenstein & Koppel – Arthur Koppel AG (Hrsg.): Denkschrift anlässlich der Fertigstellung der 5000. Lokomotive. Mit einem Rückblick auf die Entwicklung der Orenstein & Koppel – Arthur Koppel Aktiengesellschaft. Berlin 1913.
  9. a b c Urteil vom 22. April 2009 – 8 C 5.08. In: Bundesverwaltungsgericht. Abgerufen am 9. Juni 2014.
  10. Alfred Orenstein (1885–1969). (Nicht mehr online verfügbar.) In: Berliner Themenjahr 2013 – Zerstörte Vielfalt. Land Berlin, archiviert vom Original am 14. Juli 2014; abgerufen am 9. Juni 2014.
  11. Holocaust suit raises foreign policy issue. In: Chicago Tribune. 7. Juli 2003, abgerufen am 9. Juni 2014.
  12. Ungaro Benages v. Dresdner Bank AG. In: FindLaw. Thomson Reuters, 3. August 2004, abgerufen am 9. Juni 2014.
  13. Moody's International Manual. Moody's Investors Service, Mergent FIS, 1995, S. 3275.
  14. a b Keith Haddock: The Earthmover Encyclopedia. MotorBooks International, 2007, ISBN 978-1-61059-209-3, S. 101.
  15. Batavia Manufacturer to close within 2 months. The Buffalo News, 8. Januar 1992, abgerufen am 29. Dezember 2018 (englisch).
  16. Caterpillar completes acquisition of Bucyrus. (PDF; 52 kB) Caterpillar, archiviert vom Original am 29. September 2011; abgerufen am 28. Juni 2014.
  17. Orenstein & Koppel wird an Fiat-Tochter verkauft. In: Der Tagesspiegel. 24. November 1998, abgerufen am 7. Juni 2014.
  18. O&K-Betriebsrat erhält E-Mail aus Italien. In: Westdeutsche Allgemeine Zeitung. 26. November 2009, abgerufen am 7. Juni 2014.
  19. Orenstein & Koppel baut aus. In: Die Welt. 22. August 2000, abgerufen am 7. Juni 2014.
  20. Täglich zum Briefkasten. In: Berliner Zeitung. 7. Juni 2007, abgerufen am 7. Juni 2014.
  21. Für dumm verkauft. In: Der Spiegel. Nr. 14, 1992, S. 145–147 (online).
  22. Der Erwerb der Majorität der Dessauer Waggonfabrik durch Orenstein & Koppel. Wie die O&K A.-G. in Berlin mitteilt, hat das Unternehmen etwa 75 % des 2 Millionen Mark betragenen Aktienkapitals erworben. O&K hofft, die Produktion des Dessauer Unternehmens durch entsprechende Finanzierung erheblich zu fördern. In: Anhalter Anzeiger vom 17. März 1930.
  23. Neue Generation (Letztes Programm) auf rangierdiesel.de, abgerufen am 7. August 2013.
  24. A. Welte: 100 Jahre Orenstein & Koppel Werk Lübeck. Hamburg 1973, S. 3 ff.
  25. F. Kemper: The Origins of Orenstein & Koppel. auf irsociety.com
  26. Adreßbuch der Stadt Bochum 1938, Abschnitt „Chronik der Bochumer Firmen“
  27. Franz Peine (Hrsg.): So war Bochum. Ferdinand Kamp, Bochum 1981, ISBN 3-592-77030-6.
  28. Urbanatix