Orestes (Euripides)

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Daten
Titel: Orestes
Originaltitel: Orestes
Gattung: antike Tragödie
Originalsprache: griechisch
Autor: Euripides
Uraufführung: 408 v. Chr.
Ort und Zeit der Handlung: Theben in mythischer Zeit, nach dem Trojanischen Krieg
Personen
  • Orestes
  • Elektra
  • Pylades
  • Menelaos
  • Helena
  • Hermione
  • Bote
  • Phryger
  • Tyndareus
  • Apoll

Orestes (griechisch Ὀρέστης) ist der Titel einer Tragödie des Euripides.

Euripides, Orestes, Verse 1–23 mit Scholien in der Handschrift Oxford, Bodleian Library, MS. Barocci 120, fol. 32r (frühes 14. Jahrhundert)

Das heute selten gespielte Stück über den Muttermörder Orestes und seine Schwester Elektra zählte nach seiner Uraufführung im Jahr 408 v. Chr. lange Zeit zu den beliebtesten antiken Dramen und erfuhr zahlreiche Bearbeitungen. Das Stück ist wegen seiner spannenden und drastischen Handlung als "Melodram", "Gangsterdrama", und "Thriller" bezeichnet worden.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orestes soll für den Mord an seiner Mutter Klytaimnestra vor Gericht gestellt werden. Vergeblich versucht er, seinen Onkel Menelaos als Retter zu gewinnen. Ein Bote verkündet das Todesurteil für Orestes und seine Schwester Elektra. Orestes folgt dem Vorschlag seiner Schwester, Hermione, die Tochter des Menelaos als Geisel zu nehmen, um so die Unterstützung des Königs zu erzwingen. Als Menelaos kommt, um seine Tochter zu retten, sieht er, wie Orestes auf dem Dach Hermione ein Messer an die Kehle hält. Da erscheint plötzlich der Gott Apoll, gebietet Einhalt und verkündet, Orestes werde in Athen von einem Gericht freigesprochen werden.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Biehl: Euripides, Orestes. Teubner Leipzig 1975 (Textausgabe)
  • Charles W. Willink: Euripides, Orestes. Oxford 1986 (Textausgabe, englische Übersetzung, Kommentar)
  • Martin L. West: Euripides, Orestes. Warminster 1987 (Textausgabe, englische Übersetzung, Kommentar)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Reinhardt: "Die Sinnkrise bei Euripides" in: Reinhardt: Tradition und Geist, Göttingen 1960, 227-256