Oric 1

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Oric-1

Der Oric 1 war ein Heimcomputer, der im Jahr 1983 hauptsächlich in Großbritannien und Frankreich erschien. Hergestellt wurde er von dem britischen Computerhersteller Tangerine Computer Systems, der in St Ives, Cambridgeshire seinen Sitz hatte. Der Oric 1 war Nachfolger des Microtan 65 und Vorgänger des Oric Atmos.

Als der ZX 81 in England immer erfolgreicher wurde, wollte die Firma Tangerine dem etwas entgegen setzen und entwickelte mit dem Oric 1 ein Konkurrenz-Produkt, das ebenfalls in dem Preissegment von 100–200 Pfund liegen sollte.[1]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motherboard des Oric 1.

Er basierte auf dem 8-bit-Prozessor 6502A mit 1,75 MHz Taktfrequenz und verfügte über 16 KB bzw. 48/64 KB RAM (16 KB waren für das DOS reserviert, welches im Betrieb ins RAM gespiegelt wurde). Die Auflösung im Textmodus betrug 40 × 26 und im Grafikmodus 200 × 240 Pixel und konnte acht Farben darstellen. Der vom Oric 1 für Ton eingesetzte Chip war der AY-3-8912. Dieser konnte Töne in einer Spannbreite von 6 Oktaven bis zu 125 KHz erzeugen, hatte 3 Kanäle und verfügte über vier eingebaute Toneffekte (ZAP, PING, SHOOT, EXPLODE) über Tonverstärker. Ein Lautsprecher war eingebaut. Die 16-KB-Variante war nicht ausbaufähig.[2]

Das Prozessor-Betriebssystem war Oric Extended Basic, ein Microsoft BASIC V1.0, das, neben dem DOS, in einem 16-KB-ROM-Chip untergebracht war. Diese Version des ROM steht im Ruf, eine sehr fehleranfällige Fehlerprüfroutine der Kassettenansteuerung gehabt zu haben. Die Version 1.1 konnte nach Verkaufsstart des Atmos per zusätzlichem ROM auch von Oric 1-Kunden erworben und auf einem freien Sockel im Motherboard aufgesteckt werden.

Die verschiedenen Peripheriegeräte wurden teilweise mit speziellen DOS angesprochen und gesteuert. (Siehe Grafik unten).

Schnittstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rückansicht des Oric 1/Atmos

Der Oric 1 hatte die in den 1980er Jahren für westliche Heimcomputer übliche Ausstattung mit Schnittstellen zur Außenwelt. Dazu gehörte:

Peripheriegeräte (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oric Controller und DOS-Varianten

Für dem Oric 1 gab es auch eine ganze Reihe Peripheriegeräte, u. a.:

Der ORIC 1 war das Vorgängermodell des Oric Atmos, der ein Jahr später, 1984, veröffentlicht wurde. Der große Unterschied der beiden war die Tastatur: Wurde beim Oric-1 eine Tastatur mit kleinen Knöpfen aus Hartplastik verwendet (ähnlich der eines Taschenrechners), hatte der Oric Atmos dagegen eine normale Schreibmaschinentastatur.

Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oric 1 wurde erstmalig am 13. Januar 1983 in dem britischen Magazin Popular Computing Weekly ausführlich vorgestellt und kostete in der 16 KB-Ausführung 99,95 £ und in der 48 KB-Ausführung 129,95 £.[2]

In Kanada wurde der Oric 1 in der Version mit 48 KB RAM für 395,95 CAD angeboten[3]

Obwohl keine genauen absoluten Verkaufszahlen vorliegen, war schon kurze Zeit nach ihrem Erscheinen klar, dass die 16 KB-Variante nicht so gut wie erhofft am Markt ankam.[4]

Bekannte Programmierer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Éric Chahi entwickelte besonders in den ersten Jahren nach Erscheinen des Rechners Software für den Oric 1, bevor er sich anderen Systemen zuwandte.

Programme für den Oric 1 (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der Tatsache, dass der Oric 1 auf dem 8-bit Mikroprozessor 6502, einem Mikroprozessor, den auch viele andere Heimcomputer, wie der Apple II oder der C 64 nutzen, basierte, war von vorneherein grundsätzlich eine Vielzahl von Programmen, nach entsprechenden Anpassungen, auch vom Oric 1 nutzbar. Zudem sind Programme größtenteils zwischen dem Oric 1 und dem Oric Atmos austauschbar. Dazu gehörten:

Spiele (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Breakout
  • ICB Bridge
  • Defence Force, 1983, Tansoft
  • Hopper
  • The Hobbit
  • House of Death, 1984, Tansoft
  • 3D Maze
  • Oric Chess
  • Nowotnik Puzzle, 1983, Tansoft
  • Oric Flight
  • Oric Munch,1983, Tansoft
  • Super Advanced Breakout, 1983, Tansoft
  • Rat Splat!,1983, Tansoft
  • Ultima Zone, 1983, Tansoft
  • Xenon
  • Zodiac (Adventure),1983, Tansoft

Anwendungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tunesmith 2
  • Oric Base, Tansoft
  • Oric Calc, Tansoft
  • Oric Mon, Tansoft
  • Easytext, Transoft

Programmiersprachen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John Scriven: ORIC-1 – Basic Programming Manual. Hrsg.: Oric Products International. Sunshine Publications, London (englisch, 165 S., Online [PDF; 3,3 MB; abgerufen am 31. Januar 2020] Originalliteratur des Herstellers).
  • Bob Maunder: The Oric-1 Companion. LINSAC, Middlesbrough 1983, ISBN 0-907211-03-8 (englisch, Über den Oric 1).
  • Ian Adamson: The Companion to the Oric 1. Pan, London 1983, ISBN 0-330-28270-0 (englisch, Über den Oric 1).
  • R.A. Penfold, J.W. Penfold: An introduction to programming the ORIC-1. Bernard Babani, London 1983, ISBN 0-85934-104-6 (englisch, Programmierung des Oric 1).
  • Aus England: Oric 1 und Atmos. In: HC Mein Home Computer. 6 (Juni), 1984, S. 108–109 (Textarchiv – Internet Archive).

Printmedien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Hauptprintmedium für den Oric war RhetOric. Es erschien zweimonatlich per Postversand und versorgte die Leser mit allem Wissenswerten rund um den Computer. Das am längsten erschienene Magazin war das Oric User Monthly mit insgesamt 145 Ausgaben. Es wurde im Oktober 1999 eingestellt.[5] Großen Anklang fand auch die zweimonatlich im Hause Tansoft herausgegebene Zeitschrift Oric Owner. Hauptmerkmal waren Interviews mit Personen rund um die Orics und Listings von Anwendungen und Spielen für den noch jungen Computer.[6]

Emulatoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt Emulatoren für Windows, Mac OS, Linux, AmigaOS, MorphOS, Haiku und Android, wobei der Emulator Oricutron derjenige ist, der nach wie vor kontinuierlich weiterentwickelt wird.[7][8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Oric computers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Oric 1 ist 30 Jahre alt
  2. a b Oric 1 – not just a Tangerine dream. In: Popular Computing Weekly. Band 2, Nr. 2, 13. Januar 1983, S. 12–13 (englisch, online bei archive.org [abgerufen am 31. Januar 2020]).
  3. Kanadische Werbung für den Oric 1
  4. 16K Oric – doubts over future. In: Popular Computing Weekly. Band 2, Nr. 11, 17. März 1983, S. 1+5 (englisch, online bei archive.org [abgerufen am 31. Januar 2020]).
  5. Oric FAQ
  6. Oric Owner. In: Defence Force. Abgerufen am 31. Januar 2020 (englisch, Scans der Ausgaben des Oric Owner, erschienen von 1983 bis 1985).
  7. Emulation Camp
  8. Entwicklerversionen Oricutron