Original Hoch- und Deutschmeister

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Original Hoch- und Deutschmeister benennt sich eine österreichische militärische Traditionskapelle, die im Türkischen Ton musizieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Militärkapelle bis 1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der österreichischen Militärmusik geht auf eine Anordnung von Kaiserin Maria Theresia aus dem Jahre 1741 zurück, worin sie verfügte, dass jedes Regiment für Truppenparaden seine eigene Kapelle haben sollte. Die Kapelle des Infanterie-Regiments Hoch- und Deutschmeister Nr. 4, das damals in Pavia stationiert war, hatte ihre erste Parade im Gründungsjahr 1741 in Mailand anlässlich der Geburt von Joseph II.

Viele Militärkapellen gingen zu Grunde, nachdem aus Sparsamkeitsgründen angeordnet wurde, dass jeder Regimentsinhaber seine Kapelle selbst erhalten müsse. Der Kommandeur des Deutschmeister-Regiments, Graf Anton Colloredo (Feldmarschall Anton Graf Colloredo-Melz und Wallsee, * 14. Nov. 1707; † 17. März 1785 in Wien) und seine Offiziere, unterstützten ihre Kapelle auch weiterhin, sodass sie erhalten blieb.

Der Wandel von der Militärkapelle zur Traditionskapelle vollzog sich ab dem Jahre 1781, als Kaiser Joseph II. die Deutschmeister in Wien stationierte. Ab diesem Zeitpunkt wurde sie zur Lieblingskapelle des Kaisers und des Volkes und wurde nicht nur für offizielle Anlässe, wie etwa bei der Wachablöse, eingesetzt, sondern gab auch öffentliche Konzerte vor dem Schloss Belvedere und in Schönbrunn.

Die Qualität der Kapelle erklärt sich aus einer Vielzahl bekannter Musiker in ihren Reihen, die teilweise auch als Komponisten Berühmtheit erlangten. So gehörten der Kapelle etwa Joseph Hellmesberger, Josef Bayer, Robert Stolz, Edmund Eysler und Carl Michael Ziehrer an.

Erfolgreiche Konzertreisen führten die Original Hoch- und Deutschmeister 1893 unter Kapellmeister Ziehrer zur Weltausstellung in Chicago und im Jahre 1910 entsandte Kaiser Franz Joseph die Kapelle unter Wilhelm Wacek auf eine Konzertreise nach Südamerika.

Private Organisation seit 1918[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ende des Ersten Weltkrieges blieb die Kapelle durch die Initiative von Wilhelm Wacek[1] unter Kapellmeister Julius Herrmann als private Organisation bestehen und überdauerte als solche die Zeit bis ins 21. Jahrhundert. Während sich nach dem Krieg die meisten verbliebenen Militärkapellen der international gebräuchlichen Stimmung anpassten, behielten die Hoch- und Deutschmeister die um einen Halbton höher liegende „hohe Stimmung“, den Cornettton, bei. Diese geht auf die alten Feld- und Militärmusiken zurück, die vor allem im Freien und in der marschierenden Truppe gehört werden mussten. Die verwendeten Instrumente stellen eine weitere Besonderheit des Orchesters dar. So sind nach wie vor Es-Trompeten und Ventilposaunen im Einsatz und statt der üblichen Baßtuba wird die traditionelle Helikontuba verwendet.

Nach dem Anschluss Österreichs an Nazideutschland wurden die Hoch- und Deutschmeister gemeinsam mit der österreichischen Militärmusik in die reichsdeutsche Militärmusik mit ihrem Instrumentarium und der Normalstimmung integriert. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges formierten sich 1945 die Deutschmeister neu und führten die alte Tradition und damit auch die hohe Stimmung wieder ein.

Neuorganisation als Traditionsverein 1977[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Tod von Julius Herrmann im Frühjahr 1977 übernahm Wilhelm Breitenfeld (1918–1998), Chef der österreichisch internationalen Künstlervermittlung ÖIK, die organisatorische und Horst Winter die musikalische Leitung der Original Hoch- und Deutschmeister und es kam am 6. Mai 1977 unter der Bezeichnung »"Original Hoch- und Deutschmeister" Kapelle des K. und K. Infanterieregiments Hoch- und Deutschmeister Nr. 4« zur Gründung eines Vereines, der unter der ZVR-Zahl 385688411 im Zentralen Vereinsregister eingetragen ist. Dieser Verein wurde von den Stammmusikern Julius Herrmanns gegründet, die führerlos geworden waren. Am 17. Juli 1977 gab Horst Winter das erste Konzert am Michaelerplatz als neuer Kapellmeister. In diese Zeit fallen zahlreiche Tourneen in Europa, wie etwa nach Deutschland, Luxemburg und in die Schweiz, und nach Nordamerika. Zudem spielte die weltberühmte Kapelle bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien und nahm mehrere Tonträger auf. Auch das 250-jährige Jubiläum der Kapelle und das 300-jährige Bestehen der Hoch- und Deutschmeister wurden in dieser Zeit gefeiert.[2][3] Seit 1988 besitzt die Kapelle mit der Marke "Hoch- und Deutschmeister" auch einen markenrechtlich geschützten Namen. [4]

Professor Horst Winter gab die musikalische Leitung 1998 aus gesundheitlichen Gründen an Professor Ottokar Drapal ab, der langjährig Soloklarinettist beim Radio-Symphonieorchester Wien war. Er verstarb jedoch kurz darauf. Seit 1999 leitet Reinhold Nowotny die Kapelle.[5]

Ihrer Bestimmung als Traditionskapelle wurden die Original Hoch- und Deutschmeister dadurch gerecht, dass sie jeden Samstag von Ende April bis Mitte Oktober jeden Jahres auf dem Inneren Burgplatz der Wiener Hofburg ein öffentliches Platzkonzert bei freiem Eintritt veranstalteten. Diese als „Burgmusik“ bekannte Veranstaltung erinnerte an die seit dem Ende der Monarchie in Vergessenheit geratene Wachablöse und hatte sich zu einem Anziehungspunkt für Besucher der Stadt Wien entwickelt. Um 10:45 Uhr marschierten die Deutschmeister in ihren historischen Uniformen über den Kohlmarkt und den Michaelerplatz in den Burghof und spielten dort in der traditionellen Kreisaufstellung, um kurz vor 12 Uhr wieder zurück zum Michaelerplatz zu marschieren. Aus finanziellen Gründen fand 2017 die Burgmusik nicht statt, weil es nicht gelang, einen Sponsor zu finden. [6]

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Original Hoch- und Deutschmeister im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
  2. Oral History-Interview mit Horst Winter, abgerufen am 24. August 2017
  3. Oral History-Interview 2 mit Horst Winter, abgerufen am 24. August 2017
  4. Auszug aus der Markensuche, abgerufen am 24. August 2017
  5. Geschichte auf der Website der Kapelle, abgerufen am 12. März 2015
  6. Burgmusik auf der Website der Kapelle, abgerufen am 15. August 2017