Orion (Raumschiff)

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Raumschiff der US-Weltraumbehörde NASA; Informationen zur Fernsehserie mit dem Raumschiff Orion siehe Raumpatrouille; Informationen zum nuklearen Pulstriebwerk siehe Orion-Projekt.
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Orion Crew Exploration Vehicle[1][2]
Orion Logo
Beschreibung
Verwendung: Erd- / Mond- / Mars- /Asteroidenorbit
Trägerrakete: Delta IV Heavy (beim ersten und unbemannten Flug)
Space Launch System
Besatzung: bis zu 4 Personen
Erstflug: 5. Dezember 2014 (unbemannter Orbitalflug)
30. September 2018 (unbemannter Mondflug, geplant)
2021 (bemannter Mondflug, geplant)
Status: Testphase
Einsatzgebiet: Personentransport zu ISS, Mond, Mars oder einem Asteroiden
Abmessungen
Höhe: ~ 3,3 m
Durchmesser: ~ 5 m
Volumen unter Druck: 19,55 m³ (~3x Apollo)
Massen
Rettungssystem (LAS): 7.062 kg
Crewmodul (CM): 8.913 kg (Mond) / 9.706 kg (ISS)
Servicemodul (SM): 12.336 kg (Mond) / 8.807 (ISS)
Raketenadapter: 1.639 kg
Gesamt: 29.950 kg (Mond) / 27.214 kg (ISS)
Triebwerke
Rettungssystem (LAS) (?)  ?
Servicemodul (N2O4/MMH) 27 kN (OMS des Shuttle)
Backup: 8*0,4 kN (von ATV)
Orion CEV Design 2009
Orion CEV Design 2009
Orion-Raumschiff der NASA beim Verladen im Dezember 2013

Das Orion MPCV (vormals nur als Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV) bezeichnet) ist ein US-amerikanisches bemanntes Raumfahrzeug der NASA. Dieses wurde im Rahmen des Constellation-Programms und der ESAS-Studie[3] zuerst unter dem Namen Crew Exploration Vehicle (CEV) und dann Orion CEV konzipiert und teilweise entwickelt und soll zum Transport von Fracht und Personen zur ISS, zum Mond (in Analogie zum Raumschiff Apollo) und zum Mars (als Raumschiffzubringer und zur Landung) dienen. 2010 wurde das Constellation-Programm samt dem Orion-Raumschiff gestrichen, 2011 jedoch wurde bekannt gegeben, dass das Raumschiff unter seinem jetzigen Namen wieder für ISS-, Mond-, Mars- und Asteroidenflüge geplant wird. Sein erster bemannter Mondflug ist für 2021 geplant.

Der Name des Raumschiffs wurde versehentlich vor der offiziell geplanten Veröffentlichung von dem zu diesem Zeitpunkt im All befindlichen Astronauten Jeffrey Williams bekannt gegeben und anschließend von der NASA bestätigt.[4] Der Name wurde in Anlehnung an eine der hellsten Sternenkonstellationen, die auch zur Navigation verwendet wurde, dem Sternbild Orion, gewählt.[1]

Ursprüngliche Planung[Bearbeiten]

Die Entwicklung wurde in sogenannte Spiral-Phasen eingeteilt.

  • Exploration Spiral 1 (CEV Earth Orbit Capability): Entwicklung eines bemannten Raumschiffs zum Einsatz im niedrigen Erdorbit bis 2014 als Vorbereitung auf den Mondflug.
  • Exploration Spiral 2 (Extended Lunar Exploration): Landung und anschließender Aufenthalt von Menschen auf dem Mond für mindestens vier Tage (2015 bis 2020).
  • Exploration Spiral 3 (Long Duration Lunar Exploration): Längere (bis zu einigen Monaten) Mondmissionen, die als Test für spätere Marsflüge dienen sollen (nach 2020).
  • Exploration Spiral 4 (Crew Transportation System Mars Flyby): Vorbeiflüge am Mars (nach 2020).
  • Exploration Spiral 5 (Human Mars Surface Campaign): Bemannte Marslandung (nach 2020).

Das CEV befand sich seit 2004 in der Entwurfsphase. Im Jahr 2005 wurden die Entwurfskonzepte der Industrie an die NASA übergeben, danach wählte die NASA die Konzepte von Lockheed Martin und von einem Team gebildet von Northrop Grumman und Boeing zur Weiterentwicklung aus. Ursprünglich wollte man diese beiden Konzepte bis 2008 finanzieren, wobei 2008 ein unbemannter Testflug mit Prototypen beider Raumfahrzeuge stattfinden sollte. Nach den Ergebnissen der Entwicklung und der Testflüge sollte entschieden werden, welches Konzept weiterzuverfolgen sei.

Später gab die NASA jedoch bekannt, die Einsatzbereitschaft des CEV bereits für das Jahr 2010 anzustreben. So wollte man die Lücke zwischen dem Ende des Shuttle-Programms und dem Beginn der CEV-Flüge möglichst kurz halten oder sogar ganz vermeiden. Deshalb, und um Geld zu sparen, wurde das Weiterverfolgen von zwei Projekten gestrichen, ebenso der Testflug von unbemannten Modellen des Raumschiffs. Im November 2005 gab die NASA die Exploration Systems Architecture Study (ESAS)[5] heraus, welche die genauen Anforderungen und Missionsprofile für das CEV beinhaltet. Am 31. August 2006 gab die NASA bekannt, dass Lockheed Martin für den Bau des Orion-Raumschiffs ausgewählt wurde.[6]

Die NASA plante, die Entwicklung des Orion-Raumschiffs nach folgendem Zeitplan durchzuführen:

  • 2011 – Erster unbemannter Flug des Raumschiffs in die Erdumlaufbahn.
  • 2014 – Erster bemannter Flug in die Erdumlaufbahn.
  • 2014 – Erster unbemannter Flug des Mondschiffs.
  • 2015 – Erster bemannter Flug des Mondschiffs.
  • 2018 – Erste bemannte Mondlandung des Mondschiffs.

Konzepte[Bearbeiten]

Anfang Mai 2005 wurden Details zu dem von Lockheed Martin vorgeschlagenen Projekt bekannt. Dieses Projekt sah die Entwicklung eines Raumgleiters mit Tragrumpf (engl. Lifting Body) für vier bis sechs Astronauten vor, der auf der Spitze einer konventionellen Trägerrakete ins All geschossen werden sollte. Die Landung erfolgt mit Hilfe von Fallschirmen und Airbags. Teile des Raumschiffs sollen wiederverwendet werden können. Bei einer Mondmission würden zudem ein Mission Module und ein Propulsion Module mit dem Treibstoff und den Triebwerken hinzukommen, die mit einer eigenen Trägerrakete gestartet werden und später an das CEV andocken. Der komplette Mondzug bestehend aus dem CEV, dem Mission Module und dem Propulsion Module soll ungefähr 40 t wiegen.[7]

Seit der Veröffentlichung der ESAS-Studie hat Lockheed den Lifting-Body-Ansatz verworfen und ebenfalls ein Konzept eingereicht, das auf einer Landekapsel basiert. Über das verworfene Konzept von Boeing ist lediglich bekannt, dass es sich von Anfang an um einen Landekapsel-Ansatz handelte, der sich sehr genau an die Vorstellungen der ESAS-Dokumente hielt.

Die Ära seit Präsident Obama[Bearbeiten]

Aufgrund der Ankündigung von Präsident Obama zu Beginn des Jahres 2010, das Constellation-Programm nicht mehr zu unterstützen, ist die Fortführung des Orionkonzeptes und deren Entwicklungen unsicher. Im Januar 2011 übermittelte die NASA einen Report zum Kongress, der einen Vorschlag der Aufgabenerfüllung bzgl. des NASA Authorization Act 2010 vorsieht. Das Raumschiff Orion CEV soll unter dem Namen Orion MPCV weiterbetrieben und das SLS seine Trägerrakete werden.[8]

Missionsübersicht[Bearbeiten]

Die Liste enthält nur aktuelle Missionen, welche nach dem Ende von Constellation im Rahmen der Weiterentwicklung als Orion-MPCV beschlossen wurden. Für eine Übersicht der ursprünglich für Orion geplanten, aber nach der Einstellung des Constellation-Programms verworfener Missionen, siehe Liste der Constellation-Missionen.

Acronym Missions Name Start Datum Besatzung Rakete Dauer Missionsprofil Anmerkung
EFT-1 Exploration Flight Test 1 5. Dezember 2014 unbemannt Delta IV Heavy 4 Stunden, 24 Minuten Flugtest der Orion im Orbit der Erde. Erfolg
EM-1 Exploration Mission 1[9] 30. September 2018[10] unbemannt SLS Block I[9] 7–10 Tage[11] Unbemannter Testflug zum Mond.[11] geplant
EM-2 Exploration Mission 2[9] Anfang 2021[12] 4 SLS Block I[9] Die erste Orion-Mission mit Astronauten, mit mehrmaliger Umkreisung des Mondes.[12][13][14] geplant
EM-3 Exploration Mission 3 15 August 2023[10] wahrsch. 4 SLS Block IA[9] Ziel noch nicht festgelegt.[10][14] geplant

Bildergalerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Orion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b M. Braukus, B, Dickey, K. Humphries: NASA Names New Crew Exploration Vehicle Orion. NASA, 22. August 2006, abgerufen am 3. April 2011 (englisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatConstellation - Orion Crew Exploration Vehicle. NASA, Januar 2009, abgerufen am 3. April 2011 (englisch).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNASA´s Exploration Systems Architecture Study - Final Report (Kap. 1.4). NASA, November 2005, abgerufen am 17. April 2011 (PDF; 25,1 MB, englisch).
  4. Robert Z. Pearlman: NASA Confirms New Moon Vehicle is Orion. space.com, 23. August 2006, abgerufen am 17. April 2011 (PDF, englisch).
  5. NASA: NASA's Exploration Systems Architecture Study -- Final Report (englisch, November 2005)
  6. heise online: Lockheed soll die „Orion“ bauen (1. September 2006)
  7. NASA Receives Crew Exploration Vehicle Proposals (englisch) – Artikel von SPACE.com, vom 3. Mai 2005
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPreliminary Report - Regarding NASA’s Space Launch System and Multi-Purpose Crew Vehicle. NASA, Januar 2011, abgerufen am 4. April 2011 (PDF; 293 kB, englisch).
  9. a b c d e Chris Bergin: Acronyms to Ascent – SLS managers create development milestone roadmap. NASASpaceFlight, 23. Februar 2012, abgerufen am 5. August 2012 (englisch).
  10. a b c Chris Bergin: SLS manifest targets Europa and Mars Sample Return missions. NASAspaceflight.com, 3. November 2014, abgerufen am 5. Dezember 2014 (englisch).
  11. a b Richard Kohrs: NASA ADVISORY COUNCIL HUMAN EXPLORATION & OPERATIONS COMMITTEE NAC HEOC. NASA, 8. März 2014, abgerufen am 5. August 2012 (englisch).
  12. a b NASA's FY2014 Asteroid Strategy.
  13. William Harwood: NASA's Orion Spacecraft Poised for Critical Test Flight. CBS News, 2. Dezember 2014, abgerufen am 10. Dezember 2014 (englisch).
  14. a b Chris Bergin: Orion’s crewed asteroid mission unlikely to occur prior to 2024. nasaspaceflight.com, 28. November 2014, abgerufen am 10. Dezember 2014 (englisch).