Orlando (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelOrlando
OriginaltitelOrlando
ProduktionslandGroßbritannien, Frankreich, Italien, Niederlande, Russland
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1992
Länge94 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieSally Potter
DrehbuchSally Potter
ProduktionChristopher Sheppard
MusikDavid Motion
Sally Potter
KameraAleksei Rodionov
SchnittHervé Schneid
Besetzung

Orlando ist ein Filmdrama aus dem Jahr 1992. Regie bei dieser europäischen Koproduktion führte Sally Potter, die auch die Musik mitkomponierte und anhand des Romans Orlando von Virginia Woolf (1928) das Drehbuch schrieb.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Adelige Orlando lebt zur Zeit der Königin Elisabeth I., deren Gunst er auch gewinnt. Er beschäftigt sich mit der Dichtkunst. Die Königin beschenkt ihn, legt ihm aber die Bedingung auf, nicht zu altern. Orlando durchlebt daraufhin einige Jahrhunderte und übt einige Berufe aus, unter anderem den eines Botschafters. Nach einiger Zeit verwandelt er sich in eine Frau.

Als solche hat er eine Beziehung mit Shelmerdine. Die Handlung endet im 20. Jahrhundert.

Hintergründe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film wurde an verschiedenen Orten in England, in Sankt Petersburg und in Usbekistan gedreht.[1] Der Weltpremiere, die am 1. September 1992 auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig stattfand, folgte am 16. September 1992 eine Vorführung auf dem Toronto International Film Festival. Die Produktionskosten betrugen Schätzungen zufolge 5 Millionen US-Dollar. Der Film spielte in den US-Kinos rund 5,3 Millionen Dollar ein.[2][3]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 9. Juli 1993, Orlando gehöre zu jenen Filmen, über die man nach dem Sehen reden möchte. Er zeige nicht eine Handlung, sondern eine „Vision der menschlichen Existenz“. Die Regie weise „ruhige Eleganz“ auf.[4]

Das Lexikon des internationalen Films meint, der Film sei eine „mit ästhetischen Bildkompositionen und großer Schauspielkunst gestaltete“ Romanverfilmung und biete ein „ironisch-kritisches Spiegelbild der gesellschaftlichen Vorherrschaft des Mannes und des wachsenden emanzipatorischen Bewußtseins der Frau“. Er sei „in der Veranschaulichung der Woolfschen Mann-Frau-Dialektik gelungener als in der Übernahme der dichterischen Zeitverschachtelungstechnik“.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film war 1994 in den Kategorien Bestes Szenenbild und Bestes Kostümdesign für einen Oscar nominiert.

Sally Potter erhielt 1992 zwei Preise der Internationalen Filmfestspiele von Venedig und drei Preise (darunter der FIPRESCI-Preis) des Thessaloniki Film Festivals, auf dem auch Tilda Swinton für ihre Darstellung prämiert wurde. Potter gewann 1993 auf dem Sitges Festival Internacional de Cinema de Catalunya den Preis in der Kategorie Bester Film sowie den Golden Space Needle Award des Seattle International Film Festivals und erhielt zudem den Europäischen Filmpreis, für den Tilda Swinton ebenfalls nominiert war.

Der Film selbst war 1994 für den Political Film Society Award für Menschenrechte nominiert. Sally Potter erhielt 1994 eine Nominierung für den Independent Spirit Award in der Kategorie Bester ausländischer Film. Die für die Kostüme verantwortliche Sandy Powell erhielt 1994 den Evening Standard British Film Award und war für den BAFTA Award nominiert, mit dem Morag Ross für das Make-up ausgezeichnet wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Filming locations for Orlando, abgerufen am 16. Juni 2008
  2. Box office / business for Orlando, abgerufen am 16. Juni 2008
  3. Release dates for Orlando, abgerufen am 16. Juni 2008
  4. Filmkritik von Roger Ebert, abgerufen am 16. Juni 2008
  5. Orlando. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.