Ormes (Saône-et-Loire)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ormes
Wappen von Ormes
Ormes (Frankreich)
Ormes
Region Bourgogne-Franche-Comté
Département Saône-et-Loire
Arrondissement Louhans
Kanton Cuiseaux
Gemeindeverband Terres de Bresse
Koordinaten 46° 38′ N, 4° 58′ OKoordinaten: 46° 38′ N, 4° 58′ O
Höhe 167–214 m
Fläche 9,80 km2
Einwohner 492 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 50 Einw./km2
Postleitzahl 71290
INSEE-Code

Ormes ist eine französische Gemeinde im Département Saône-et-Loire in der Region Bourgogne-Franche-Comté. Sie gehört zum Arrondissement Louhans und zum Kanton Cuiseaux. Die Gemeinde hat 492 Einwohner (Stand 1. Januar 2016), sie werden Ormillats, resp. Ormillates genannt[1].

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Germain-du-PlainBaudrièresSimandreBoyerGigny-sur-SaôneOrmes mit seinen Nachbarorten
Über dieses Bild

Die Gemeinde liegt in der Landschaft Bresse, im äußersten Südwesten des Arrondissement Louhans und grenzt im Nordosten, Norden und Westen an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Der Ort liegt rund 20 Kilometer westlich von Louhans, die ganze Westgrenze bildet die Saône[2], die Nordwestgrenze bildet das Flüsschen La Ténarre[3], das mit vielen Windungen und toten Wasserläufen eine komplizierte Grenze bildet. Das südliche Gemeindegebiet und eine ganze Kette von Étangs entwässert der Bief du Moulin Bernard[4]. Im äußersten Osten tangiert die Departementsstraße D933[5] (Saint-Germain-du-PlainSimandre) das Gemeindegebiet. Die Gemeinde verfügt über wenige Waldflächen, lediglich im Süden finden sich einige Niederwaldgebiete. Zur Gemeinde gehören die folgenden Weiler und Fluren: Bas-d’Ormes, Châtain, Châtelet, Courbe, Grand-Chêne, Levrats, Luminaire, Moulin-Bernard, Moulin-Beurot, Moulin-Patin, Noiry, Port, Seigneurie, Serrée, Taluchot, Tuilerie, Vanoise[6].

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Ormes ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die effektive Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger ist Cfb. Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,0 °C. Innerhalb eines Jahres fallen 789 mm Niederschläge.

Ormes
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
59
 
5
-1
 
 
55
 
7
0
 
 
55
 
12
3
 
 
56
 
16
6
 
 
77
 
20
9
 
 
77
 
23
13
 
 
57
 
26
14
 
 
77
 
25
14
 
 
76
 
22
11
 
 
65
 
16
7
 
 
73
 
10
3
 
 
62
 
5
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: climate-data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Ormes
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,9 6,8 12,3 15,8 19,9 23,3 25,5 25,0 21,6 15,5 9,5 5,3 Ø 15,5
Min. Temperatur (°C) -1,0 -0,3 2,6 5,6 9,1 12,5 14,4 13,9 11,4 7,0 3,2 0,2 Ø 6,6
Temperatur (°C) 1,9 3,2 7,4 10,7 14,5 17,9 19,9 19,4 16,5 11,2 6,3 2,7 Ø 11
Niederschlag (mm) 59 55 55 56 77 77 57 77 76 65 73 62 Σ 789
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,9
-1,0
6,8
-0,3
12,3
2,6
15,8
5,6
19,9
9,1
23,3
12,5
25,5
14,4
25,0
13,9
21,6
11,4
15,5
7,0
9,5
3,2
5,3
0,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
59
55
55
56
77
77
57
77
76
65
73
62
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende des 10. Jahrhunderts wird Ormes erstmals erwähnt: Piscaria in fluvio Harari… ad Ulmos, 1140 findet sich Ecclesia de Ulmo. In der ersten Textstelle wird Bezug genommen auf einen Fischereihafen in der Saône bei den Ulmen, in der zweiten auf eine Kirche, wobei Ulmo hier bereits auf eine Ortsbezeichnung hindeutet und nicht mehr auf den eigentlichen Begriff der Ulme. In diesem Zusammenhang, die Bezeichnung des flumen araris, der bereits bei Caesar auftaucht, dürfte auf einen keltischen Begriff für Wasser zurückgehen und taucht mehrfach auf (beispielsweise auch für die Aare in der Schweiz)[7]. Prägend für den Ortsnamen waren aber offensichtlich die Ulmen, die in diesem Gebiet vorkamen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert wurde in Noiry eine gallo-römische Villa ausgegraben, das Mosaik ist im Museum in Tournus ausgestellt. Die Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, das Kirchenschiff wurde im 18. Jahrhundert restauriert. Sie ist dem Heiligen Martin geweiht. Sie enthält die Grabplatte des Sohnes von Renaud de la Serrée aus dem 13. Jahrhundert. Im Mittelalter war in Ormes ein Erzpriester ansässig, dem die Pfarreien der Bresse unterstanden.

Im 13. und 14. Jahrhundert bestand ein Schloss in La Serrée mit zwei Wassergräben, das eine Furt über die Saône kontrollierte[8]. Im 15. Jahrhundert sind die de Lugny Herren von Ormes und Simandre. Das Schloss der Herren von Ormes wurde 1605 erbaut und zwischen 1920 und 1924 zerstört. Ein neues Schloss wurde schon 1895 erbaut, ferner eines in La Serrée im 18. Jahrhundert und 1853 erweitert. Seit 1771 gehörte Ormes und Ténarre als Folge eines Kaufes Jean Gravier de Vergennes, Conseiller am Parlement von Dijon, Präsident der Chambre des comptes von Burgund. 1778 wurde die Herrschaft zum Marquisat erhoben, der Bruder von Jean war Außenminister des Königs Louis XVI. Jean wurde Marquis de Vergennes, Baron de Ténarre, Herr von Ormes, Saugy, Boulay, Vanoise und Ramboz, Botschafter in der Schweiz, dann in Portugal und Venedig. Jean-Charles Gravier de Vergennes und sein Sohn Charles-Bonaventure wurden am 24. Juli 1794 in Paris im Rahmen der Revolutionskämpfe enthauptet.

1323 wird die Mühle Beurot erstmals erwähnt, 1781 die Mühlen Bernard und Taluchot, ferner bestand eine Mühle Patin. Im 18. Jahrhundert wurde Glimmer abgebaut. Noch heute bestehen vier Waschbrunnen, in Vanoise, Champs-Mathey, im Ortszentrum und in Chatin. Im 20. Jahrhundert wurde Sand abgebaut und eine Schleuse mit Wehr wurde von 1975 bis 1978 erbaut. Mitte des 19. Jahrhunderts bestand ein großer Holzverarbeitungsbetrieb am Hafen, Kalk- und Ziegelbrennereien und 1988 bestanden 18 Landwirtschaftsbetriebe.

Heraldik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ormes benutzt ein modernes Wappen, das die Besonderheiten der Gemeinde ohne großen historischen Bezug wiedergibt. Das gevierte Wappen zeigt im ersten Feld einen Schlüssel, der in der Blasonierung als gallorömisch bezeichnet wird und Bezug nimmt auf die Funde aus römischer Zeit. Feld 2 zeigt ein Ulmenblatt, dessen Baum angeblich die Grundlage für den Ortsnamen bildet. Feld 3 zeigt drei auffliegende Vögel, als Hinweis auf die ländliche Gegend, sowie auch die vielen Feuchtgebiete, Feld 4 schließlich zeigt die Schachblume, die als Besonderheit in dieser Gegend vorkommt.[9]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [10])
179318001821183118411851186118721881189119011911192119311946196219751990199920062011
828719902949880924865828801795710624582531452408334413438489523
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich 10 Landwirtschaftsbetriebe, eine Bäckerei, eine Möbelschreinerei, eine Weinhandlung, ein Betrieb der Baubranche und zwei der Wald- und Forstwirtschaft. Als AOC-Produkte sind in Ormes Crème et beurre de Bresse[11][12] zugelassen, ferner Volaille de Bresse[13] und Dinde de Bresse[14]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde besteht eine École primaire (École maternelle und École élémentaire), die der Académie de Dijon[15] untersteht und von 61 Kindern besucht wird. Für die Schule gilt der Ferienplan der Zone A[16].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Claude Courtépée (1721–1781): Description historique et topographique du Duché de Bourgogne. Band 5. Chez Causse, Dijon 1780 (französisch, Google Books).
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Histoire de la Bresse Louhannaise. Bd. 1, Louhans 1897.
  • Lucien Guillemaut (1842–1917): Armoiries et familles nobles de la Bresse louhannaise: armoiries ouvrières, armoiries particulières et de familles. Vve L. Romand, Louhans 1909 (französisch, gallica).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ormes (Saône-et-Loire) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Ormes. auf INSEE. Institut national de la statistique et des études économiques, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Ormes. im Verzeichnis der Gemeinden Frankreichs. Abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Ormes. in der Base Mérimée. Ministère de la Culture, abgerufen am 18. Januar 2015 (französisch).
  • Ormes. in Archives départementales. Département Saône-et-Loire, abgerufen am 21. Januar 2016 (französisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ormes. auf habitants.fr. Abgerufen am 25. Januar 2015 (französisch).
  2. La Saône, Länge 473,4 km, Zufluss zur Rhone, Quelle bei 48° 5′ 31,2″ N, 6° 10′ 46,6″ O in Vioménil auf ca. 401 m, Mündung bei 45° 43′ 28,6″ N, 4° 49′ 8,8″ O in Lyon auf ca. 161 m, La Saône auf sandre.eaufrance.fr
  3. La Tenarre, Länge 26,0 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 45′ 45″ N, 5° 4′ 12,4″ O in Saint-Martin-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei 46° 39′ 13,7″ N, 4° 57′ 16,6″ O in Ormes auf ca. 174 m, La Tenarre auf sandre.eaufrance.fr
  4. Bief du Moulin Bernard, Länge 7,3 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei 46° 37′ 35″ N, 4° 59′ 23,3″ O in Simandre auf ca. 202 m, Mündung bei 46° 35′ 29,4″ N, 4° 55′ 26″ O in Boyer auf ca. 169 m, Bief du Moulin Bernard auf sandre.eaufrance.fr
  5. Departementsstraße D933. auf routes.wikia.com. Abgerufen am 25. Januar 2015 (französisch).
  6. Ormes. (PDF) auf Dictionnaire topographique du département de la Saône-et-Loire. In: Dictionnaire topographique de la France. Comité des Travaux Historiques et Scientifiques, abgerufen am 23. Januar 2015 (französisch, Suchbegriff: Ctrl+F Ormes).
  7. Abrinca auf Orbis Latinus, abgerufen am 25. Januar 2015.
  8. La maison forte de la Serrée. archäologischer Untersuchungsbericht. (Nicht mehr online verfügbar.) Centre de Castellologie de Bourgogne, archiviert vom Original am 8. Juli 2015; abgerufen am 4. Juli 2015 (französisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cecab-chateaux-bourgogne.fr
  9. L’Armorial des villes es des villages de France. Ormes. Abgerufen am 12. Februar 2016 (französisch, Originalblasonierung: Écartelé: au 1er d'azur à la clé gallo-romaine d'or, contournée et renversée d'or, au 2e de gueules à la feuille d'orme d'argent, au 3e de gueules à trois oiseaux essorants d'argent, ceux du chef affrontés, au 4e d'azur à la fritillaire pintade [espèce rare de la région] tigée et feuillée d'or, la fleur courbée et penchée vers la dextre, mouvant d'ondes alésées d'argent.).
  10. Ormes. auf cassini.ehess.fr. In: Des villages de Cassini aux communes d’aujourd’hui. École des Hautes Études en Sciences Sociales, abgerufen am 25. Januar 2015 (französisch).
  11. Crème de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  12. Beurre de Bresse. auf INAO L’Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 3. Juli 2015 (französisch).
  13. Poulet de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  14. Dinde de Bresse. auf INAO, L'Institut national de l'origine et de la qualité. Abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch).
  15. Homepage der Académie de Dijon. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).
  16. Ferien- und Feiertagsplan der Zone A. Ormes. Abgerufen am 10. Januar 2016 (französisch).