Ormont

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Ormont im Landkreis Vulkaneifel, für andere Bedeutungen siehe Ormont (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Ormont
Ormont
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Ormont hervorgehoben
Koordinaten: 50° 20′ N, 6° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Vulkaneifel
Verbandsgemeinde: Obere Kyll
Höhe: 530 m ü. NHN
Fläche: 12,44 km2
Einwohner: 363 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 29 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54597
Vorwahl: 06557
Kfz-Kennzeichen: DAU
Gemeindeschlüssel: 07 2 33 232
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausplatz 1
54584 Jünkerath
Webpräsenz: www.ormont.de
Ortsbürgermeister: Cornelius Dahm
Lage der Ortsgemeinde Ormont im Landkreis Vulkaneifel
Scheid Hallschlag Ormont Kerschenbach Reuth Stadtkyll Jünkerath Schüller Gönnersdorf Esch Feusdorf Lissendorf Birgel Steffeln Wiesbaum Berndorf Hillesheim (Eifel) Oberbettingen Basberg Kerpen (Eifel) Üxheim Nohn Oberehe-Stroheich Walsdorf Dohm-Lammersdorf Duppach Kalenborn-Scheuern Rockeskyll Pelm Berlingen Hohenfels-Essingen Gerolstein Neroth Birresborn Kopp (Vulkaneifel) Mürlenbach Densborn Salm Dreis-Brück Betteldorf Daun Dockweiler Hinterweiler Kirchweiler Kradenbach Nerdlen Sarmersbach Gefell Hörscheid Darscheid Utzerath Schönbach Steiningen Steineberg Demerath Winkel (Eifel) Immerath Strotzbüsch Mückeln Strohn Gillenfeld Ellscheid Saxler Udler Mehren Schalkenmehren Üdersdorf Brockscheid Bleckhausen Oberstadtfeld Wallenborn Niederstadtfeld Weidenbach Schutz Meisburg Deudesfeld Borler Bongard Boxberg Neichen Beinhausen Katzwinkel Hörschhausen Berenbach Kötterichen Höchstberg Kaperich Lirstal Oberelz Arbach Retterath Uersfeld Mannebach Bereborn Kolverath Sassen Gunderath Horperath Ueß Mosbruch Kelberg Gelenberg Bodenbach Reimerath Welcherath Brücktal Kirsbach Drees Nitz Landkreis Mayen-Koblenz Landkreis Cochem-Zell Landkreis Bernkastel-Wittlich Eifelkreis Bitburg-Prüm Nordrhein-Westfalen Landkreis Ahrweiler BelgienKarte
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Ormont
St. Margaretha von Antiochia

Ormont ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Vulkaneifel im Land Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Obere Kyll an, deren Verwaltungssitz in Jünkerath ist. Ormont ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Eifel am Fuße der Schneifel. Zu Ormont gehören auch die Wohnplätze Neuenstein und Erlenphenn.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ormont wurde 893 erstmals urkundlich im Prümer Urbar erwähnt.

In einem Güterverzeichnis von 1222 wird die Belehnung des Grafen von Vianden mit dem Hof zu Oremunte durch die Abtei Prüm überliefert.1320 wurde Friedrich II. von Blankenheim von König Johann von Böhmen, der gleichzeitig Graf von Luxemburg war, mit dem Dorf Oyrmunde belehnt. Friedrichs Gemahlin war Else, Frau von Neuenstein. 1329 kauften die Brüder Arnold I. und Gerhard V. von Blankenheim den Hof Neuenstein. 1361 kamen Ormont und Neuenstein durch Tausch an Johann I. von Schleiden und seinen Bruder Konrad von Schleiden, der Propst zu St. Gereon in Köln war. Konrad von Schleiden baute um 1365 die Burg Neuenstein auf einem Kegelhügel hoch über dem linken Prümufer. 1450 kam Ormont an die Grafen von Manderscheid-Schleiden und war von 1613 bis 1719 Besitz von Manderscheid-Gerolstein, danach von Manderscheid-Blankenheim-Gerolstein.

Landesherrlich gehörte der Ort bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Herzogtum Luxemburg, das Teil der Österreichischen Niederlande war. Nach der Einnahme der Region durch französische Revolutionstruppen (1794) gehörte Ormont von 1795 bis 1814 zum französischen Kanton Kronenburg im Departement Ourthe und war der Mairie Hallschlag unterstellt. Während des Ersten Koalitionskriegs brannten 1794 französische Revolutionstruppen die Burg Neuenstein nieder und verkauften sie als Steinbruch.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kamen aus dem Departement Ourthe die drei Gemeinden Hallschlag, Ormont und Scheid zum Königreich Preußen. Die drei Gemeinden wurden der Bürgermeisterei Hallschlag im 1816 neu errichteten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier zugeordnet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Ormont während der sogenannten Ardennenoffensive (Unternehmen „Wacht am Rhein“) stark zerstört.

Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Funktional- und Gebietsreform wurde Ormont zusammen mit 14 weiteren Gemeinden am 7. November 1970 vom gleichzeitig aufgelösten Landkreis Prüm in den Landkreis Daun (seit 2007 Landkreis Vulkaneifel) umgegliedert.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Ormont, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 208
1835 289
1871 347
1905 358
1939 669
1950 439
Jahr Einwohner
1961 405
1970 397
1987 363
1997 402
2005 392
2015 363

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ormont besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[5]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochmoor „Bragphenn“
Wappen von Ormont
Wappenbeschreibung: „Unter goldenem Zackenschildhaupt und über goldenem Bogenschildfuß (Berg), darin ein roter Drachenkopf, der mit einem roten Kreuzstab bedeckt ist, in Rot fünf (2:1:2) silberne Kugeln, begleitet rechts und links von je einer goldenen Gleve.“[6]
Wappenbegründung: Ormont und der Ortsteil Neuenstein gehörten zur Grafschaft Manderscheid, die durch das goldene Zackenschildhaupt repräsentiert wird. Konrad von Schleiden, der Erbauer der Burg Neuenstein in Ormont, führte in seinem Wappen die goldenen Gleven (Lanzenspitzen). Aus dem Siegel des Johann von Neuenstein sind die fünf Kugeln entnommen. Der goldene Berg im unteren Teil des Wappens symbolisiert den früheren Vulkan Goldberg nahe der Gemeinde und gleichzeitig den Ortsnamen, der aus dem lateinischen „ad aureum montem“ entstanden ist. Kreuzstab und Drache stehen als Attribute der Kirchen- und Ortspatronin für die Heilige Margaretha.

Die Ortsgemeinde Ormont führt das Wappen seit 1992.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Höckerlinie als Panzersperre
  • Katholische Pfarrkirche St. Margareta (Ormont) von 1850
  • Marienkapelle von 1952 mit Ehrenfriedhof
  • Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest wird am Sonntag nach dem 20. Juli (Margareta v. A.) gefeiert
  • Mehrere sehr gut erhaltene Abschnitte der Höckerlinie des Westwalls ()
  • Hochmoor „Bragphenn“ - eine Naturfläche für z. B. Wollgras, Fieberklee oder den Perlmutterfalter ()
  • Zahlreiche Wanderwege in und um Ormont [7][8]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ormont

Siehe auch: Liste der Naturdenkmale in Ormont

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ormont werden seit 2002 von einem Familienbetrieb Holzpellets hergestellt.

Seit 1991 gibt es auf dem Goldberg nordöstlich der Gemeinde den ersten Windpark im Binnenland Deutschlands. Der Windpark Ormont-Goldberg () hat sieben Windräder vom Typ Enercon-33 und neun Windräder vom Typ Südwind S70. Die Gesamtleistung der 16 Windkraftanlagen beträgt 15,46 MW pro Jahr. [9][10]

Der Windpark Ormont-Erlenphenn () hat ein Windrad vom Typ Enercon E-40/5.40 und ein Windrad vom Typ Enercon E-58. Die Gesamtleistung der zwei Windkraftanlagen beträgt 1,5 MW pro Jahr. [11]

Siehe auch: Liste von Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Blum: Ormont. Vill passeert zwischen Goldberg und Prümquelle. Prüm 2001, ISBN 3-931478-07-6.
  • Hubert Jenniges: Die Grenzen der Ormonter Gemarkung und das Schöffenweistum von 1596. In: Der Prümer Landbote 2009. S. 28–33.
  • Herbert Blum: Entwurf eines Gemeindewappens für die Ortsgemeinde Ormont. In: Der Prümer Landbote 1992. S. 56.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ormont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, 1. Januar 2017, S. 74, abgerufen am 12. Juli 2017 (PDF; 1,85 MB).
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 160, 161 (PDF; 2,1 MB)
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  6. Wappenbeschreibung auf der Internetpräsenz der Verbandsgemeinde Obere Kyll Wappenerklärung. Abgerufen am 5. Juli 2016.
  7. Wanderweg Nettersheim-Ormont. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  8. Wanderweg Ormont-Westwall-Siegfriedlinie mit 3 Bunkern-Schnee Eifel. Abgerufen am 24. Juni 2017.
  9. Wirtschaft in Ormont. Abgerufen am 30. April 2016.
  10. Windpark Ormont-Goldberg. Abgerufen am 11. Juli 2017.
  11. Windpark Ormont-Erlenphenn. Abgerufen am 11. Juli 2017.