Orna Porat

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Orna Porat und Hanna Maron, Theaterszene aus dem Jahr 1949
Orna Porat (1957)
Orna Porat (2005)
Orna Porat Theater für Kinder und Jugendliche in Tel Aviv

Orna Porat (* 6. Juni 1924 in Köln als Irene Klein; † 6. August 2015[1]; hebräisch אורנה פּורת) war eine Schauspielerin aus Deutschland, die zusammen mit ihrem Ehemann nach Israel auswanderte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Irenes Vater war katholisch, ihre Mutter Protestantin, allerdings beschloss sie, als Atheistin zu leben, und interessierte sich für sozialistische Ideen. Als sie zehn Jahre alt wurde, zog sie mit ihrer Familie nach Porz, wo sie, gegen die politische Überzeugung ihrer Eltern, der Hitlerjugend beitrat. Nach Abschluss ihrer Schulzeit besuchte sie von 1940 bis 1942 eine Schauspielschule in Köln und erhielt danach ihr erstes Engagement am Theater in Schleswig.[2] Dort „entdeckte“ sie die Bücher von Thomas Mann, Jakob Wassermann und Franz Werfel, die ihr hinsichtlich der NS-Diktatur die Augen öffneten.[3]

Nach dem Krieg lernte sie Joseph Proter (hebraisiert: Porat) kennen, einen ebenfalls aus Köln stammenden Soldaten der Jüdischen Brigade, und heiratete ihn 1946.[2] Im Jahre 1947 wanderte das junge Paar ins Mandatsgebiet Palästina aus. Im Jahre 1957 konvertierte Orna Porat zum Judentum, damit sie und ihr Mann zwei Kinder adoptieren konnten.

Bald nach ihrer Ankunft in Palästina stellte sich Porat den Theatern in Tel Aviv vor, und nachdem sie von der Habimah und vom Ohel-Theater abgewiesen worden war, wurde sie 1948 im Cameri-Theater angenommen und war dort vierzig Jahre lang in Rollen der klassischen Bühnenliteratur zu sehen.[4] Später trat sie auch an der Habimah und am Jiddischen Theater auf. 1970 gründete sie auf Anregung des damaligen Bildungsministers Jigal Allon das Israelische Kindertheater (heute ihr zu Ehren benannt: Orna Porat Theater für Kinder und Jugendliche), das sie bis 1989 leitete.[2] Orna Porat wirkte mit bei der Gründung der „Internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche“ ASSITEJ. Porat wurde 1979 mit dem Israel-Preis ausgezeichnet.[4]

Ihre erste größere Filmrolle übernahm Porat in Sie sind frei, Dr. Korczak, einem Film über das Leben und Sterben von Janusz Korczak.[5] Ihren bekanntesten Filmauftritt hatte sie in Cannon Movie Tales: Dornröschen (1987), in dem sie die Rolle von Dornröschens Kammerzofe spielt. Insgesamt war sie in rund einem Dutzend Film- und Fernsehproduktionen zu sehen.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1951: Ir Ha’Ohalim (deutsch: Zeltstadt), Kurzfilm
  • 1974: Sie sind frei, Dr. Korczak
  • 1986: Liebe ist ein Spiel auf Zeit (Every Time We Say Goodbye)
  • 1987: Cannon Movie Tales: Dornröschen (Cannon Movie Tales: Sleeping Beauty)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Orna Porat – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Merav Yudilovich: Israel’s leading theater diva dies at 91. Yedioth Internet, 6. August 2015.
  2. a b c Leah Gilula: Art. Orna Porat. In: Jewish Women. A Comprehensive Historical Encyclopedia, abgerufen am 6. August 2015.
  3. Helen Kaye: The grand woman of Israeli theater. In: The Jerusalem Post, 12. Januar 2005.
  4. a b Hans-Christian Rössler: In zwei Ländern. In: FAZ, 8. August 2015, S. 13; Nachruf.
  5. Orna Porat. In: Lexikon des internationalen Films.