Orrin Hatch

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Orrin Hatch (2010)
Hatchs Signatur

Orrin Grant Hatch (* 22. März 1934 in Pittsburgh, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei, der den Bundesstaat Utah seit 1977 im US-Senat vertritt. Seit Januar 2015 ist er Senatspräsident pro tempore.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orrin Hatch ist der Sohn von Helen Kamm und Jesse Hatch. Als erstes Mitglied seiner Familie, das studierte, besuchte Hatch die Brigham Young University, von der er den Bachelor in Geschichte erhielt. Danach studierte er Jura an der Law School der University of Pittsburgh, wo er 1962 seinen Juris Doctor erreichte. Nach dem Ende seines Studiums war er 14 Jahre als Rechtsanwalt tätig, zunächst in Pittsburgh und dann in Utah. Hatch ist mit Elaine Hansen verheiratet; sie haben gemeinsam sechs Kinder. Er ist Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Hatch vertritt seit Januar 1977 den Staat Utah im Kongress. In seiner allerersten Kandidatur für ein öffentliches Mandat besiegte er bei den Wahlen 1976 den demokratischen Amtsinhaber seit drei Wahlperioden, Frank Moss. Dabei kritisierte er die lange (18-jährige) Amtszeit von Moss. In den folgenden Senatswahlen wurde Hatch jeweils als Senator wiedergewählt, 1982 gegen den damaligen Bürgermeister von Salt Lake City, Ted Wilson, und zuletzt 2006, als seine Amtszeit rund 30 Jahre betrug. Derzeit ist er der längstgediente Senator in der Geschichte von Utah.

2000 war er einer der republikanischen Präsidentschaftsanwärter, aber er unterlag dem damaligen Gouverneur von Texas, George W. Bush. Seit 2010 unterstützt er eine Initiative, die Internet Service Providern und Suchmaschinen Internetfilter zum Schutz vor Urheberrechtsverletzungen vorschreiben sollte.

Im Dezember 2017 ermunterte US-Präsident Trump Hatch, erneut für den US-Senat zu kandidieren (offenbar um zu verhindern, dass Mitt Romney als Hatchs Nachfolger in den US-Senat einzieht).[1]

Lobbyist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1994 setzte sich Orrin Hatch dafür ein, dass die Produzenten von Nahrungsergänzungsmitteln nur minimale Auflagen erfüllen müssen. Er war Initiator eines Gesetzes,[2] das es den Produzenten solcher Mittel erlaubt, Behauptungen über gesundheitliche Effekte aufzustellen, ohne dass sie sich einer Überprüfung durch die Food and Drug Administration stellen müssen.[3] Er wurde aus der Branche, zu deren Lobbyisten auch sein Sohn Scott Hatch gehört, im Wahlkampf unterstützt und blieb auch nach Kritik wegen diverser Todesfälle unter Nutzern derartiger Mittel ein Verteidiger der Industrie.[4]

Hatch gilt auch, gemeinsam mit Tom Marino, als bedeutender Unterstützer der Pharmaindustrie. So war er im Frühjahr 2016 nach Presserecherchen eine Schlüsselfigur beim Durchsetzen eines Gesetzes, das es während der Betäubungsmittel-Epedemie in den USA, der Drogenbehörde DEA nahezu unmöglich machte, verdächtige Auslieferungen großer Mengen von verschreibungspflichtigen Betäubungsmitteln zu verhindern.[5]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. FAZ.net 5. Dezember 2017: Trump vermasselt Mitt Romney die Tour. Siehe auch en:United States Senate election in Utah, 2018
  2. PUBLIC LAW 103-417—OCT. 25, 1994, siehe auch en:Dietary Supplement Health and Education Act of 1994.
  3. Eric Lipton: "Support Is Mutual for Senator and Utah Industry" New York Times vom 20. Juni 2011
  4. Timothy Egan:"Stupid Pills" The New York Times vom 6. Februar 2015
  5. Scott Higham und Lenny Bernstein: The drug industry’s triumph over the DEA Washington Post vom 15. Oktober 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Orrin Hatch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Orrin Hatch – Zitate (englisch)