Orso Ipato

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Wappen von Orso Ipato.

Orso Ipato († 737) gilt der Tradition nach als dritter Doge von Venedig. Er regierte von 727 bis 737.

Nach dem Tod seines (angeblichen) Vorgängers Tegallianus, der in den frühen Quellen ausschließlich als Magister militum genannt wird, nicht als Doge, wurde der wie seine Vorgänger aus Eraclea stammende Orso durch Akklamation zum Dogen gewählt. Seine Regierungszeit fiel in eine unruhige Phase, denn in Italien waren die Auswirkungen des Byzantinischen Bilderstreits spürbar, der durch einen Erlass von Kaiser Leo III. ausgelöst worden war.

728, ein Jahr nach seinem Regierungsantritt, fiel der langobardische König Liutprand in byzantinisches Gebiet um Ravenna ein, eroberte die Stadt und vertrieb den Exarchen aus Ravenna, der in die venezianische Lagune floh. Daraufhin schickten die Venezianer ihre Kriegsflotte, vertrieben die Eindringlinge und setzten den Exarchen wieder in sein Amt ein.

Orso erhielt als Belohnung vom byzantinischen Kaiser den Ehrentitel ipato (griechisch: ὕπατος, lat. Übersetzung: Consul) den spätere Chronisten und Geschichtsschreiber für seinen Eigennamen hielten.

737 wurde Orso wahrscheinlich in Zusammenhang mit einer aufgedeckten Verschwörung mit den Langobarden gegen Byzanz ermordet.

Sein Sohn Diodato wurde aus Venedig vertrieben. In den nächsten fünf Jahren wurde Venedig von Byzanz aus durch einen magister militum mit jeweils einjähriger Amtszeit verwaltet, bevor 742 Diodato Ipato zum Dogen gewählt wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Marcello Tegalliano Doge von Venedig
727–737
Diodato Ipato