Liste gebräuchlicher Betone

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Alle Betone lassen sich entsprechend ihrer Herstellung, ihrer Einbauart oder ihrer besonderen Eigenschaften unterscheiden. Dabei gehört ein Beton nicht zwangsläufig nur einer Art an. Ein und dasselbe Produkt wird meist mehreren Kategorien zugeordnet. Die verwendeten Bezeichnungen der gebräuchlichen Betone sind in dieser Liste aufgeführt.

Betonarten nach Herstellung und Transport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baustellenbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Temporäres Betonwerk auf der Baustelle des Jade Weser Ports zur Produktion von Baustellenbeton

Baustellenbeton ist Beton, der direkt auf der Baustelle hergestellt wird, im Gegensatz zu Transportbeton, der mit Mischfahrzeugen von einer stationären Anlage angeliefert wird. Dies ist in Deutschland nur bei Baustellen mit großem Betonbedarf, die eventuell auch nur auf langen Anfahrtswegen zu erreichen sind, üblich. Beispiele sind Großbaustellen, z. B. Flughäfen, Staumauern von Talsperren oder die frühere Großbaustelle rund um den Potsdamer Platz in Berlin. Hier bestand jahrelang ein großer Betonbedarf für die im Bau befindlichen Wohn- und Geschäftskomplexe, die Straßen- und U-Bahn-Tunnel sowie die Bahnhöfe. Die Baustellenbetonwerke liefern, sofern technisch und personell dafür ausgelegt, sämtliche Betonfestigkeitsklassen und -sorten (wie eine stationäre Anlage).

Transportbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fahrmischer zur Lieferung von Beton auf eine Baustelle

Transportbeton ist Beton, der in stationären Betonmischanlagen zentral hergestellt und dann mit Betonmischfahrzeugen auf den Baustellen angeliefert wird. Eine andere Bezeichnung von Transportbeton ist Fertigbeton, weil er bereits fertig gemischt ist und nur noch eingebracht werden muss. Die Herstellung von Transportbeton ist in der Europäischen Norm EN 206 festgelegt.

Betonarten nach Einbaubedingungen und -verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Aufbeton

Als Aufbeton wird Beton bezeichnet, der nachträglich auf bestehenden Beton aufgebracht wird.

Ortbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ortbeton bezeichnet man Beton, der vor Ort auf der Baustelle verarbeitet wird und dort, meist in einer Schalung, abbindet, im Gegensatz zu Betonfertigteilen, die in erhärtetem Zustand direkt eingebaut werden. Ortbeton wird entweder als Transportbeton auf die Baustelle geliefert oder dort als Baustellenbeton hergestellt. Nach dem Einfüllen in die Schalungen muss der Ortbeton verdichtet werden, das heißt, eingeschlossene Luftblasen werden mit Rüttelmaschinen entfernt.

Pumpbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pumpbeton ist Beton, der mit Hilfe einer Betonpumpe vom Fahrmischer in die Schalung gefördert wird. An die Zusammensetzung von Pumpbeton werden besondere Anforderungen gestellt, um einen pumpfähigen Beton zu erhalten. Beispielsweise darf der Frischbeton nicht zu steif sein und das Größtkorn ein von der Pumpe abhängiges Maß nicht überschreiten.

Schleuderbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schachtringe aus gerütteltem Beton, in die kurz nach dem Ausschalen (im Frühstadium des Aushärtens) noch Löcher geschnitten, gebohrt oder auch Steigbügel einbetoniert werden können

Schleuderbeton ist das Produkt eines Herstellverfahrens, bei dem eine Betonschicht an der Innenseite einer im Wesentlichen zylindrischen Hohlform durch schnelle Rotation (beispielsweise mit 900 U/min) durch die Zentrifugalbeschleunigung (viel größer als g) besonders effizient verdichtet wird. Dadurch kann Beton mit einem niedrigen Wasserzementwert von 0,25–0,30 verwendet werden. Pfähle und meist etwas konische Maste und werden so typisch mit Stahlarmierung gefertigt oder Eisenrohre mit einer korrosionsschützender Betonauskleidung für wässrige Medien versehen.[1]

Die Deutschen Schleuderröhrenwerke Otto & Schlosser in Meißen erfanden das Verfahren und kamen ab 1905 – mit Schleuderhohlmasten auf den Markt.[2]16. September 1930, abgerufen 10. Juli 2017.

Spritzbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Spritzbeton

Spritzbeton ist Beton, der mit Druckluft in Rohrleitungen oder Schläuchen zu einer Spritzdüse gefördert wird, mit der der Beton flächenartig aufgetragen und gleichzeitig verdichtet wird. Insbesondere im Tunnelbau bei der Sicherung freigelegter Fels- oder Lockergesteinsflächen, aber auch bei der Sanierung und Verstärkung von Beton- und Stahlbetonkonstruktionen, hat dieses Betonierverfahren eine große Bedeutung.

Stampfbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Stampfbeton

Als Stampfbeton bezeichnet man unbewehrten Beton, der nur durch Druckstöße („Stampfen“) verdichtet wird.

Unterwasserbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterwasserbeton ist Beton, der unter Wasser eingebaut wird. Damit sich der Beton beim Betonieren nicht entmischt, sind besondere Betonierverfahren, wie das Benutzen von ortsfesten Trichtern (Kontraktorverfahren), notwendig. Der Beton muss ein gutes Zusammenhaltevermögen und eine gute Verarbeitbarkeit haben. Dazu sollte der Zementgehalt mindestens 350 kg/m³ betragen. Unterwasserbeton wird insbesondere bei Schlitzwänden und im Grundwasser als Sperrschicht bei Bodenplatten verwendet.

Vakuumbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Vakuumbeton versteht man ein Verfahren, bei dem mit einer Vakuumpumpe und Saugmatten nach dem Betonieren ein Unterdruck erzeugt wird. Dadurch wird dem Frischbeton ein Teil des nicht zur Hydratation benötigten Wassers entzogen. Durch die besondere Behandlung des Frischbetons wird z. B. die Schwindrissbildung vermindert. Es entstehen dichtere und verschleißfestere Betonoberflächen. Außerdem erreicht man durch dieses Verfahren schon sehr früh hohe Festigkeiten, wodurch eine frühere Nutzung der Oberfläche möglich ist und der Beton eine höhere Frostbeständigkeit erhält.

Walzbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Walzbeton

Walzbeton oder HGT-Beton (hydraulisch gebundene Tragschicht) ist ein erdfeuchter Beton, der mit einem Straßenfertiger oder einem lasergesteuerten Grader, mittels Radlader in Lagen von etwa 18–20 cm Dicke eingebaut und vorverdichtet wird. Die Nachverdichtung erfolgt mit Gummiradwalzen. Walzbeton hat einen niedrigen Zementgehalt (180 kg/m³) und eine grobe Körnung von 0–32 mm und wird im Straßenbau und bei Industrieböden eingesetzt.

Betonarten nach Eigenschaften und Beschaffenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asphaltbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Asphaltbeton

Beim Asphaltbeton besteht das Bindemittel aus Bitumen statt Zement.

Blauer Beton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bläulich schimmernde Äußere gab diesem Beton seinen Namen. Zustande kommt diese Färbung durch seinen hohen Zementanteil. Während des Aushärtungsprozesses färbt dieser durch eine chemische Reaktion den Frischbeton bläulich. Nach dem Trocknungsvorgang verblasst die Farbe, ist aber an Bruchstellen immer noch als bläulich auszumachen.[3][4]

Eine weitere, mögliche Herleitung seines Namens nimmt auf die englische Zementherstellung Bezug. Feine Zementarten, im Besonderen der bläulich schimmernde „Portland-Zement“, werden dort als „blaine“ bezeichnet, welches dem deutschen Wort „blau“ ähnelt.[3]

Da „Blauer Beton“ mit einem hohen Zementanteil hergestellt wird, weist er große Festigkeit auf. Dem steht allerdings eine erhöhte Sprödigkeit gegenüber.

Seine Anwendung fand er insbesondere vor und im Zweiten Weltkrieg für den Bau von Bunkern.[5]

Estrichbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Estrichbeton ist eine nichtnormierte Bezeichnung. Sie wird für Estrichmörtel zur Herstellung von feingliedrigen Betonbauteilen und Fundamenten sowie Estrichen verwendet. Deshalb sind die Durchmesser der Zuschlagsanteile auch relativ gering. Es handelt sich oft um Sackware, die vor Ort vor dem Einbau mit Wasser anzumischen ist.

Faser- und Textilbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Faserbeton, Stahlfaserbeton und Textilbeton

Beim Faserbeton werden dem Beton zur Verbesserung der Zugfestigkeit, und damit des Bruch- und Rissverhaltens, Fasern zugegeben. Diese Fasern sind gleichmäßig verteilt im Zementstein eingebettet und wirken als Bewehrung. Durch die Verwendung eines Faserbetons werden auftretende Risse in viele sehr schmale und damit normalerweise unschädliche Risse verteilt.

Es können kurze oder lange, in Richtung der Zugbeanspruchung eingelegte, Fasern verwendet werden. Lange Fasern werden meist in Form von Glasfasertextilmatten eingesetzt. Man spricht dann von textilbewehrtem Beton oder auch Textilbeton.[6]

Für die Fasern können verschiedene Materialien verwendet werden:

  • Glasfasern – Normales Glas wird vom alkalischen Milieu des Betons angegriffen. Deshalb müssen alkalibeständige Glasfasern verwendet werden (z. B.: AR-Glasfaser).
  • Stahlfasern – Es werden Stahlfasern verschiedenster Art verwendet. Nicht rostend, Baustahl, aufgebogen, nicht aufgebogen, …
  • Kunststofffasern – Hier werden insbesondere Polypropylen- und Kevlarfasern verwendet.
  • KohlenstofffasernKohlenstofffasern besitzen den höchsten E-Modul der hier angeführten Fasern, sie dehnen sich also unter Belastung am wenigsten.

Glasschaum-Beton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glasschaum-Beton ist eine Betonmischung, die statt Sand und Kies Glasschaum verwendet. Der Baustoff ist hart und tragend, aber auch sehr leicht. Durch den Glasschaum werden außerdem sehr gute Wärmedämmeigenschaften erreicht. Die Druckfestigkeit liegt bei 8 bis 47 MPa, bei einem Raumgewicht von ungefähr 800 bis 1600 kg/m³ und einem Wärmedurchgangskoeffizienten zwischen 0,12 und 0,38 W/(m²K).

Glasstahlbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Glasstahlbeton

Bei der Herstellung von Glasstahlbeton werden Betonglas, Beton und Bewehrung eingesetzt, sodass in Teilen lichtdurchlässige Tragstrukturen erstellt werden können. Im Gegensatz zu einer verglasten Fassade trägt das Glas ebenfalls Lasten ab.

Hochfester und ultrahochfester Beton (UHFB)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochfeste Betone werden mit Hilfe von Zementen mit hoher Druckfestigkeit, Hochleistungsverflüssigern und mit extrem feinen Zusatzstoffen (Silika-Stäube, Flugaschen) hergestellt. Ultrahochfester Beton (UHFB), international als Ultra High Performance Concrete (UHPC) bezeichnet, stellt das Ergebnis der weitergeführten Forschungstätigkeit auf Grundlage des hochfesten Betons dar. Aufgrund seines vorzugsweise geringen Größtkorndurchmessers und der hohen Reaktivität seiner festen Bestandteile umreißt die auf frühe dänische (Bache) und auf französische Forschungen in den achtziger Jahren zurückreichende Parallelbezeichnung „Reaktionspulverbeton“ bzw. „Béton de Poudres Réactives“ (BPR) oder „Reactive Powder Concrete“ (RPC) seine technologische Besonderheit sehr treffend. Er erreicht Druckfestigkeiten bis über 200 MPa und – mit Fasern versetzt – Zugfestigkeiten von 15 und Biegezugfestigkeiten bis zu 45 MPa. In Deutschland wurden mehrere Brücken im Umkreis von Kassel mit UHFB gebaut.

Infraleichtbeton oder Ultraleichtbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einer Trockenrohdichte von maximal 800 kg/m³ spricht man von Infraleichtbeton oder Ultraleichtbeton. Eine untere Gewichtsgrenze für diese Betonsorte liegt technisch derzeit bei etwa 350 kg/m³. Die geringe Dichte ergibt sich durch die besondere Herstellung, unterschiedliche Leichtbetonzuschlagstoffe und die Gefügeart des Infraleichtbetons. Zur Herstellung benutzt man leichte Tongranulate, z. B. Liapor. Die Druckfestigkeit ist so gering, dass er noch nicht als Konstruktionsbeton benutzt werden kann. Diesbezüglich laufen derzeit an verschiedenen Instituten in Deutschland Untersuchungen. Wesentliche Vorteile dieses Betons sind neben dem geringen Gewicht die niedrige Wärmeleitfähigkeit. Mit einem Lambda von zirka 0,18 W/(m K) ist diese maßgebende Eigenschaft ungefähr halb so hoch wie die Werte des Leichtbetons nach DIN 1045.

Konkretbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konkretbeton ist eine Bezeichnung für einen Beton mit einem Zusatz von Splitt, Schutt oder ähnlichem, der früher manchmal verwendet wurde. Er ist deshalb wasserdurchlässiger (poröser) und von schlechter Qualität. Die englische Bezeichnung für Beton „concrete“ findet sich in dem Wort wieder.

Luftporenbeton (LP-Beton)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftporenbeton ist, im Gegensatz zu Porenbeton, ein herkömmlicher Beton, hergestellt aus Gesteinskörnung, Zement und Zugabewasser. Durch die Zugabe von Luftporenbildnern als Betonzusatzmittel entstehen kleine, gleichmäßig verteilte Bläschen im Frischbeton, die bis zur Erhärtung stabil bleiben. Die so erzeugten Hohlräume (Luftporen) sind ein Schutz vor Schäden durch gefrierendes Wasser, welches sich beim Gefrieren in die Poren ausdehnt, anstatt den Beton aufzusprengen. Luftporenbeton wird deshalb überall dort eingesetzt, wo nasser Beton Frost ausgesetzt sein kann.

Magerbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Magerbeton

Wird der Gesteinskörnung nur sehr wenig Zement beigemischt, so entsteht Magerbeton. Dieser Beton erreicht geringere Festigkeiten und findet überwiegend Anwendung im Straßen- und Tiefbau als Bettung für Pflastersteine und Bordeinfassungen oder als Sauberkeitsschicht.

Ökobeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Ökobeton

Ökobetone sind derart zusammengesetzt, dass die aus der Herstellung der Ausgangsstoffe und der Betonherstellung resultierende Umweltbelastung möglichst gering ist. In der Regel weichen die Mischungszusammensetzungen derartiger Betone von den normativen Vorgaben zur Betonzusammensetzung (z. B. in EN 206 und DIN 1045-2) ab. Daher sind in diesen Fällen gesonderte Regelungen erforderlich.

Papierbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Papercrete oder Papier-Beton ist ein Baustoff, der leicht ist und eine hohe Festigkeit aufweist. Natürlich können auch andere Faser- und Metall-Verarbeitungsabfälle Anwendung finden, wie beispielsweise beim Textilbeton. Entscheidend ist die Mischung (Papercrete ~ 60 Papier – 20 Staub/Mineral – 20 Feinzement). Man hat bereits einfache Geodätische Kuppeln mit diesem Material gebaut, wobei auch Metallgeflecht-Verstärkung (Bewehrung) verwendet werden kann.

Polymerbeton (PC)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polymerbetone (engl. polymer concrete) enthalten im Gegensatz zum normalen Beton ein Polymer (Kunststoff) als Bindemittel, das die Gesteinskörnung (Zuschlag) zusammenhält. Zement wird im Polymerbeton, wenn überhaupt, nur als Füllstoff, also als Erweiterung der Gesteinskörnung in den Feinstkornbereich hinein eingesetzt und übernimmt keine Bindewirkung. Polymerbetone werden hauptsächlich in der Sanierung bestehender Bauteile benutzt. Durch die geringen Topfzeiten (Erhärtungszeiten) der Polymere von unter einem Tag können bei Straßen und Brücken lange Sperrzeiten vermieden werden.

Die am meisten verbreitete Polymermatrix für Polymerbeton ist ungesättigtes Polyesterharz (UP-Harz). Durch Mischen verschiedener Körnungen werden Füllgrade bis über 90 % (m/m) erreicht. Die in Deutschland wichtigsten Anwendungen sind Rohre und Rinnensysteme, die komplett aus Polymerbeton gegossen werden. Polymerbeton hat in seinem Anwendungsbereich deutlich bessere mechanische und chemische Eigenschaften als Zement-Beton. Die Gelierzeit (oder kurz: Gelzeit) dieser Harze kann durch die Menge der verwendeten Katalysatoren (meist Kobaltsalze) und Härter (meist Methylethylketonperoxyd) individuell eingestellt werden.

Polymerbeton (auch Mineralguss genannt) findet auch eine breite Anwendung bei der Herstellung von Maschinengestellen. Durch seine sehr gute Schwingungsdämpfung können große Genauigkeiten bei Dreh- oder Fräsmaschinen erreicht werden. Das Polymer (Bindemittel) besteht zum größten Teil aus Epoxydharz.

Recyclingbeton (RC-Beton)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Recyclingbeton

Recyclingbeton werden alle Betone genannt, bei denen Beton- oder Mauerwerksbruch (Brechsand und Splitt) die Gesteinskörnung aus primären Rohstoffen (Kies und Sand) zum Teil oder vollständig ersetzt. Das Recyclingmaterial wird z.B. beim Abbruch von Gebäuden oder Betonfahrbahnen gewonnen.

Säurebeständiger Beton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei diesen Betonen geht es darum, die chemische Beständigkeit stark zu erhöhen. Das wird erreicht, wenn das dreidimensional vernetzte Calciumhydroxidgefüge der Zementsteinmatrix unterbrochen und die Menge des Ca(OH)2 begrenzt wird.

Selbstreinigender Beton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Fassaden mit selbstreinigenden Betonoberflächen zu erhalten, gibt es neuere Entwicklungen. Ähnlich wie beim Lotuseffekt muss die Oberfläche entweder stark wasserabweisend (superhydrophob) oder wasseranziehend (superhydrophil) sein. Vor allem der zweite Weg scheint erfolgversprechend zu sein, wobei sowohl Methoden der nachträglichen Oberflächenbehandlung als auch der Betonzugabe beim Mischprozess angewendet werden. Durch hydrophobe alkalische Silikatlösungen werden ähnliche Effekte auch bei älterem Beton erzielt. Derartige Zusatzmittel können sich auch positiv auf die Abrieb- und Druckfestigkeit auswirken.

Selbstverdichtender Beton (SVB)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Selbstverdichtender Beton

Durch geeignete Rezepturen und Zusatzmittel ist es möglich, Beton herzustellen, der sich ohne von außen zugeführte Verdichtungsenergie (also ohne Rütteln) selbst verdichtet. Dieser Beton wird als selbstverdichtender Beton (kurz: SVB) bezeichnet und ist sehr fließfähig. Gelegentlich wird auch der englische Name self-compacting concrete (SCC) verwendet.

Sichtbeton, Strukturbeton und Fotobeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fertigteil mit strukturierter Sichtbetonoberfläche
Fotobetonoberfläche an der Fachhochschule Eberswalde
Hauptartikel: Sichtbeton, Strukturbeton und Fotobeton

Als Sichtbeton wird jeder Beton bezeichnet, der nach der Erhärtung sichtbar bleibt und nicht beispielsweise verputzt oder beschichtet wird. In vielen Fällen wird Sichtbeton bewusst als Gestaltungselement eingesetzt und ggf. durch Strukturschalung mit Mustern versehen. In diesem Fall wird auch von Strukturbeton gesprochen. Eine weitere Möglichkeit der Gestaltung von Sichtbeton ist die Herstellung von sogenanntem Fotobeton. Durch gezielte Veränderungen der Oberflächenrauheit können Bilder auf dem Beton dargestellt werden.

Splitt- oder Dränbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Splittbeton enthält Splitt einer Körnung sowie Zement und Wasser. Nach dem Abbinden ergibt sich ein zusammenhängendes Hohlraumsystem, durch das Wasser abfließen kann. Dadurch besteht geringere Frostgefahr im Winter. Splittbeton wird im Straßen- und Wegebau sowie beim Setzen von Randsteinen etc. angewendet. Splittbeton wird heute im Brückenbau häufig unter Verwendung von polymeren Bindemitteln hergestellt, da sonst die relativ große innere Oberfläche bei der Verwendung von hydraulischen Bindemitteln zu einer schnellen Auswaschung desselben und zur Entstehung von Aussinterungen in und an Tropftüllen und an Bauwerksunterseiten führt.

Splittbeton ist nicht grundsätzlich Dränbeton (auch „Drainbeton“), da der Splitt auch zur Herstellung von Sieblinien für den Transportbeton in den Korngruppen 2/8, 8/16 und 16/22 Verwendung findet.

Stahlbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Stahlbeton

Stahlbeton ist ein Verbundbaustoff, bestehend aus den beiden Komponenten Beton und Bewehrungsstahl. Die Zugfestigkeit eines Betons beträgt in etwa nur ein Zehntel der Druckfestigkeit, der Stahl hingegen besitzt eine hohe Zugfestigkeit. Das Tragprinzip beim Baustoff Stahlbeton ist daher, auf Zug beanspruchte Stellen eines Bauteils mit Stahl zu verstärken, also zu bewehren, und in den übrigen Bereichen die Druckfestigkeit des Betons zu nutzen (in hauptsächlich biegebeanspruchten Bauteilen z. B. Balken). Bei überwiegend auf Druck beanspruchten Bauteilen (z. B. Stützen) dient der Stahl (Bewehrung) auch zur Erhöhung der Tragfähigkeit; er wird also auf Druck beansprucht.

Transluzenter Beton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Lichtbeton

Seit den 1930er Jahren existieren eine Reihe von Erfindungen, um durch das Einbetten von lichtleitenden Elementen – meist optische Fasern – Betonelemente herzustellen. „Lichtbeton“ wird heute unter verschiedenen Markennamen („LiTraCon“,„LUCEM“,„Luccon“, u.a.) vermarktet. Der Beton weist gewöhnlich einen Glasfaseranteil von 3–5 % auf. Die annähernd verlustfreie Lichtleitung durch die optischen Fasern ermöglicht es auch noch bei bis zu zwanzig Zentimeter Wanddicke Licht, Schattenwürfe oder sogar Farben zu sehen. Im Gegensatz zu Faserbeton oder Textilbeton werden hier optische Fasern eingesetzt, die eine Weiterleitung des Lichts erlauben. Handelsübliche und im Beton beständige AR-Glasfasern sind zu dünn für das Phänomen der Totalreflexion im Bereich des sichtbaren Lichts.[7]

Waschbeton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Waschbeton

Zur Herstellung von Waschbetonoberflächen wird durch Wasserstrahlen und/oder Bürsten der Zementleim von der Oberfläche entfernt, sodass das Korngerüst freiliegt. Zum Einsatz kommt Waschbeton als Gestaltungselement oder um im Straßenbau eine griffige Oberfläche zu erzeugen.

Wasserundurchlässiger Beton (WU-Beton)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: WU-Beton

Ein wasserundurchlässiger Beton verhindert ohne weitere Abdichtungsmaßnahmen das Eindringen von Wasser in ein Bauwerk. Erreicht wird dies durch ein dichtes Gefüge und eine möglichst rissfreie Oberfläche des Festbetons.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Beton – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Beton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Schubert: Baustoffe für tragende Bauteile, Bd. 2, Bauverlag BV GmbH, S. 191
  2. Fachschrift für das gesamte Bauingenieurwesen. S. 563–568.
  3. a b Dornbach-Baulexikon: Blauer Beton. Abgerufen am 13. Juli 2013.
  4. Beton Abgerufen am 8. Oktober 2013.
  5. Betonarten in Deutschland auf Beton.de. Abgerufen am 8. Oktober 2013.
  6. Sonderforschungsbereich 528 „Textile Bewehrungen zur bautechnischen Verstärkung und Instandsetzung“ der TU Dresden sowie Deutsches Zentrum Textilbeton
  7. Andreas Roye, Marijan Barlé, Gries Thomas: Faser- und Textilbasierte Lichtleitung in Betonbauteilen. Schaker Verlag, Aachen, Germany 2009, ISBN 978-3-8322-7297-5.