Osann-Monzel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Osann-Monzel
Osann-Monzel
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Osann-Monzel hervorgehoben

Koordinaten: 49° 55′ N, 6° 57′ O

Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Wittlich-Land
Höhe: 190 m ü. NHN
Fläche: 16,58 km2
Einwohner: 1721 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54518
Vorwahl: 06535
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 103
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Kurfürstenstraße 1
54516 Wittlich
Website: www.osann-monzel.de
Ortsbürgermeister: Armin Kohnz
Lage der Ortsgemeinde Osann-Monzel im Landkreis Bernkastel-Wittlich
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Über dieses Bild
Ortsteil Monzel am Monzeler Hüttenkopf
Ortsteil Osann am Noviander Hüttenkopf

Osann-Monzel an der Mosel ist eine Weinbaugemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz und besteht aus den 1969 zusammengeschlossenen Ortsteilen Osann und Monzel. Die Ortsgemeinde gehört der Verbandsgemeinde Wittlich-Land an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Osann-Monzel befindet sich an der Mittelmosel, auf einer Anhöhe in ein (Monzel) bis zwei (Osann) Kilometer Entfernung vom Fluss. Der Ort liegt auf etwa 180 Metern über Normalnull, zwischen dem Monzeler Hüttenkopf und dem Noviander Hüttenkopf, in einem Seitental durch das im Tertiär eine Flussschleife der Mosel führte.[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Osann-Monzel wurde vermutlich erstmals während der Römerzeit besiedelt, nachdem Julius Caesar (100 v. Chr. bis 44 v. Chr.) Eifel und Mosel dem römischen Reich einverleibt hatte. In der Gemarkung Monzel wurden Trümmer gefunden, die als eine römische Villa rustica, also ein landwirtschaftliches Einzelgehöft, gedeutet wurden. Nach dem Ende der römischen Herrschaft gehörte das Gemeindegebiet ab 510 zum Frankenreich und nach dessen Teilung ab Mitte des 9. Jahrhunderts zu Lothringen. Lothringen seinerseits wechselte einige Male seine Zugehörigkeit zwischen dem ostfränkischen und dem westfränkischem Reich. Schließlich gehörte seit 925 das Gemeindegebiet, wenn auch mit Unterbrechungen, zum westlichen Grenzgebiet Deutschlands.

Es sind keine direkten urkundlichen Erwähnungen aus dieser Zeit bekannt, dennoch wird angenommen, dass sowohl Osann als auch Monzel schon im 7. oder 8. Jahrhundert gegründet wurden. Sicher ist, dass diese Orte seit wenigstens 950 existierten. Das ist aus einer Aufzählung von Besitztümern der Trierer Abtei Sankt Martin zu dieser Zeit bekannt, in der „osanna“ und „muncele villam“ genannt werden. Diese erste urkundliche Erwähnung wurde auf das Jahr 1008 datiert.[4][5]

Erzbischof Balduin von Trier gab 1323 dem Grafen von Nassau-Saarbrücken Monzel und Osann als Lehen, ein wichtiger Grundherr in Monzel blieb aber auch das Kloster Himmerod. 1412 gab Philipp von Nassau-Saarbrücken den Grafen von Daun und zu Bruch Osann und Monzel als Afterlehen. Von diesem kamen Osann und Monzel dann als Heiratsgut an die Grafen von Manderscheid.

Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts bestand in Osann eine große jüdische Gemeinschaft, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts einen Anteil von fast 15 % der Gesamtbevölkerung hatte. Durch die Repressalien des NS-Regimes wohnte im Mai 1939 kein jüdischer Einwohner mehr im Ort.[6]

Ab 1794 standen die beiden Orte unter französischer Herrschaft, 1815 wurden sie auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Osann wurde Sitz der Bürgermeisterei Osann im Landkreis Wittlich. Seit 1946 sind die Orte Teil des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz. Am 7. Juni 1969 wurden die Gemeinden Osann und Monzel aufgelöst, aus den aufgelösten Gemeinden wurde die neue Gemeinde Osann-Monzel gebildet.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Osann-Monzel besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die 16 Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen.[8]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisherige Bürgermeister der Gemeinde:

  • 1969–1982: Josef Müller
  • 1982–1984: Ewald Marmann
  • 1984–1994: Rudolf Plum
  • 1994–1999: Hans-Heinrich Kahl
  • 1999–2014: Matthias Stoffel[9][10]
  • seit 2014: Armin Kohnz

Armin Kohnz wurde 2014 Ortsbürgermeister von Osann-Monzel.[11] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 66,51 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 führt der Moselsteig durch den Ort.

Weinlagen in Osann-Monzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Osanner Kirchlay
  • Osanner Rosenberg
  • Monzeler Kätzchen
  • Monzeler Paulinslay

Wie überall im Anbaugebiet Mosel werden überwiegend Riesling, Müller-Thurgau und Dornfelder angebaut.

Medizinische Versorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Osann-Monzel gibt es einen Allgemeinmediziner sowie einen Zahnarzt und einen Pflegedienst. Überregionale sowie Intensiv-Versorgung bietet das Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich mit seinen Standort in Wittlich und Bernkastel-Kues.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Osann-Monzel gibt es eine Grundschule im Ortsteil Osann, die in einem denkmalgeschützten Gebäude untergebracht ist. Die Kindertagesstätte "Zwergenvilla" befindet sich ebenfalls in einem denkmalgeschützten Gebäude im Ortsteil Monzel. In der Kreisstadt Wittlich (12 km) sowie in Bernkastel-Kues (10 km) finden sich weitere weiterführende Schulen.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hugo Pfeil (* 1885 in Bassenheim; † 1967 in Osann-Monzel), römisch-katholischer Priester, Opfer des NS-Regimes und Träger des Bundesverdienstkreuzes
  • Christa Klaß (* 1951 in Osann-Monzel), von 1994 bis 2014 Abgeordnete des Europäischen Parlamentes

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Osann-Monzel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2019, Kreise, Gemeinden, Verbandsgemeinden (Hilfe dazu).
  2. Landschaft im Wandel - Digitale Topographische Karte 1:25 000 (DTK25) von 1890 bis 2019. Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz (Hrsg.). (online, abgerufen am 27. August 2020)
  3. Bruno Dietrich: Morphologie des Moselgebietes zwischen Trier und Alf. 1910. (online in Internet Archive, abgerufen am 27. August 2020)
  4. Erich Gerten, Fritz Kirch, Armin Kohnz: Osann. Geschichte eines Weindorfes im Moselland. Hrsg.: Verein „1000 Jahre Osann e.V.“ 2008.
  5. Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung der Orte Osann und Monzel findet sich im Anhang zur „Vita Magnerici“, einer Biografie des Heiligen Magnerich, 570-596 Bischof von Trier. Dieses Dokument, das kein Datum enthält, wird auf das Jahr 1008 geschätzt, während der Anhang wohl um 1020 bis 1040 hinzugefügt wurde. Der Anhang ist eine Auflistung von Besitztümern, die der Trierer Abtei St. Martin noch um 950 gehörten, bevor sie durch den Trierer Erzbischof enteignet wurden. Außer Osann und Monzel werden dort auch Wehlen (heute Ortsteil von Bernkastel-Kues), Longkamp, Kommen, Salmrohr (heute Ortsteil von Salmtal), Fastrau (heute Ortsteil von Fell), Mertloch, Bitburg, Reinig und ein heute unbekannter Ort namens Eweson genannt.
  6. Osann mit Monzel (Gemeinde Osann-Monzel, VG Wittlich-Land, Kreis Bernkastel-Wittlich) Jüdische Geschichte / Synagoge, auf alemannia-judaica.de
  7. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 175 (PDF; 2,8 MB).
  8. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  9. Korrektur: Wechselspiel im Osann-Monzeler Gemeinderat. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 22. Mai 2012, abgerufen am 22. Januar 2021.
  10. Kommentar: Bis zum Zerreißen gespannt. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 1. März 2018, abgerufen am 22. Januar 2021 (Nur Artikelanfang frei zugänglich).
  11. Viele Ortschefs bestätigt, manche Posten bleiben vakant. In Osann-Monzel gewann Armin Kohnz. In: Trierischer Volksfreund. Volksfreund-Druckerei Nikolaus Koch GmbH, Trier, 25. Mai 2014, abgerufen am 22. Januar 2021.
  12. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. Abgerufen am 22. Januar 2021 (siehe Wittlich-Land, Verbandsgemeinde, 34. Ergebniszeile).