Oscar Lanford

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Oscar Erasmus Lanford III, häufig zitiert als Oscar E. Lanford III, (* 6. Januar 1940 in New York City; † 16. November 2013) ist ein US-amerikanischer Mathematiker und mathematischer Physiker.

Lanford in Rennes 1975

Lanford studierte an der Wesleyan University und promovierte 1966 an der Princeton University bei Arthur Wightman (Construction of Quantum Fields Interacting by a Cut-Off Yukawa Coupling). Danach war er ab 1966 zunächst als Assistant Professor, später als Professor an der University of California, Berkeley. Ab 1982 war er Physik-Professor am IHES bei Paris. Ab 1987 war er Professor an der ETH Zürich. Seit 2005 ist er Professor Emeritus an der ETH. 1970 war er am Institute for Advanced Study.

Lanford arbeitete in der mathematischen Physik zunächst in Konstruktiver Quantenfeldtheorie, dann in statistischer Physik und der Theorie dynamischer Systeme. Insbesondere verwendete er Renormierungsgruppenmethoden in der computergestützten Analyse dynamischer Systeme, so in dem Beweis der Feigenbaum-Vermutungen im Feigenbaum-Szenario.[1].

1976 bewies er die Gültigkeit der Boltzmann-Gleichung für ein klassisches Gas streuender Kugeln, allerdings gilt sein Beweis nur für sehr kurze Zeiten.[2]

Er ist Ehrendoktor der Wesleyan University und erhielt 1986 den Preis der National Academy of Sciences für Angewandte Mathematik und Numerische Analysis. Er war Invited Speaker auf dem ICM 1986 (Computer assisted proofs in analysis) und 1974 in Vancouver (Time evolution of infinite classical systems). 1969 bis 1971 war er Sloan Fellow. Er ist Fellow der American Mathematical Society.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lanford A computer assisted proof of the Feigenbaum Conjectures, Bulletin AMS, Bd. 6, 1982, S. 427, Online hier
  2. Lanford On a derivation of the Boltzmann equation, Asterisque, Band 40, 1976, S. 117-137