Oscarverleihung 2022

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Übersicht aller ausgezeichneten Filme
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Weitere Ereignisse

Das Dolby Theatre, Ver­an­stal­tungs­ort der Oscarverleihung 2022

Die 94. Verleihung der Oscars (englisch 94th Academy Awards) fand am 27. März 2022 im Dolby Theatre in Los Angeles statt. Die Vorauswahl (Shortlist) wurde am 21. Dezember 2021 veröffentlicht, am 8. Februar 2022 wurden daraus die Nominierten bekanntgegeben.[1][2]

Die Moderation der Preisverleihung wurde in diesem Jahr von Regina Hall, Amy Schumer und Wanda Sykes übernommen. Bei den acht Kategorien Dokumentar-Kurzfilm, Schnitt, Make-up und Frisuren, Filmmusik, Szenenbild, animierter Kurzfilm, Kurzfilm sowie Ton wurden die Preisträger nicht mehr live bei der Verleihungsshow verkündet, sondern vorher. Diese Verleihungen wurden bei der Veranstaltung eingespielt.[3]

Als Favorit für die Preisverleihung galt das neuseeländisch-australische Westerndrama The Power of the Dog von Jane Campion, das zwölf Nominierungen erhielt. Campion ist die erste Filmemacherin, die zum zweiten Mal für den Regie-Preis berücksichtigt wurde; ihr Oscar war dann jedoch der einzige, der für diesen Film tatsächlich vergeben wurde. Zehn Nominierungen erhielt Denis Villeneuves US-amerikanische Science-Fiction-Produktion Dune, die sechs Oscars gewann. Das britische Jugenddrama Belfast von Kenneth Branagh und der US-amerikanische Musicalfilm West Side Story von Steven Spielberg erhielten je sieben Nominierungen, aber letztlich jeweils nur einen Oscar. Den Hauptpreis für den Besten Film erhielt Coda, der mit nur 3 Nominierungen ins Rennen gegangen war, jedoch alle 3 Preise gewinnen konnte.

Besondere mediale Aufmerksamkeit erregte Will Smith, der den Komiker Chris Rock während der Anmoderation auf der Bühne ohrfeigte, nachdem dieser zuvor einen Witz über Smiths Ehefrau, Jada Pinkett Smith, gemacht hatte.

Die erfolgreichsten Filme
(mindestens zwei Nominierungen)
hervorgehoben = meiste Auszeichnungen
N = Nominierung; A = Auszeichnung
Film N A
The Power of the Dog 12 1
Dune 10 6
Belfast 07 1
West Side Story 07 1
King Richard 06 1
Drive My Car 04 1
Don’t Look Up 04 0
Nightmare Alley 04 0
Coda 03 3
Encanto 03 1
Keine Zeit zu sterben 03 1
Being the Ricardos 03 0
Flee 03 0
Frau im Dunkeln 03 0
Licorice Pizza 03 0
Macbeth 03 0
The Eyes of Tammy Faye 02 2
Cruella 02 1
Parallele Mütter 02 0
Der schlimmste Mensch der Welt 02 0
Tick, Tick…Boom! 02 0

Preisträger und Nominierte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bester Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Lady Gaga und Liza Minnelli

Coda – Produktion: Fabrice Gianfermi, Philippe Rousselet und Patrick Wachsberger

Beste Regie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Kevin Costner

Jane CampionThe Power of the Dog

Bester Hauptdarsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Samuel L. Jackson, Uma Thurman und John Travolta

Will SmithKing Richard

Beste Hauptdarstellerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Anthony Hopkins

Jessica ChastainThe Eyes of Tammy Faye

Bester Nebendarsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Yoon Yeo-jeong

Troy KotsurCoda

Beste Nebendarstellerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von H.E.R. und Daniel Kaluuya

Ariana DeBoseWest Side Story

Bestes adaptiertes Drehbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Shawn Mendes und Tracee Ellis Ross

Siân HederCoda

Bestes Originaldrehbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Jennifer Garner, Elliot Page und J. K. Simmons

Kenneth BranaghBelfast

Beste Kamera[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Woody Harrelson, Rosie Perez und Wesley Snipes

Greig FraserDune

Bestes Szenenbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Josh Brolin und Jason Momoa

Zsuzsanna Sipos und Patrice VermetteDune

Bestes Kostümdesign[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Ruth E. Carter und Lupita Nyong’o

Jenny BeavanCruella

Beste Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Josh Brolin und Jason Momoa

Hans ZimmerDune

Bester Filmsong[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Jake Gyllenhaal und Zoë Kravitz

No Time to Die aus Keine Zeit zu sterben (No Time to Die) – Musik und Text: Billie Eilish und Finneas O’Connell

Bestes Make-up und beste Frisuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Josh Brolin und Jason Momoa

Linda Dowds, Stephanie Ingram und Justin RaleighThe Eyes of Tammy Faye

Bester Schnitt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Josh Brolin und Jason Momoa

Joe WalkerDune

Bester Ton[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Josh Brolin und Jason Momoa

Ron Bartlett, Theo Green, Doug Hemphill, Mark A. Mangini und Mac RuthDune

Beste visuelle Effekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Jacob Elordi und Rachel Zegler

Brian Connor, Paul Lambert, Tristan Myles und Gerd NefzerDune

Bester Animationsfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Halle Bailey, Lily James und Naomi Scott

EncantoJared Bush, Byron Howard, Yvett Merino und Clark Spencer

Bester animierter Kurzfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Josh Brolin und Jason Momoa

The Windshield WiperAlberto Mielgo und Leo Sanchez

Bester Kurzfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Josh Brolin und Jason Momoa

The Long GoodbyeRiz Ahmed und Aneil Karia

Bester Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Chris Rock

Summer of Soul (…Or, When the Revolution Could Not Be Televised)David Dinerstein, Robert Fyvolent, Joseph Patel und Ahmir „Questlove“ Thompson

Bester Dokumentar-Kurzfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Josh Brolin und Jason Momoa

The Queen of BasketballBen Proudfoot

Bester internationaler Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

präsentiert von Tiffany Haddish und Simu Liu

Drive My Car (ドライブ・マイ・カー, Doraibu mai kā), Japan – Regie: Ryūsuke Hamaguchi

Einreichungen für den Besten internationalen Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als deutschen Beitrag wählte im September 2021 eine von german films, der Auslandsvertretung des deutschen Films, organisierte Jury Ich bin dein Mensch von Maria Schrader aus.[4] Weitere Bewerber waren die neun Filme Je suis Karl, Herr Bachmann und seine Klasse, Fabian oder Der Gang vor die Hunde, Die Welt wird eine andere sein, Die Rettung der uns bekannten Welt, Die Unbeugsamen, Schachnovelle, Lieber Thomas und Nahschuss.[5]

Die Schweiz reichte die schweizerisch-französische Koproduktion Olga von Elie Grappe als Kandidaten ein[6] und Österreich Große Freiheit von Sebastian Meise.[7]

Die Beiträge aus Deutschland und Österreich gelangten auf die am 21. Dezember 2021 veröffentlichte Vorauswahl aus 15 Filmen,[8][9] landeten aber nicht auf der Liste der fünf Nominierungen.

Als bester internationaler Film wurde Drive My Car (ドライブ・マイ・カー, Doraibu mai kā) aus Japan unter der Regie von Ryūsuke Hamaguchi ausgezeichnet.

Ehrenoscars[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vom Board of Governors der Academy of Motion Picture Arts and Sciences bestimmten Ehrenpreisträger sollten ursprünglich im Rahmen der Governors Awards-Gala am 15. Januar 2022 in Los Angeles ausgezeichnet werden. Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurde die Verleihung auf den 25. März 2022 verschoben.[10][11] Die Preisträger wurden am 24. Juni 2021 bekanntgegeben:[12]

  • Samuel L. Jackson – US-amerikanischer Schauspieler und Filmproduzent
  • Elaine May – US-amerikanische Schauspielerin, Autorin, Theater- und Filmregisseurin
  • Liv Ullmann – norwegische Schauspielerin und Regisseurin

Des Weiteren wurde Danny Glover der Jean Hersholt Humanitarian Award zuerkannt.[12]

In Memoriam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorfall um Will Smith und Chris Rock[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Chris Rock während der Verleihung auf der Bühne den Preis für den besten Dokumentarfilm überreichte, scherzte er gegenüber Jada Pinkett Smith, dass er sich auf eine Fortsetzung von G.I. Jane freue, ein Film, in dem Demi Moore sich ihre langen Haare abrasiert. Pinketts Haarverlust hingegen ist nicht beabsichtigt, sondern Folge einer krankhaften Alopezie.[13] Nachdem Pinkett Smiths Ehemann Will Smith erst noch darüber gelächelt hatte, erhob er sich Sekunden später von seinem Sitz in der Nähe der Bühne, ging auf Rock zu und ohrfeigte ihn. Es war im ersten Moment unklar, ob es sich um eine geplante Einlage handelte. Rock erwiderte die Ohrfeige mit dem Satz: „Wow! Will Smith hat gerade die Scheiße aus mir geprügelt!“ („Wow! Will Smith just smacked the shit out of me!“). Nachdem er sich wieder hingesetzt hatte, schrie Smith Rock zweimal an: „Nimm nicht den Namen meiner Frau in deinen verdammten Mund!“ („Keep my wife's name out your fucking mouth!“).[14][15] Spätestens dann wurde deutlich, dass es sich nicht um einen geplanten Teil der Show handelte. Als Smith kurz darauf den Oscar als bester Schauspieler entgegennahm, sagte er in seiner Rede, dass er sich auf sein Gefühl konzentriere, die Menschen um ihn herum beschützen zu müssen, und entschuldigte sich bei der Academy, nicht aber bei Rock.[16]

Einen Tag nach der Veranstaltung entschuldigte sich Smith über Instagram auch bei Rock.[17] Rock erstattete wegen des Vorfalls keine Anzeige bei der Polizei.[18] Im Nachhinein wurde publik, dass die Veranstalter Smith noch während der Verleihung dazu aufgefordert hatten, die Gala zu verlassen, wozu dieser sich weigerte.[19] Am 1. April 2022 zog Smith Konsequenzen und trat aus der Academy aus. Er nannte sein Verhalten „schockierend, schmerzhaft und unentschuldbar“. In einer Stellungnahme, die in der Zeitschrift Variety veröffentlicht wurde, sagte er weiter: „Ich habe anderen Nominierten und Gewinnern ihre Gelegenheit genommen, zu feiern und für ihre außergewöhnliche Arbeit gefeiert zu werden. Ich bin untröstlich.“[20]

Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat als Konsequenz Will Smith für zehn Jahre von allen Veranstaltungen, inklusive der Oscarverleihungen, ausgeschlossen.[21]

Als Reaktion auf die Vorkommnisse haben nun sowohl Sony als auch Netflix Filmprojekte mit Smith auf Eis gelegt. Betroffen sind unter anderem der vierte Teil der Bad Boys-Reihe sowie der Netflix-Film Fast and Loose, in denen die Besetzung von Hauptrollen durch Smith vorgesehen waren.[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oscars auf abc.com
  • oscars.org Academy of Motion Picture Arts and Sciences (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pete Hammond: Oscars: 94th Academy Awards Set A Late-March Date As Eligibility Is Limited to 10 Months in 2021 – Here’s the Inside Story. In: Deadline.com. 27. Mai 2021. Abgerufen am 16. September 2021.
  2. Oscar Nominations 2022 List: Nominees by Category – Oscars 2022 News | 94th Academy Awards. Abgerufen am 8. Februar 2022 (englisch).
  3. Scott Feinberg, Oscars: Eight Awards Won’t Be Telecast Live This Year (Exclusive) Hollywood Reporter vom 22. Februar 2022.
  4. "Ich bin dein Mensch" ist deutscher Oscar-Kandidat. In: sueddeutsche.de/dpa. 15. September 2021, abgerufen am 16. September 2021.
  5. Barbara Schuster: Zehn deutsche Filme stehen für die Oscar-Einreichung bereit. In: Blickpunkt: Film. 2. September 2021. Abgerufen am 16. September 2021.
  6. «Olga» vertritt die Schweiz im Wettbewerb um einen Oscar. In: admin.ch. 6. September 2021, abgerufen am 16. September 2021.
  7. Österreich reicht „Große Freiheit“ für Auslandsoscar ein. In: ORF.at. 12. Oktober 2021, abgerufen am 12. Oktober 2021.
  8. Clayton Davis: Oscars Shortlists Include Beyoncé, ‘Spider-Man’ and Two Jonny Greenwood Scores as France’s ‘Titane’ Is Snubbed. In: variety.com. 21. Dezember 2021, abgerufen am 22. Dezember 2021 (englisch).
  9. Georg Leyrer: Oscars: Österreichischer Film „Große Freiheit“ auf der Shortlist. In: Kurier.at. 21. Dezember 2021, abgerufen am 22. Dezember 2021.
  10. Ehrenoscars an Liv Ullmann und Samuel L. Jackson verliehen. In: ORF.at. 26. März 2022, abgerufen am 26. März 2022.
  11. Verleihung der Ehren-Oscars verschoben. In: ORF.at. 23. Dezember 2021, abgerufen am 23. Dezember 2021.
  12. a b Liv Ullmann und Samuel L. Jackson erhalten Ehrenoscars. In: ORF.at. 25. Juni 2021, abgerufen am 16. September 2021.
  13. Lisa Respers France and Stephanie Elam CNN: Will Smith appeared to strike Chris Rock on Oscars telecast. Abgerufen am 28. März 2022.
  14. tagesschau.de: Academy Awards: Ohrfeige überschattet Oscar-Verleihung. Abgerufen am 28. März 2022.
  15. Condé Nast: Will Smith Slaps Chris Rock at Oscars 2022 After Joke Gone Wrong. 28. März 2022, abgerufen am 28. März 2022 (amerikanisches Englisch).
  16. Ryan Gajewski, Ryan Gajewski: Will Smith Tearfully Apologizes to Academy After Chris Rock Oscars Slap. In: The Hollywood Reporter. 28. März 2022, abgerufen am 28. März 2022 (amerikanisches Englisch).
  17. Oscar-Akademie will Untersuchung - Will Smith entschuldigt sich für Ohrfeige. In: ZDF. 29. März 2022, abgerufen am 29. März 2022.
  18. Zack Sharf: Chris Rock Declines to File Police Report After Will Smith Slap at Oscars, LAPD Says. In: Variety. 28. März 2022, abgerufen am 28. März 2022 (amerikanisches Englisch).
  19. Oscar-Veranstalter forderten Will Smith zum Verlassen der Gala auf. In: spiegel.de. 31. März 2022, abgerufen am 31. März 2022.
  20. Will Smith tritt wegen Ohrfeige aus Oscar-Akademie aus bazonline, 2. April 2022, abgerufen am 2. April 2022
  21. Will Smith von den Oscars ausgeschlossen. In: tagesschau.de. 8. April 2022, abgerufen am 9. April 2022.
  22. Will Smith: Netflix und Sony stoppen seine Filmprojekte. Abgerufen am 4. April 2022.