Oshakati

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Coat of arms of Namibia.svg
Details
Wappen Oshakati.png
Details
Stadt
Oshakati


Motto Unity, Justice, Development
(Einheit, Gerechtigkeit, Entwicklung)
Basisdaten
Einwohnerzahl
Fläche
Einwohnerdichte
35.600 (Berechnung 2010)[1]
60,5 km²[1]
588 Einwohner je km²[1]
Staat
Region
Wahlkreis
Namibia
Oshana
Oshakati-Ost/Oshakati-West
Gründungsdatum 1. Juli 1966
Kfz-Kennzeichen
Telefonvorwahl
SH
65
Website www.oshtc.na
Karte Oshakati in Namibia

Oshakati ist Hauptstadt und Regierungssitz der Region Oshana, Namibia und mit 35.600 Einwohnern[1] die größte Stadt in Nordzentralnamibia und die fünftgrößte Stadt des Landes.

Zusammen mit dem direkt im Osten angrenzenden Ongwediva und dem etwa 35 km entfernten Ondangwa bildet Oshakati eine bedeutende städtische Agglomeration.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude der Stadtverwaltung von Oshakati
Der 1976 errichtete Sendemast (275 Meter hoch) im Zentrum von Oshakati
Der 48 Meter hohe Aussichtsturm Oshungo ya Shakati am neuen Markt von Oshakati
Der neue „Dr. Frans Aupa Indongo Open Market“ in Oshakati, am 11. März 2016 eröffnet
Der alte Markt von Oshakati an der C46, im Jahr 2016 abgerissen

Die Region liegt nördlich des Etosha-Nationalparks und bildete zu Zeiten der südafrikanischen Verwaltung zusammen mit den Regionen Omusati, Ohangwena und Oshikoto das Ovamboland. Der nächste Verkehrsflughafen ist der von Ondangwa, von wo aus Linienflüge nach Windhoek abgehen. Die Stadt liegt im Einflussgebiet der Oshanas, welche die Region regelmäßig überfluten lassen.

Oshakati ist über die gut ausgebaute Hauptstraße C46 mit Outapi und Ondangwa verbunden. Die Straße geht in Ondangwa in die Nationalstraße B1 über, die Namibia vom Süden nach Norden durchzieht.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oshakati hat ein semiarides Klima (Steppenklima BSh, gemäß der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger), mit heißen Sommern und relativ milden Wintern (warme Tage und kalte Nächte). Der durchschnittliche jährliche Niederschlag beträgt 472 Millimeter; die Hauptniederschläge erfolgen im Südsommer.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Oshakati/Ondangwa
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 32 32 31 31 30 27 27 30 34 35 34 34 Ø 31,4
Min. Temperatur (°C) 20 20 10 18 14 8 8 9 15 18 19 20 Ø 14,9
Temperatur (°C) 26 26 26 25 22 18 19 21 26 27 26 28 Ø 24,2
Niederschlag (mm) 107 99 97 29 6 5 0 2 7 12 45 41 Σ 450
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Quelle: [2] [3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oshakati wurde im Jahr 1966 durch die südafrikanische Besatzungsmacht gegründet, welche einerseits von Oshakati aus ihre wirtschaftlichen Bestrebungen im nördlichen Namibia intensivieren wollte und andererseits einen starken militärischen Stützpunkt im Norden des Landes benötigte, um nachhaltig gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der SWAPO vorgehen zu können. Vor allem aufgrund des immer größer werdenden Bedarfs an formellen sowie informellen Arbeitskräften wuchs die Stadt in den 1970er und 1980er Jahren sehr schnell.[4]

Aufgrund der südafrikanischen Apartheidspolitik war Oshakati bis zur Unabhängigkeit Namibias in einen rein „weißen“ Osten (Oshakati East) und einen „schwarzen“ Westen (Oshakati West) unterteilt. Dabei war der weiße Teil der Stadt durch einige Distanz, Zäune und Stacheldraht klar von den schwarzen Siedlungsgebieten abgegrenzt. Aufgrund des fortwährenden namibischen Befreiungskampfes wurde Oshakati von den Südafrikanern außerdem wie eine Festung verwaltet und war institutionell sowie infrastrukturell klar vom ländlichen Umland des Ovambolandes abgegrenzt.[4]

1974 errichteten die Südafrikaner einen Militärstützpunkt in der Stadt. Deshalb wurde eine Pipeline und ein Kanal errichtet, welche Wasser vom Kunene im Nordosten nach Oshakati leitete, um den Wasserbedarf des Militärs sicherzustellen. Diese existiert bis heute. Weitere geplante Großprojekte zur langfristigen Sicherstellung des Wasserbedarfs von Oshakati wurden aufgrund anhaltender militärischer Auseinandersetzungen mit der SWAPO nicht umgesetzt.[5]

Am 18. Februar 1988 explodierte in Oshakati in der damaligen Filiale der Barclays Bank an der Hauptstrasse nach Oshikuku eine Bombe, welche 27 Menschen tötete und viele weitere teils schwer verletzte bzw. verstümmelte. Das Gebäude wurde dabei vollkommen zerstört. Bis heute hat sich niemand zu diesem Anschlag bekannt. Jedoch ist in Namibia die Meinung, dass es sich um einen Terroranschlag der südafrikanischen Besatzungsmacht handelte, sehr weit verbreitet. Bis heute kämpfen die Überlebenden des Anschlags für eine finanzielle Entschädigung ihresgleichen durch die Republik Südafrika.[6][7]

Nach der Unabhängigkeit Namibias im Jahr 1990 und dem damit verbundenen Abzug der allermeisten Südafrikaner ließen sich innerhalb kürzester Zeit tausende arbeitslose ehemalige SWAPO-Freiheitskämpfer in der Stadt nieder. Vor allem deshalb ging Oshakati kurz nach der Unabhängigkeit Namibias durch eine von allgemeiner Arbeitslosigkeit und sozialer Instabilität geprägte Krise. Viele Ovambos aus der Region zogen deshalb zunächst eine Migration nach Windhoek oder in andere mehr südlich gelegene Städte des Landes einer Niederlassung in Oshakati vor. Seit der Jahrtausendwende konnte Oshakati aber seine wirtschaftliche Führungsrolle in Nordnamibia wieder zunehmend festigen, vor allem aufgrund von südafrikanischen und angolanischen Investitionen in der Region. Dennoch lebt bis heute ein Großteil der Einwohner Oshakatis in Wellblechsiedlungen.[4]

Während des Bürgerkrieges in Angola war Oshakati ein sehr wichtiger Stützpunkt der südafrikanischen Armee, die von hier aus aktiv auf Seiten der UNITA in den Krieg eingegriffen hatte. Dieser nahezu 30-jährige Bürgerkrieg in Angola hatte nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung Oshakatis: Zwar war fast das gesamte Ovamboland militärisches Sperrgebiet und damit von einer geordneten zivilen Entwicklung weitgehend ausgeschlossen, dennoch sorgte die Anwesenheit des Militärs für ein starkes Wachstum in allen damit zusammenhängenden Bereichen. Zudem war Oshakati im und nach dem Bürgerkrieg Zufluchtsort für viele aus der Region und aus Angola stammende Kriegsflüchtlinge. Dies alles führte zu einer sehr ungeordneten, aber durchaus stürmischen Entwicklung zu Lasten der historisch gewachsenen Strukturen.

Kommunalpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2015 wurde folgendes amtliche Endergebnis ermittelt.[8]

Partei Stimmen Stimmenanteil Sitze
SWAPO 4569 91,2 % 6
DTA 0330 06,6 % 1
RDP 0111 02,2 % 0
Insgesamt 5010 100 % 7

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oshakati gliedert sich in sechs Stadtteile:

  • Evululuko
  • Oshakati-Nord
  • Oshakati-West
  • Oshakati-Ost
  • Oshoopala
  • Uupindi-Nord

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballverein Oshakati City spielt in der Namibischen Premier League.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

China VolksrepublikVolksrepublik China Nantong (seit 1. Januar 2015)[9]
NamibiaNamibia Windhoek (seit April 2002)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Namibia 2011 Population and Housing Census Preliminary Results. Namibia Statistics Agency, April 2012 abgerufen am 9. Mai 2012
  2. History Weather Underground, Oshakati, Namibia. Wunderground, abgerufen am 1. September 2010 (englisch).
  3. Climate Ondangwa – Namibia. Climatedata.eu, abgerufen am 1. September 2010 (englisch).
  4. a b c Twedten I. und Nangulah S. (1999), Social Relations of Poverty: A Case-Study from Owambo, Namibia, Chr. Michelsen Institute – Development Studies and Human Rights, Bergen, Norway, PDF-Datei, 68 Seiten, 7. März 2012. (englisch)
  5. Kluge T., Liehr S., Lux A., Niemann S. und Brunner K. (2006), IWRM in northern Namibia – Cuvelai delta, Final report of a preliminary study, Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE), Frankfurt am Main, PDF-Datei, 59 Seiten, 8. März 2012. (englisch)
  6. Uugwanga P. und Ipinge S. (2001), Sharing research techniques in the new millennium: Drawing from the experience of the Oshakati bomb blast, Reform Forum: Journal for Educational Reform in Namibia, Volume 14, May 2001, PDF-Datei, 3 Seiten, 8. März 2012. (englisch)
  7. The Namibian (2012): Namrights wants compensation for Oshakati bomb victims, 8. März 2012. (englisch)
  8. Offizielles Wahlergebnis der Regional- und Kommunalwahlen 2015, ECN, 4. Dezember 2015 (PDF; 150 kB)
  9. Oshakati signs twinning agreement with Chinese city. The Namibian, 5. Januar 2015 abgerufen am 5. Januar 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oshakati – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 17° 47′ S, 15° 42′ O