Oskar Ansull

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Oskar Ansull (* 29. Mai 1950 in Celle) ist ein deutscher Schriftsteller und Rezitator, der vor allem für seine Leseprogramme zu Leben und Werk deutscher Autoren bekannt ist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansull absolvierte nach der Schule eine Buchhändlerlehre. 1972 ging er nach Berlin, war Regieassistent am Schillertheater und machte eine Ausbildung zum Imker. Seit 1984 ist Ansull freier Schriftsteller und Erfinder von Lesungen. Von 1989 bis 2002 lebte Ansull in Hannover, seither in Berlin-Pankow. Seit 2005 ist er Mitherausgeber der celler hefte der RWLE Möller Stiftung in Celle, wo er in den 1980er und 1990er Jahren bereits die Zelleschen Anzeigen und Faltblätter gegen die Kurzweil herausgab.

Er produzierte zahlreiche Rundfunksendungen für den NDR und Radio Bremen sowie Mitschnitte seiner mehr als 60 Leseprogramme, in denen Ansull Autoren präsentiert, wie zum Beispiel Johannes Bobrowski in Ich weiß nur, was ich erzählt habe, Georg Büchner in Wozzeck, Woyzeck oder was?, Wilhelm Busch in Sag Atome, sage Stäubchen. Wilhelm Busch in Seitenblicken.

In seinen Programmen arbeitet Ansull oft mit Musikern, u. a. mit Michael Griener (Percussion), Theo Jörgensmann (Klarinette) und Vitold Rek (Kontrabass). Ansull ist Gründungs- und Ensemblemitglied des Kleinkunsttheaters hebebühne in Hannover. Zusammen mit Bengt Kiene schrieb er das Theaterstück kinderkleinkriegen für das Ensemble.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1986/87: Gast des Atelierhauses Worpswede
  • 1988: Gast im Paul-Ernst-Wilke-Haus in Bremerhaven
  • 1990: Aufenthaltsstipendium des Landes Niedersachsen für die Casa Baldi (Olevano Romano)
  • 1992: Künstlernachwuchsstipendium für Literatur des Landes Niedersachsen
  • 1993/94: Arbeitsstipendium des Landes Niedersachsen für den Künstlerhof Schreyahn
  • 1997: Stipendium des Herrenhauses Edenkoben
  • 2011: Stipendium der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Papierstreifen. In der Reihe: LIBRIS, Die Libristen, Berlin 2013.

Lyrik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Disparates. Radius Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-87173-678-3.
  • Entsicherte Zeit. Postskriptum Verlag, Hannover 1988, ISBN 3-922382-41-X.
  • Nimm die Finger fort, mein Kind. (limitierte Auflage). Der Librist, Uetze-Dollbergen 1992.
  • Im Fortlaufen schon. (limitierte Auflage). Eric van der Wal, Bergen/Holland 1992.
  • Nebensätzliches. Ein Dutzend typographische Postkarten mit Texten von Oskar Ansull. Schröder, Berlin 1996.
  • Mit Händen und Füßen. Drei Zyklen. Revonnah, Hannover 1997, ISBN 3-927715-39-5.
  • Sieben Gedichte über Oma Möcker und mich. Ein Erzählgedicht-Zyklus und eine Zugabe. Revonnah, Hannover 1992, Neuaufl. 2005, ISBN 3-934818-60-9.
  • Heimat schöne Fremde. Aphorismen. handmade in Linden by Roland Balzer, Verschachtelte Literatur, Hannover 2008.
  • gruss an korf. widmungen. (limitierte Auflage). Eric van der Wal, Bergen/Holland 2009.
  • Denkste, also biste. Haupt- und Nebensätzliches. (limitierte Auflage). Der Librist, Berlin 2011.

Herausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • … leichthin über Liebe und Tod. Ein Programm deutscher Lyrik. Mit Georg Eyring. Haffmans Verlag, Zürich 1998, ISBN 3-251-00401-8.
  • ZweiGeist Karl Emil Franzos. Ein Lesebuch. Deutsches Kulturforum östliches Europa, Potsdam 2005, ISBN 3-936168-21-0.
  • Himmel, welch ein Land! Landkreis & Literatur. Eine Sichtung. In: celler hefte 7–8. Schriftenreihe der RWLE Möller Stiftung, Celle 2010, ISBN 978-3-9813668-3-9.
  • Ja, bleiben muss und werde ich … Georg Wilhelm Friedrich Beneken, Philosoph Pastor Publizist, Leben und Werk 1765–1824. Gemeinde Nienhagen, Dorfstr. 41, 29336 Nienhagen 2011.
  • Karl Emil Franzos: Namensstudien/Ètudes de noms. zweisprachige Ausgabe (dt./franz.) übersetzt von Ariane Lüthi, im Verlag hohesufer.com, Hannover 2012, ISBN 978-3-941513-23-5 (Über die Zwangsvergabe von Nachnamen an die jüdische Bevölkerung in Osteuropa/Galizien.)
  • Mit Thorsten Albrecht: Einladung ins Welttheater. Hannes Razum 1907–1994. Intendant am Schlosstheater Celle von 1956–1972. Eine Würdigung. In: celler hefte 9–10. Schriftenreihe der RWLE Möller Stiftung, Celle 2013, ISBN 978-3-9813668-4-6.
  • Carlo Emilio Gadda, Bonaventura Tecchi: Die Baracke der Dichter. Italienische Kriegsgefangene im Celle-Lager 1918. Übersetzt von Ragni Maria Gschwend und Ulrike Stopfel. Zu Klampen Verlag, Springe 2014, ISBN 978-3-86674-401-1.[1]
  • Im Arm der Liebe… Hermann Wilhelm Franz Ueltzen. Ein Dichter zwischen Aufklärung und Empfindsamkeit. Leben & Werk 1759–1808. Wehrhahn Verlag, Hannover 2015, ISBN 978-3-86525-429-0.

Beiträge in Anthologien und Literaturzeitschriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schneidende Urteile. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 4. Februar 2015, S. 10.