Oskar Reichmann

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Oskar Reichmann (* 1937 in Wilgersdorf) ist ein deutscher Germanist und Linguist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichmann studierte in Bonn und in Marburg Germanistik und Geschichte. Die Promotion erfolgte 1964 zum Dr. phil. Von Januar 1964 bis zum Oktober 1965 war er als wissenschaftlicher Angestellter am Forschungsinstitut für deutsche Sprache, dem Deutschen Sprachatlas, in Marburg tätig. Bis März 1967 war er als Studienreferendar im Seminarbezirk Marburg (Treysa und Kirchheim) tätig, dort erfolgte mit Abschluss des Referendariates die 2. Staatsprüfung. Von April bis Juli 1967 als Assessor im Lehramt an der Gesamtschule Kirchhain bei Marburg und gleichzeitig wissenschaftlicher Assistent am Studienseminar Marburg. Ab September 1967 war Reichmann bis zum September 1974 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Lektor an der Freien Reformierten Universität Amsterdam für die Teilbereiche Sprachwissenschaft und Ältere deutsche Philologie beschäftigt. Damit war zeitgleich eine Teilzeitdozentur am Cocma-Lehrerausbildungsinstitut in Utrecht verbunden.

Im Oktober 1974 wurde Reichmann als Nachfolger von Gerhard Eis und Ordinarius für Germanistische Sprachwissenschaft mit besonderer Berücksichtigung der Sprachgeschichte an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg berufen. Den Lehrstuhl behielt er bis zur Emeritierung im September 2005. 1987 lehnte er einen Ruf der Philipps-Universität Marburg auf die Professur für Germanische und Deutsche Philologie ab. In der Zeit als Heidelberger Ordinarius hatte er Gastprofessuren in Paris, Catania, Budapest, Szeged, Peking, Freiburg/Schweiz inne.

Reichmanns Forschungs- und Lehrschwerpunkte sind die Sprachgeschichte des Deutschen (seit dem 14. Jahrhundert), die Lexikologie und Lexikographie, die Historische Grammatik, die Textlinguistik sowie die Sprachtheorie und Sprachphilosophie in der Geschichte und in der Gegenwart. Insbesondere hat sich Reichmann in der Erstellung als wissenschaftlicher Leiter und als Mitherausgeber des Frühneuhochdeutschen Wörterbuchs engagiert.

Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes.[1] Im Oktober 2010 erhielt er die Ehrenprofessur der Fremdsprachenhochschule in Peking. Reichmann wurde 2013 mit dem Deutschen Sprachpreis der Henning-Kaufmann-Stiftung ausgezeichnet.[2]

Oskar Reichmann ist mit der Germanistin Anja Lobenstein-Reichmann verheiratet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://adw-goe.de/forschung/forschungsprojekte-akademienprogramm/fruehneuhochdeutsches-woerterbuch/mitarbeiter/oskar-reichmann-auszeichnungen
  2. Mitteilung der Uni Heidelberg zur Preisvergabe