Oskar von Hase

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Georg Oskar Immanuel von Hase
Grabstätte der Familie Oskar von Hase auf dem Südfriedhof Leipzig
Grabtafel Oskar von Hase und Angehörige

Georg Oskar Immanuel von Hase (* 15. September 1846 in Jena; † 26. Januar 1921 in Leipzig) war ein deutscher Verleger und Buchhändler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Oskar Immanuel wurde als Sohn des Jenaer Theologieprofessors Karl August von Hase und dessen Frau Pauline Härtel (* 12. April 1809 in Leipzig; † 20. März 1885 in Jena) geboren. Der Bruder von Victor von Hase und Karl Alfred von Hase besuchte die Stoy'sche Schule in Jena. 1863 frequentierte er das Gymnasium Bernhardinum in Meiningen und absolvierte 1866 beim Verleger Gustav Marcus (1820–1895) in Bonn eine zweijährige Buchhändlerlehre.

1868 immatrikulierte er sich an der Universität Bonn, wo er vor allem Vorlesungen von Anton Springer und Heinrich von Sybel besuchte. Im Wintersemester 1868/69 setzte er seine Studien an der Universität Jena fort. Hier hörte er die Ausführungen zur Literatur bei Kuno Fischer, zur Geschichte bei Wilhelm Adolf Schmidt und zur Volkswirtschaft bei Bruno Hildebrand. Mit einer Arbeit über "Die Koburger, Buchhändlerfamilie zu Nürnberg" promovierte am 10. April 1869 in Jena zum Doktor der Philosophie.

Danach absolvierte er im Verlag Breitkopf & Härtel ein Buchhändlerjahr und beteiligte sich als Freiwilliger am Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Am 1. Mai 1871 wurde er wieder Buchhandlungsgehilfe bei Breitkopf & Härtel, stieg 1873 zum Prokuristen auf und wurde am 2. September 1875 Teilhaber der Firma. Diese führte er zunächst mit seinem Cousin Wilhelm Volkmann gemeinsam, sowie nach dessen Tod ab 1890 mit dessen Sohn Ludwig Volkmann als Mitbesitzer des Verlags. 1885 bis 1890 wirkte er als Vorsitzender des Verbands der deutschen Berufsgenossenschaften, 1886 bis 1889 war er Vorsitzender der Buchdruckerberufsgenossenschaft, 1884 bis 1901 wurde er Vorsitzender des Zentralvereins für das deutsche Buchgewerbe, 1894 bis 1897 Vorsitzender des Vereins der Buchhändler in Leipzig und 1875 bis 1901 Vorsitzender des Vereins der deutschen Musikalienhändler. Zudem beteiligte er sich als Stadtrichter als Ratsmitglied der Stadt Leipzig.

Für sein umfangreiches Engagement wurde er unter anderem Träger des Komturkreuzes des Franz-Joseph Ordens, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse, den preußischen Kronenorden 2. Klasse, den preußischen roter Adlerorden 3. Klasse, Ritter 1. Klasse vom herzoglich sächsischen Orden vom weißen Falken und Offizier vom königlich sächsischen Albrechtsorden.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hase verheiratete sich am 10. September 1873 in Leipzig mit Johanna Marie Louise Zarncke (* 24. Januar 1856 in Leipzig; † 31. Juli 1911 ebd.), die Tochter des Literaturprofessors Friedrich Karl Theodor Zarncke und dessen am 9. April 1855 geheirateten Frau Anna Pauline Geitner (* 16. November 1834 in Leipzig; † 17. September 1864 ebd.), Von den sieben Söhnen und zwei Töchtern dieser Ehe kennt man:

  • Anna Pauline Margaretha von Hase (* 22. Dezember 1874 in Leipzig; † 8. Juli 1874 in Jugenheim an der Bergstraße) verheiratet 27. Dezember 1910 in Leipzig mit dem Maler und Radierer Dr. phil. Roland Anheißer (* 18. Dezember 1877 in Köln; † 16. März 1949)
  • Friedrich Karl Victor von Hase (* 5. Mai 1876 in Leipzig; † 29. Juni 1905 in Leipzig)
  • Georg Oskar Immanuel von Hase (* 15. Dezember 1878 in Leipzig; † 13. Januar 1971 in Jena)
  • Paul Franz Hermann von Hase (* 13. Oktober 1880 in Leipzig; † 22. April 1944 in Berlin) Dr. jur., Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, General der Wehrmacht, verh. am 14. Dezember 1921 in Neustrelitz mit der Baronesse Margarethe Loide Josephine von Funck (* 9. Mai 1898 in Mitau; † 25. November 1968 Villafranca des Penèdes/Spanien), die Tochter des kaiserlich russischen Stabskapitäns und Kreischefs in Friedrichstadt, Mitau und Bauske Baron Carl von Funck und dessen Frau Ella Kassack, aus der Ehe stammen vier Kinder
  • Karl August Wolfgang von Hase (* 28. August 1882 in Leipzig; † 8. Oktober 1909 in Leipzig)
  • Otto Albert Wilhelm von Hase (* 23. April 1886 in Leipzig; † 26. November 1966 Almena/Kreis Lemgo) verheiratet den 22. Mai 1920 in Hamburg Martha Gäde (* 25. Mai 1895 in Hamburg; † 7. November 1940 in Rinteln an der Weser), die Tochter des Eisenbahners August Gäde und dessen Frau Henriette Tews
  • Helene Adele Anna von Hase (* 30. Dezember 1887 in Leipzig)
  • Siegfried Hellmuth von Hase (* 30. Januar 1891 in Leipzig; † 18. Oktober 1979 in Wiesbaden)
  • Dietmar Otto Martin von Hase (* 12. Juni 1901 in Leipzig; † 15. Oktober 1971 in Wiesbaden) wurde Kunsthistoriker

Ein Urenkel ist Dieter Ammer (* 1950).[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Koberger. Eine Darstellung des Buchhändlerischen Geschäftsbetriebes in der Zeit des Überganges vom Mittelalter zur Neuzeit. Leipzig 1869, Leipzig 1885.
  • Entwicklung des Buchgewerbes in Leipzig. Leipzig 1887.
  • Verband der Berufsgenossenschaften. 1888.
  • Kürrassierbriefe eines Kriegsfreiwilligen. 1895.
  • Emil Strauß ein deutscher Buchhändler am Rheine. Leipzig 1907.
  • Breitkopf und Härtel in Leipzig. 1911

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann A. Ludwig Degner. Who's Who in Germany. Wer ist's? Degner, Leipzig, 1912, S. 597.
  • Rudolf Vierhaus: Deutsche Biographische Enzyklopädie. K. G. Saur, München, 2006, 2. Aufl., ISBN 3-598-25034-7, 4. Bd., S. 475.
  • Karl Alfred von Hase: Unsere Hauschronik: Geschichte der Familie Hase in 4 Jahrhunderten; Leipzig: Breitkopf & Härtel 1898 (Online)
  • Dirk Hainbuch, Florian Tennstedt, Karin Christl: Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945. University press GmbH, Kassel, 2010, ISBN 978-3-86219-038-6, S. 64.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oskar von Hase – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Familienstammbuch der Familie v. Hase