Osmanisches Parlament

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Osmanisches Parlamentsgebäude im Dolmabahçe-Palast

Die Allgemeine Versammlung des Osmanischen Reichs (osmanisch ‏مجلس عمومی‎, İA Meclis-i ʿUmūmī) war der erste Versuch einer repräsentativen Demokratie auf Reichsebene im Osmanischen Reich. Es existierte von 1876 bis 1920.

Die Versammlung bestand aus zwei Kammern, einem Oberhaus (Senat, Heyet-i Ayan) und einem Unterhaus (Abgeordnetenkammer, Heyet-i Mebusan). Es trat erstmals im März 1877 zusammen und bestand bis zum Februar 1878, als die Versammlung von Sultan Abdülhamid II. aufgelöst wurde. Es wurde nach der Jungtürkischen Revolution 1908 in der Zweiten Verfassungsära am 17. Dezember 1908 mit substanziellen Reformen und Beteiligung politischer Parteien wiederbelebt, und bestand bis zur alliierten Besatzung von Konstantinopel 1922, als das Osmanische Reich und das Parlament am 5. April 1920 aufgelöst wurden.

Der Nachfolger der Allgemeinen Versammlung, die Große Nationalversammlung der Republik Türkei, wurde unter Mustafa Kemal Atatürk von Mitgliedern der ehemaligen osmanischen Legislatur gebildet.