Osmar Osten

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Osmar Osten 2018.

Osmar Osten (* 15. September 1959 in Karl-Marx-Stadt, DDR) ist ein deutscher bildender Künstler.[1]

Leben und Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Woman from behind, Osmar Osten, Öl auf Leinwand 2008

Osmar Osten wurde in seiner Kindheit unter anderem durch die Insel-Bücher seiner Eltern geprägt, darunter dem „Totentanz“ von Cranach, Urs Graf und alten Pflanzenbildern. In Karl-Marx-Stadt kam er relativ früh Kontakt zur Galerie Oben und zur Gruppe Clara Mosch.[2]

Osten absolvierte nach einer Lehre zum Landschaftsgärtner ein Studium der Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Seit 1985 arbeitet er als freischaffender Künstler, unter anderem in den Bereichen Malerei, Grafik und Plastik. Osten bedient sich einer Vielzahl an Materialien, unter anderem Papier, Leinwand, Holz, Glas, Bronze, Aluminium, Keramik und Porzellan.

Neben Einzel- und Gruppenausstellungen in Galerien und Museen im In- und Ausland hatte er Lehraufträge an der Fachschule für Angewandte Kunst Schneeberg (1991–1995) und am Bilbao Arte Centre (2010).

1998 wurde Osten unter den Künstlern des Dix-Preises und weiteren Künstlern der Kunstsammlung Gera von seinem späteren Freund Johannes Gachnang entdeckt und nach Mailand empfohlen, wo er von einer Mailänder Galerie vertreten wurde. Aufgrund seines langjährigen Sujets des „Schneemanns“ bekam Osmar Osten in Mailand den Spitznamen "Mr. Snowman".[3] Seit 2002 ist Osten ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste und war in dieser Funktion von Januar 2018 bis April 2019 Sekretär der „Klasse Bildende Kunst“.[4] Osmar Osten lebt und arbeitet in Chemnitz. Er gehört zu den 100 prominentesten Chemnitzern und zählt zu den vier wichtigsten bildenden Künstlern der Stadt.[5]

Er signiert seine Werke unter anderem mit O.O., z.B., Osmarosten, Mitzi Mazurka (malender Pinsel) und X.X.X.[6]

Ostens Werk begründet die Kunstgattung der Spottkunst. "In seinen spöttischen und skurrilen Arbeiten kennt der sächsische Künstler mit nichts und niemandem Erbarmen."[7] Der ironische Witz ist es, welcher sich durch sein Werk zieht. Gegenstand seiner Bilder ist die Umwelt und so kommt es, dass auch der Betrachter selbst Gegenstand des Spotts werden kann. „Seine Bilder leben von den dick und scheinbar etwas fahrig aufgetragenen, manchmal fahlen, manchmal bunten Farben und von den kurzen Kommentaren, die fast jede Leinwand oder Pappe zieren und ihnen Leben einhauchen. Osten verarbeitet in seinen Werken seine Eindrücke aus dem wirklichen Leben: von der digitalisierten Welt, die den Dingen die Seele nimmt, vom Rechtsradikalismus und Rassismus, der den Menschen Mitgefühl und Menschlichkeit nimmt, von skurrilen Begebenheiten im Kunst-, Politik- und Wirtschaftsbetrieb.“[8] Die Kunsthistorikerin Ingrid Mössinger über Osten: "Osmar Osten ist ein Künstler, der nicht nur „um die Ecke“ sieht, sondern auch „um die Ecke“ denkt. Seine Bilder haben einen einzigartigen Humor, ihre Motive wählt der Künstler mit dem Blick eines Kindes, interpretiert sie aber mit der Ironie eines Erwachsenen. Osmar Osten schafft seit Jahren ein bemerkenswertes und viel beachtetes Werk."[9]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2018 wird Osten von einem Filmteam begleitet, das seine Arbeit und sein Leben porträtiert. Der Film wird im Winter 2020 unter dem Titel Warum bin ich so? veröffentlicht.[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Osmar Osten, Barbara Köhler: ungarisches Wasser, IG Metall, Frankfurt am Main, 2000
  • Osmar Osten, Ingo Schulze: Künstler aller Länder vereinigt euch!, König Verlag, Köln 2003
  • Der schiefe Turm von Bamberg : was der Maler malt, Internationales Künstlerhaus Villa Concordia, Fränkischer Tag, 2008
  • Ingrid Mössinger, Brigitta Milde: Osmar Osten – Frauen. Brücken. Fenster / Women. Bridges. Windows (Übers.: Pauline Cumbers), Kerber Art, Bielefeld, Leipzig, Berlin, 2010
  • Osmar Osten: Fang, auf dem Gang nach Gachnang für Allene, Schichten+Ordnen, Leipzig 2011
  • Osmar Osten: Verkaufe schöne Bilder!, Kunstkeller Annaberg e.V., Kunstkeller Annaberg e.V., 2013
  • Görner Rüdiger, Osmar Osten: Die Leiden des N.: eine Naumburger Trilogie, Mironde-Verlag, Niederfrohna, 2014
  • Osmar Osten, Matthias Zwarg: Flugblätter: Gedichte 1990–2015, mit Zeichnungen von Osmar Osten, Mironde-Verlag, 2015
  • Claus-Dieter Tholen, Osmar Osten: Mr. Snowman taucht auf!, AC Galerie Claus-Dieter Tholen, 2015 – Ausstellungskatalog
  • Osmar Osten, Matthias Zwarg: Hasen im Rausch, Eine Art Fabrik, Berlin, 2016
  • Osmar Osten, Anke Paula Böttcher, Matthias Zwarg: Jagt in Öl, Eine Art Fabrik, Berlin, 2017 – Ausstellungskatalog
  • Osmar Osten, Katja Schwalenberg, Nina Kummer: urban sozial normal, Schichten + Orden, Leipzig, 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Osmar Osten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Osmar Osten, Veranstaltungsraum – Herr Ferdinand. Abgerufen am 9. Juli 2019.
  2. Sarah Alberti: „Ich gehöre nicht zu den Verfolgten“. In: Sächsische Zeitung. 12. August 2022 (kostenpflichtig online [abgerufen am 12. August 2022]).
  3. Johannes Gachnang: Z.B.X.X.X. Bern Dezember 1999.
  4. Osmar Osten bei der Sächsischen Akademie der Künste
  5. JULIA HEINKE und TOM KLEINFELD: DIE 100 WICHTIGSTEN CHEMNITZER Sie sind unsere prominentesten Künstler. In: www.bild.de. AXEL SPRINGER SE, 12. Juni 2012, abgerufen am 16. Februar 2022 (deutsch).
  6. Ulrike Lorenz: Osmar Osten Begleitbuch. Hrsg.: Kunstsammlungen Gera, Städtisches Museum Zwickau, Lindenaumuseum Altenburg, Kunst für Chemnitz e.V. 2000, ISBN 3-933282-09-8, S. 79.
  7. Susanne Altmann: Der schwarze Schneemann. In: art DAS KUNSTMAGAZIN. Januar 2021. Gruner + Jahr Deutschland GmbH, Hamburg Januar 2021, S. 115.
  8. Zitat nach Matthias Zwarg: Die Melancholie des Klassenclowns. Hrsg.: Freie Presse. 30. Januar 2018.
  9. Ingrid Mössinger: Osmar Osten Frauen. Brücken. Fenster Woman. Bridges. Windows. Hrsg.: Ingrid Mössinger und Brigitta Milde. Kerber Art, Bielefeld/Leipzig/Berlin 2010, ISBN 978-3-86678-438-3.
  10. René Kästner, Franziska Kurz: WARUM BIN ICH SO? Hrsg.: Red Tower Films.