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Osnabrück

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Osnabrück
Osnabrück
Deutschlandkarte, Position der Stadt Osnabrück hervorgehoben

Koordinaten: 52° 17′ N, 8° 3′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Höhe: 63 m ü. NHN
Fläche: 119,8 km2
Einwohner: 165.251 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 1379 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 49074–49090
Vorwahlen: 0541, 05402, 05406, 05407
Kfz-Kennzeichen: OS
Gemeindeschlüssel: 03 4 04 000
Stadtgliederung: 23 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Natruper-Tor-Wall 2
49076 Osnabrück
Website: www.osnabrueck.de
Oberbürgermeister: Wolfgang Griesert[2] (CDU)
Lage der Stadt Osnabrück in Niedersachsen
Landkreis GöttingenLandkreis HolzmindenLandkreis SchaumburgLandkreis GoslarRegion HannoverLandkreis HildesheimSalzgitterLandkreis WolfenbüttelBraunschweigLandkreis WolfenbüttelLandkreis PeineLandkreis Hameln-PyrmontLandkreis HelmstedtWolfsburgLandkreis GifhornLandkreis Nienburg/WeserLandkreis NortheimLandkreis DiepholzFreie Hansestadt BremenFreie Hansestadt BremenHamburgHamburgKönigreich der NiederlandeNordrhein-WestfalenHessenThüringenSchleswig-HolsteinMecklenburg-VorpommernBrandenburgSachsen-AnhaltOsnabrückLandkreis OsnabrückDelmenhorstOldenburg (Oldb)Landkreis WesermarschLandkreis VechtaLandkreis EmslandLandkreis Grafschaft BentheimLandkreis LeerEmdenLandkreis LeerLandkreis CloppenburgLandkreis AmmerlandWilhelmshavenMellumLandkreis AurichLandkreis AurichLandkreis WittmundLandkreis AurichLandkreis FrieslandLandkreis OldenburgLandkreis CuxhavenLandkreis OsterholzLandkreis VerdenLandkreis StadeLandkreis HarburgLandkreis LüneburgLandkreis Lüchow-DannenbergLandkreis HeidekreisLandkreis UelzenLandkreis CelleLandkreis Rotenburg (Wümme)Karte
Über dieses Bild
Blick in Richtung Osten über die Osnabrücker Innenstadt
Blick auf den Süden der Stadt mit der 103 m hohen Katharinenkirche

Osnabrück (Zum Anhören bitte klicken!Abspielen [ˌʔɔsnaˈbʁʏk], westfälisch Ossenbrügge, älteres Platt Osenbrugge,[3] lateinisch Ansibarium) ist eine Großstadt in Niedersachsen und Sitz des Landkreises Osnabrück. Die kreisfreie Stadt ist ein Oberzentrum Niedersachsens und Mittelpunkt des Osnabrücker Landes.[4] Mit rund 165.000 Einwohnern (169.108 laut städtischem Melderegister)[5] zählt sie neben dem ähnlich großen Oldenburg und den größeren Städten Hannover und Braunschweig zu den vier größten Städten Niedersachsens. Die ca. 28.000 Studenten von Universität und Hochschule machen etwa 14 % der Gesamtbevölkerung aus.[6] Für die Gründung der Stadt war die exponierte Lage an einem Knotenpunkt alter Handelsstraßen ursächlich. Im Mittelalter war Osnabrück Prinzipalstadt des westfälischen Quartiers der Hanse.

Bekannt wurde Osnabrück, gemeinsam mit dem ca. 50 km entfernten Münster, auch als Ort der Unterzeichnung des Westfälischen Friedens von 1648.[7] Laut eigener Aussage gelte in Osnabrück noch heute im Rahmen des Friedensgedankens der Leitsatz „Frieden als Aufgabe – dem Frieden verpflichtet“, der das kulturelle und politische Leben in der Stadt bestimme.[8] Dies soll auch durch den Slogan Osnabrück – Die Friedensstadt verdeutlicht werden, der z. B. im Corporate Design der Stadt Osnabrück verwendet wird.

Nach dem Wiener Kongress setzte eine „Entwestfalisierung“ in Osnabrück und Umland ein (siehe Geschichte Westfalens). Die westfälische Prägung Osnabrücks ist jedoch immer noch an dem von der einheimischen Bevölkerung gesprochenen Standarddeutsch, an der Architektur in und um Osnabrück sowie der regionalen Küche (siehe Westfälische Küche) deutlich zu erkennen. Anders als der benachbarte Landkreis Osnabrück hat sich die Stadt bisher nicht der Metropolregion Nordwest angeschlossen. Die Stadt ist Sitz des 780 gegründeten Bistums Osnabrück.

Osnabrück liegt auch heute im Schnittpunkt wichtiger europäischer Wirtschaftsachsen. Dadurch entwickelte sich die Stadt zu einem Logistikzentrum. Zudem hat sich eine bedeutende Auto-, Metall- und Papierindustrie angesiedelt.[9]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen und im Schnittpunkt europäisch wichtiger Wirtschaftsachsen. Dadurch konnte sich die Stadt zu einem bedeutenden Logistikzentrum entwickeln.

Benachbarte Großstädte sind im Uhrzeigersinn von Norden Oldenburg, Bremen, Hannover, Bielefeld, Dortmund, Münster und Enschede (Niederlande).

Osnabrück ist bundesweit die einzige Großstadt, die in einem Naturpark liegt: Der Natur- und Geopark TERRA.vita umschließt die Stadt und reicht in das Stadtgebiet hinein. Osnabrück befindet sich im Osnabrücker Hügelland, das im Norden durch das Wiehengebirge und im Süden durch den Teutoburger Wald begrenzt wird. Die Ausläufer prägen die Stadt unmittelbar, da sich eine Vielzahl von Erhebungen in Osnabrück befindet. Die höchste ist der Piesberg mit 188 Metern, der für seinen ehemaligen Steinkohleabbau und das Industriemuseum bekannt ist. Allgemeiner liegt Osnabrück im Niedersächsischen Bergland, das sich von der Norddeutschen Tiefebene abgrenzt. Die Höhenlage am Neumarkt (Innenstadt) beträgt 64 m über Normalnull. Der höchste Punkt der Stadt befindet sich am Piesberg bei 188 Metern über dem Meeresspiegel, der tiefste Punkt befindet sich beim Fluss Hase in Pye bei 54 Metern über dem Meeresspiegel. Die Stadtgrenze ist 79,5 km lang.[10]

Nördlich des Wiehengebirges beginnt die Norddeutsche Tiefebene mit der Dümmer-Geestniederung. Das Osnabrücker Nordland ist dort geprägt von Endmoränen und ausgedehnten Moorlandschaften sowie Geest.

Geografischer Mittelpunkt der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der geografische Mittelpunkt der Stadt am Herrenteichswall

Der geografische Mittelpunkt der Stadt liegt auf dem Längengrad 52°16‘39‘‘ Nord, Breitengrad 8°02‘51‘‘ Ost. An dieser Stelle, die auf dem historischen Herrenteichswall liegt, wurde 2016 eine rote Kugel auf einem Betonsockel errichtet. Direkt neben dem Punkt verläuft die Hase mit dem Haseuferweg. Am Mittelpunkt überquert der Conrad-Bäumer-Weg die Hase und führt zum nahen Gymnasium Carolinum und dem Osnabrücker Dom. An der Brücke wurde eine Tafel installiert, welche auf den Mittelpunkt hinweist.[11][12]

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fließgewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hase an der Vitischanze

Das Hauptgewässer in Osnabrück ist die Hase samt den Nebenflüssen Belmer Bach, Nette und Düte. Die Hase ist nach wasserwirtschaftlicher Bedeutung ein Gewässer 2. Ordnung und innerhalb Osnabrücks nicht schiffbar. Sie erreicht Osnabrück von Osten aus Richtung Melle in Voxtrup. Im Bereich Fledder mündet der rechte Nebenfluss Belmer Bach in die Hase, der vom namensgebenden Belm kommt. Kurz darauf spaltet sich die Hase für rund zwei Kilometer in zwei getrennte Flussarme, die Klöckner Hase und die Neue Hase. Diese bilden somit praktisch eine Insel, auf der bis 1989 das Osnabrücker Klöckner-Stahlwerk stand und heute das Gewerbegebiet Hasepark liegt. Nachdem die Innenstadt durchflossen ist, nimmt sie im Stadtteil Hafen den rechten Nebenfluss Nette auf. Die im Osnabrücker Bergland entspringende Nette fließt aus nordöstlicher Richtung durch den Stadtteil Haste, ehe sie nach Unterdükerung des Stichkanals bei den Papierwerken Kämmerer in die Hase mündet. Danach fließt die Hase weiter bis zur nordwestlichen Stadtgrenze bei Eversburg. Bezugnehmend auf den Fluss wird die Stadt Osnabrück auch gelegentlich als Hasestadt bezeichnet.

Die Düte fließt aus südlicher Richtung durch die Stadtteile Sutthausen, Hellern und Atter, um hier nach der Dütebrücke am Attersee das Osnabrücker Stadtgebiet zu verlassen und das benachbarte Lotte zu erreichen. Weiter nördlich mündet sie zwischen Wallenhorst und Wersen in die Hase.

Starke Regenfälle durch das Tief Cathleen führten im August 2010 zu erhöhten Wasserständen der Fließgewässer Osnabrücks. In einigen Stadtteilen und den angrenzenden Gemeinden kam es zu Überschwemmungen, was die Ausrufung des Katastrophenalarms zur Folge hatte.

Seen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick über den Rubbenbruchsee

Die beiden größten Seen Osnabrücks sind der Rubbenbruchsee und der Attersee. Während der Rubbenbruchsee vorwiegend von Spaziergängern und Joggern zur Naherholung genutzt wird, bietet der Attersee ein ausgeprägtes Camping- und Freizeitgelände und ist der einzige Badesee im Stadtgebiet. Beide sind künstlich geschaffene Baggerseen.

Kleinere Stillgewässer finden sich im gesamten Stadtgebiet, Beispiele sind der Pappel- und der Wüstensee im Stadtteil Wüste. Oft erfüllen sie die Funktion eines Regenrückhaltebeckens.

Wasserstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Flusstal der Hase verläuft parallel zu ihr der Stichkanal Osnabrück, eine 14,5 km lange künstliche Bundeswasserstraße, die den Mittellandkanal bei Bramsche mit dem Hafen im gleichnamigen Stadtteil von Osnabrück verbindet. Der eigentliche Kanal als Bundeswasserstraße ist 13,0 km lang und endet im oberen Vorhafen der Schleuse Haste, die verbleibende Reststrecke wird zum Stadthafen Osnabrück gezählt. Weiter nördlich am Kanal befinden sich der Ölhafen sowie der Piesberger Hafen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Osnabrücker Stadtgebiet erstreckt sich über 119,8 km². Offiziell leben in Osnabrück 164.748 Menschen, das einer Bevölkerungsdichte von 1375,2 Einwohnern pro km² entspricht.

Das Stadtgebiet Osnabrücks ist in 23 Stadtteile unterteilt, die fortlaufend nummeriert sind. Ihre Namen entspringen meist historisch überlieferten Bezeichnungen oder der geographischen Lage. Teilweise wurden auch mehrere frühere Ortschaften zu einem Stadtteil vereinigt. Jeder Stadtteil gliedert sich weiter in Statistische Bezirke, von denen jeder mit einer dreistelligen Nummer bezeichnet wird.

Osnabrücker Stadtteile mit amtlichen Nummern

Die 23 Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern (Stand: 31. Dezember 2017):

Stadtteil-
nummer
Stadtteilname Fläche
(km²)
Einwohner EW/km²
01 Innenstadt 1,71 9.561 5.590
02 Weststadt 3,18 9.626 3.030
03 Westerberg 4,93 10.108 2.050
04 Eversburg 2,98 8.578 2.880
05 Hafen 4,06 2.678 660
06 Sonnenhügel 3,19 9.371 2.950
07 Haste 7,95 6.757 850
08 Dodesheide 4,49 10.108 2.260
09 Gartlage 1,44 3.729 2.590
10 Schinkel 2,33 14.410 6.180
11 Widukindland 2,76 4.965 1.810
12 Schinkel-Ost 2,92 3.536 1.220
13 Fledder 3,75 2.594 690
14 Schölerberg 3,64 14.672 4.030
15 Kalkhügel 3,02 6.298 2.090
16 Wüste 2,73 14.934 5.470
17 Sutthausen 4,42 4.701 1.060
18 Hellern 12,14 7.034 580
19 Atter 10,67 4.306 400
20 Pye 7,51 2.975 400
21 Darum/Gretesch/Lüstringen 14,34 8.114 570
22 Voxtrup 10,91 7.183 .0660
23 Nahne 4,75 2.268 480
Gesamt 119,80 164.374 1.410

Die einzelnen Stadtteile haben im Laufe der Zeit einen eigenen Charakter entwickelt. Während sich beispielsweise in der Innenstadt, dem Hafen und im Fledder primär der Einzelhandel, Gewerbe und Industrie angesiedelt haben, stellen Hellern oder das Widukindland klassische Wohngebiete mit großem Anteil an Ein-Familien-Haushalten dar. Westlich der Innenstadt ist das Wohngebiet dichter besiedelt und von Altbauten und Mietwohnungen geprägt. Während sich im Bereich Westerberg eine bürgerliche Klientel angesiedelt hat, bewohnen die Wüste und die Weststadt Studenten sowie jüngere Familien und Einzelhaushalte. An den Stadtgrenzen hingegen ist das Gebiet teilweise ländlich geprägt, Schinkel und Schinkel-Ost sowie Eversburg wurden durch ihre Geschichte als Arbeiterviertel beeinflusst.

Flächennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 119,80 km² große Stadt Osnabrück teilt sich in folgende Flächennutzungen auf (Stand 31. Dezember 2016):[13]

Nutzungsart Fläche in km²
Bodenfläche insgesamt 119,80
Siedlungsfläche 45,30
Verkehrsfläche 14,63
Landwirtschaft 37,29
Wald 19,14
Unland 0,30
Gewässerfläche 1,80

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osnabrück befindet sich an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Der Großteil der Nachbargemeinden befindet sich im niedersächsischen Landkreis Osnabrück, die Gemeinde Lotte liegt im nordrhein-westfälischen Tecklenburger Land (Kreis Steinfurt), das zum Ballungsraum Osnabrück gehört. Osnabrück weist als Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum einen relativ hohen Pendlersaldo auf; über 59 % der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten pendeln zur Arbeit in die Stadt.[14] Der Ballungsraum Osnabrück hat rund 281.000 Einwohner.[15]

Wappen Gemeinde Wallenhorst
Wallenhorst
8 km
Wappen Gemeinde Belm
Belm
6 km
Wappen der Gemeinde Lotte
Lotte
9 km
Nachbargemeinden Wappen der Gemeinde Bissendorf
Bissendorf
9 km
Wappen der Gemeinde Hasbergen
Hasbergen
8 km
Wappen der Stadt Georgsmarienhütte
Georgsmarienhütte
8 km

Entfernungsangaben beziehen sich auf die Luftlinie von Ortsmittelpunkt zu Ortsmittelpunkt.

Wetter und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osnabrück
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
90
 
4
0
 
 
62
 
5
0
 
 
73
 
9
2
 
 
47
 
14
4
 
 
62
 
18
8
 
 
70
 
21
11
 
 
77
 
23
13
 
 
83
 
23
13
 
 
71
 
19
10
 
 
75
 
14
7
 
 
79
 
8
3
 
 
84
 
5
0
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: [16]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Osnabrück
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,3 5,1 9,1 13,7 18,1 20,7 23,1 22,8 18,7 13,8 8,4 4,6 Ø 13,6
Rekordmaximum (°C) 14,7 17,3 24,4 30,3 31,7 35,3 36,9 37,2 31,2 26,2 20,2 15,7 37,2
Min. Temperatur (°C) -0,4 -0,4 2,1 4,4 8,3 11,1 13,3 13,1 10,3 6,9 3,4 0,4 Ø 6,1
Rekordminimum (°C) -20,4 -21,4 -13,8 -5,4 -1,6 0,6 5,9 4,7 1,6 -5,7 -11,2 -17,3 -21,4
Temperatur (°C) 2,0 2,4 5,4 9,0 13,4 15,9 18,1 17,7 14,1 10,1 5,8 2,6 Ø 9,7
Niederschlag (mm) 89,7 61,7 72,9 46,9 61,5 69,6 76,9 82,7 71,3 75,1 78,6 84,3 Σ 871,2
Sonnenstunden (h/d) 46,7 71,9 108,9 164,1 204,0 190,1 203,9 190,5 137,8 103,9 51,1 36,3 Ø 126,1
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,3
-0,4
5,1
-0,4
9,1
2,1
13,7
4,4
18,1
8,3
20,7
11,1
23,1
13,3
22,8
13,1
18,7
10,3
13,8
6,9
8,4
3,4
4,6
0,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
89,7
61,7
72,9
46,9
61,5
69,6
76,9
82,7
71,3
75,1
78,6
84,3
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [16]
Klimadiagramm von Osnabrück, 1981 bis 2010[17]

Osnabrück liegt in der gemäßigten Klimazone. Auf den 1900 Hektar Waldfläche innerhalb des Stadtgebiets herrscht daher Laubmischwald vor.[18]

Bestimmend sind West- und Nordwestwinde, die im Sommer kühles und im Winter mildes regnerisches Wetter mit sich bringen. Die Wetterlage ist eher unbeständig. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,4 °C im langjährigen Mittel, wobei der Januar mit 1,8 °C der kälteste, der Juli mit durchschnittlich 17,6 °C der wärmste Monat ist. Die Winter sind etwas milder als in Ost- oder Süddeutschland, die Sommer aber entsprechend kühler, wobei nicht nur Sommergewitter, sondern auch langanhaltende Regenperioden vorkommen können.

Osnabrück hat jährlich mit 856 mm relativ viel Niederschlag und liegt über dem Bundesdurchschnitt.[19] Dabei halten sich Winter- und Sommerregen die Waage. Insgesamt verteilt sich der Niederschlag auf durchschnittlich 122 Regentage im Jahr.[20]

Wetterstationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von der Rathaustreppe
Schloss (Hauptsitz der Universität) mit Katharinenkirche
Alter Stadtbefestigungsturm Bürgergehorsam

Das Bild der Innenstadt ist von Kirchen (Turmhöhen bis zu 103,5 Meter, St. Katharinen) geprägt. Im nördlichen Teil der Innenstadt, zwischen der Kathedrale Dom St. Peter und Heger Tor, erstreckt sich die historische Altstadt mit dem Rathaus des Westfälischen Friedens. Hier finden sich viele Gebäude des Klassizismus wie das Haus Tenge aus dem Jahr 1813/1814. In der Altstadt finden sich zudem Gebäude des Rokoko sowie Häuser aus der Zeit, als in der Stadt noch in Fachwerkbauweise gebaut wurde. Zu den Fachwerkhäusern gehört das 1690 erbaute Hotel Walhalla.

Der dreieckige Marktplatz mit dem Rathaus des westfälischen Friedens und der Kirche St. Marien ist mittelalterlich geprägt. Zudem konnten in Osnabrück um die 150 romanische und gotische Steinwerke nachgewiesen werden, von denen viele gut erhalten sind. Das sind mehr als in jeder anderen Stadt Deutschlands, Osnabrück wird daher auch die Hauptstadt der Steinwerke genannt. Besonders zu nennen ist der Ledenhof, ein Steinwerk mit Palas gegenüber dem ehemals fürstbischöflichen Barockschloss. Am Domhof befindet sich das Theater Osnabrück, ein Jugendstil-Gebäude von 1909. Im Jugendstil ausgemalt ist die Lutherkirche in der Neustadt. Sie wurde als Tochterkirche der spätgotischen Hallenkirche St. Katharinen, der mit 103,5 m höchsten Kirche der Stadt, gebaut. Von historischer Bedeutung ist das ehemalige Dominikanerkloster, dessen Kirche heute als Kunsthalle genutzt wird.

Die Fußgängerzone im mittleren Teil der Innenstadt schließt an die Altstadt an und bildet die Haupteinkaufsstraße (Große Straße und vorderer Teil der Johannisstraße). Neben wenigen Gebäuden, die den Krieg überstanden haben, dominieren hier moderne Zweckbauten.

Zwischen der Alt- und Neustadt (südliche Innenstadt) befindet sich der Neumarkt. Früher ein zentraler Marktplatz der Stadt ist er heute durch eine vierspurige Straße zerschnitten und dient als Verkehrsknotenpunkt und Haupt-Busbahnhof. Fußgänger konnten zwischen 1964 und 2001 den Neumarkt nicht ebenerdig überqueren, sondern mussten durch einen unterirdischen Fußgängertunnel gehen. Dieser als Neumarktpassage betitelte Tunnel wurde angelegt, um die Stadt autogerecht zu gestalten. Nachdem ab dem Jahr 2001 wieder übertägiges Queren des Platzes möglich war, sank die Bedeutung des Tunnels, sodass er 2012 geschlossen und 2014–16 abgerissen sowie verfüllt wurde.

Nördlich des Neumarkts, im Bereich Wittekindstraße und Berliner Platz, haben sich Unternehmen des Dienstleistungs- und Finanzsektors mit moderner Baustruktur und gläsernen Fassaden angesiedelt. Die Neustadt bietet besonders im Bereich um die ehemalige Stiftskirche St. Johann noch alte Bausubstanz. Auf dem früheren Kirchhof von St. Johann steht die denkmalgeschützte Abluftsäule, die eine unterirdische Toilettenanlage be- und entlüftet. Südlich des Platzes steht das ehemalige Neustädter Rathaus.

Die Innenstadt wird von einem nierenförmigen Stadtring umschlossen, der den Autoverkehr aufnimmt. Von diesem so genannten Wall gehen sternförmig die Haupt-, Ein- und Ausfallstraßen der Stadt ab. Sieben Türme, eine Wallanlage und zwei Mauern säumen den Stadtring, der ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigungen ist.

Der heutige Wall umfasst, gegen den Uhrzeigersinn, den Hasetor-, Natruper-Tor-, Heger-Tor-, Schloss-, Johannistor- und Petersburgerwall sowie den Konrad-Adenauer-, Goethe- und Erich-Maria-Remarque-Ring. Eine Kombination Altem mit Neuem stellt die Vitischanze dar, in der moderne Architektur auf eine alte Stadtbefestigung gesetzt wurde. Hier war bis 2007 ein Teil der Spielbank untergebracht. Zwischenzeitlich wurde das Gebäude vom Studiengang Industrial Design der Hochschule Osnabrück genutzt. Das höchste Bauwerk ist das Iduna-Hochhaus aus der ersten Hälfte der 1970er Jahre mit 20 Stockwerken.

Bis nah an den Stadtkern reichen rundum Grün- und Waldflächen, die auch als Naherholungsgebiete dienen. Dieses Konzept der „grünen Finger“ entstand in den 1920er Jahren durch den damaligen Stadtbaurat Lehmann, der sich damit durchsetzte, dass Wald- und Naherholungsbereiche von außen als grüne Lunge bis hinein an den Stadtkern erhalten blieben. Auch bei der jetzigen Flächennutzungsplanung werden zusätzlich unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes die grünen Finger weiter berücksichtigt. Osnabrück ist die größte Stadt Deutschlands, die inmitten eines Naturparks liegt, dem Natur- und Geopark TERRA.vita.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jungsteinzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupferhort von Lüstringen

Im Bereich der heutigen Sandforter Straße im Stadtteil Voxtrup verlief etwa von der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter eine Altstraße, die dem Handel diente und dort die Hase durch eine Furt kreuzte. In der näheren Umgebung der Furt liegen mehrere jungsteinzeitliche Großsteingräber, wie die Gretescher Steine, die Sundermannsteine und die Teufelssteine, sowie weitere Grabstätten. 2016 wurde in dem Gebiet der rund 5000 Jahre alte Kupferhort von Lüstringen gefunden. Auch an anderen Orten im heutigen Stadtgebiet finden sich Spuren menschlicher Aktivität aus der Jungsteinzeit.[21][22]

Antike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

römische Gesichtsmaske aus Kalkriese

Das heutige Osnabrücker Land lag in der Antike in Germania magna, also dem Einfluss- und Siedlungsgebiet der Germanen nördlich des Römischen Reichs. Lange Zeit versuchten die Römer, ihren Einflussbereich nach Norden auszudehnen. Die Auseinandersetzungen mit den Germanen fanden um 9 n. Chr. ihren Höhepunkt in der Varusschlacht, in der der cheruskische Feldherr Arminius mit germanischen Kämpfern drei römische Legionen unter dem Befehl von Publius Quinctilius Varus vernichtete. Die Schlacht selbst oder ein mit ihr in Verbindung stehendes Kampfereignis fand vermutlich in der Fundregion Kalkriese nördlich von Osnabrück statt. Insbesondere die 1990 in Kalkriese gefundene römische Helmmaske wurde zum Symbol der Varusschlacht im Raum Osnabrück.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Namenforscher Jürgen Udolph vermutet, dass Osna (oder eine ähnliche Namensform) einst der Name eines Teilabschnitts der Hase war und später vom Flussnamen Hase verdrängt wurde, aber im Ortsnamen Osnabrück erhalten geblieben ist.[23]

Die volkstümliche Ableitung vom niederdeutschen Wort ‚Ossen‘ für Ochsen – eine Fernhandelsstraße durchquerte die Hase an einer Furt, durch die auch die Ochsen der Bauern getrieben wurden und wo später eine Brücke gebaut wurde – sieht auch der Osnabrücker Schriftsteller Ludwig Bäte in seiner Chronik der Stadt Osnabrück als nicht plausibel, da der Name der Stadt nicht Jahrhunderte nach ihrer Gründung entstanden ist.

Auffällig ist jedenfalls die Übereinstimmung des bestimmenden Namensteils mit dem Namen des von Südosten her bis nahe an die Stadt reichenden Kammgebirges Osning, seit dem späten 19. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Kult um die Hermannschlacht vorzugsweise im Rückgriff auf die lateinische Ortsangabe ‚Saltus teutoburgensis‘ als Teutoburger Wald bezeichnet.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bistumsgründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühmittelalter betrieben die westgermanischen Volksstämme der Sachsen Handel mit dem Fränkischen Reich, lebten jedoch eigenständig und vertraten heidnische Weltanschauungen. Der Osnabrücker Raum gehörte zum Stammesgebiet der Westfalen. Da die Sachsen immer wieder Raubzüge im fränkischen Gebiet führten, wurden besonders unter dem fränkischen König Karl der Große Anstrengungen unternommen, die Sachsen zu unterwerfen und ihre Stammesgebiete in das Fränkische Reich einzugliedern. Damit sollten zum einen die Raubzüge beendet, zum anderen die Menschen zum Christentum missioniert werden.

Karl der Große führte deshalb die Sachsenkriege und gründete nach dem 777 stattfindenden Paderborner Reichstag erste Bistümer im Sachsenland, so auch um 780 das Bistum Osnabrück (lat. Dioecesis Osnabrugensis) an der Hase. 783 besiegte Karl in der Schlacht an der Hase bei Osnabrück den Sachsenherzog Widukind. Dies war eine der entscheidenden Schlachten der Sachsenkriege, deren Ausgang schließlich dazu führte, dass die Sachsen christianisiert und ihr Gebiet fortan durch die Franken beherrscht wurde. Das Stammesgebiet der Sachsen ging im Stammesherzogtum Sachsen auf. Um 785 wurde die erste Kirche am Ort des Bischofssitzes der Osnabrücker Diözese geweiht, sie war eine erste Vorgängerin des heutigen Doms St. Peter. 804 soll Karl der Große auch die Bistumsschule Carolinum gegründet haben, die mit diesem Datum eine der ältesten Schulen Deutschlands wäre; die Urkunde, die dies belegen soll, ist aber möglicherweise eine frühmittelalterliche Fälschung.[24]

Entstehung der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Teilung des Fränkischen Reiches durch den Vertrag von Verdun gehörte das Stammesherzogtum Sachsen und damit Osnabrück zum Ostfrankenreich. Um den Bischofssitz herum ließen sich, aufgrund der günstigen Lage am Kreuzungspunkt wichtiger Handelswege und einer Furt durch die Hase, schnell erste Händler und Bewohner nieder. Um sich vor Übergriffen durch Angreifer zu schützen, wurde der Bereich um den Bischofssitz mit Wällen und Wassergräben als Domburg ausgebaut. Innerhalb dieser lagen auch die heutigen Plätze Domhof und Große Domsfreiheit. Trotz der Befestigung wurde um 880 die junge Siedlung, wie zuvor schon andere im Sachsenland, durch Normannen überfallen und die Domburg samt Kirche zerstört. Um 900 wurde der Missionsstützpunkt wieder aufgebaut. Ungefähr zur gleichen Zeit erhielt das Bistum das Marktrecht. Der Markt fand zunächst innerhalb der Domburg statt, da der Platz dort jedoch bald nicht mehr ausreichte, wurde westlich außerhalb der Befestigung auf einer inselartigen Sandkuppe der Marktplatz angelegt. Dort entstand die Vorgängerkirche der heutigen Marienkirche. Damit auch der Marktbereich gegenüber der Umgebung abgegrenzt und vor Angreifern geschützt war, wurde die Stadtbefestigung im 11. Jahrhundert erweitert, sie umfasste dann den Bereich zwischen dem heutigen Straßenzug Krahnstraße–Bierstraße–Lohstraße im Westen und der Hase im Osten.[25] 1011 wurde südlich außerhalb der Stadtmauern die Johanniskirche als Kirche für die dort ansässigen Bauernhöfe gegründet.

Stadtgebiet ab dem 12. Jahrhundert. Noch zu erkennen die Befestigung der alten Binnenburg entlang Lohstraße/Krahnstraße mit dem Dom im Zentrum.

Nach einem Brand in der Domkirche um 1100, die dadurch stark beschädigt worden war, wurde der Sitz der Osnabrücker Bischöfe in das Schloss Iburg verlegt. Ab dem 12. Jahrhundert wurde der Dom nach und nach bis zu seiner heutigen Größe und Gestaltung ausgebaut. Durch das Wachstum der Bevölkerung wurde der Platz innerhalb der Stadtmauern erneut knapp und auch vor der Befestigung siedelten sich Menschen an. Diese organisierten sich in Gruppierungen, aus denen die Laischaften hervorgingen. Der Bereich innerhalb der Stadtbefestigung wurde zu dieser Zeit als Binnenburg, der außerhalb als Butenburg bezeichnet (vgl. niederdeutsch binnen = drinnen, buten = draußen). Im 12. Jahrhundert wurde die Stadtbefestigung erneut vergrößert, auf die Ausmaße des heute als Altstadt bekannten Gebietes innerhalb der Straßen Hasemauer, Bocksmauer, Rolandsmauer und Neuer Graben sowie der Hase.[26]

Verleihung des Stadtrechts, Entstehung des Hochstifts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochstift Osnabrück (rot umrandet)

1171 erhielt Osnabrück in einer Urkunde von Friedrich I. „Barbarossa“, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, das Gerichts- und somit auch das Stadtrecht. Als Folge dessen entstand als erstes Rathaus der Stadt der Vorgängerbau des sogenannten Alten Rathauses auf der Südseite des Marktplatzes, an der Stelle der heutigen Stadtbibliothek.[27] Den Gerichten des Bistums Osnabrück, wie z. B. dem Gogericht, das vor dem Dom abgehalten wurde, stand der sächsische Herzog Heinrich der Löwe vor. Möglicherweise geht das Löwenpudeldenkmal vor dem Dom auf diese Gerichte zurück. Nachdem Heinrich dem Löwen die Herrschaft über das Herzogtum Sachsen mit der Gelnhäuser Urkunde von 1180 entzogen worden war, ging die Vogtei und die Gerichtsbarkeit in der Diözese Osnabrück an die Grafen von Tecklenburg. Da dies zu Machtstreitigkeiten zwischen den Tecklenburger Grafen und den Osnabrücker Bischöfen führte, sprach König Heinrich (VII.) 1225 die Gerichtsbarkeit dem Osnabrücker Bischof zu. 1236 trat der Graf von Tecklenburg, nach einer Auseinandersetzung mit dem Erzbistum Köln, auch die Vogtei, also die weltliche Herrschaft über die Diözese Osnabrück, an den Bischof ab, wodurch das Hochstift Osnabrück, auch Fürstbistum Osnabrück genannt, entstand. Das Gebiet des Hochstifts entsprach weitgehend der Ausdehnung des heutigen Osnabrücker Landes, ihm gehörte jedoch noch das Amt Reckenberg als Exklave an.[28]

Weitere Entwicklungen des 13. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang des 13. Jahrhunderts wurde der Bucksturm als Wachturm an der Stadtmauer errichtet. Im Turm war das Städtische Gefängnis untergebracht. Aus dieser Zeit stammt auch das ursprüngliche Heger Tor, eine aus Turm, Tor, Bastion, Zwinger und Durchfahrt bestehende Wehranlage. Für das später an dieser Stelle errichtete Waterloo-Tor hat sich im Volksmund der Name Heger Tor bis heute gehalten. Der Bau der heute gotischen Pfarr- und Marktkirche St. Marien begann ebenfalls im 13. Jahrhundert und war 1430/40 abgeschlossen. Auch die Johanniskirche erhielt einen Neubau, der 1293 geweiht wurde. Um die Kirche herum hatte sich, unabhängig von der Altstadt, ein eigener Ort entwickelt, der folglich Neustadt genannt wurde. Der Ort war ebenfalls durch eine Stadtmauer befestigt, die an die der Altstadt angrenzte und etwa entlang der heutigen Straßen Schloßwall, Johannistorwall, Petersburger Wall, Pottgraben und Kollegienwall verlief.

Um sich gegenseitig vor möglichen Repressalien durch die Bischöfe als Landesherren zu schützen, gründete Osnabrück 1246 mit den anderen westfälischen Städten Coesfeld, Herford, Minden und Münster den Ladbergener Städtebund. 1265 erhielt neben der Alt- auch die Neustadt vom Bischof das Recht, eigene Gerichte abzuhalten, das Marktrecht erhielt sie jedoch nie. Im Jahr 1268 trat Osnabrück dem Werner Städtebund mit Dortmund, Lippstadt, Münster und Soest bei. 1287 wurde in der Neustadt, auf dem heutigen Neumarkt, ein Augustinerkloster angesiedelt.[29]

Vereinigung von Alt- und Neustadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da sich die beiden parallel entstandenen Städte immer weiter annäherten und auch die Neustädter den Markt in der Altstadt nutzen mussten, wurde am 3. August 1306 die Vereinigung beschlossen. Die Befestigung am Neuen Graben, die die beiden Städte trennte, wurde abgerissen und die Verwaltung unter einen gemeinsamen Magistrat gestellt, der im Alten Rathaus tagte und jährlich am ersten Werktag nach Neujahr von den Bürgern gewählt wurde. Das Rechtsverhältnis zwischen Alt- und Neustadt sowie die Befugnisse des Magistrats wurden in der ersten Osnabrücker Stadtverfassung, der Sate, 1348 festgelegt. In ihrer Tradition wird noch heute der Handgiftentag gefeiert. Die Neustadt durfte laut Sate einzelne Verwaltungsaufgaben, wie die niedere Gerichtsbarkeit, den Wegebau und eine eigene Finanzverwaltung, selbstständig durchführen und behielt dafür einen eigenen Rat. Deshalb wurde auch in der Neustadt ein eigenes Rathaus, das Neustädter Rathaus, südlich der Johanniskirche gebaut.[29]

Um 1350 wütete in Osnabrück der Schwarze Tod. Da, wie auch andernorts, Juden als Sündenböcke der Epidemie ausgemacht wurden, wurde die jüdische Bevölkerung der Stadt in Pestpogromen dezimiert. Auch die Neuansiedlung in Osnabrück war Juden in der Folgezeit nur eingeschränkt möglich.

Landwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reste des Landwehrwalls im Bereich Haste

Um die städtische Feldmark, also die Teile des Stadtgebietes, die außerhalb der Stadtbefestigung lagen, vor Feinden, Viehdieben und Räubern zu schützen, wurde zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert eine Landwehr errichtet. Diese lag einige Kilometer vor den Stadtmauern und bildete einen Ring von rund 18 Kilometern Länge.[30] Im Westen, Süden und Osten bestand die Landwehr aus je zwei bis drei parallelen Wällen und Gräben, im Südosten und Norden erfüllten teilweise die Flussläufe der Hase und der Nette die Funktion der Landwehr. An den Stellen, an denen Straßen die Landwehr kreuzten, befanden sich Warttürme, z. B. der Heger Turm (Rheiner Landstraße) und der Wulfter Turm (Sutthauser Straße). Auch die Wasserburg in Eversburg war Teil der Landwehr.

Handel im Spätmittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handelsherren aus Osnabrück handelten mit Bremen und Hamburg seit dem Ende des 13. Jahrhunderts sowie mit Friesland (über Oldenburg), den Niederlanden (über Nordhorn), Lübeck sowie London. Die Beziehungen beruhten zunächst ausschließlich auf dem Tauschhandel und wurden durch die Kaufleute selbst organisiert. Zunehmend wurde der Handel jedoch durch die Städte organisiert, die sich in einzelnen Bündnissen zusammenschlossen. Die westfälischen Städtebünde aus dem 13. Jahrhundert, an denen auch Osnabrück beteiligt war (siehe oben), können als Vorläufer der Städtehanse angesehen werden. Osnabrück schloss sich der Hanse 1412 durch die erstmalige Teilnahme an einem Hansetag an und profitierte von der Mitgliedschaft in der handelspolitischen Großmacht. Osnabrücker Kaufleute beteiligten sich bei der Gründung des Kontors Peterhof in Nowgorod. Osnabrück gehörte als Hauptort (Prinzipalstadt) zum westfälischen Quartier der Hanse.

Zu einem bedeutenden Osnabrücker Handelsgut entwickelte sich Leinen. Maße und Qualität aller Leingewebe, die in der Stadt gehandelt werden sollten, mussten ab 1404 durch die Legge geprüft und mit dem Leggestempel in Form des Osnabrücker Rades versehen werden. Die hohe Qualität des Osnabrücker Leinen machten den Leggestempel der Stadt zu einem überregionalen Gütesiegel. Mit dem Osnabrücker Siegel versehenes Leinen erzielte am Markt höhere Preise, sodass auch die Leinenhändler aus anderen Städten ihre Ware bei der Osnabrücker Legge prüfen ließen und das Siegel oft gefälscht wurde. Die Stadt wurde dadurch zu einem international bedeutsamen Handelsort für Leingewebe.

Zwischen 1450 und 1452 wurde Osnabrück vorübergehend vom Handel der Hanse ausgeschlossen, da die Stadtvertreter den Hansetagen zuvor mehrmals unentschuldigt ferngeblieben waren. Als der Handel mit den Niederlanden und England auf Grund der Unabhängigkeitsbestrebungen nachließ, wurden neue Absatzgebiete in Süddeutschland und in Norditalien erschlossen.[31]

Bürgeraufstand 1488[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1477 bis 1504 war Ertwin Ertman (1430–1505) Bürgermeister der Stadt. In seiner Zeit entstand zwischen 1487 und 1512 das spätgotische Rathaus Osnabrück. Der ab 1482 amtierende Bischof Konrad IV. von Rietberg verstrickte die Stadt in Fehden, was ihn und die Stadtbürger finanziell belastete. Einzelne Bürger unter der Leitung des armen Schneidermeisters Johann Lenethun waren darüber so unzufrieden, dass sie im geheimen weitere Bürger gegen den Stadtrat und den Bischof aufwiegelten. Am 28. August 1488 eskalierte die Situation, als die Bürger sich bewaffneten und zusammen mit der Stadtwache den Marktplatz besetzten, das Kloster Gertrudenberg plünderten und die Zäune um die bischöflichen Besitztümer abbrannten. Anschließend zwangen sie Bürgermeister Ertman, ihre Forderungen umzusetzen. Dieser trat darüber in Verhandlungen mit dem Bischof, was die Lage im Laufe der nächsten Monate beruhigte. Lenethun versuchte vergeblich, den Aufstand neu anzuzetteln. Der Rat nutzte eine Gelegenheit, ihn zu ergreifen, und ließ ihn am 15. Juni 1489 auf dem Marktplatz durch Enthauptung hinrichten.[32]

1500 bis 1648[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reichsreform und der Schaffung von Reichskreisen im Jahre 1500 gehörte das Hochstift Osnabrück zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis.

Erneuter Bürgeraufstand 1525[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1525 kam es erneut zu einem Bürgeraufstand, der von den Gilden ausging und sich vor allem gegen das Domkapitel richtete. Die 20 Forderungen, die die Gildemeister aufstellten, waren verschiedenster Natur. Die Bürger mit ihren Anführern Johann von Oberg und Johann Ertman (Sohn von Ertwin Ertman) versammelten sich am 29. Mai vor dem Rathaus. Zwar stand die Stadtwache, anders als noch 1488, auf der Seite des Rates, konnte jedoch nicht die folgenden Plünderungen und Gewalttaten gegen Geistliche verhindern. Erst als der Bischof, Erich von Braunschweig-Grubenhagen, mit schweren Waffen und Söldnern den Aufstand niederschlagen wollte, stoppten die Gewalttaten. Ertman wurde im Bucksturm festgesetzt, während von Oberg aus der Stadt flüchten konnte. Die Stadt musste 6000 Gulden als Strafzahlung entrichten, Ertman wurden 500 Gulden auferlegt.[33]

Reformation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Reichstag zu Worms im Jahre 1521 hielt der Augustinermönch Gerhard Hecker, der den Reformator Martin Luther persönlich kannte, die ersten evangelischen Predigten Westfalens im Kloster am Neumarkt. Kaiser Karl V. sendete 1528 einen Brief nach Osnabrück, in dem er mahnte, der bisherigen (katholischen) Glaubenslehre treu zu bleiben. Der in Osnabrück tätige Reformator Adolf Clarenbach wurde vom Rat aus der Stadt vertrieben und später in Köln inhaftiert und hingerichtet, da er nicht von seinen Ansichten abrücken wollte. Auch der Domkaplan Johannes Pollius musste die Stadt verlassen.

Anfang 1529 kam eine Epidemie, der sogenannte Englische Schweiß, nach Osnabrück und forderte viele Opfer. Im April 1530 wurde bei einem Stadtbrand ein großer Teil der Altstadt vernichtet. Etliche Gebäude, die der Brand verschont hatte, wurden im Juli 1530 durch einen heftigen Sturm zerstört. Auch die Obst- und Getreideernte wurde dabei teilweise vernichtet, was hohe Lebensmittelpreise zur Folge hatte. Diese Katastrophen wurden von den Menschen als Gottesstrafen gedeutet; von den einen dafür, dass sich die Protestanten von der alten Glaubenslehre abgewandt haben, von den anderen dafür, dass die Anhänger der alten Lehre an ihren überholten Ansichten festhalten.

Ab 1532 predigte Dietrich Buthmann in Osnabrück die evangelische Lehre und konnte einen größeren Anhang hinter sich versammeln. Er verteidigte seine Ansichten öffentlich gegen einen katholischen Geistlichen, der ihm inhaltlich nichts entgegenzusetzen hatte. Die Gunst der Bürger machte Buthmann zum Priester an der Marktkirche St. Marien, und auch an der Katharinen- und Johanniskirche wurden von da an evangelische Prediger beschäftigt. Nach dem Tod von Bischof Erich 1532 wurde Franz von Waldeck zu seinem Nachfolger gewählt, der dem reformatorischen Streben in der Stadt wiederum ein vorübergehendes Ende bereitete und protestantische Prediger aus der Stadt vertrieb. Hecker durfte bleiben, starb jedoch 1536.

Reformator Hermann Bonnus

Der Bischof, der vor seinem Amtsantritt gelobt hatte, die alte Glaubenslehre zu schützen, und noch 1535 die protestantische Täuferherrschaft in Münster gewaltsam beendete, war jedoch kein überzeugter Gegner der Reformation, sondern handelte wahrscheinlich eher aus politischen Motiven. Ab 1542 sympathisierte er mit dem proreformatorischen Schmalkaldischen Bund. Im selben Jahr genehmigte er dem Osnabrücker Rat, die Reformation durchzuführen, und übereignete der Stadt das Augustiner-, Barfüßer- und Dominikanerkloster. Der Rat bat den aus Quakenbrück stammenden Lübecker Superintendenten Hermann Bonnus nach Osnabrück, der im Januar 1543 eintraf und eine erste evangelische Kirchenordnung für die Stadt verfasste. An St. Marien und St. Katharinen wurden nun auch offiziell evangelische Pfarrer angestellt. Johannes Pollius kehrte nach Osnabrück zurück und wurde Stadtsuperintendent. Nachdem Bonnus auch für das Hochstift eine neue Kirchenordnung verfasst hatte, kehrte er nach Lübeck zurück und starb dort 1548.

Obwohl die Reformation in Osnabrück vergleichsweise behutsam umgesetzt wurde (es wurden beispielsweise die Beichte und die traditionelle Priesterkleidung beibehalten), gab es auch Kritik aus der Bevölkerung, vor allem an der Auflösung der Klöster und dem Umgang mit den Ordensbrüdern. Nach der Zerschlagung des Schmalkaldischen Bundes 1547 und dem Erlass des Augsburger Interim 1548 durch Karl V. musste die Stadt die Klöster schließlich an den Bischof zurückgeben. Eine Rückkehr zum alten Glauben konnte sich in der Bevölkerung jedoch nicht durchsetzen.[34][35][36]

Katastrophenjahre ab 1575[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1575 brach erneut die Pest in Osnabrück aus und tötete innerhalb von zweieinhalb Jahren mehrere tausend Menschen. An die Pest schloss sich eine Pockenepidemie an. Eine starke Missernte im Jahr 1579 löste 1580 eine Hungersnot aus. Diesen Ereignissen fielen rund 75 % der damaligen Stadtbevölkerung zum Opfer, die noch aus weniger als 10.000 Menschen bestanden hatte.

Auch in den folgenden Jahrzehnten wütete mehrmals die Pest in der Stadt, so in den Jahren 1597–1599 und 1609. Am 11. März 1613 wurden große Teile der Stadt durch einen Brand zerstört, neben hunderten Häusern auch das Dominikanerkloster, die Marienkirche und die Stadtwaage. Parallel dazu herrschten wirtschaftliche Schwierigkeiten, was auch an dem langsamen Niedergang der Hanse ablesbar ist (1606 wurde der Osnabrücker Johann Domann zum letzten Syndikus der Hanse bestellt). Weil dadurch die Zahl der Armen stieg, kaufe der Stadtrat 1619 den Tecklenburger Hof in der Großen Gildewart und richtete dort ein Armen- und Waisenhaus ein.[37]

Hexenverfolgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon seit dem Mittelalter waren vermeintliche Hexen und Zauberer verfolgt, in Prozessen verurteilt, gefoltert und hingerichtet worden. Da für die Katastrophen der Jahre ab 1575 auch Hexen verantwortlich gemacht wurden, gelten die folgenden Jahre als Schwerpunkte der Hexenverfolgungen in Osnabrück. Allein in der Regierungszeit des Bürgermeisters Hammacher (1565–1588) wurden 163 Frauen als angebliche Hexen hingerichtet, die meisten verbrannt. Unter dem Bürgermeister Pelster fanden gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges zwischen 1636 und 1639 mehr als 40 Frauen als Hexen den Tod. Insgesamt wurden 276 Frauen und zwei Männer in Hexenprozessen wegen Zauberei hingerichtet. Der Einsatz des evangelischen Pfarrers von St. Marien und Stadtsuperintendenten Gerhard Grave gegen die vom evangelisch dominierten Stadtrat durchgeführten Hexenprozesse hatte seine spätere Vertreibung aus der Stadt zur Folge.[38] Die Hexenverfolgungen endeten im Zuge der aufkommenden Aufklärung. Am 25. September 2012 sprach der Rat der Stadt Osnabrück eine Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse aus.[39]

Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vorfeld des Ausbruchs des Dreißigjährigen Krieges wurden Westfalen und das Hochstift Osnabrück bereits durch Kriegshandlungen des Niederländischen Unabhängigkeitskrieges gegen die Spanier beeinträchtigt. So wurden ab 1590 mehrmals Orte des Hochstifts von durchziehenden Truppen überfallen und ausgeplündert, Osnabrück selbst hielt jedoch Stand.[40]

Bischof und Gegenreformator Franz Wilhelm von Wartenberg

Nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges rüstete Osnabrück seine Befestigungen weiter auf und stellte eigene Soldaten zur Verteidigung der Stadt ein. In den ersten Kriegsjahren schaffte es Osnabrück vor allem durch Diplomatie und Geldzahlungen, Drohungen und Besatzungen der Kriegsparteien abzuwenden und somit offiziell neutral zu bleiben. Dies hatte jedoch den Nachteil, dass um 1624 ein Ersuchen der Stadt an den Kaiser, den Titel „Freie Reichsstadt“ führen zu dürfen, abgelehnt wurde. Innerhalb der Stadt wuchsen Konflikte des protestantischen Rates und Bürgertums mit dem Domkapitel und dem amtierenden Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg, der auf der Seite der Katholischen Liga stand. Nachdem die katholischen Truppen die protestantischen Dänen unter König Christian IV. stark zurückdrängen konnten, war die Neutralität aufgrund der katholischen Übermacht nicht mehr aufrecht zu halten, weshalb sich Osnabrück 1628 kampflos einnehmen ließ. Die Stadt musste anschließend Besatzungstruppen aufnehmen und versorgen, was die Bürger schwer belastete. [41]

Der Bischof nutzte die veränderten Machtverhältnisse, um Osnabrück zu rekatholisieren: er ließ die Klöster wiederaufleben und die evangelischen Prediger mussten ihre Posten und die Stadt verlassen. Die evangelische Ratsschule, die im Nachgang der Reformation als Gegenpol zur katholischen Domschule (Carolinum) gegründet worden war, musste schließen. Kinder durften ausschließlich katholisch getauft werden. Da größere Erfolge bei der Rekatholisierung der Stadtbevölkerung allerdings ausblieben, ließ der Bischof südlich der Stadt die Zitadellenfestung Petersburg errichten, um die Bürger besser überwachen zu können. Bei den Ratswahlen Anfang 1629 intervenierte Franz Wilhelm und sorgte durch Strafandrohung für die Wahl eines mehrheitlich katholischen Stadtrates. Die alten Ratsherren mussten, da sie sich weigerten, die Konfession zu wechseln, ebenfalls die Stadt verlassen. Im gleichen Jahr gründete er im vormaligen Augustinerkloster am Neumarkt eine Jesuitenuniversität, die 1632 eröffnet wurde.[42]

Stadtansicht aus der Vogelperspektive, Blickrichtung West. Wenzel Hollar 1633[43]

Mit dem Kriegseintritt der protestantischen Schweden unter Gustav II. Adolf und ihrem Sieg bei Breitenfeld 1631 änderte sich die Kriegslage. Schwedische Truppen unter Befehl von Georg von Braunschweig-Lüneburg besetzten 1633 kurzzeitig das Stift Osnabrück, was die nun offiziell katholische Stadt und ihre Besatzer in den Alarmzustand versetzte. Nach der Schlacht bei Hessisch Oldendorf zog die geschlagene kaiserliche Armee von Graf von Bronckhorst-Gronsfeld nach Osnabrück und verlangte um Einlass, um sich neu gruppieren zu können, der ihr durch den Bischof auch gewährt wurde. Wenig später kam erneut die Schwedische Armee unter Dodo von Knyphausen und begann den Angriff auf die Stadt. Nach rund zweiwöchiger Belagerung, der die Stadtmauern standhielten, stimmten die zahlenmäßig unterlegenen Besatzer Verhandlungen zu. Am 12. September verließ die Führungsriege die Stadt, Teile der Besatzungstruppen zogen sich auf die Petersburg zurück und die Stadt wurde durch die Schweden eingenommen. Die kaiserlichen Soldaten auf der Petersburg wurden noch einige Wochen belagert und beschossen und kapitulierten schließlich, da sie keine Hilfe von außerhalb erhielten. Die Schweden zogen ab, nachdem die Stadt ihre finanziellen Forderungen erbrachte, ließen aber auch eine Besatzung zurück.[44]

In der Folgezeit wurden die kirchlichen und politischen Verhältnisse aus der Zeit vor der Rekatholisierung weitgehend wiederhergestellt. Als schwedischer Administrator des Hochstifts wurde Gustav Gustavson eingesetzt, Bischof Franz Wilhelm hatte sich nach Köln abgesetzt. Die Jesuitenuniversität wurde wieder aufgelöst. Die kaiserlichen Truppen konnten bis 1636 das Stift Osnabrück zurückerobern, ließen von einem Versuch der Rückeroberung der Stadt jedoch ab. Abgesehen von der fortwährenden Besatzung blieb Osnabrück für den Rest des Krieges vom Kriegsgeschehen weitgehend unberührt.

Westfälischer Friede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansicht Osnabrücks zur Zeit der Friedensverhandlungen, Blickrichtung West. Matthäus Merian 1647

Wohl aufgrund der vergleichsweise geringen Zerstörungen wurden Münster und Osnabrück 1641 in den Hamburger Präliminarien zu den Kongressorten für Friedensverhandlungen bestimmt. Für den Zeitraum der Verhandlungen wurden die beiden Städte und ein sie verbindender Korridor zu neutralem Gebiet erklärt. Dies führte dazu, dass die schwedische Garnison Osnabrück bis zum Verhandlungsbeginn 1643 verlassen musste. Die Gesandten der katholischen Seite residierten in Münster, die protestantischen in Osnabrück. Die Friedensverhandlungen fanden auch im Osnabrücker Rathaus statt. Die Anwesenheit der Gesandten brachte es unter anderem mit sich, dass in der Stadt erstmals eine Straßenreinigung eingeführt wurde. Ein erneuter Versuch der Erlangung der Reichsunmittelbarkeit scheiterte, stattdessen erreichte man 1647 die Erlaubnis zur Schleifung der Petersburg, die zeitnah umgesetzt wurde.

Im August 1648 konnte der Friedensvertrag von Osnabrück (Instrumentum Pacis Osnabrugensis, IPO) verabschiedet werden, der den Friedensschluss zwischen dem deutschen Kaiser und Schweden beinhaltete. Nachdem der Westfälische Friede am 24. Oktober 1648 in Münster unterzeichnet worden war, wurde er einen Tag später von der Osnabrücker Rathaustreppe den Menschen verkündet.[45][46]

1648 bis 1800[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regelung Cuius regio, eius religio, (lateinisch für: wessen Gebiet, dessen Religion, im damaligen Sprachgebrauch oft: wes der Fürst, des der Glaub’) wurde in Osnabrück als Sonderfall gehandhabt. Bis zur Säkularisation wechselte jeweils nach dem Tode des Amtsinhabers die Konfessionszugehörigkeit des Fürstbischofs (geregelt in der so genannten Capitulatio Perpetua von 1650). Somit lösten sich katholische und evangelische Fürstbischöfe (aus dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg) als Herrscher ab. Die Konfessionszugehörigkeit der Untertanen blieb davon unberührt. Das Hochstift Osnabrück wurde damit der erste konfessionell-paritätische Staat auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.

Haus Walhalla, 1690 (jetzt Hotel)

Das barocke Osnabrücker Schloss stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es war die Residenz des protestantischen Fürstbischofs Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg. 1669 nahm Osnabrück als eine von neun Städten am letzten Hansetag in Lübeck Teil, wobei der Städtebund zwar nicht offiziell aufgelöst wurde, danach aber auch nicht mehr in Erscheinung trat.

1800 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Säkularisation kirchlicher Besitztümer durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 und dem Übergang des Hochstifts zum Fürstentum Osnabrück kam auch die Stadt an das Kurfürstentum Hannover, wurde jedoch 1803 von französischen Truppen besetzt. Im Jahr 1805 wurde das letzte Mal städtisches Kupferkleingeld (1 Heller, 1-, 1½-, 2- und 3-Pfennigstücke) geprägt.[47] 1806 gehörte Osnabrück für kurze Zeit zu Preußen. 1807 kam die Stadt an das vom französischen Kaiser Napoleon I. (Bonaparte) geschaffene Königreich Westphalen und am 10. Dezember 1810 zum Kaiserreich Frankreich. Als eines von vier Hanseatischen Departements war Osnabrück von 1811 bis 1813 der Sitz des Departement der Oberen Ems, in dem alle vorher trennenden Landesgrenzen aufgehoben wurden und das bis ca. 30 km nach Süden sowie bis über 50 km nach Norden, Westen und Osten reichte. Nach der Abdankung Napoleon Bonapartes im Frühjahr 1814 fiel der überwiegende Teil des Ober-Ems-Departements an das im Zuge des Wiener Kongresses im Oktober 1814 geschaffene Königreich Hannover. Etwa 400 Osnabrücker Soldaten nahmen am 18. Juni 1815 an der Schlacht bei Waterloo teil, die Napoleons Herrschaft der Hundert Tage beendete. Zu Ehren dieser Krieger stiftete Gerhard Friedrich von Gülich das 1817 errichtete Waterloo-Tor am Heger Tor, ein Triumphtor mit der Inschrift: „Den Osnabrückischen Kriegern die bei Waterloo den 18. Juni 1815 deutschen Muth bewiesen widmet dieses Denkmal G. F. v. Gülich D.R.D.“ (sic).

1843 wurde das sogenannte Festungsgebot aufgehoben, das es zuvor verboten hatte, außerhalb der Osnabrücker Stadtbefestigung Gebäude zu errichten. Die Stadtmauern als Mittel zur Verteidigung gegenüber Angreifern waren aufgrund der Entwicklung moderner Feuerwaffen nutzlos geworden und wurden geschleift. Im Zuge des Bevölkerungswachstums und der Industrialisierung führte dies in den kommenden Jahrzehnten zu einer starken räumlichen Ausdehnung der Stadt in alle Richtungen.[48]

1855 wurde die Hannoversche Westbahn eröffnet, die von Hannover aus über Löhne nach Osnabrück und später weiter in Richtung Westen gebaut wurde. Damit war Osnabrück an das Eisenbahnnetz angeschlossen. In den folgenden Jahren wurden weitere Strecken fertiggestellt sowie der Hauptbahnhof errichtet und Osnabrück damit zu einem Knotenpunkt im Schienenverkehr. 1860 wurde die Osnabrücker Aktien-Bierbrauerei am Westerberg gegründet, die bis 1987 Getränke produzierte und 1992 abgerissen wurde.

Als Folge des Deutschen Krieges 1866 ging das Königreich Hannover und damit auch Osnabrück in der preußischen Provinz Hannover auf. Von 1880 bis zum Ende des Deutschen Kaiserreiches 1918 erhielt Osnabrück Repräsentation im Preußischen Herrenhaus durch den jeweiligen Oberbürgermeister. Die Stadt wurde 1885 zu einem Stadtkreis sowie zum Sitz des neu gegründeten Regierungsbezirks Osnabrück und ist bis heute Kreisstadt des ebenfalls 1885 geschaffenen Landkreises Osnabrück.[49]

Aus den beiden Freizeitmannschaften Antipodia Osnabrück und Minerva Osnabrück wurde am 17. April 1899 der FC 1899 Osnabrück gegründet, aus dem später der VfL Osnabrück hervorging, welcher der größte und bedeutendste Sportverein für die gesamte Region ist. Im selben Jahr wurde das Vereinshaus am Kollegienwall eröffnet, das heute auch als Alte Stadthalle bekannt ist und im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört wurde. 1905 wurde die Osnabrücker Synagoge in der Rolandstraße gebaut. 1906 nahm die Straßenbahn mit anfangs zwei Linien ihren Betrieb auf. 1916 lief das erste Schiff vom Mittellandkanal kommend über den Stichkanal Osnabrück in den neu gebauten Stadthafen ein, damit war Osnabrück auch an das Bundeswasserstraßennetz angeschlossen.

1930 richtete Osnabrück den 22. Niedersachsentag des Niedersächsischen Heimatbundes aus.[50] Der Kaufmann Herbert Eklöh eröffnete am Jürgensort 6/8 in der Osnabrücker Innenstadt im Jahr 1938 den ersten SB-Supermarkt in Deutschland.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Ortsgruppe der NSDAP bestand schon seit Mitte der 1920er Jahre. Von 1932 bis 1945 war diese in der Villa Schlikker am Heger-Tor-Wall ansässig. Das Gebäude war der Partei von dem vorherigen Besitzer zur Verfügung gestellt worden. Offiziell hieß das Gebäude zu dieser Zeit „Adolf-Hitler-Haus“, wurde im Volksmund jedoch „Braunes Haus“ genannt. Nach der Machtergreifung der NSDAP im Januar 1933 hielt auch in Osnabrück vermehrt der Nationalsozialismus Einzug, was mit einer antijüdischen Haltung einherging und zur Verfolgung der Osnabrücker Juden führte.

Am Abend der Landtagswahl in Preußen am 5. März 1933 wurde durch die Nationalsozialisten auf dem Neumarkt eine Verbrennung von Flaggen durchgeführt. Die verbrannten Flaggen, welche aus dem Schinkel und Sonnenhügel hergeholt wurden, stammten von der demokratischen Linken und galten als Symbole der Weimarer Republik.[51]

Am 11. März besetzte die Osnabrücker SS kurzzeitig das Gewerkschaftshaus am Kollegienwall. Bei der Besetzung wurde eine Tafel mit der Beschriftung „SS–Heim“ über dem Eingang angebracht. Kurz darauf wurde das Gebäude der Polizei übergeben, jedoch einige Tage später erneut durch die SS besetzt, als SPD-Mitglieder die Hakenkreuzfahne auf dem Dach entfernten und in die Hase warfen. Am 2. Mai 1933 wurde, wie auch an anderen Orten im Deutschen Reich, das Gewerkschaftshaus endgültig besetzt und die Gewerkschaftsfunktionäre in Schutzhaft genommen. Auch die Osnabrücker Sozialdemokratin Alwine Wellmann wurde verhaftet. Einer der anwesenden SS-Männer war der spätere Kriegsverbrecher Gustav Sorge.

Das 1910 in der Osnabrücker Innenstadt (Große Straße 34) eröffnete Kaufhaus Alsberg war in der Bevölkerung sehr geschätzt – auch für die Mode der Goldenen Zwanziger Jahre. Da die Inhaber Juden waren, wurde es 1935 zwangsweise verkauft und seitdem als Modehaus Lengermann und Trieschmann betrieben. In der Zeit davor wurden alle Kunden, die noch zum Einkauf kamen, fotografiert und in einer Vitrine öffentlich angeprangert. Auch andere Osnabrücker Geschäfte mussten im Rahmen der Arisierung geschlossen oder verkauft werden.

Die lokale Abteilung der Geheimen Staatspolizei war im Osnabrücker Schloss ansässig. Im sogenannten Gestapokeller unter dem Schloss wurden Personen inhaftiert und teilweise gefoltert. Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge in der Rolandstraße in Brand gesetzt und noch am selben Tag der Abriss verfügt.

Die Juden der Stadt mussten ab 1941 den gelben Judenstern tragen. Am 13. Dezember 1941 fand die erste Deportation von Osnabrücker Juden statt, in der 34 Juden aus der Stadt und 477 weitere aus der Region nach Riga geschafft wurden. Vorher waren sie in der Turnhalle der Pottgrabenschule zusammengetrieben und am Güterbahnhof in Waggons verladen wurden. Die zweite Deportation wurde im Juli 1942 ins KZ Theresienstadt durchgeführt. Die Dritte und letzte der Osnabrücker Deportationen erfolgte am 1. März 1943 direkt ins KZ Auschwitz-Birkenau. Mit diesem Transport wurde auch das letzte Judenhaus in der Kommenderiestraße aufgelöst.[52]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg: Hochbunker am Osnabrücker Hauptbahnhof

Während des Zweiten Weltkrieges verursachten die 79 Luftangriffe auf Osnabrück schwere Schäden. Osnabrück war dabei ein „beliebtes“ Ziel britischer Bomberverbände, da es von Großbritannien aus schnell zu erreichen war und zudem auf der Rückflugroute von weiter im Landesinneren gelegenen Zielen lag. Das Stadtgebiet wurde zu mehr als 65 Prozent zerstört; die mittelalterliche Altstadt war mit 94 Prozent am stärksten betroffen. Einige der Luftschutzbunker, die in jenen Tagen angelegt wurden, stehen bis heute.[53] Von mehreren über das Stadtgebiet verteilten Flakstellungen aus wurde versucht, die feindlichen Bomberverbände abzuwehren, die Stellungen befanden sich z. B. auf dem Westerberg und in der Gartlage.[54]

Der erste Angriff mit Sprengbomben erfolgte am 23. Juni 1940 auf das Klöckner-Stahlwerk im Fledder. Während zunächst hauptsächlich militärische und industrielle Ziele wie Fabriken und der Hauptbahnhof angegriffen wurden, wurde das Bombardement ab 1942 im Rahmen der Area Bombing Directive zunehmend auch auf die Wohngebiete ausgedehnt. Der Palmsonntag am 25. März 1945 ging als Qualmarum (abgeleitet von Palmarum) in die Geschichte der Stadt ein, als die 4. und 8. britischen Bombergruppe am Vormittag den 79. und letzten Luftangriff auf die Stadt flogen. Bei diesem Luftangriff, der zu den schwersten auf die Stadt geflogenen zählt, wurden 178 Personen getötet.[55]

Kriegsende 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stolperstein für Anna Daumeyer
3. April 1945: Ein britischer Konvoi überquert die sogenannte Römerbrücke in Eversburg
Britische Soldaten der 1st Special Service Brigade am 4. April 1945 in Osnabrück

Letzte unter Befehl stehende Verbände der Wehrmacht hatten sich bis zum 3. April in Richtung Belm abgesetzt. Auch die Führungsriege der örtlichen NSDAP, darunter der Oberbürgermeister Erich Gaertner, NSDAP-Kreisleiter Fritz Wehmeier und der vorherige Kreisleiter Wilhelm Münzer verließen fluchtartig die Stadt und überließen sie ihrem Schicksal. Am Stadtrand ermordete einer der drei die Bäuerin Anna Daumeyer, welche bezichtigt wurde, eine weiße Flagge gehisst zu haben. Dieses Endphaseverbrechen wurde nie geahndet.[56]

In Eile aufgestellte Volkssturmverbände und die Polizei, welche zur Verteidigung der Stadt herangezogen werden sollten, lösten sich durch Flucht der Volkssturmmänner auf oder wurden nach Hause geschickt. Die Magazine des Heeresverpflegungsamtes am Hafen und die verlassenen Kasernen wurden durch die Bevölkerung und Zwangsarbeiter geplündert. Bei der Plünderung einer Schnapsfabrik soll sich eine Explosion mit rund 30 Todesopfern ereignet haben.[57] Viele Menschen suchten in Erwartung von Kämpfen um die Stadt einen der zahlreichen Luftschutzbunker auf, die hier zum letzten Mal genutzt wurden.

Am Morgen des 4. April 1945 wurde die Stadt durch britische und kanadische Truppen eingenommen.[58] Der Einmarsch der alliierten Soldaten erfolgte aus Richtung Westen und verlief weitgehend kampflos, Gegenwehr wurde nur durch einzelne deutsche Heckenschützen geleistet. Schon ab dem 2. April hatten einige alliierte Verbände die Stadt nördlich umfahren.

Die Briten und Kanadier machten rund 450 Kriegsgefangene. In den folgenden Tagen durchsuchten die Alliierten die Wohnungen der Stadtbewohner, beschlagnahmten Waffen und bestimmte Gebrauchsgegenstände wie Fotoapparate. Räumpanzer schufen Schneisen durch die Schuttberge, damit nachrückende Kräfte die Stadt durchqueren konnten. Um weitere Plünderungen unter den Zivilpersonen und den Displaced Persons zu verhindern, wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Vereinzelt kam es jedoch auch unter den alliierten Soldaten zu Plünderungen.[59]

Seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besatzungszeit und Britische Garnison[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die als Scarborough Barracks genutzte Caprivi-Kaserne, heute Teil der Hochschule Osnabrück

Nach der Kapitulation sah der Bakker-Schut-Plan eine Annexion der Stadt durch die Niederlande vor; diese unterblieb jedoch aufgrund des Widerstandes der Besatzungsmächte USA und Großbritanniens. Unmittelbar nach Kriegsende wurden Besatzungstruppen der Britischen Rheinarmee in Osnabrück stationiert. In den Folgejahren wurde der Standort der Garnison Osnabrück immer weiter ausgebaut. Zwischenzeitlich beherbergte Osnabrück die größte britische Garnison außerhalb des Vereinigten Königreiches – Britische Soldaten und ihre Familienangehörigen gehörten für die Osnabrücker jahrzehntelang zum gewohnten Stadtbild. Am 19. Juni 1989 und 28. Juni 1996 kam es zu Terroranschlägen der irischen Untergrundorganisation IRA auf die britischen Quebec Barracks im Osnabrücker Stadtteil Eversburg, bei denen erheblicher Sachschaden entstand.[60] 2005 beschloss das britische Verteidigungsministerium im Zuge von Umstrukturierungsmaßnahmen die vollständige Auflösung der Osnabrücker Garnison. Der Abzug wurde in den Folgejahren schrittweise umgesetzt. Am 31. März 2009 verließ der letzte britische Standortkommandeur, Colonel Mark Cuthbert-Brown, Osnabrück.[61]

Wiederaufbau und jüngere Vergangenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende wurden große Teile der zerstörten Altstadt wiederaufgebaut. Zum 300. Jahrestages der Verkündung des Westfälischen Friedens wurde 1948 das zerstörte Rathaus am historischen Marktplatz wiedereröffnet. Das wiederaufgebaute Stadttheater am Domhof konnte 1950 eingeweiht werden. Der 33. Niedersachsentag des Niedersächsischen Heimatbundes fand 1951 in Osnabrück statt, zu diesem Anlass besuchten zehntausende Menschen einen Festumzug durch die Innenstadt.[50] 1962 richtete Osnabrück das Fest ebenfalls aus.[62] 1954 wurde die Mehrzweckhalle Halle Gartlage eröffnet, die bis heute ein bedeutender Veranstaltungsort der Stadt ist.

Wie in ganz Deutschland setzte in Osnabrück in der Nachkriegszeit die Massenmotorisierung ein, das Auto wurde zum maßgebenden Verkehrsmittel. Schon vor der Fertigstellung der Autobahnen führten mit der Bundesstraße 51 und der Bundesstraße 68 zwei wichtige Nord-Süd-Verbindungen durch Osnabrück. Um die Stadt autogerecht zu gestalten, erfolgten viele Neubauten von im Krieg zerstörten Gebäuden außerhalb der historischen Altstadt nicht in den ursprünglichen Grundstücksgrenzen oder bestehende Gebäude wurden abgerissen, sodass breitere Straßenquerschnitte ermöglicht wurden. Beispiele hierfür sind die Dielingerstraße und der Straßenzug Neuer Graben–Neumarkt–Wittekindstraße.[63] Das Konzept der Autogerechtigkeit wirkte jedoch noch lange nach, beispielsweise wurde im Jahr 1991 eine Industriehalle am Petersburger Wall abgerissen, um dort die Straße verbreitern zu können.[64]

Im April 1959 wurde der Flugplatz in der Atterheide eröffnet. Im Mai 1959 eröffnete in einem vorherigen Café an der Herrenteichsstraße direkt am Haarmannsbrunnen der Ocambo Club, die erste Diskothek der Stadt und eine der ersten in Deutschland.[65] Osnabrück stellte 1960 den Betrieb seiner Straßenbahn ein. Bis 1968 existierte noch das Osnabrücker O-Bus-Netz, ehe auch dieses eingestellt wurde. Der Öffentliche Personennahverkehr wurde gänzlich auf den Stadtbus-Verkehr mit Dieselomnibussen umgestellt.[66] Am 5. Mai 1968 (Europatag) erfolgte die Verleihung der Ehrenfahne des Europarates an die Stadt Osnabrück.[67] Am 14. November 1968 erhielt die Stadt durch die Freigabe der Bundesautobahn 1 Anschluss an das Bundesautobahnnetz.[68] Die Fachhochschule Osnabrück wurde 1971 gegründet und erhielt 2010 die Bezeichnung Hochschule Osnabrück. Ab 1972 begann die Einrichtung der Fußgängerzone in der Innenstadt.[63] Die Universität Osnabrück nahm 1974 den Lehrbetrieb auf und hat ihren Sitz im Osnabrücker Schloss. 1977 verlor Osnabrück bei einer Gebietsreform seinen Status als Sitz einer Bezirksregierung, als der Regierungsbezirk Weser-Ems mit Sitz in Oldenburg geschaffen wurde. In Osnabrück verblieb lediglich eine Außenstelle der Bezirksregierung. Zum 1. Januar 2005 wurden alle Regierungsbezirke des Landes Niedersachsen aufgehoben und durch Regierungsvertretungen der Landesregierung ersetzt, die wiederum 2014 in Ämter für regionale Landesentwicklung umgewandelt wurden.

1979 wurde die neue Stadthalle Osnabrück, heute OsnabrückHalle, im Schlossgarten eröffnet. 1980 feierten die Stadt und das Bistum ihr 1200-jähriges Bestehen. Im selben Jahr schloss sich Osnabrück dem Städtebund Neue Hanse an. Am 16. November 1980 besuchte Papst Johannes Paul II. Osnabrück und hielt im Sportstadion an der Illoshöhe vor 140.000 Menschen einen Gottesdienst ab.[69] 1990 wurde Osnabrück erneut vom Europarat ausgezeichnet, dieses Mal mit der noch höher gestufteren Ehrenplakette.[67] Die 1990 gegründete Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat ihren Sitz in Osnabrück und bezog 1995 ihren neuen Verwaltungsbau An der Bornau.

Katholikentagsbeflaggung am Dom zu Osnabrück, dem Ort des 97. Deutschen Katholikentags 2008

Das vom Architekten Daniel Libeskind gebaute Felix-Nussbaum-Haus eröffnete 1998. Das Museum enthält über 180 Werke von Felix Nussbaum und ist damit die umfassendste Sammlung des Osnabrücker Künstlers. Die 350-Jahr-Feier von 1998 anlässlich der Verkündung des Westfälischen Friedens führte zahlreiche Monarchen und Staatsoberhäupter zum Besuch in die Stadt. Osnabrück feierte 1999 den 100. Geburtstag des Künstlers Friedrich Vordemberge-Gildewart mit zwei Ausstellungen. 2000 wurde Osnabrück externer Standort der Weltausstellung Expo 2000. Seit April 2002 ist das Steinwerk Ledenhof Sitz der Deutschen Stiftung Friedensforschung. 2006 war Osnabrück Gastgeber des 26. Hansetages der Neuzeit.[70] Im Jahr 2008 war Osnabrück Ausrichter des 97. Deutschen Katholikentages, zu dem mehrere zehntausend Gläubige die Stadt besuchten. Seit 2015 ist das Rathaus Osnabrück als eine der Stätten des Westfälischen Friedens mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 veranstaltete Osnabrück das 6. Deutsche Musikfest.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Gemeinden wurden nach Osnabrück eingemeindet:

Durch seine Tallage und die geographische Nähe zu Nordrhein-Westfalen wurden in Osnabrück vergleichsweise wenige Orte eingemeindet. So wurden beispielsweise die Gemeinden Belm (hinter dem Schinkelberg), Wallenhorst, Büren (inzwischen in die Gemeinde Lotte eingemeindet), Hasbergen und Georgsmarienhütte nicht eingemeindet. Die nördlich gelegenen Orte Hollage, Lechtingen und Rulle wurden (statt von Osnabrück) von Wallenhorst eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung von Osnabrück von 1871 bis 2018

Osnabrück zählte im 11. Jahrhundert rund. 1.500 und im 13. Jahrhundert rund 3.000 Einwohner.[72] Mitte des 16. Jahrhunderts hatte die Stadt ca. 7.000 Einwohner. 1575 starben etwa 75 Prozent der Einwohner Osnabrücks an der Pest. Wegen der folgenden Epidemien, Feuersbrünste, Hungersnöte und Kriege dauerte es über 200 Jahre, bis wieder die Bevölkerungszahl vor Ausbruch der Pest von 1575 erreicht wurde. Mit der Industrialisierung verfünffachte sich die Einwohnerzahl von über 10.000 im Jahre 1817 auf mehr als 50.000 im Jahre 1900. Großen Einfluss darauf hatte der Bau der beiden über Osnabrück führenden Eisenbahnstrecken zwischen Löhne und Rheine (1855) bzw. Münster und Bremen (1873), der viele Arbeitskräfte schaffte. Die Bevölkerung verdoppelte sich bis Ende 1939 auf über 100.000, wodurch Osnabrück in diesem Jahr erstmals zur Großstadt wurde. Nachdem die Bevölkerungszahlen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zurückgingen, wurde Osnabrück 1948 wieder Großstadt und hat diesen Status bis heute ununterbrochen beibehalten. Durch Eingemeindungen wurde Ende 1972 die Marke von 150.000 Einwohnern überschritten, unter die Osnabrück seitdem nicht mehr gefallen ist. 1995 erreichte die Einwohnerzahl mit 168.618 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2006 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Osnabrück nach Fortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik (seit 2014: LSN) 164.020 und war auch 2010 nahezu auf dieser Höhe. Beim Zensus 2011 wurde nur die Zahl von 154.513 festgestellt. Bis 2015 stieg die Einwohnerzahl auf 162.403, Ende 2019 lag sie bei 165.251 Einwohnern.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dom St. Peter
Kirche St. Marien
Blick auf den Turm von
St. Katharinen
Die ehemalige Stiftskirche
St. Johann
Die Lutherkirche

Osnabrück wurde 804 Sitz eines Bistums. Das zuständige Archidiakonat war die Dompropstei. Seit 1521 wurden in Osnabrück lutherische Predigten gehalten. Nachdem 1543 in der Stadt Osnabrück die Reformation nach lutherischem Bekenntnis eingeführt worden war.[73], verblieben den Katholiken der Dom St. Peter und die Kirche St. Johann, während den Lutheranern St. Katharinen und St. Marien als Pfarrkirchen dienten. Zusätzlich zu Teilen des Stadtgebietes gehörten zu jedem der vier Kirchspiele Bauerschaften außerhalb der Stadtgrenzen. Zum Domkirchspiel zählten Haste und Schinkel, zu St. Johann gehörten Düstrup, Harderberg (bis auf den zu St. Marien zählenden Erbkötterhof Buddemeyer), Hettlich, Hickingen, Holzhausen, Malbergen, Nahne und Voxtrup. Zu St. Katharinen gehörig waren Hörne (bis auf den zu St. Marien zählenden Vollerbenhof Meyer zu Hörne), Ohrbeck und Westrup, während St. Marien die Einwohner der Bauerschaften Atter, Gaste, Hasbergen und Hellern angehörten.[74] Diese Kirchspielseinteilung blieb bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestehen.

Der Dom bildete das Herz des Hochstifts Osnabrück, das bis 1803 ein Geistliches Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation blieb. Die katholischen Bewohner unterstanden dem Hochstift, für die protestantischen Bewohner übte der Rat der Stadt die Kirchenverwaltung aus, indem er ein Konsistorium einrichtete. 1803 kam das Hochstift Osnabrück an Hannover, anschließend an Frankreich und 1813 zum Königreich Hannover. Dieses bildete 1815 für die protestantische Kirchenverwaltung insgesamt fünf Konsistorialbezirke, darunter ein lutherisches Konsistorium in Osnabrück und ein paritätisch (lutherisch und reformiert) besetztes Konsistorium in Aurich. Die Konsistorialbezirke wurden in Superintendenturen beziehungsweise Kirchenkreise eingeteilt. Osnabrück wurde Sitz eines Kirchenkreises. 1903 wurde der Konsistorialbezirk Osnabrück aufgelöst, als alle lutherischen Gemeinden der inzwischen zu Preußen gehörigen Provinz Hannover dem Landeskonsistorium in Hannover (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers) unterstellt wurden. Osnabrück wurde später jedoch wieder Sitz eines Sprengels, der sich ebenfalls in Kirchenkreise gliedert.

Heute gehören die ev.-lutherischen Gemeinden der Stadt, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt, zu den Kirchenkreisen Osnabrück (Innenstadt und die meisten Stadtteile) oder Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte im Stadtteil Osnabrück-Sutthausen innerhalb des Sprengels Osnabrück der Landeskirche Hannovers.

Eine reformierte Bewegung ist in Osnabrück seit 1788 nachweisbar. Die Gläubigen waren der benachbarten Grafschaft Tecklenburg angeschlossen. Die vermehrte Zuwanderung reformierter Gemeindeglieder im 19. Jahrhundert führte 1889 zur Gründung einer reformierten Gemeinde in Osnabrück, die dem Konsistorium in Aurich unterstand. Die Gemeinde konnte 1893 die Bergkirche bauen. Sie war der erste Kirchenbau Osnabrücks nach der Reformation. 1926 entstand die Friedenskirche und in den 1960er Jahren wurden drei weitere reformierte Kirchen gebaut, die Gnadenkirche (1960), die Atterkirche (1962) und die Erlöserkirche (1966). Im Zuge einer Gemeindereform wurden die drei letztgenannten Kirchen im Dezember 2007 an die Evangelische Stiftung verkauft. Die Friedenskirche fungiert seitdem als Jugendkirche, während die Bergkirche für den sonstigen Gemeindealltag genutzt wird.[75] Die reformierte Gemeinde Osnabrück gehört heute zum Synodalverband Emsland/Osnabrück, dem VII. Synodalverband innerhalb der Evangelisch-reformierten Kirche.

Da der Dom und die ehemalige Stiftskirche St. Johann auch nach der Reformation katholisch geblieben sind und Osnabrück bis 1803 Hauptstadt des Hochstifts Osnabrück war, lebten in der Stadt stets auch Katholiken. Ihr Anteil betrug etwa ein Drittel. Das um 780 errichtete Bistum Osnabrück war in den Wirren der Reformation stark verkleinert worden.

1824, nach Auflösung des Hochstifts Osnabrück, wurde die Stadt 1824 Sitz des neu umschriebenen Bistums Osnabrück. Dieses umfasste danach den Westteil des damaligen Königreichs Hannover mit dem Emsland, der Grafschaft Bentheim und Ostfriesland. 1841 erhielt es die Jurisdiktion der Nordischen Mission Skandinaviens und 1868 der Norddeutschen Mission mit Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg. Formell wurden die deutschen Gebiete 1929 dem Bistum Osnabrück angegliedert. Es war damit das flächengrößte Bistum Deutschlands. Bis 1995 gehörte es zur Kirchenprovinz Köln, dann wurde es dem neuen Erzbistum Hamburg zugeordnet. Die Pfarreien und Gemeindeverbünde der Stadt Osnabrück gehören heute zum Dekanat Osnabrück-Stadt. Dieses umfasst auch die Gemeinde (Hasbergen), die nicht zur Stadt Osnabrück gehört.

Zum Brauchtum der Osnabrücker Katholiken gehört seit 1852 die Telgter Wallfahrt, die nach ihrer Teilnehmerzahl die zweitgrößte in Deutschland ist. Die 1899 vollendete Herz-Jesu-Kirche war der erste Neubau einer römisch-katholischen Kirche nach der Reformation. Am 16. November 1980 besuchte Papst Johannes Paul II. Osnabrück.

Vom 21. bis 25. Mai 2008 fand in Osnabrück der 97. Deutsche Katholikentag mit 60.000 Teilnehmern statt. Bereits 1901 hatte der 48. Deutsche Katholikentag in Osnabrück stattgefunden.

Freikirchen in Osnabrück.

  • Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) – Die Anfänge der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde gehen auf das Jahr 1928 zurück. Zur eigentlichen Gemeindegründung kam es allerdings erst 1948. Dabei spielte der Flüchtlingszustrom aus den ehemals deutschen Ostgebieten eine große Rolle. Heute hat die Gemeinde 280 getaufte Mitglieder (ohne Kinder und Freundeskreis), darunter v. a. Vietnamesen, Sinti und Russlanddeutsche. Der Gottesdienst wird synchron in vietnamesisch und russisch übersetzt. Derzeitiger Gemeindepastor ist Heiko Reinecke. Die Gemeinde besitzt eine Zweiggemeinde in Diepholz.
  • Andreas-Gemeinde Osnabrück (Mülheimer Verband) – Die Andreas-Gemeinde bestand vor 1997 unter dem Namen Christliche Gemeinschaft Osnabrück. Die ersten Anfänge reichen in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück; die Gemeinde feierte ihre Gottesdienste zunächst einige Jahrzehnte als Hausversammlung, seit den 1950er Jahren in eigenen Gemeinderäumen. Die Gemeindearbeit intensivierte sich und wuchs seit der Einstellung eines hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiters im Jahr 1984. Zu ihrem Umzug in den Hauswörmannsweg 90 gab sich die Christliche Gemeinschaft Osnabrück den Namen Andreas-Gemeinde. 2006 gründete sie eine Tochtergemeinde in Ibbenbüren (Thomas-Gemeinde). Die Andreas-Gemeinde hat derzeit etwa 140 erwachsene Mitglieder.
  • Christus-Centrum Osnabrück der Freien Christengemeinde (Pfingstgemeinde des BfP)
  • Lebensquelle – Die 2001 in Schinkel gegründete Pfingstgemeinde (BfP) feiert ihre Gottesdienste seit 2003 in einer ausgebauten Fabrikhalle und gründete vier weitere Ortsgemeinden in der Region. Lokale Bekanntheit erreichte sie Ende 2012 durch die Kontroverse um den Grundstückskauf am alten Güterbahnhof für ein neues Gemeindezentrum, durch den sich die lokale Kulturszene bedroht sieht, darunter mehrere Künstlerateliers, das Theater am Güterbahnhof[76][77] und Vertreter eines Homosexuellenverbands.[78]
  • Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK)
  • Siebenten-Tags-Adventisten
  • Evangelisch-methodistische Kirche (EmK)
  • Freikirche FIT-Gemeinde fürs Leben
  • Freikirche homezone
  • Serbisch-orthodoxe Gemeinde des Heiligen Georgius
  • Russisch-orthodoxe Gemeinde
  • Griechisch-orthodoxe Gemeinde von Antiochien (Rum-Orthodox) der Heiligen Mutter Gottes Maria
  • Altkatholische Kirche

Die meisten christlichen Kirchen arbeiten in der ACKOS (Arbeitsgemeinschaft der christl. Kirchen in Osnabrück) zusammen und gestalten Themengespräche zu Glaubensfragen und den alljährlichen großen ökumenischen Gottesdienst zum Osnabrücker Friedenstag am 25. Oktober. Zur 350-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens veranstalteten die Kirchen einen Ökumenischen Kirchentag, der auch überregional Beachtung fand.

Außerdem sind in Osnabrück die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), die Neuapostolische Kirche, die Apostolische Gemeinschaft, die katholisch-apostolische Gemeinde und die Zeugen Jehovas vertreten.

Panorama von Osnabrück mit den Kirchen der Innenstadt. Von links nach rechts: St. Katharinen, St. Marien, Dom St. Peter, Herz-Jesu Kirche, St. Johann und Lutherkirche

Buddhismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buddhisten haben im Buddhistischen Zentrum der Karma Kagyü-Linie eine Anlaufstelle (tibetischer Buddhismus). Für Praktiker des Zen gibt es das Zen-Dôjô (Soto-Tradition) oder auch den Zen-Kreis Osnabrück (Rinzai-Tradition). Die Gruppe 'Weg der Achtsamkeit' praktiziert den Buddhismus nach Thich Nhât Hanh.

Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Muslime sind türkischer Herkunft; auch Araber und Kurden bilden einen beträchtlichen Teil. Die 2011 erbaute Bascharat-Moschee (bascharat = Gutes Omen) der Ahmadiyya Muslim Jamaat war der erste muslimische Sakralbau in Osnabrück. Mittlerweile bestehen in der Stadt 12 weitere Moscheen und Gebetsräume.[79]

Judentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Alte Synagoge wurde 1906 fertiggestellt. Die Synagoge war in der so genannten Reichspogromnacht am 9. November 1938 in Brand gesteckt worden; ihren Abriss verfügte Oberbürgermeister Erich Gaertner am selben Tag.

Der im 19. Jahrhundert angelegte jüdische Friedhof wurde schon im Oktober 1927 von Schülern geschändet. Im November 1938 wurden mehrere jüdische Geschäfte geplündert, Wohnungen jüdischer Familien verwüstet und der jüdische Friedhof geschändet. Schon Anfang 1938 wurden so genannte Judenhäuser errichtet. Am 12. Dezember 1941 verließ der erste Deportationszug mit 190 noch verbliebenen Juden die Stadt. Kurz vor der Plünderung umfasste die jüdische Gemeinde Osnabrück etwa 500 Mitglieder, darunter die Familie von Felix Nussbaum.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten noch fünf Juden in Osnabrück. 1969 wurde die neue Synagoge in der Weststadt eröffnet. Bis 1991 hatten etwa 90 Juden ihren Wohnsitz in Osnabrück. Nach dem Zuzug von Kontingentflüchtlingen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion umfasste die jüdische Gemeinde 2005 etwa 1544 Mitglieder. Am Anbau des 1893 bis 1896 errichteten Gebäudes der früheren Bezirksregierung Osnabrück befinden sich seit 1978 Gedenktafeln zur Erinnerung an die Alte Synagoge und deren Zerstörung. Hier wurden jedes Jahr am 9. November zum Gedenken an die Reichspogromnacht Kränze niedergelegt und das Kaddisch gebetet. 1986 wurde der jüdische Friedhof erneut geschändet. 2004 wurde neben dem früheren Standort der Alten Synagoge auf den Grundmauern der jüdischen Schule ein neues Mahnmal errichtet. Der Abschnitt der Rolandstraße, an dem die Synagoge stand, trägt heute den Namen Alte Synagogenstraße.

Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation überwog in der Stadt Osnabrück das lutherische Bekenntnis. Im Jahre 1812 waren gut 60 Prozent der Einwohner lutherisch, während knapp 40 Prozent dem katholischen Glauben angehörten. Abgesehen von der Neustadt, in der die Katholiken über eine hauchdünne Mehrheit verfügten, waren alle anderen Teile der Innenstadt mehrheitlich lutherisch:

Konfessionsverteilung in der Stadt Osnabrück 1812[80]
Lutheraner Reformierte Katholiken Juden
Laischaft Einwohnerzahl Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Markt und Haselaischaft 2.062 1.197 58,05 % 45 2,18 % 810 39,28 % 10 0,48 %
Butenburg 2.105 1.603 76,15 % 40 1,90 % 457 21,71 % 5 0,24 %
Neustadt 2.956 1.412 47,77 % 33 1,12 % 1.506 50,95 % 5 0,17 %
Johannislaischaft 2.106 1.341 63,68 % 23 1,09 % 741 35,19 % 1 0,05 %
Gesamt 9.229 5.553 60,17 % 141 1,53 % 3.514 38,08 % 21 0,23 %

Am Ende des 19. Jahrhunderts waren knapp zwei Drittel der Stadtbevölkerung evangelisch, während etwas mehr als ein Drittel katholisch war. Seitdem wuchs der Anteil der Katholiken bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs auf knapp 38 Prozent an, während der der Protestanten auf etwa 56 Prozent sank.

[81] Protestanten Katholiken Sonstige
Christen
Juden Sonstige bzw.
Konfessionslose
Jahr Einwohnerzahl Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
1890 39.929 25.740 64,46 % 13.628 34,13 % N/A 423 1,06 % 138 0,35 %
1900 51.573 33.051 64,09 % 17.844 34,60 % N/A N/A 678 1,31 %
1910 65.957 41.769 63,33 % 23.520 35,66 % N/A N/A 668 1,01 %
1925 89.079 54.397 61,07 % 32.828 36,85 % 97 0,11 % 454 0,51 % 1.303 1,46 %
1933 94.277 56.919 60,37 % 35.438 37,59 % 20 0,02 % 403 0,43 % 1.497 1,59 %
1939 97.918 55.099 56,27 % 36.934 37,72 % 424 0,43 % 122 0,12 % 5.339 5,45 %

Infolge der umfangreichen Eingemeindungen von 1970/1972 sowie bedingt durch die demographischen Veränderungen seit dem Zweiten Weltkrieg waren im Jahr 2015 von der Bevölkerung Osnabrücks 30,8 % evangelisch und 33,4 % katholisch. 35,8 % gehörten keiner der beiden großen christlichen Konfessionen an.[82] Zum 31. Dezember 2018 gehören 48.341 (28,6 %) Personen zur evangelischen Konfession und 53.275 (31,5 %) zur katholischen. 67.226 (40,0 %) haben keine Angaben gemacht oder gehören zu sonstigen Religionsgemeinschaften.[83]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Spitze der Stadt Osnabrück stand schon seit dem 14. Jahrhundert ein Rat, der sich aus einem Alten Rat und einem sitzenden Rat aufteilte. Dem Rat stand ein Bürgermeister vor. Gegenüber dem Bischof konnte sich die Stadt schon sehr früh verschiedene Freiheiten erwerben, doch reichte es nie zur vollständigen Reichsfreiheit. Nach vorübergehender Zugehörigkeit zu Frankreich, in der die Mairieverfassung galt, standen in hannoverischer Zeit ein Verwaltungs- und ein Justizbürgermeister an der Spitze der Stadt. 1851 wurde die hannoversche Städteordnung eingeführt. Danach gab es einen Bürgermeister, der meist den Titel Oberbürgermeister erhielt. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde dieser von der NSDAP eingesetzt, es blieb allerdings Erich Gaertner.

Seit 1946 wird der Oberbürgermeister nach den jeweiligen Regeln des niedersächsischen Kommunalrechts gewählt – zunächst ehrenamtlich nach dem Modell der zweigleisigen Norddeutschen Ratsverfassung, seit 1997 eingleisig als hauptamtliche Verwaltungsspitze (vgl. dazu ausführlich: Eingleisigkeit, Gemeindeordnungen in Deutschland). Als erster hauptamtlicher Oberbürgermeister amtierte von 1997 bis 2006 der SPD-Politiker Hans-Jürgen Fip, der zuvor schon sechs Jahre als ehrenamtlicher Oberbürgermeister tätig gewesen war. Seit der Kommunalwahl 2006 war Boris Pistorius, ebenfalls SPD, Oberbürgermeister.[84] Am 19. Februar 2013 wurde Pistorius als neuer niedersächsischer Innenminister vereidigt. Bei der Neuwahl am 22. September 2013 erreichte kein Kandidat die absolute Mehrheit. Zur Stichwahl am 6. Oktober 2013 kandidierten Birgit Bornemann (SPD) aus Osnabrück und Wolfgang Griesert (CDU) aus Krefeld. Griesert gewann die Wahl mit 54,85 % der abgegebenen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 41,77 %.[85]

Im Jahr 2019 wurde der erste kommunale Bürgerentscheid in Osnabrück durchgeführt. Eine Initiative hatte sich für die Neugründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in Osnabrück eingesetzt und im Rahmen eines Bürgerbegehrens rund 13.500 Unterschriften gesammelt.[86] Dadurch wurde ein Bürgerentscheid zu diesem Thema erwirkt, der am 26. Mai, dem Wahltag der Europawahl 2019, durchgeführt wurde. Von den 74.802 Abstimmenden (56,6 % Beteiligung) stimmten 76,44 % für „Ja“ und 23,56 % für „Nein“, womit das Anliegen Erfolg hatte.[87] Die Gründung der Gesellschaft unter dem Namen Wohnen in Osnabrück GmbH (WiO) wurde am 7. Juli 2020 schließlich einstimmig vom Rat bestätigt und am 8. Juli 2020 durchgeführt.[88]

Rat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2001 besteht der Rat der Stadt Osnabrück aus 50 Mitgliedern. Stimmberechtigt ist außerdem der hauptamtliche und gesondert gewählte Oberbürgermeister.

Stadtratswahl 2016
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
37,6
24,9
18,2
5,9
4,8
1,8
1,9
3,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,5
-4,9
-2,8
+1,3
+1,4
-1,1
-0,1
+3,7
Sitzverteilung im Rat der Stadt
2
13
9
1
2
1
3
19
13 19 
Insgesamt 50 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2016
Sitze
2016
Prozent
2011
Sitze
2011
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 37,6 19 35,1 18
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 24,9 13 29,8 15
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 18,2 9 21,0 11
FDP Freie Demokratische Partei 5,9 3 4,6 2
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Osnabrück 1,8 1 2,9 1
Linke Die Linke 4,8 2 3,4 2
Piraten Piratenpartei Deutschland 1,9 1 2,0 1
BOB Bund Osnabrücker Bürger 3,7 2
BIG Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit 0,5 0
DMD Demokratische Mitte Deutschlands 0,5 0
Gesamt 100 50 100 50
Wahlbeteiligung in Prozent 50,1 47,1

Nach der Kommunalwahl am 11. September 2016 ergibt sich folgende Sitzverteilung:

Rat der Stadt Osnabrück
Fraktion CDU SPD GRÜNE FDP Die Linke BOB PIRATEN UWG Gesamt
Sitze 19 13 9 3 2 2 1 1 50

Ergebnisse der Kommunalwahlen in Osnabrück

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Justizbürgermeister von Osnabrück 1814–1852

Verwaltungsbürgermeister von Osnabrück 1814–1848

Bürgermeister beziehungsweise Oberbürgermeister von Osnabrück seit 1852

Wolfgang Griesert, amtierender Oberbürgermeister von Osnabrück

Oberstadtdirektoren von Osnabrück 1945–1997 (zweigleisige Kommunalverfassung)

  • 1946–1953: Willi Vollbrecht
  • 1953–1960: Walter Wegener
  • 1960–1972: Joachim Fischer
  • 1972–1983: Raimund Wimmer
  • 1983–1995: Dierk Meyer-Pries
  • 1995–1997: Jörg Haverkämper (nach seinem Rücktritt führte bis zum Amtsantritt des ersten hauptamtlichen Oberbürgermeisters Fip vorübergehend Stadtdirektor Karl-Josef Leyendecker die Amtsgeschäfte)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Osnabrücker Wappen-Rad

Das Wappen der Stadt Osnabrück zeigt in Silber ein sechsspeichiges stehendes schwarzes Rad. Die Stadtflagge ist weiß mit schwarzen Randstreifen, belegt mit dem Rad.

Das Rad als Münzzeichen des Hochstifts Osnabrück ist schon seit dem 13. Jahrhundert in den Siegeln nachzuweisen, im Laufe der Geschichte wurde es in unterschiedlichen Formen abgebildet: Anfangs hatte es acht Speichen und war rot; seit 1496 ist es in schwarzer Farbe überliefert. Eine weitere Darstellung zeigt ein sechsspeichiges 'bewegtes' Rad, das zwei Speichen parallel zum Boden abbildet (waagerecht, im Gegensatz zum stehenden Rad, bei dem zwei Speichen eine vertikale Linie bilden), das vom weltlichen Handel wie der Leinenherstellung zu Zeiten der mittelalterlichen Hanse benutzt wurde. Später wurde es erneut auch rot dargestellt. Das Rad des Bistums ist heute rot, das der Stadt schwarz, jeweils auf Silbergrund.

Das Rad wird als Teil des Wagens Gottes (currus Dei) gedeutet, ein Zeichen der Kirche und des Evangeliums im Laufe der Zeit. Im 13. Jahrhundert war im Wappen neben dem Rad auch der Heilige Petrus als Patron des Domes abgebildet. Später wurde nur noch das Rad gezeigt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osnabrück unterhält Städtepartnerschaften und Städtefreundschaften mit mehreren Städten. Als einmalig in Deutschland gilt der wechselseitige Austausch von offiziellen Städtebotschaftern mit den ausländischen Partnerstädten. Junge Frauen und Männer arbeiten für ein Jahr in der Stadtverwaltung der Partnerstadt. Dabei erledigen sie Aufgaben, die im Rahmen der jeweiligen Städtepartnerschaft anfallen.

Städtepartnerschaften
Städtefreundschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ledenhof
mit Steinwerk (links), Palas (Mitte) und Treppenturm (rechts)
Waterloo-Tor am Heger Tor
Nackte Mühle an der Nette

Das Osnabrücker Rathaus ist das Wahrzeichen der Stadt. Es wurde 1512 nach 25-jähriger Bauzeit im spätgotischen Stil fertiggestellt. In diesem Rathaus wurde 1648, neben dem Münsteraner Rathaus, der Westfälische Friede ausgehandelt. Im Friedenssaal hängen heute 42 Porträtgemälde von den Herrschern sowie europäischen Gesandten aus jener Zeit. In der Schatzkammer ist eine Nachbildung der Friedensurkunde von 1648 zu sehen.

Das Osnabrücker Schloss im Barockstil stammt aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es war die Residenz des protestantischen Fürstbischofs Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg und seiner Frau Sophie von der Pfalz. Das Schloss wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstört und nach Kriegsende wieder aufgebaut. Es diente ab 1953 als Pädagogische Hochschule und ist seit 1974 Sitz der Universität Osnabrück. Der südlich gelegene Schlosspark ist Versailles nachempfunden und wurde zwischen 1966 und 1969 wieder hergestellt.

Der Bucksturm wurde Anfang des 13. Jahrhunderts als Wachturm an der Stadtmauer errichtet. Im Mittelalter war im Turm das Städtische Gefängnis untergebracht. Zusätzlich kam während der Hexenverfolgung im 16. und 17. Jahrhundert die Funktion einer Folterkammer hinzu.

Das heutige Heger Tor erinnert in seinem Erscheinungsbild an eine Wehranlage. Die ursprüngliche Wehranlage, bestehend aus Turm, Tor, Bastion, Zwinger und Durchfahrt, wurde um 1815 weitgehend abgerissen. An dieser Stelle wurde 1817 das Waterloo-Tor errichtet, also zwei Jahre nach dem weitestgehenden Abriss der eigentlichen Wehranlagen. Es erinnert an die Osnabrücker Krieger der King’s German Legion, die in der Schlacht bei Waterloo kämpften.[89] Gestiftet wurde das Tor durch Gerhard Friedrich von Gülich, der Johann Christian Sieckmann mit dem Entwurf des Tores beauftragte. Es trägt die Inschrift „Den Osnabrückischen Kriegern, die bei Waterloo den 18. Juni 1815 deutschen Muth bewiesen, widmet dieses Denkmal G. F. v. Gülich D.R.D.R.“. Auf dem Tor befindet sich eine Aussichtsplattform, von der aus man über die Dächer der Altstadt blickt. Die Plattform ist über Rampen und Treppen zu erreichen. Der Platz um das Waterloo-Tor wird heute dennoch als Heger Tor bezeichnet, da es den Eingang aus der Altstadt in die Heger Laischaft bezeichnet.

Die Kirche St. Marien war im Gegensatz zum Dom die Kirche der Bürger. Aufgrund von Bestattungen, die um 800 stattfanden, wird davon ausgegangen, dass sich an heutiger Stelle bereits ein Vorgängerbau aus Holz befand. Dies ist jedoch nicht belegt. Im 10./11. Jahrhundert entstand ein einschiffiger Saalbau mit Turm, der bereits im 13. Jahrhundert um die beiden Seitenschiffe erweitert wurde. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts kamen Chor und Chorgewölbe dazu. Seit dem 13. Jahrhundert wurde sie im Stil einer gotischen Hallenkirche umgebaut. Auch heute noch ist dieses Aussehen prägend für den Osnabrücker Marktplatz, da die Kirche eine architektonische Einheit mit dem Rathaus und der Stadtwaage bildet. Im Innern befinden sich unter anderem das Triumphkreuz aus dem 13. Jahrhundert und der Hauptaltar, der von 1510 bis 1515 in Antwerpen gefertigt wurde. Im Chorumgang sind Grabsteine in den Boden eingelassen, auch der Grabstein von Justus Möser, einem bedeutenden Osnabrücker Staatsmann und Juristen. Den 79 Meter hohen Turm kann man über 190 Stufen besteigen und erhält einen Blick über Osnabrück. Die im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte kupferne Turmspitze wurde Anfang der 1960er-Jahre wieder aufgebaut.

Der Dom St. Peter wurde 785 an der heutigen Stelle geweiht. Der heutige Bau entstand von 1218 bis 1277. Die Kathedralkirche wurde im spätromanischen Stil erbaut. Ursprünglich verfügte der Dom über Zwillingstürme, jedoch wurde der Nordwestturm im 15. Jahrhundert durch einen dickeren gotischen Turm ersetzt. Im Innern finden sich unter anderem ein bronzenes Taufbecken von 1225 und ein großes Triumphkreuz, entstanden gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Es zählt mit seiner Höhe von fast sechs Metern und dem Korpus von 3,80 Meter Länge zu den größten seiner Art in Europa. In Domnähe lebte von 1210 bis 1233 der aus Groningen stammende Einsiedler und später heiliggesprochene Reiner von Osnabrück. Vor dem Dom steht das Standbild des Löwenpudels.

Zu den im Mittelalter gegründeten Klöstern gehören das Kloster Gertrudenberg sowie das Dominikanerkloster zum heiligen Kreuz. Sie wurden 1803 im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgehoben und die bis heute erhaltenen Gebäude anderen Zwecken zugeführt.

Die Bauzeit des Pernickelturmes ist unbekannt. Er wird in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt und diente als Wachturm und zum Schutz der Pernickelmühle, wie man an den Schießscharten erkennen kann. Der Turm wird seit dem 19. Jahrhundert als Wohngebäude genutzt, weshalb sein Inneres nicht mehr dem Ursprung entspricht. Die Pernickelmühle wurde 1891 zerstört und kurz darauf am anderen Ufer der Hase wiederaufgebaut.

Ein weiterer Turm der historischen Stadtbefestigung ist der Anfang des 16. Jahrhunderts errichtete Bürgergehorsam.

Die Bauepoche des Klassizismus wurde mit der 1785 mit der Fertigstellung der Fürstbischöflichen Kanzlei begonnen. Bauwerke des Klassizismus sind auch das Wohn- und Geschäftshaus Haus Tenge sowie das Gebäude Große Straße 43.

Ehemalige Bauwerke in Osnabrück sind die Festung Petersburg sowie das Alte Rathaus, das 1836 abgerissen wurde.

Kunst im öffentlichen Raum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eines der bekanntesten Denkmäler Osnabrücks ist der Haarmannsbrunnen am Herrenteichswall. Der Stahlwerksdirektor und Senator August Haarmann stiftete 1909 den Brunnen, um dem Bergmannsberuf ein Denkmal zu setzen. Die Brunnenanlage mit der leicht überlebensgroßen Bronzeskulptur eines Bergarbeiters wird in Osnabrück häufig fälschlich mit dem Grubenunglück am Piesberg von 1893 in Zusammenhang gebracht, bei dem mehrere Bergleute bei einem Wassereinbruch während des Steinkohlenabbaus am Piesberg ums Leben kamen.

Das Ebert-Erzberger-Rathenau-Mahnmal am Herrenteichswall erinnert an die drei bedeutenden Politiker der Weimarer Republik. Die abstrakt gestaltete Denkmalskulptur symbolisiert die Demokratie und ist wahrscheinlich das einzige Denkmal in Deutschland, das diese drei Persönlichkeiten würdigt. 1928, bei der Errichtung des Denkmals, kam es zu Protesten der politischen Rechten, und bereits am 15. Mai 1933 wurde die Skulptur von SA-Mitgliedern entfernt. Erst Anfang der 1980er Jahre wurde sie durch die Stadt wieder aufgebaut. Eine Inschriftenrolle, die ein mutiger Bürger beim Abriss des Denkmals heimlich sicherte, wurde bei der Wiederherstellung in die Skulptur integriert.

Das Ehrenmal auf dem Straßburger Platz nach dem Entwurf des Stadtbaumeisters Emil Hackländer (1830–1902) ist dem Gedächtnis der Gefallenen des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/1871 aus dem Fürstentum Osnabrück gewidmet. Es wurde 1880 auf dem Neumarkt errichtet und 1928 auf den Straßburger Platz im Stadtteil Westerberg versetzt. Die allegorische Germania-Skulptur wurde im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. Mit der Skulptur „Die schützende Torsion“ nach einem Entwurf von Schülerinnen des Ratsgymnasiums setzt es nun der deutsch-französischen Freundschaft ein Denkmal.

Botanischer Garten

Osnabrücker Zoo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Stadtteil Schölerberg befindet sich der Zoo Osnabrück, dieser wurde 1936 als Heimattierpark eröffnet und ist mittlerweile der größte Zoo in Niedersachsen. Angelegt ist der Zoo im Waldgebiet am gleichnamigen Berg Schölerberg. Durch intensive Bau- und Sanierungsarbeiten in den letzten Jahren wurde der Zoo durch Höhenwege und neue Tiergelände barrierefrei und tierfreundlich umgestaltet. Die Besucherzahl bewegt sich seit einigen Jahren bei knapp über 1 Million Besuchern im Jahr.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trompetenbaum im Bürgerpark
  • Seit 1984 betreibt die Universität Osnabrück auf dem Westerberg den 5,6 ha großen Botanischen Garten Osnabrück.[90]
  • Der älteste öffentliche Park der Stadt Osnabrück ist der Bürgerpark auf dem Gertrudenberg nordöstlich der Altstadt mit einem wertvollen alten Baumbestand. Durch die Beschilderung der Bäume hat der Bürgerpark den Charakter eines Arboretums.[91]
  • Der Piesberg wird seit der Stilllegung der dortigen Mülldeponie in 2005 schrittweise in einen Kultur- und Landschaftspark umgebaut.

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater am Domhof
Felix-Nussbaum-Haus (rechts) im Museumskomplex von Osnabrück, in der Mitte das Kulturgeschichtliche Museum, links das Akzisehaus.

Osnabrück verfügt über mehrere Theater.

  • Das Theater Osnabrück hat die Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater und Theater für Kinder und Jugendliche. Hauptspielstätte ist das Theater am Domhof, daneben existiert das kleinere emma-theater an der Lotter Straße.
  • Die Probebühne ist Osnabrücks erstes Amateurtheater mit eigener Spielstätte in der Komtureikirche
  • Das erste unordentliche Zimmertheater befindet sich in einem Innenhof in der Lohstraße
  • Das Figurentheater Osnabrück befindet sich in der „Alten Fuhrhalterei“ in der Altstadt.
  • Der Theaterverein Ostsensibles führt englischsprachiges Theater auf.[92]
  • Die Theaterpädagogische Werkstatt bietet Präventionsprogramme für Kinder und Jugendliche an.

Orchester[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chöre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bach-Chor Osnabrück e. V.
  • Johannis-Chor e. V.
  • Osnabrücker Jugendchor e. V.
  • Marienkantorei Osnabrück
  • Frauenchor Viva la Musica e. V.
  • Original Osnabrücker Windjammer-Shantychor
  • Vokalconsort Osnabrück e.V.
  • Carolinum cantat

Musikclubs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alando Palais
  • Bastard Club
  • Blue Note
  • Brücks
  • Hyde Park
  • Kleine Freiheit
  • Kubik Club
  • NEO Club & Cuisine
  • Rosenhof
  • Sonnendeck
  • Virage Discothek
  • Works
  • 52°Club

Kulturzentren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lagerhalle bei Nacht

Neben der oben genannten Kulturstätten gibt es in Osnabrück mehrere städtische Jugend- und Gemeinschaftszentren in verschiedenen Stadtteilen, darunter das Haus der Jugend in der Innenstadt, die Gemeinschaftszentren am Ziegenbrink und an der Lerchenstraße, die Jugendzentren Ostbunker und Westwerk sowie das Heinz-Fitschen-Haus.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Museumsquartier Osnabrück (MQ4) am Heger-Tor-Wall/Lotter Straße gehören:

Weitere:

Kinos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cinema Arthouse – Multiplex-Kino mit fünf Leinwänden
  • Hall of Fame Osnabrück (ehemals Cinestar-Filmpalast und UFA-Palast) – Multiplex-Kino mit sieben Leinwänden
  • Filmpassage Osnabrück – Multiplex-Kino mit neun Leinwänden
  • Filmtheater Hasetor – Filmkunst- und Programmkino mit einer Leinwand

Filmvorführungen finden regelmäßig auch im Kino in der Lagerhalle sowie durch die Initiative Uni-Film in einem Hörsaal der Universität statt.

Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naherholungsgebiet Rubbenbruch mit gleichnamigem See

Im Südwesten des Stadtteils Eversburg bzw. an der Grenze zwischen Atter und Westerberg befindet sich ein großes Naherholungsgebiet mit Wald, Wiesen und dem Rubbenbruchsee. Teil dieses in vielen Bereichen naturnahen Gebietes ist auch der Flugplatz Osnabrück-Atterheide.

Stolpersteine als Erinnerung für Gewerkschafter und Sozialdemokraten im Kollegienwall 14/14a[99]

Stolpersteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2006 beschloss der Rat der Stadt Osnabrück, die Idee des Kölner Künstlers Gunter Demnig zu übernehmen, Stolpersteine zu verlegen. Sie sollen an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur erinnern und werden vor deren ehemaligen Wohn- oder Arbeitsstätten verlegt. Dieses Projekt wird seit dem 15. November 2007 umgesetzt und bis zum November 2017 wurden bislang 284 Stolpersteine verlegt.[100]

Johannisfriedhof
Statue auf dem Hasefriedhof

Historische Friedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hasefriedhof und Johannisfriedhof

Beide Friedhöfe entstanden 1808 und wurden damals aus hygienischen Gründen außerhalb der Stadt angesiedelt; der Hasefriedhof vor dem Hasetor und der Johannisfriedhof an der Iburger Straße. Ein Erlass von König Jérôme Bonaparte verbot ab 1808 innerstädtische Bestattungen.

Ein Rundgang über die ältesten Abteilungen zeigt, dass es sich bei den Bestattungen überwiegend um Mitglieder reicher, alteingesessener Familien handelt, die entlang der Mauern bestattet wurden. Im Innenbereich fanden die gesellschaftlich schlechter Gestellten ihre letzte Ruhe.

Ein für das frühe 19. Jahrhundert typisches Symbol zeigt die älteste Pforte des Hasefriedhofs: zwei kindliche Gestalten auf den Torpfeilern, Genien als Sinnbild von Tod und Schlaf. Des Weiteren hervorzuheben ist die florale Ausgestaltung der Steine – als tiefgründiges Symbol, beispielsweise Mohnkapseln als Sinnbild für den ewigen Schlaf, Wein als Blut Christi. Die letzte Beerdigung fand 1995 statt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maiwoche in Osnabrück (hier auf dem Domplatz)
Nussknacker auf dem Weihnachtsmarkt
Krahnstraße im Advent
  • Januar: Handgiftentag
  • Samstag vor Rosenmontag: Ossensamstag (großer Karnevalsumzug mit etwa 100.000 Besuchern).
  • Vor Ostern: Frühjahrsjahrmarkt an der Halle Gartlage
  • Vor Ostern: Osnabrücker Kammermusiktage
  • April: European Media Art Festival[101]
  • April–Mai: Osnabrück-Börse und Großtauschtag für Briefmarken und Münzen (OsnabrückHalle)
  • Mai: Maiwoche und Hasestraßenfest in der Innenstadt
  • Mai: Gay in May – lesbisch-schwule Kulturtage
  • Mai und September: jeweils an einem der ersten Wochenenden großer Nachtflohmarkt (Samstagabend bis Sonntagnachmittag) in der Innenstadt
  • Sommer: Kulturnächte, Osnabrücker Volks-, Schützen- und Heimatfest
  • Juni: Afrika-Festival (alle zwei Jahre)[102]
  • Ende Juni, Anfang Juli: Internationales Motorrad-Grasbahnrennen auf der Nahner Waldbahn in Osnabrück-Nahne
  • Juli: Johannisstraßenfest
  • Juni–August: Osnabrücker Sommer in der Stadt– Städtisches Sommerkulturprogramm
  • August: immer am ersten Samstag: Die Goldenen Säge – Das Osnabrücker Straßenmusikfest
  • August: Das Schlossgarten Open Air (zweitägiges Musikfestival mit nationalen Größen der Pop- und Rockmusik) findet seit 2015 jährlich an einem Augustwochenende im Schlossgarten statt.
  • Ende August: Weinfest
  • Ende August/Anfang September: Lichterfest an der Hase seit 2007 alle zwei Jahre
  • Anfang September: Theaterfestival des ersten unordentlichen Zimmertheaters[103]
  • September: Morgenland Festival Osnabrück[104]
  • September: jobmesse osnabrück (jährlich seit 2004)
  • September: immobilienmesse osnabrück (jährlich)
  • September: Bergfest am Piesberg (Piesberger Gesellschaftshaus, Museum für feldspurige Industriebahnen Osnabrück-Piesberg e.V., Museum für Industriekultur) und Osnabrück unter Dampf am Zechenbahnhof Piesberg (Dampflokfest der Osnabrücker Dampflokfreunde e.V.), jährlich im Wechsel
  • September–Oktober: inter.kult – Wochen der Kulturen alle zwei Jahre[105]
  • Oktober: Unabhängiges FilmFest Osnabrück
  • Oktober: Steckenpferdreiten und Klingendes Rathaus (Friedensfest und Brauchtum)
  • Ende Oktober/Anfang November: Herbstjahrmarkt an der Halle Gartlage
  • November: Osnabrücker Kabarettfestival
  • November: Festival des Neuen Japanischen Films, alle zwei Jahre
  • Dezember: Weihnachtsmarkt[106] und Illumination vieler Häuser der Altstadt
  • Dezember: Osnabrück-Börse und Großtauschtag für Briefmarken und Münzen (OsnabrückHalle)[107]
  • Osnabrücker Friedensgespräche mehrmals im Jahr[108]

Landschaftsverband Osnabrücker Land[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um kulturelle Belange kümmert sich unter anderem der Landschaftsverband Osnabrücker Land, ein eingetragener Verein unter Trägerschaft des Landkreises und der kreisfreien Stadt Osnabrück.

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinbruch am Piesberg mit der Gemeinde Wallenhorst und dem Osnabrücker Stadtteil Pye

Im Jahre 2016 erbrachte Osnabrück ein Bruttoinlandsprodukt von 7,955 Milliarden € und belegte damit Platz 45 in der Rangliste der deutschen Städte nach Wirtschaftsleistung. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 48.732 € (Niedersachsen: 34.812 €, Deutschland 38.180 €). In der Stadt gab es 2016 ca. 126.500 erwerbstätige Personen.[109] Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 6,4 % und damit über dem Niedersächsischen Durchschnitt von 5,0 %.[110]

Osnabrück ist Oberzentrum für das südwestliche Niedersachsen und Teile des angrenzenden Westfalen. Viele Menschen aus den Umlandgemeinden arbeiten in der Stadt und nutzen sie als Einkaufs- und Erlebniszentrum. Die Osnabrücker Wirtschaft ist seit dem Beginn der Industriellen Revolution in Deutschland vor allem industriell geprägt. Durch die günstige Verkehrslage im Schnittpunkt wichtiger europäischer Straßen-, Schienen- und Wasserwege entwickelten sich in Osnabrück aber auch ein sehr starkes Transportgewerbe und zahlreiche Dienstleistungsunternehmen, die überregionale Bekanntheit erlangten.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte die kreisfreie Stadt Osnabrück Platz 140 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „Zukunftschancen“.[111] In der Ausgabe von 2019 lag sie auf Platz 63 von 401.[112]

Stahl- und Metallindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltung der KME in Osnabrück

Vor allem die Ansiedlungen des „Eisen- und Stahlwerks zu Osnabrück“ (später Klöckner-Stahlwerk)[113] im Jahr 1868 und der Georgsmarienhütte südlich der Stadt im selben Zeitraum haben das Bild Osnabrücks als Stahlstandort über Jahrzehnte geprägt. Nach dem im Zuge der Stahlkrise erfolgten Niedergang des Klöckner-Werks im Jahr 1989 besteht noch die Georgsmarienhütte als Edelbaustahlproduzent weiter.

Nördlich der Innenstadt in der Gartlage siedelte sich 1873 die Draht- und Stiftfabrik Witte und Kämper an, welche 1890 in Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerke AG (OKD) umfirmiert wurde. Heute trägt das Werk den Namen KME AG und ist ein Hersteller von Produkten aus Kupfer und Kupferlegierungen.

Papierindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Papierwerk Felix Schoeller im Stadtteil Darum/Gretesch/Lüstringen

Die Stadt und das Umland von Osnabrück sind einer der deutschen Schwerpunkte der Papierherstellung und -verarbeitung. Schon vor Jahrhunderten siedelten sich Papiermühlen an der Hase und ihren Nebenflüssen an, aus denen sich die Papierfabriken Kämmerer im Hafen sowie die Felix Schoeller Gruppe in Gretesch entwickelten. Das Papierwerk Kämmerer wurde 1976 vom finnischen Unternehmen Ahlstrom übernommen. Seit 2016 firmiert es wieder unter dem Namen Kämmerer.[114]

Im Umland von Osnabrück sind zudem große Papierverarbeiter wie die Tapetenfabrik Rasch und der Haushaltswarenhersteller Duni in Bramsche, oder Fislage in Hörstel ansässig.

Automobilindustrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das ehemalige Unternehmen Karmann ist Osnabrück als Herstellungsort zahlreicher Cabriomodelle bekannt. Nach der Insolvenz im Jahr 2009 wurden große Teile des Unternehmens als Volkswagen Osnabrück in den VW-Konzern eingegliedert. Neben der Komplettfertigung von VW-Modellreihen übernahm das Werk in den letzten Jahren vermehrt einzelne Produktionsschritte wie Lackierung oder Endmontage für verschiedene VW-Konzernmarken.

Teilweise unabhängig, teilweise in Abhängigkeit zum VW-Werk existiert in und um Osnabrück zudem eine erhebliche Zulieferindustrie sowie auf Automobillogistik, Fahrzeugbau, Automobilhandel und Fahrzeugteilehandel spezialisierte Unternehmen.

Konversion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren wurden viele ursprünglich industriell oder militärisch genutzte Flächen in Osnabrück in einen Konversionsprozess überführt. Dadurch wurde zwar einerseits die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt gefährdet, da die vorherigen Nutzer der Flächen teils erhebliche Wirtschaftsfaktoren darstellten. Andererseits verspricht die Konversion dieser Gebiete lukrative Entwicklungsmöglichkeiten, da sie als stadtnahe Wohn- oder Gewerbegebiete genutzt werden können.

Die Bundeswehr verfügte über mehrere Standorte in Osnabrück, die allesamt bis 1997 aufgegeben worden sind (siehe Liste ehemaliger Bundeswehr-Liegenschaften#O). Nachnutzungen der Bundeswehr-Kasernen finden sich z. B. im Stadtteil Westerberg (Erweiterung der Universität und Hochschule Osnabrück) und im Stadtteil Kalkhügel (Wohngebiet und Behördenzentrum). Durch den Abzug der britischen Truppen und die Schließung der Garnison Osnabrück bis ins Jahr 2009 wurden weitere Kasernenflächen frei. Diesen steht teilweise eine Umnutzung noch bevor, so z. B. in Dodesheide (Kaserne am Limberg), teilweise befinden sie sich gerade in einem Konversionsprozess (Kaserne an der Landwehrstraße in Atter, größtes Neubaugebiet Osnabrücks seit dem Zweiten Weltkrieg) oder dieser Prozess ist bereits weitgehend abgeschlossen wie beim heutigen Wissenschaftspark im Stadtteil Westerberg.

Ein Beispiel für ein industrielles Konversionsgebiet in Osnabrück ist das Gelände des 1989 geschlossenen Klöckner-Stahlwerks im Stadtteil Fledder (heute stadtnahes Gewerbegebiet „Hasepark“). Der unmittelbar südlich gelegene ehemalige Güterbahnhof mit Ringlokschuppen wartet noch auf eine Nachnutzung, erschwert wird diese Angelegenheit durch Streitigkeiten zwischen dem heutigen Besitzer des Geländes und der Stadt Osnabrück.

Pendler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Osnabrück hat sehr starke Pendlerverflechtungen mit den Umlandgemeinden. Es gab 2012 bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten insgesamt 51.270 Einpendler nach Osnabrück, die überwiegend aus dem Landkreis Osnabrück (in Niedersachsen) und aus dem Kreis Steinfurt (in Nordrhein-Westfalen) kommen. Außerdem gibt es 20.194 Auspendler, die aus Osnabrück vor allem in den Landkreis Osnabrück und in den Kreis Steinfurt (sowie in die Stadt Münster) zur Arbeit fahren. Die stärksten Pendlerverflechtungen gibt es zwischen Georgsmarienhütte und Osnabrück (4.470 Einpendler aus Georgsmarienhütte nach Osnabrück und 2.181 Auspendler aus Osnabrück nach Georgsmarienhütte) sowie zwischen Wallenhorst und Osnabrück (4.432 Einpendler aus Wallenhorst nach Osnabrück und 1.107 Auspendler aus Osnabrück nach Wallenhorst). Mehr als je 2.000 Einpendler kommen nach Osnabrück aus Belm, Bissendorf, Bramsche, Lotte; mehr als je 1.000 Einpendler kommen nach Osnabrück aus Hagen a.T.W., Hasbergen, Ibbenbüren, Melle, Ostercappeln, Westerkappeln.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bedeutendsten Unternehmen mit ihren Hauptsitzen in Osnabrück zählen in alphabetischer Reihenfolge:

  • Sievert AG, rund 1700 Mitarbeiter
  • Sparkasse Osnabrück, rund 1200 Mitarbeiter
  • Spedition Sostmeier, europaweit rund 1000 Beschäftigte (2008).
  • Stadtwerke Osnabrück, rund 650 Mitarbeiter
  • Titgemeyer (GTO) Produktion, Großhandel für Nutzfahrzeuge, rund 500 Beschäftigte
  • Volkswagen Osnabrück, seit 2011, rund 1200 Mitarbeiter
  • Wellergruppe, rund 1750 Mitarbeiter
  • WM SE, Großhändler für PKW/ NKW Ersatzteile und Zubehör, rund 3300 Mitarbeiter, Verkaufshäuser in Deutschland, Niederlande, Österreich und USA

Daneben gibt es im Einzugsgebiet Osnabrücks weitere bedeutende Unternehmen:

Einige große Arbeitgeber haben sich außerdem in den letzten Jahren im Niedersachsenpark niedergelassen.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tageszeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Osnabrück erscheint die Neue Osnabrücker Zeitung. Sie ging 1967 aus der Fusion des 1884 gegründeten Osnabrücker Tageblatts und der Neuen Tagespost hervor. Osnabrück ist damit ein Einzeitungskreis.

Onlinemedien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Onlineportal Hasepost erscheint seit 2013[115] und berichtet überwiegend über lokale Nachrichten. Das Vorgängerprojekt Loewenpudel.de war das erste regionale Onlineportal in Osnabrück und startete 1996.[116]

Wochen- und Monatspresse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wöchentlich (zunächst mittwochs und sonntags, mittlerweile mittwochs und samstags) erscheint das Anzeigenblatt Osnabrücker Nachrichten. Bis Januar 2014 erschien sonntags zudem das Anzeigenblatt Osnabrücker Sonntagszeitung. Monatlich erscheinen der Insider Osnabrück, der Eulenspiegel, das Mosquito Magazin, die Straßenzeitung Abseits sowie die Stadtillustrierte Stadtblatt, die auch den zweimal jährlich erscheinenden Gastronomie- und Restaurantführer Stadtblatt-live herausgibt. Seit 2012 erscheint das Magazin Osnabrücker Wissen als Medienprojekt der Hochschule Osnabrück.

Rundfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lokalradiosender in Osnabrück sind Radio Osnabrück und osradio 104,8. Bei Letzterem handelt es sich um einen Bürgerrundfunk, in dem jeder Sendungen veröffentlichen kann. Darüber hinaus gab es bis Ende 2018 regionale Studios der Radiosender ffn, Hitradio Antenne und Radio 21, diese sind seit 2019 nicht mehr vorhanden.

Ferner ist die Stadt Sitz eines Regionalstudios des NDR, das Beiträge für die Hörfunkwellen und das Fernsehprogramm produziert. Ausgestrahlt werden diese Sendungen vom Rundfunksender Schleptruper Egge in Bramsche. Der Sendebetrieb des lokalen Fernsehsenders OS1.TV wurde zum Jahresende 2015 eingestellt.

Telekommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der einzige Fernmeldeturm in Osnabrück ist der Schinkelturm, ein 1977 fertiggestellter Fernmeldeturm der DFMG, auf dem sich diverse Sender befinden. Etwa 5 Kilometer nördlich von Osnabrück befindet sich der Rundfunksender Schleptruper Egge des Norddeutschen Rundfunks auf dem Gebiet der Stadt Bramsche und etwa 10 Kilometer südlich von Osnabrück der Fernmeldeturm Grafensundern der DFMG auf dem Gebiet der Gemeinde Hagen a.T.W. Ein ehemaliger Rundfunksender in Osnabrück war der Sender Osnabrück-Ziegenbrink.

Klimaschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Inkraftsetzung Mitteilungsvorlage VO/2019/4559 im November 2019 wird der Rat Auswirkungen auf das Klima bei relevanten Entscheidungen stärker berücksichtigen. Dabei sollen Lösungen bevorzugt werden, die sich positiv auf den Klimaschutz auswirken.[117]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modal Split[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Modal Split beschreibt die Anteile bei der Auswahl der Verkehrsmittel für den Personenverkehr in der Stadt Osnabrück.

Verkehrsmittel zu Fuß Fahrrad ÖPNV Kfz Jahr
Anteil 22 % 24 % 9 % 45 % 2018[118]
Anteil 24,0 % 19,6 % 8,2 % 48,2 % 2013[119]
Anteil 19 % 12 % 16 % 53 % 2010[120]
Anteil 19 % 11 % 15 % 55 % 2008[120]

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autobahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 30 in der Nähe der Ausfahrt Osnabrück-Nahne

Durch Osnabrück führen mehrere Bundesautobahnen: Im Nordwesten die A 1 „Hansalinie“ PuttgardenSaarbrücken, im Süden die A 30 Bad OeynhausenBad Bentheim und im Osten die A 33 Osnabrück–Bad Wünnenberg.

Auf den Autobahnen rund um Osnabrück werden momentan mehrere Bauprojekte durchgeführt oder sind geplant. Im Stadtteil Atter wird das bedeutende Verkehrsbauwerk Dütebrücke, über das die Autobahn 1 den Fluss Düte und die Bahnstrecke Löhne–Rheine überquert, bis 2020 neu gebaut. Ebenfalls an der Autobahn 1 wird das Autobahnkreuz Lotte/Osnabrück mit der Autobahn 30 umgebaut und erneuert.

Die im südlichen Stadtgebiet verlaufende Bundesautobahn 30 soll nach dem Bundesverkehrswegeplan 2030 zwischen dem Lotter Kreuz und dem Autobahnkreuz Osnabrück-Süd von vier auf sechs Fahrstreifen ausgebaut werden, um die Kapazität in diesem Abschnitt zu erhöhen. Die Bundesautobahn 33, bei der 2019 der südliche Lückenschluss zwischen Halle (Westf.) und Borgholzhausen erfolgt ist, soll laut Bundesverkehrswegeplan in den nächsten Jahren bis zur Bundesautobahn 1 erweitert werden, um auch den nördlichen Lückenschluss zu erreichen. Bei Wallenhorst soll ein neues Autobahndreieck entstehen, dadurch wäre der Osnabrücker Autobahnring vollendet.

Die Planungshoheit für die Autobahnabschnitte liegt derzeit noch bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr – Geschäftsbereich Osnabrück, wird jedoch ab 2021 an die Autobahngesellschaft des Bundes übergehen.

Bundesstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenkreuzung der B 68 am Hasetor

Durch die Stadt führen die Bundesstraßen B 68, B 51 und die B 65.

Die Bundesstraße 68 welche über den westlichen Osnabrücker Wallring und den Rosenplatz verläuft, bildet hier eine starke Unfallquelle und soll mit Fertigstellung der Bundesautobahn 33 Nord auf eine Landesstraße zurückgestuft werden, um den Lkw-Verkehr durch die Stadt zu verringern.

An der nördlichen Stadtgrenze zur Nachbargemeinde Belm wird zurzeit eine Ortsumfahrung der Bundesstraßen 51 und 65 um den Ortskern angelegt. Diese Bundesstraßen geht dort in die Bundesautobahn 33 und 30 über.

Weitere Straßen und Straßennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb des Stadtringes (Wall, siehe oben und Innenstadt) sind einige Bereiche als Fußgängerzone ausgewiesen.

Der Neumarkt ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, da hier der Straßenzug Große Straße / Johannisstraße als zentrale Einkaufsstraße Osnabrücks eine große Hauptstraße kreuzt und die Stadtbusse den Platz als Zentrale Umstiegshaltestelle anfahren. Das Straßennetz in Osnabrück umfasst ca. 820 km, wovon 760 km durch die Stadt unterhalten werden. 31 km umfassen Bundesautobahnen, 12 km Bundesstraßen, Landesstraßen 15 km und Kreisstraßen 65 km.[10]

Radverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Radfahrstreifen am Rosenplatz
Beginn des Radschnellwegs nach Belm an der Liebigstraße

An den meisten Hauptverkehrsstraßen Osnabrücks existieren Radfahrstreifen auf Fahrbahnniveau oder Radwege auf Höhe des Gehweges. Diese sind jedoch insbesondere an Engstellen oft schmal und führen zwischen den Autospuren hindurch oder direkt an parkenden Autos vorbei, was eine hohe Gefahr für Konflikte mit dem fahrenden und ruhenden Kfz-Verkehr birgt. An mehreren Kreuzungen, wie beispielsweise der Ecke Johannistorwall/Kommenderiestraße, gab es in den vergangenen Jahren vermehrt zum Teil tödlich verlaufende Abbiegeunfälle.[121]

Auch als Reaktion auf die häufigen Unfälle sind jedoch seit einigen Jahren Verbesserungen des Radwegenetzes an Straßen erkennbar. So wurden insbesondere im Innenstadtbereich vielerorts indirekte Linksabbiegespuren für Radfahrer angelegt und durch Markierungen wird ermöglicht, dass sich Radfahrer beim Warten an Kreuzungen vor dem Kfz-Verkehr positionieren können. Die oben genannte Kreuzung wurde mittlerweile so umgebaut, dass Konflikte beim Abbiegen nicht mehr auftreten können.[121] An zentralen Punkten werden Radabstellanlagen gebaut, in der Erdgeschossebene des Parkhauses am Hauptbahnhof soll eine Radstation mit rund 2200 überdachten Fahrradstellplätzen eingerichtet werden.[122] Außerdem wurden Modellprojekte wie ein geschützter Radfahrstreifen (protected bike lane) am Heger-Tor-Wall und die Radschnellwegverbindung nach Belm verwirklicht.[123][124]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptbahnhof Osnabrück wurde 1895 erbaut

Für die Zugverbindungen von und nach Osnabrück im Fern- und Nahverkehr, siehe

Osnabrück ist Eisenbahnknotenpunkt mit einem Hauptbahnhof. Dieser besteht aus einem Personenbahnhof in der seltenen Bauform eines Turmbahnhofes sowie einem Rangierbahnhof. Im Hauptbahnhof kreuzen sich die Bahnstrecken Ruhrgebiet–Hamburg und Löhne–Rheine (Teilstrecke der Magistrale Hannover–Amsterdam). Außerdem zweigen in Osnabrück zwei Nebenstrecken ab: Der Haller Willem in Richtung Südosten nach Bielefeld und die Bahnstrecke Osnabrück–Oldenburg in Richtung Norden. Von letzterer zweigt in Hesepe die Bahnstrecke Hesepe–Delmenhorst ab. Ferner gibt es die Tecklenburger Nordbahn (Osnabrück–Mettingen–Recke–Rheine) mit Güter- und Museumszügen, für die im Nahverkehrsplan SPNV Westfalen-Lippe aufgrund einer guten Wirtschaftlichkeit die Wiederinbetriebnahme als moderne Regionalbahn von Osnabrück nach Recke im 30-Minuten-Takt vorgesehen ist.

Der Hauptbahnhof ist seit 2000 Heimatbahnhof der NordWestBahn. Weitere Personenbahnhöfe im Stadtgebiet sind Osnabrück Altstadt (bis Ende 2009 Osnabrück Hasetor[125]) mit Zugverkehr in Richtung Bramsche, Oldenburg, Wilhelmshaven, Vechta, Bremen, Rheine, Bad Bentheim, Bünde, Bielefeld, Hannover und Braunschweig sowie Osnabrück-Sutthausen mit Zugverkehr in Richtung Halle (Westf) – Bielefeld. Die Bahnhöfe Osnabrück-Eversburg, Osnabrück-Lüstringen und Osnabrück West (Hannoverscher Bahnhof) werden nicht mehr bedient.

Bahnhofsfest auf dem Zechenbahnhof Piesberg

Der Verein Osnabrücker Dampflokfreunde e. V. bietet Museumsbahnfahrten auf der Strecke Osnabrück Hauptbahnhof–Osnabrück Altstadt–Osnabrück Piesberg an.

Die Stadt Osnabrück ließ 1996 eine Machbarkeitsstudie von der Verkehrsconsult Karlsruhe erstellen mit dem Titel „Stadtbahn für die Region Osnabrück“, worin aufgezeigt wird, wie aus den Bahnstrecken innerstädtische Streckenausfädelungen nach dem Karlsruher Modell als Stadtbahn betrieben werden können.

Nach der Stadt ist ein Intercity-Express benannt.

In Osnabrück wurde 1906 die innerstädtische Straßenbahn mit zwei Linien eröffnet. In den 1920er Jahren kam eine dritte Linie hinzu. Die Osnabrücker Straßenbahn wurde bis 1960 betrieben.

Zwischen der Sutthauser Straße und der Iburger Straße ist der Bau eines zusätzlichen Haltepunktes Osnabrück Rosenplatz für den Haller Willem geplant. Im Zuge einer möglichen Reaktivierung der Tecklenburger Nordbahn ist der Neubau eines Haltepunktes an der Buswende Eversburg-Büren angedacht.

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plusbus: Ein Bus mit Anhänger in Osnabrück

Den Straßenpersonennahverkehr im Stadtbereich bedienen heute neun Stadtbus-Grundlinien der Stadtwerke Osnabrück AG und eng damit verknüpft Regionalbusse der Weser-Ems Bus GmbH und weiterer Unternehmen. Bis in die 1960er Jahre war das Bild durch andere Verkehrsträger geprägt: Von 1906 bis 1960 verkehrten Straßenbahnen. 1949 wurde die erste Linie des Oberleitungsbus Osnabrück in Betrieb genommen; das Obusnetz ersetzte bis 1968 die stillgelegte Straßenbahn. Anschließend wurden die dieselbetriebenen Busse zum einzigen Verkehrsträger im Stadtgebiet. Wichtigster zentraler Umsteigeknoten neben dem Hauptbahnhof ist der Neumarkt.

E-Bus in der Ladestation am Endpunkt der Linie M1

Es gibt bisher keinen Verkehrsverbund mit SPNV-Integration; mit Busfahrscheinen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) können daher keine Züge benutzt werden. Ausnahme ist die Bahnlinie Haller Willem nach Bielefeld, hier gilt ein besonderer VOS-Plus-Tarif. In Richtung Münsterland und Tecklenburger Land wird der Westfalentarif angewendet – diese Bahnfahrkarten sind auch im Stadtbusnetz Osnabrück gültig.

Des Weiteren gibt es für die Eisenbahnstrecken in Osnabrück seit 2013 zusätzlich den Niedersachsentarif. Das zugehörige Niedersachsen-Ticket gilt im Nahverkehr in Stadt und Landkreis Osnabrück.

Überregionale Reisebusse halten neben dem Hauptbahnhof, in der Eisenbahnstraße. Hier fahren vor allem Linien nach Polen, Ländern im ehemaligen Jugoslawien oder auch der ehemaligen Sowjetunion. Ein weiteres Ziel ist Berlin, welches mehrmals täglich angesteuert wird. Seit der Liberalisierung des Fernbusverkehrs in Deutschland im Jahr 2013 bestehen auch Fernbuslinien zu anderen Zielen innerhalb Deutschlands.

Wanderwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Start- bzw. Zielpunkt des Hünenwegs in der Nähe des Osnabrücker Rathauses

Osnabrück ist Start- bzw. Zielpunkt mehrerer Fernwanderwege, die vom Wiehengebirgsverband Weser-Ems betreut werden, und zwar

Luftverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bild des ehemaligen Hangars im Osnabrücker Hafen

In Osnabrück befindet sich der Flugplatz Osnabrück-Atterheide. Als nächster Verkehrsflughafen befindet sich der Flughafen Münster/Osnabrück in Greven. Einstmals existierte in der Netter Heide (Stadtteil Hafen) der erste Osnabrücker Flugplatz. Dieser 1911 eingerichtete Flugplatz musste 1934 der neuen Winkelhausenkaserne weichen. Nur der 1914 errichtete Hangar blieb als Relikt des Flugplatzes bestehen. Dieser Hangar ist der älteste noch erhaltene Hangar in Deutschland.

Flughafen Münster/Osnabrück (FMO)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächste Verkehrsflughafen, ca. 30 km entfernt, ist der Flughafen Münster/Osnabrück. Mehrmals täglich gibt es Verbindungen zu den innerdeutschen Flughäfen Frankfurt am Main, München und Stuttgart. Innerhalb Europas werden Ziele rund um das Mittelmeer, die Kanaren, die Türkei und Ägypten von diversen Fluggesellschaften angeboten. Vom Flughafen erreicht man Osnabrück über die Autobahnen A 1 und A 30. Es gibt eine regelmäßig verkehrende Expressbuslinie der RVM, den X15, der bis zu 19× am Tag die Stadt mit dem Flughafen verbindet.

Flugplatz Osnabrück-Atterheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im westlichen Stadtteil Atter befindet sich der als Verkehrslandeplatz klassifizierte Flugplatz Osnabrück-Atterheide. Es gibt einen hauptamtlich Beauftragten für Luftaufsicht. Der Flugplatz kann ganzjährig von Flugzeugen bis 5,7 t Gesamtgewicht angeflogen werden und wird in hohem Maße von Geschäftsreisenden genutzt. Rundflüge sind hier ganzjährig möglich.

Wasserstraßen und Häfen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den 13 Kilometer langen Stichkanal Osnabrück, der im Stadtteil Hafen endet, ist der Osnabrücker Binnenhafen an den Mittellandkanal angebunden. Als neuer Hafen direkt am Mittellandkanal ist der Kanalhafen Leckermühle im Bohmter Ortsteil Herringhausen in Planung. Er soll ungefähr an der Stelle gebaut werden, an der die B 51 den Mittellandkanal überquert.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Osnabrück haben folgende Einrichtungen und Institutionen ihren Sitz:

Bibliotheken und Archive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caprivi-Campus der Hochschule

Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Universität Osnabrück mit Sitz im Osnabrücker Schloss wurde 1974 gegründet. Sie ging aus einer seit 1953 in Osnabrück bestehenden Pädagogischen Hochschule hervor. Größere Standorte in Osnabrück sind die Innenstadt und der Westerberg.
  • Die Hochschule Osnabrück, gegründet 1971, entstand durch die Zusammenlegung mehrerer Einrichtungen. Zu ihnen gehörten die Höhere Landbauschule, die Höhere Gartenbauschule und die Staatliche Ingenieurschule. 2005 ging die ebenfalls 1971 aus einer Höheren Fachschule für Sozialpädagogik gegründete Katholische Fachhochschule Norddeutschland Osnabrück und Vechta in der Fachhochschule Osnabrück auf, als sich die Bistümer Osnabrück und Münster aus der Trägerstiftung zurückgezogen haben. Die Standorte in Osnabrück sind der Campus Westerberg, der Caprivi-Campus und der Campus Haste. Darüber hinaus gibt es eine Außenstelle in Lingen (Ems).

Berufsbildende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste ist nicht abschließend

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste ist nicht abschließend

  • Das Gymnasium Carolinum wurde angeblich 804 von Karl dem Großen gegründet. Es ist eine der am längsten bestehenden Schulen Deutschlands.
  • In direkter Nachbarschaft befindet sich die Ursulaschule, die wie die Angelaschule früher ein von Ursulinen geleitetes Mädchengymnasium war. Heute sind beide Schulen vom Bistum geführte staatlich anerkannte koedukative Gymnasien.
  • Das 1595 eingeweihte staatliche Ratsgymnasium Osnabrück ist die älteste nicht geistliche Schule der Stadt.
  • Das Gymnasium „In der Wüste“ war 2000 Expo-Schule.
  • Das 1965 zunächst als 4. Jungengymnasium gegründete Graf-Stauffenberg-Gymnasium liegt am Kalkhügel. Es bietet bilingualen Unterricht.
  • Die Gesamtschule Schinkel, eine UNESCO-Projekt-Schule, ist eine der größten Osnabrücker Schulen. Sie gehörte zu den ersten Gesamt- und Ganztagsschulen in Niedersachsen.
  • Das Schulzentrum Sonnenhügel mit der Ganztags- und Europaschule Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, der Wittekind-Realschule und der Hauptschule Felix-Nussbaum-Schule.
  • Ein Schulzentrum in Eversburg wurde 2010 in die Integrierte Gesamtschule Osnabrück umgewandelt.
  • Zu den Privatschulen zählen eine Montessorischule und die Freie Waldorfschule Evinghausen mit dem Einzugsgebiet Osnabrücks.
  • Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde vom Magistrat der Stadt eine zweiklassige Vorschule und eine zweiklassige Hauptschule mit getrennten Geschlechtern in der Stadtmitte errichtet, die zusammen eine vierstufige Bürgerschule bildete. 1833 zog die Bürgerschule in ein neu errichtetes Schulgebäude an die Hakenstraße Nr. 10, dem ehemaligen Wohnhaus von Justus Möser. Sie erhielt 1927 den Namen Möser-Mittelschule – heute: Möser-Realschule am Westerberg.
  • Domschule Osnabrück, Oberschule in kirchlicher Trägerschaft.

ehemalige Schulen:

  • Von 1961 bis 1990 bestand in der Ameldungstraße das als Mädchengymnasium mit Frauenoberschule gegründete Käthe-Kollwitz-Gymnasium.
  • Grundschule Johannisschule, heute befindet sich am selben Standort die Grundschule Drei-Religionen-Schule.

Gefahrenabwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Feuerwehr der Stadt Osnabrück besteht aus einer Berufsfeuerwehrwache sowie sieben Freiwilligen Ortsfeuerwehren. Neben den primären Aufgaben wie abwehrendem Brandschutz und technischer Hilfeleistung hat jede Ortsfeuerwehr noch verschiedene Sonderaufgaben. Neben den städtischen Feuerwehren gibt es noch drei Werkfeuerwehren in Industriebetrieben. Im Stadtteil Gretesch wird eine weitere Berufsfeuerwache gebaut.

Berufsfeuerwehr
  • Wache an der Nobbenburger Straße im Stadtteil Westerberg
Freiwillige Feuerwehren
  • 3 – Stadtmitte
  • 4 – Eversburg
  • 5 – Haste
  • 6 – Schinkel
  • 7 – Voxtrup
  • 8 – Sutthausen
  • 9 – Neustadt
Werkfeuerwehren

Rettungsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rettungsdienst im Stadtgebiet wird von der Berufsfeuerwehr, den Hilfsdiensten Arbeiter-Samariter-Bund, Malteser Hilfsdienst und Johanniter Unfallhilfe sowie einem Privatunternehmen von jeweils eigenen Rettungswachen aus durchgeführt. Im Bereich Wasserrettung ist eine DLRG-Ortsgruppe aktiv.

Katastrophenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einheiten des Katastrophenschutzes stellen in Osnabrück der Arbeiter-Samariter-Bund, das Deutsche Rote Kreuz, die Malteser und die Johanniter. Darüber hinaus besteht ein Ortsverband des Technischen Hilfswerks. Außerdem hat der Verein @fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland seinen Sitz in Osnabrück.

Gesundheitswesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienhospital Osnabrück (MHO)
Christliches Kinderhospital Osnabrück (CKO)

Ehemalige Krankenhäuser:

  • Das Stadtkrankenhaus als Vorgänger des heutigen Klinikums befand sich ab 1865 im Stüvehaus an der Bergstraße. 1931 wurde es nur wenige Meter entfernt in einem Neubau am Natruper-Tor-Wall untergebracht, ehe es 1991 an den Finkenhügel verlegt wurde. Das Stüvehaus beherbergt heute die Volkshochschule Osnabrück und der Bau am Natruper-Tor-Wall ist jetzt das Stadthaus I der Stadtverwaltung.
  • Das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus Osnabrück liegt am Natruper Holz im Stadtteil Eversburg. Es entstand aus einem Lazarett der Wehrmacht und wurde 1994 vom Klinikum übernommen. Heute wird das Gebäude als Erstaufnahmeeinrichtung genutzt.
  • Die Frauenklinik befand sich von 1925 bis 1991 an der Gabelung des Lieneschwegs/Caprivistraße im Stadtteil Westerberg. In der im Volksmund als „Kap der guten Hoffnung“ betitelten Klinik war auch die Hebammenlehranstalt untergebracht. 1991 wurde die Frauenklinik im neu gebauten Klinikum Osnabrück integriert. Im Gebäude ist heute das Institut für Musik der Hochschule Osnabrück untergebracht.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulinarisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wochenmärkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßig finden in den Stadtteilen Schinkel, Sonnenhügel und Schölerberg sowie auf dem Ledenhof und an der Johanniskirche Wochenmärkte statt. Besondere Tradition hat der Wochenmarkt auf der Großen Domsfreiheit.[128]

Regionale Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramankeneintopf
Grünkohl mit Beilagen
Springbrötchen

Die Küche im Raum Osnabrück ist vor allem von der niedersächsischen und der westfälischen Küche beeinflusst. Beispiele für typische Gerichte in der Region sind:

Ramanken Der Ramankeneintopf gehört zweifellos zu den Osnabrücker Spezialitäten – was genau sich dahinter verbirgt ist aber umstritten. Einige Osnabrücker gehen davon aus, dass „Ramanke“ im lokalen Idiom ein Synonym für „Steckrübe“ ist. Demnach wäre der Ramankeneintopf ein Steckrübeneintopf. Als der Osnabrücker Kabarettist Kalla Wefel aber 2017 ein lokales Wörterbuch veröffentlichte und darin „Ramankeneintopf“ mit „Steckrübeneintopf“ übersetzte, gab es zahlreiche Proteste von Lesern der Neuen Osnabrücker Zeitung. In ihren teilweise seit Generationen überlieferten Familienrezepten hätten Steckrüben nichts im Ramankeneintopf verloren oder seien bestenfalls eine optionale Ingredienz. Als Hauptzutat seien vielmehr Birnen anzusehen – oder auch Bohnen. Sowohl Wefel als auch die Lokalzeitung forschten daraufhin weiter nach. Mit dem Ergebnis, dass es kein allgemeingültiges Rezept für den Osnabrücker (oder auch Hasberger) Ramankeneintopf gibt, da es sich um ein „Quer durch den Garten-Gericht“ handelt, ein „Osnabrücker Allerlei“, für das es viele verschiedene Varianten gibt – mit Steckrüben, Kochbirnen oder Bohnen als Haupt- und vielen weiteren Lebensmitteln als Nebenzutaten, darunter Rindfleisch, Kartoffeln, Erbsen, Möhren, Lauch und Sellerie.[129][130][131]

Grünkohl ist ein traditionelles Winteressen. Alle Jahre wieder ist in der Zeit von November bis Februar in Osnabrück Grünkohlzeit. Das frühere Grundnahrungsmittel der armen Leute ist heute eine Delikatesse – vor allem in Kombination mit seinen Fleischbeilagen. Um dem Kohl seine besondere Würze zu verleihen, wird ihm beim Kochen unter anderem die beliebte Kohlwurst beigegeben. Man kann den Kohl aber durchaus auch vegetarisch zubereiten. Serviert wird Grünkohl im Osnabrücker Raum in der Regel mit Kasseler, Kohlwurst, Pinkel, frischer grober Bratwurst und Bratkartoffeln.

Wurstebrot ist ein typisches Essen aus dem Osnabrücker Raum. Die Wurst besteht aus Blut, Roggenschrot, fettem Speck, Schweinefleisch, Mehl und Gewürzen. Sie wird in Scheiben geschnitten, mit Schmalz oder Butter gebraten und mit Brot serviert. Auch das Wurstebrot ist ein traditionelles Winteressen. Ehedem wurde dieses Produkt im Herbst zur Schlachtezeit hergestellt.

Stopsel ist ein typisches Wintergericht in der Region. Bestandteile dieses Gerichts sind Schweinefleisch (u. a. gekochter Schweinekopf und Schweinepfötchen), Brühe und Grütze. Das herzhafte Stopsel wird entweder in der Pfanne angebraten und mit Brot serviert oder gekocht, mit Worcester-Sauce abgeschmeckt und mit Kartoffeln und Rote Bete verzehrt. Stopsel ist sehr gehaltvoll und wurde wie auch das Wurstebrot zur Schlachtezeit im Herbst hergestellt.

Pumpernickel wird in Osnabrück und Umgebung häufig als Schwarzbrot bezeichnet. Diese Brotsorte soll schon um 1450 während einer Hungersnot auf Geheiß der Stadtherren auf Kosten des Stadtsäckels als Brot für die armen Leute gebacken worden sein, das bonum paniculum – gutes kleines Brot – genannt wurde. Aus diesem bonum paniculum machte dann angeblich das Volk, weil es kein Latein verstand, zuerst Bompernickel und später Pumpernickel. Heute noch gibt es in Osnabrück den alten Pernickelturm, hier soll der große Backofen gestanden haben, in dem das bonum paniculum für die Armen gebacken wurde.

Springbrötchen haben ihren Namen von der aufgesprungenen Gebäckoberfläche. Es ist eine Brötchenspezialität aus dem Raum Osnabrück und wird auch nur hier angeboten. Die aufgesprungene Oberfläche entsteht durch verschiedene Streichen, die auf den fertigen Teig aufgetragen werden. Die Fettstreiche enthält dazu noch das Lockerungsmittel ABC-Trieb (Hirschhornsalz), was dem Ganzen einen leicht laugigen Geschmack verleiht.[132]

Hedeweggen (niederdeutsch für heiße Wecken, die gleichwohl in der Regel kalt verzehrt werden) sind ein dem Rosinenbrötchen ähnliches Gebäck. Es enthält aber einen etwas höheren Fettanteil und neben den Rosinen auch noch Zitronat. Es wird in Osnabrück gerne zu Tee und Kaffee gereicht und ist vor allem in der Karnevalszeit beliebt.

Nach Osnabrück ist außerdem eine Apfelsorte benannt, die Osnabrücker Renette.

Spitzengastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osnabrück gehörte von 2011 bis 2018 zu den wenigen deutschen Städten mit einem Restaurant mit der Höchstwertung von drei Sternen im Restaurantführer Guide Michelin: Der Unternehmer Jürgen Großmann hatte das Osnabrücker Restaurant „la vie“ gekauft, es in das historische Gebäude Haus Tenge verlegt und 2006 den vorher in Dortmund tätigen Spitzenkoch Thomas Bühner nach Osnabrück geholt. Bereits ein Jahr später erhielt das „la vie“ zwei Sterne, 2011 folgte der dritte Stern. 2018 wurde das Restaurant überraschend aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen.

Im Guide Michelin 2020 ist das 2018 eröffnete Restaurant „Kesselhaus“ erstmals mit einem Stern ausgezeichnet worden. Küchenchef Randy de Jong hatte bis zur Schließung zur Küchenbrigade des „la vie“ gehört und wurde von der „Kesselhaus“-Inhaberin, der langjährigen „la vie“-Servicechefin Thayarni Garthoff für die Neueröffnung engagiert.

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostwestfälische Dialekte, Ossenbrügger Platt, sind die ursprüngliche Sprache Osnabrücks. In der inneren Stadt wird dieses aber schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesprochen, auch in den eingemeindeten Dörfern spricht es nur noch eine Minderheit der älteren Bevölkerung. Das Hochdeutsche in lokaler Ausprägung hat sich als Umgangssprache vollständig durchgesetzt.

Die heutige Osnabrücker Umgangssprache weicht von der hochdeutschen Aussprache nur sehr wenig ab.

Verkürzungen Gekennzeichnet ist die hochsprachliche Osnabrücker Umgangssprache vor allem durch eine Verkürzung der Endsilben, z. B.: „Ich komm gleich“, „Wir fahrn nach Ibo(r)ch“ oder „ha(h)m“ (haben). Auch tritt das Phänomen auf, dass in der Umgangssprache Adverbien zu Adjektiven verwandelt werden können: So zum Beispiel für „zue Türen“, „auffe Fenster“ oder „appe Beine“.

Lenisierung Sehr häufig ist auch noch die binnendeutsche Konsonantenschwächung der Plosivlaute bzw. Fortes g und t zu ch und d, wenn diese stimmlos sind (kenntlich etwa an Wörtern wie IburgIburch, KriegKriech, LeuteLeude, bittebidde für t → d), sowie die Verschmelzung (Kontraktion) von st bzw. sd zwischen zwei Vokalen zu einem scharfen ss (hast duhassu, musst dumussu, ist dasissas) dort, wo etwa das Berlinerische den zweiten Vokal zu einem kurzen e macht (hast duhaste, musst dumusste), was mit der generellen Weglassung von t bei Wörtern wie nichtnich, istis zusammenhängt. Ähnlich verschmelzen auch habe ichhabbich und haben wirhamma.

Aussterben des s-pitzen S-teins Das ursprüngliche Niederdeutsche in Osnabrück kannte kein anlautendes sch vor Konsonanten und hatte stattdessen ein scharfes s. Nur noch sehr vereinzelt kann ein scharfes s bei st oder sp beobachtet werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

mit den Söhnen und den Töchtern der Stadt sowie den Ehrenbürgern

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Osnabrück vergibt mehrere Auszeichnungen an verdiente Bürger der Stadt und andere Persönlichkeiten.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Oktober 2019 erhielt Osnabrück den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für Städte und Gemeinden 2020 in der Kategorie "Großstadt".[133][134]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Um 2010 ist die Stadt mit einem Umstand in den Blickpunkt der Medien gekommen, der ein gewisses Alleinstellungsmerkmal ausmacht. Es wird über eine Siebenschläfer-Plage berichtet. Ob nun Plage oder nicht, Osnabrück hat wohl als einzige deutsche Stadt einen Siebenschläfer-Fänger, der die störenden Tiere einfängt und sie weit außerhalb der Stadt wieder aussetzt.[135][136]
  • Nach einer Umfrage des Magazins Stern aus dem Jahr 2003, leben in Osnabrück die zufriedensten Deutschen.[137]
  • Unter dem Namen Osnaburgs war in den angelsächsischen Ländern im 18. und 19. Jahrhundert eine grob gewebte Arbeitskleidung weit verbreitet, deren Ursprung vermutlich in der Osnabrücker Textilherstellung zu suchen ist.[138]
  • Im Großelendtal in Österreich liegt auf 2032 Meter Höhe die Osnabrücker Hütte, eine Alpenvereinshütte der Sektion Osnabrück des Deutschen Alpenvereins[139]
  • 2017 veröffentlichte die Hamburger Punk-Rock-Band Montreal das Musikvideo Osnabrück, dessen Filmszenen jedoch allesamt in Münster gedreht wurden.[140]
  • Schlagzeilen machte 2006 der TrauerschwanPetra“, der sich in Münster in ein Tretboot in Form eines übergroßen Schwans verliebte. Das weibliche Tier wich seinem „Artgenossen“ auf dem Aasee den ganzen Sommer nicht von der Seite, im November wurden beide in den Allwetterzoo Münster umgesiedelt. Neben deutschen Medien wie Spiegel und Stern berichteten unter anderem Fernsehteams aus den USA, Japan, Indien und aus der arabischen Welt. Ende 2009 verschwand Petra für eine gewisse Zeit, bis sie im Frühjahr 2013 in Osnabrück mit „neuer Liebe“ wiederentdeckt wurde, wo sie noch immer lebt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

chronologisch aufsteigend geordnet

  • Friedrich Philippi: Zur Verfassungsgeschichte der westfälischen Bischofsstädte – mit urkundlichen Beilagen. Osnabrück 1894.
  • Hermann Rothert: Geschichte der Stadt Osnabrück im Mittelalter: 2. Faksimiledruck der Ausgabe 1937–1938. 2. Auflage. Wenner Verlag, 2007, ISBN 978-3-87898-394-1.
  • Erich Keyer: Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte Band III Nordwestdeutschland, 1. Teilband Niedersachsen/Bremen – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages. Stuttgart 1952.
  • Gisela Wilbertz: Hexenprozesse und Zauberglaube im Hochstift Osnabrück. In: Osnabrücker Mitteilungen. 84, 1978, S. 33–50.
  • Karl Georg Kaster: Osnabrück. 1200 Jahre Fortschritt und Bewahrung. Nürnberg 1980.
  • Christian Kämmerer: Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Osnabrück 32. 1986, ISBN 978-3-8271-8250-0.
  • Peter Junk, Martina Sellmer: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Entrechtung, Vertreibung, Vernichtung. Juden in Osnabrück 1900–1945. Ein Gedenkbuch. Rasch, Bramsche 1989, ISBN 3-922469-36-1.
  • Landschaftsverband Osnabrück (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte der Region Osnabrück. Bearb. von Rainer Hehemann. Rasch, Bramsche 1990, ISBN 3-922469-49-3.
  • Ludwig Hoffmeyer: Chronik der Stadt Osnabrück. 6. Auflage. Osnabrück 1995.
  • Edgar Schroeder: Osnabrück im 19. Jahrhundert. Droste, Düsseldorf 1995, ISBN 3-7700-1039-6.
  • Günter Wegmann: Das Kriegsende zwischen Ems und Weser 1945. 2. erweiterte Auflage, H. Th. Wenner, Osnabrück 2000, ISBN 3-87898-367-0.
  • Christiane Segers-Glocke (Hrsg.): Der Hasefriedhof in Osnabrück. Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, 2000.
  • Heinz Jürgen Stebel: Die Osnabrücker Hexenprozesse. 3. Auflage. Wenner, Osnabrück 2003.
  • Wido Spratte: Im Anflug auf Osnabrück. Die Bombenangriffe 1940–1945. Osnabrück 2004.
  • Andreas O'Brien, Holger Raddatz: Die verbunkerte Stadt. Luftschutzanlagen in Osnabrück und Umkreis. 2009, ISBN 978-3-8370-7545-8.
  • Stefan Kröger: Das Osnabrück Lexikon. Ein unterhaltsames Nachschlagewerk für Stadt und Land. Osnabrück 2004.
  • Stefan Kröger: Osnabrück – Eine illustrierte Geschichte der Stadt. Osnabrück 2005.
  • Gerd Steinwascher (Hrsg.): Geschichte der Stadt Osnabrück. Osnabrück 2006.
  • Oliver Falkenberg, Linda Sundmaeker, Torsten Krüger: Osnabrück – Ein Porträt (deutsch/englisch/französisch/niederländisch). Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-966-7.
  • Bettina Meckel: Osnabrück und Umfeld. Wenner, Osnabrück 2010, ISBN 978-3-87898-417-7.
  • Hauke Haubrock, Andreas O´Brien: Der Luftschutzstollen am Kalkhügel – Ein ehemaliger Luftschutzbunker in Osnabrück. Books on Demand, Norderstedt 2012, ISBN 978-3-8448-1154-4.
  • Hermann Kuhl, Jörg Frenzel: Architekturführer Osnabrück. Berlin 2014, ISBN 978-3-86922-278-3.
  • Tobias Romberg (Hrsg.): Osnabrück wegweisend – Mehr als 80 Straßen, Wege und Plätze: Porträts und Geschichte(n). Anno-Verlag, Ahlen 2016, ISBN 978-3-939256-38-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schild des Osnabrücker Lands Portal:Osnabrücker Land – Das Wikipedia-Portal zum Einstieg in weitere Artikel

Commons: Osnabrück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Osnabrück – Quellen und Volltexte
Wiktionary: Osnabrück – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikivoyage: Osnabrück – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Wolfgang Griesert: neuer Oberbürgermeister bei osnabrueck.de
  3. Rennerchtronik vol. 5v / a.784/85. In: Johann Renners Chronica der Stadt Bremen.
  4. Osnabrück: Lebendiges Zentrum im Osnabrücker Land www.osnabruecker-land.de
  5. Osnabrück AKTUELL 12/2018. (PDF) Zahlen und Daten. Stadt Osnabrück, Dezember 2018, abgerufen am 27. Juli 2019.
  6. Stadtporträt: Osnabrück stellt sich vor
  7. Friedenskultur in Osnabrück: Friedensschluss von 1648
  8. Osnabrück – Die Friedensstadt
  9. Städtereport Osnabrück (PDF-Datei, 6 Seiten)
  10. a b Geographische Lage Osnabrücks (PDF; 29 kB)
  11. Wo ist eigentlich der Mittelpunkt von Osnabrück? In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 28. Dezember 2001, abgerufen am 26. Juli 2020.
  12. Rainer Lahmann-Lammert: Osnabrück hat jetzt einen geografischen Mittelpunkt. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 23. September 2016, abgerufen am 26. Juli 2020.
  13. https://www1.nls.niedersachsen.de/Statistik/html/default.asp Angaben Katasterfläche nach Nutzungsarten des Landesamt für Statistik Niedersachsen
  14. Das Städteranking 2012 – Niveauranking, sortiert nach Pendlersaldo
  15. Deutschland: Agglomerationen
  16. Das Klima in Osnabrück (1952–2010), Daten der ehemaligen DWD-Wetterstation am Ziegenbrink. In: wetterzentrale.de. Abgerufen am 4. Oktober 2019.
  17. DWD Klimadaten 1981-2010
  18. Friedensstadt Osnabrück: Wälder und Seen
  19. Niederschlagsmengen in der Bundesrepublik Deutschland (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive)
  20. Klimatabelle Osnabrück – Deutschland und Klimadiagramm Osnabrück
  21. Dokumentarfilm Der Kupferschatz von Osnabrück auf youtube.com, Stadt Osnabrück 2016, abgerufen am 5. Juni 2020.
  22. Ludwig Hoffmeyer, Ludwig Bäte, Heinrich Koch: Chronik der Stadt Osnabrück. 4. Auflage. Meinders & Elstermann, Osnabrück 1982, ISBN 3-88926-004-7, S. 17–23.
  23. Udolphs Fakten und Recherchen: Ortsnamen mit O ndr.de
  24. Ludwig Hoffmeyer, Ludwig Bäte, Heinrich Koch: Chronik der Stadt Osnabrück. 4. Auflage. Meinders & Elstermann, Osnabrück 1982, ISBN 3-88926-004-7, S. 30–39.
  25. Ludwig Hoffmeyer, Ludwig Bäte, Heinrich Koch: Chronik der Stadt Osnabrück. 4. Auflage. Meinders & Elstermann, Osnabrück 1982, ISBN 3-88926-004-7, S. 40–45.
  26. Ludwig Hoffmeyer, Ludwig Bäte, Heinrich Koch: Chronik der Stadt Osnabrück. 4. Auflage. Meinders & Elstermann, Osnabrück 1982, ISBN 3-88926-004-7, S. 45–54.
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  131. Anne Reinert: Osnabrücker Kult-Eintopf – Kalla Wefel klärt endgültig auf: Das sind Ramanken. In: noz.de. NOZ Medien, 18. Dezember 2017, abgerufen am 28. März 2020.
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