Osso Huna

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Osso Huna
Blick vom Matebian herab
Der Suco Osso Huna liegt im Südwesten des Verwaltungsamts Baguia. Der Ort Osso Huna liegt im Süden des Sucos.
Daten
Fläche 7,52 km²[1]
Einwohnerzahl 838 (2015)[1]
Chefe de Suco António Aparicio Guterres
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Betulari 320
Uaicadae 218
Uaibuita'i 300
Osso Huna (Osttimor)
Osso Huna
Osso Huna
Koordinaten: 8° 39′ S, 126° 38′ O

Osso Huna (Osso-Huna, Ossouna, Osshuna, Ossu-Huna) sind ein osttimoresischer Suco und zwei Orte im Verwaltungsamt Baguia (Gemeinde Baucau).

Die Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orte Osso Huna liegen im Süden des Sucos. Der östliche Ort liegt an der Überlandstraße, die den Ort Baguia mit dem Suco Afaloicai verbindet und entlang der westlichen Grenze des Sucos verläuft. Er liegt auf einer Meereshöhe von 726 m. Hier befindet sich die Grundschule des Sucos, die Escola Primaria Osso Huna.[2][3] Der westliche Ort liegt nah dem Matebian (2316 m), dem höchsten Berg der Gemeinde. Das Dorf liegt auf einer Meereshöhe von 917 m. Von dort braucht man eine halbe Stunde zu Fuß zum Dorf Oeiburu, von wo aus der Aufstieg beginnt.

Der Suco[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osso Huna
Orte Position[4] Höhe
Osso Huna 8° 39′ S, 126° 38′ O 726 m
Osso Huna 8° 39′ S, 126° 37′ O 917 m
Der Berg Kaiwalita

In Osso Huna leben 838 Einwohner (2015), davon sind 417 Männer und 421 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 111,5 Einwohner/km². Im Suco gibt es 166 Haushalte.[1] Etwa 55 % der Einwohner geben Naueti als ihre Muttersprache an. Über 40 % sprechen Makasae, kleine Minderheiten Waimaha und Tetum Prasa.[5]

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Osso Huna eine Fläche von 8,05 km².[6] Nun sind es 7,52 km².[1] Der Suco liegt im Südwesten des Verwaltungsamts Baguia. Nördlich liegt der Suco Hae Coni und südlich der Suco Afaloicai. Im Westen grenzt Osso Huna an das Verwaltungsamt Quelicai mit seinen Sucos Laisorolai de Cima und Uaitame und im Osten an das Verwaltungsamt Uatucarbau (Gemeinde Viqueque) mit seinem Suco Afaloicai.[7]

Im Suco befinden sich die drei Aldeias Betulari, Uaicadae und Uaibuita'i.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Gipfel des Matebian

Der Matebian und seine Umgebung waren das letzte große Widerstandszentrum der FALINTIL (base de apoio). Ab 1977 wurden evakuierte Zivilisten in neuen Dörfern um den Matebian nach ihrer Herkunft angesiedelt. Sie kamen aus Tequinaumata, Samalari, Boleha, Guruça, Afaçá und Namanei (Gemeinde Baucau) und Benamauc, Camea und Fatuahi. Der politische Kommissar Abel Larisina und sein Adjutant Xanana Gusmão konnten zunächst die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln organisieren. Mitte 1977 verschlechterte sich die Situation, als Flüchtlinge vom Builo am Matebian eintrafen. Es gab Opfer durch Hunger und Krankheit. Nahrungsmittel wurden der Bevölkerung zugunsten der FALINTIL-Kämpfer vorenthalten. Im Oktober 1978 begannen die Angriffe auf die Basis. Die Widerstandskämpfer und Zivilisten wurden zwei Wochen lang aus der Luft bombardiert. Auch von See aus erfolgte der Beschuss, während die Armee langsam vorrückte. Täglich kamen 20 bis 30 Menschen ums Leben. Am 22. November wurden die FALINTIL von den indonesischen Invasoren überrannt. Die Gefangenen wurden in ein Transit camp interniert und nach FALINTIL-Kämpfern und Zivilisten getrennt. Viele verschwanden spurlos, die anderen wurden später auf größere Camps wie in Quelicai verlegt. Noch heute kann man am Berg Höhlen besichtigen, die den Widerstandskämpfern als Unterschlupf dienten.[9]

Nach dem Fall des Matebian kamen Tausende Menschen in den Ort Baguia. Ihnen wurde verboten sich weiter vom Ort zu entfernen, sie wurden streng bewacht. Cholera, Durchfall und Tuberkulose brachen aus. Allein von den Menschen, die aus Osso Huna stammten, starben 280 Personen.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Region des Matebian

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Jacinto Soares zum Chefe de Suco gewählt.[10] Bei den Wahlen 2009 gewann António Aparicio Guterres.[11]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kaiwalita in der Regenzeit

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Osso Huna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 499 kB)
  3. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  4. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  5. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Osso Huna (tetum; PDF; 8,6 MB)
  6. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  7. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  8. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  9. a b „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  10. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  11. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)

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