Ostantarktika

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Karte der Antarktis mit Ostantarktika

Ostantarktika, engl. East Antarctica oder Greater Antarctica, ist der östlich vom Weddell- und westlich vom Rossmeer gelegene Teil des Südkontinents Antarktika. Dies entspricht grob jenem Teil von Antarktika, der in der östlichen Hemisphäre (östlich des Nullmeridians und westlich des 180. östlichen Längengrades) liegt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostantarktika nimmt mit über 8 Millionen km² den weitaus größten Teil des Festlandes in der Antarktis ein. Es ist größer als Australien und hat damit wahrhaft kontinentale Ausmaße, während der andere Teil Antarktikas, Westantarktika, eher einen Subkontinent oder eine riesige Halbinsel darstellt.

Das Gebiet ist Richtung Norden überall vom Südlichen Ozean umgeben. Das ostantarktische Festland erstreckt sich, vom Südpol ausgehend, größtenteils bis etwa zum südlichen Polarkreis; lediglich die Küste beim Königin-Maud-Land liegt südlicher, nämlich grob beim 70. südlichen Breitengrad. In Richtung Westantarktika wird Ostantarktika durch die Küsten von Weddell- und Rossmeer sowie durch sich jeweils südlich an die beiden Meere anschließenden Schelfeis begrenzt. Durch diese Meere, die sich tief in den Kontinent einschneiden, wird zwischen dem Gebiet der Zentralantarktis (Teil von Ostantarktika) und Marie-Byrd-Land (Teil von Westantarktika) eine Landenge gebildet. Diese stellt die Abgrenzung der Ostantarktis auf dem Festland dar. Auch der geografische Südpol liegt im Ostteil von Antarktika.

Insgesamt weist Ostantarktika ein noch lebensfeindlicheres Klima als der westliche Teil des Kontinents auf. Die Temperaturen sind hier noch niedriger und eisfreie Stellen, wie es sie z. B. an den Küsten der Antarktischen Halbinsel gibt, existieren hier praktisch nicht. Entlang eines Gebirgsrückens zwischen den beiden Hochebenen Dome A und Dome F wurden von dem Satelliten Landsat 8 im Jahr 2013 Temperaturen von minus 93 Grad Celsius und darunter gemessen, damit ist dies der kälteste Ort weltweit.[1][2][3] Auch der Pol der Unzugänglichkeit, der hoch auf dem Eispanzer gelegene küstenfernste Punkt des Kontinents, befindet sich in Ostantarktika. Ein weiterer signifikanter Unterschied zu Westantarktika ist, dass hier der antarktische Eisschild überwiegend auf Festland ruht, das sich über den Meeresspiegel erhebt.

Auswirkungen der globalen Erwärmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu dem in der Wissenschaft unstrittigen Eisverlust der Westantarktis vermittelt Ostantarktika noch kein eindeutiges Bild. Während eine aktuelle Studie von Januar 2019 ein beschleunigtes Abschmelzen auch für die ostantarktischen Regionen postuliert,[4] kommt hingegen eine Publikation der European Geosciences Union zu dem Ergebnis, dass der Ostantarktische Eisschild derzeit noch relativ stabil ist und keinen signifikanten Masseverlust aufweist.[5]

Ein international besetztes Expertenteam, bestehend aus etwa 80 Erdsystem- und Geowissenschaftlern, veröffentlichte im Juni 2018 die bisher umfangreichste Untersuchung zu diesem Thema. Danach wächst der Eispanzer in Ostantarktika im Unterschied zum Gesamttrend sogar, wie eine Langzeitmessung aus dem Zeitraum 1992 bis 2017 ergab (Zuwachs 5 Mrd. t pro Jahr). Dieser scheinbar gegen die allgemeine Erderwärmung gerichtete Effekt wird damit erklärt, dass die erhöhte Verdunstung über den Ozeanen zu verstärktem Schneefall in der Ostantarktis führt. Der Masseverlust des westantarktischen Eisschilds überwiegt mit 7 Mrd. t pro Jahr den Massegewinn in der Ostantarktis jedoch deutlich.[6]

Wichtige Großlandschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ostantarktika befinden sich einige bedeutende Großregionen:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Büker: Minus 93° – Die niedrigste Temperatur auf Erden, Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, 19. Dezember 2014
  2. Ted Scambos, Allen Pope, Garrett Campbell, Terry Haran, Matt Lazzara: The Coldest Place on Earth: -90°C and below from Landsat 8 and other satellite thermal sensors. (pdf) Abgerufen am 26. Juni 2018 (englisch).
  3. T. A. Scambos, G. G. Campbell, A. Pope, T. Haran, A. Muto, M. Lazzara, C. H. Reijmer, M. R. van den Broeke: Ultra‐low surface temperatures in East Antarctica from satellite thermal infrared mapping: the coldest places on Earth. In: Geophysical Research Letters. Band 45, 25. Juni 2018, doi:10.1029/2018GL078133 (nsidc.org [PDF]).
  4. Eric Rignot, Jérémie Mouginot, Bernd Scheuchl, Michiel van den Broeke, Melchior J. van Wessem, Mathieu Morlighem: Four decades of Antarctic Ice Sheet mass balance from 1979–2017. In: PNAS. 116, Nr. 2, Januar 2019, S. 1095–1103. doi:10.1073/pnas.1812883116.
  5. Alex S. Gardner, Geir Moholdt, Ted Scambos, Mark Fahnstock, Stefan Ligtenberg, Michiel van den Broeke, Johan Nilsson: Increased West Antarctic and unchanged East Antarctic ice discharge over the last 7 years. In: The Cryosphere (European Geosciences Union). 12, Nr. 2, Februar 2018, S. 521–547. doi:10.5194/tc-12-521-2018.
  6. Andrew Shepherd et al. (The IMBIE team): Mass balance of the Antarctic Ice Sheet from 1992 to 2017. (PDF) In: Nature. 556, Juni 2018, S. 219–222. doi:10.1038/s41586-018-0179-y.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 80° S, 80° O