Ostasiatischer Verein

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Der Ostasiatische Verein – German Asia-Pacific Business Association (Ostasiatischer Verein e.V.) – ist ein Außenwirtschaftsverein zur Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Ländern des Asien-Pazifik-Raumes und Deutschland. Er arbeitet branchenübergreifend und ist einer der fünf Trägerverbände des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA).[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein wurde am 13. März 1900 von 16 Kaufleuten in Hamburg gegründet, mit der Absicht, „einen Verein für deutsche Interessen im östlichen Asien mit Sitz in Hamburg ins Leben zu rufen“.[2] 1920 kooperierte er nach dem Verlust der deutschen Kolonien mit dem Verband für den Fernen Osten.[3] Zunächst konzentrierte er sich auf die deutschen Interessen in China, mit dem Vorsitzenden ab 1934 Emil Helfferich wuchs das Interesse am faschistischen Japan. Das Gebäude wurde im Weltkrieg schwer beschädigt, Helfferich verhaftet und der Geschäftsführer Dr. Otto Richter in die USA gebracht.

Aufgaben und Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der OAV hat heute rund 500 Mitgliedsunternehmen. Diese setzen sich überwiegend aus deutschen Klein-, Mittelstands- und Großunternehmen mit Interessen im asiatischen Raum zusammen. Des Weiteren sind unter den Mitgliedern auch Institutionen und Privatpersonen vertreten. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich in Hamburg.[4]

Das Amt des Vorsitzenden hat 2014 Hans-Georg Frey, Vorstandsvorsitzender der Jungheinrich AG, von seinem Vorgänger Jürgen Fitschen, ehemals Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutsche Bank AG, übernommen.[5] Geschäftsführendes Vorstandsmitglied war von 2010 bis 2018 Timo Prekop.[6]

Der OAV informiert über wirtschaftliche und politische Ereignisse in Asien, organisiert Veranstaltungen und vertritt die Interessen seiner Mitglieder. Hierzu führt der OAV deutschlandweit Veranstaltungen wie Wirtschaftsforen mit Vertretern asiatischer Länder und bilaterale Wirtschaftstage sowie Delegations- und Markterkundungsreisen nach Asien durch. Das Ostasiatische Liebesmahl, das einmal im Jahr in Hamburg stattfindet, ist eine der bedeutendsten Asien-Veranstaltungen in Deutschland. Als Wirtschaftsverein steht der OAV in engem Kontakt mit der Bundesregierung, den Regierungen und Botschaften der asiatischen Staaten sowie mit Verbänden und Nichtregierungsorganisationen. Zudem wird vom OAV quartalsweise die Zeitschrift „Insight Asia-Pacific“ (IAP) mit Artikeln zu aktuellen Themen der Region Asien-Pazifik herausgebracht. Außerdem veröffentlicht der OAV einmal jährlich das Wirtschaftshandbuch Asien-Pazifik, welches u. a. aktuelle Handelsstatistiken und Hintergrundinformationen zu asiatischen Ländern enthält.[7]

OAV Young Leaders[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die OAV-Mitgliedsunternehmen finden sich im OAV Young Leaders Programm zusammen. Ziel ist es, ein eigenes Netzwerk aufzubauen, um gegenseitig Asieninformationen auszutauschen und bereits vorhandene Kenntnisse zu vertiefen. Die Young Leaders treffen sich zu separaten Unternehmensbesichtigungen und regelmäßigen Netzwerk-Events im gesamten Bundesgebiet sowie in ausgewählten Standorten in der Region Asien-Pazifik.[8]

Ostasiatisches Liebesmahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ostasiatische Liebesmahl ist eine Veranstaltung des OAV, die einmal jährlich im Frühjahr in Hamburg stattfindet. Es wurde zum ersten Mal 1901 abgehalten mit der Intention der „Schaffung und Erleichterung des geselligen Verkehrs unter den Mitgliedern und Besprechung der deutschen Interessen in möglichst regelmäßigen Zusammenkünften“.[9] Der Ehrengast des ersten Liebesmahls war Prinz Heinrich von Preußen, Bruder von Wilhelm II. Das Ostasiatische Liebesmahl ist ein wichtiges Treffen für den internationalen Erfahrungs- und Interessenaustausch zwischen den Mitgliedern des OAV. Traditionell gibt es jedes Jahr einen bekannten Ehrengast und Festredner.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Joachim Bieber: SS und Samurai: Deutsch-japanische Kulturbeziehungen 1933–1945, Monographien aus dem Deutschen Institut für Japanstudien, 55, München 2014 ISBN 978-3862050437
  • Mechthild Leutner (Hg.): Deutschland und China 1937–1945: Politik - Militär - Wirtschafts - Kultur. Eine Quellensammlung, Akademie, Berlin 1998 ISBN 305002986-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft 2012 Website von Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (APA). Abgerufen am 15. August 2013.
  2. Bernd Eberstein: Der ostasiatische Verein 1900-2000, Christian, Hamburg 2000,3-7672-1357-5, S. 11.
  3. Andreas Steen: Deutsch-chinesische Beziehungen 1911-1927: Vom Kolonialismus zur „Gleichberechtigung“. Eine Quellensammlung, Akademie, Berlin 2006
  4. OAV (2013) "German Asia-Pacific Business Association: Mitglieder Verzeichnis 2013.", Hamburg 2013.
  5. Hans-Georg Frey zum neuen Vorsitzenden des OAV gewählt
  6. Pressemitteilung
  7. Ostasiatischer Verein 2010. Website von OAV – Ostasiatischer Verein e.V. abgerufen am 13. August 2013.
  8. [1] Website von OAV – Ostasiatischer Verein e.V. abgerufen am 8. September 2016.
  9. Eberstein, Bernd (2000) "Der ostasiatische Verein 1900-2000", Christian, Hamburg 2000,3-7672-1357-5, S. 33.