Osterheide

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des gemeindefreien Gebiets Osterheide
Osterheide
Deutschlandkarte, Position des gemeindefreien Gebiets Osterheide hervorgehoben
Koordinaten: 52° 51′ N, 9° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Heidekreis
Höhe: 62 m ü. NHN
Fläche: 177,99 km2
Einwohner: 3109 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 29664 (Ostenholz),
29683 (Oerbke, Wense),
29649 (Langemannshof)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 05162, 05163, 05167, 05196
Kfz-Kennzeichen: HK
Gemeindeschlüssel: 03 3 58 501
Adresse der
Gebietsverwaltung:
Gillweg 7
29683 Oerbke
Webpräsenz: www.osterheide.bundesimmobilien.de
Bezirksvorsteher: Andreas Ege
Lage des gemeindefreien Gebiets Osterheide im Landkreis Heidekreis
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Gemeindefreies Gebiet
Wappenähnliches Logo des gemeindefreien Bezirks. Die Steine im unteren Teil symbolisieren die Sieben Steinhäuser
Truppenübungsplatz Bergen, Gemeindegrenzen 1936/38
Karten der Heidmark 1935 und 2002

Die Osterheide ist ein bewohnter gemeindefreier Bezirk im Landkreis Heidekreis am Südrand der Lüneburger Heide in Niedersachsen. Das Gebiet liegt südlich und östlich von Bad Fallingbostel und etwa 20 km westlich des Naturparks Südheide.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Einrichtung des TrÜbPl-Bergen entsiedelte Orte (ohne Namen)
Flächennutzung in Obereinzingen und Untereinzingen 1906. Nordwestlich liegt Dorfmark. Im Süden verläuft die Straße von Oerbke über Nordbostel und Hanglüss nach Bleckmar.[2]
Flächennutzung 1979. Ortschaften und Höfe, die innerhalb des Platzes lagen, sind zu Wüstungen geworden. Durch Aufforstungen haben die Waldflächen zugenommen. Teile des früheren Ackerlandes und der Wiesen werden als Grünland erhalten. [3]

Das 177,99 km² große Gebiet hat 3109 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2016). Sitz der Verwaltung ist das Dorf Oerbke; weitere Dörfer sind Ostenholz und Wense. Die kommunale Verwaltung des NATO-Truppenübungsplatz (TrÜbPl) Bergen erfolgt durch den Gemeindefreien Bezirk Osterheide gemeinsam mit dem östlich angrenzenden Gemeindefreien Bezirk Lohheide.

Nachbargemeinden des Gebiets sind, aufgelistet im Uhrzeigersinn:

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gemeindefreie Bezirk gliedert sich in zehn Gemarkungen[4]: f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM

Gemar-
kungs-
Nr.
Gemarkung Fläche
(km²)
Koordinaten Bemerkungen
2342 Becklinger Holz !552.8666675509.850000552° 52′ N, 009° 51′ O  
2343 Fuhrhop !552.9286115509.820556552° 56′ N, 009° 49′ O  
2344 Wense !552.9197225509.816389552° 55′ N, 009° 49′ O Dorf
2346 Untereinzingen !552.8833335509.783333552° 53′ N, 009° 47′ O  
2347 Obereinzingen !552.8666675509.800000552° 52′ N, 009° 48′ O  
2348 Oerbke !552.8519445509.725000552° 51′ N, 009° 44′ O Verwaltungssitz
2349 Hartem !552.8166675509.733333552° 49′ N, 009° 44′ O mit Dorf Ostenholz
2350 Oberndorfmark !552.8333335509.783333552° 50′ N, 009° 47′ O  
3740 Oberhode !552.7666675509.783333552° 46′ N, 009° 47′ O  
3869 Krelingen !552.8038895509.661944552° 48′ N, 009° 40′ O  
  Osterheide 177,99 !552.8500005509.733333552° 51′ N, 009° 44′ O  

Das Wohnplatzverzeichnis Niedersachsen zum Stand 1. November 2006 weist folgende 41 Wohnplätze und Wüstungen für die zehn Gemarkungen nach:

Becklinger Holz
Becklinger Holz
Fuhrhop
Fuhrhop
Hartem
Blocksberg
Boestlingen
Ettenbostel
Fahrenholz
Fallingbostel, Lager
Hartem
Im Katzhagen
Mengdorf
Ostenholz
Ostenholzer Moor
Pröbsten
Seyersbruch
Sieken
Soehnholz
Soelterbruch
Krelingen
Krelingen
Obereinzingen
Achterberg
Ahlbrock
Obereinzingen
Oberhode
Doevenhof
Hambruch
Heuersmuehlen
Hohenbrelingen
Meyerhof
Meyersbruch
Niederbrelingen
Oberhode
Ostsiedlung
Schnierhof
Oberndorfmark
Oberndorfmark
Oerbke
Oerbke
Oerbke, Lager
Rammelshorst, Forsthaus
Untereinzingen
Charlottenthal
Einzingen
Homannshof
Schaeferei
Untereinzingen
Wense
Wense

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutigen Gemarkungen gehen zurück auf die früheren Gemeinden des Landkreises Fallingbostel im Regierungsbezirk Lüneburg der preußischen Provinz Hannover.[5]

1935 wurde von der deutschen Wehrmacht zwischen Bergen und Fallingbostel der Truppenübungsplatz Bergen angelegt. Dazu wurden insgesamt 24 Gemeinden aufgelöst und deren Bewohner umgesiedelt. 1938 wurde der den Truppenübungsplatz umfassende „Gutsbezirk Platz Bergen“ gebildet und dem Landkreis Fallingbostel zugeordnet. Der Gutsbezirk wurde 1945 in zwei selbständige Bereiche, nämlich in die Gutsbezirke Osterheide und Lohheide, geteilt. Osterheide blieb beim Landkreis Fallingbostel, während Lohheide wieder in den Landkreis Celle eingegliedert wurde. Die Osterheide umfasst heute den im Landkreis Heidekreis gelegenen Teil des 1958 entstandenen „NATO-Schießplatzes Bergen-Hohne“. Zum 1. Januar 2011 hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) den gemeindefreien Bezirk übernommen.

Rechtliche Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach § 23 Abs. 4 Satz 3 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) wird die Verwaltung gemeindefreier Gebiete durch eine Verordnung geregelt. Danach ist die „Erledigung der öffentlichen Aufgaben des eigenen und des übertragenen Wirkungskreises dem Grundeigentümer“, im Falle von Lohheide und Osterheide also dem Bund, übertragen. Die Verfassung eines gemeindefreien Bezirkes ist anders als die einer Gemeinde. Seine Organe sind der Bezirksvorsteher und die von den Einwohnern gewählte Einwohnervertretung. Der Bezirksvorsteher wird vom Grundeigentümer vorgeschlagen und dann von der Einwohnervertretung gewählt. Die Beteiligungsrechte der Einwohner beschränken sich auf die Wahl der Vertretung sowie auf die Möglichkeit der Einwohnerfragestunde und Einwohneranhörung während öffentlicher Sitzungen der Vertretung.

Kulturdenkmäler und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den in und nahe der Osterheide befindlichen Kulturdenkmälern, Sehenswürdigkeiten und Gedenkorten gehören:

  • in Oerbke (im Westen):
  • in und nahe Ostenholz (im Südwesten):
    • Fachwerkkirche mit hölzernem Turm aus dem Jahre 1724
    • Hoher Stein, ein Gedenkstein zur Räumung der Gemeinden 1936 zwecks Anlegens eines Truppenübungsplatzes[6]
    • Sieben Steinhäuser, Großsteingräber der Jungsteinzeit im Süden des Truppenübungsplatzes
  • in Wense (im Nordwesten):
    • Gutskapelle als prachtvolle Kirche aus dem Jahr 1558
Baudenkmäler

Wolfsvorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2017 wurde ein residentes Wolfsrudel festgestellt. Schon im August 2016 waren in Fotofallen fünf Welpen registriert worden. Durch genetische Untersuchungen ist der Rüde als vom Ueckermünder Rudel stammend identifiziert worden.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Nessenius (1985): Der kulturlandschaftliche Wandel im nördlichen Teil des Truppenübungsplatzes Bergen. 140 Seiten (unveröffentlicht)
  3. Nessenius (1985): Der kulturlandschaftliche Wandel im nördlichen Teil des Truppenübungsplatzes Bergen. 140 Seiten (unveröffentlicht)
  4. Gemarkungsverzeichnis Niedersachsen xls-datei
  5. Gemeindeverzeichnis 1900
  6. Inschrift des "Hohen Steins": Dem Andenken der opferwilligen Heidjer aus den ehemaligen Ortschaften Hörsten, Hoppenstedt, Hohne, Hasselhorst, Hohnerode, Manhorn, Lohe, Gudehausen, Ostenholz, Ettenbostel, Oberhode, Benhorn, Hartem, Fahrenholz, Böstlingen, Pröbsten, Kolk, Sudbostel, Nordbostel, Örbke, Obereinzingen, Untereinzingen, Achterberg, Wense.
  7. Bericht bei Wildtiermanagement der niedersächsischen Landesjägerschaft, abgerufen am 10. Juli 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Osterheide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien