Ostheim (Malsfeld)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ostheim
Gemeinde Malsfeld
Koordinaten: 51° 4′ 45″ N, 9° 28′ 51″ O
Höhe: 277 (269–304) m
Einwohner: 409 (31. Dez. 2012)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 34323
Vorwahl: 05661
Karte
Ostheim von oben

Ostheim ist ein Ortsteil der Gemeinde Malsfeld im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostheim liegt etwa 4,5 km südwestlich des Malsfelder Kernorts am Schwalm-Zufluss Rhünda. Nördlich des Dorfes liegt die Ostheimer Senke, durch welche die Rhünda abfließt. Im Südosten der Gemarkung Ostheim befindet sich der 392 m hohe Hügelskopf. Südsüdwestlich liegt der Goldbergsee, ein ehemaliger Braunkohletagebau und heutiges Naturschutzgebiet. Durch das Dorf führt die Landesstraßen 3428, die westlich der Ortschaft auf die nördlich vorbeiführende L 3224 trifft. Östlich vorbei führt die Bundesautobahn 7.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirche. Im Vordergrund die von innen hohle Tanzlinde.

Der Ortsname geht auf die östliche Lage bezüglich der Hohenburg (Homberg) zurück. Die Endung -heim lässt auf eine Gründung des Dorfes durch die Franken schließen. Die älteste bekannte Erwähnung von Ostheim erfolgte im Zeitraum von 1154 bis 1159 unter dem Namen „Ostheim“ in einer urkunde des Klosters Hasungen.[2] Im Jahr 1376 gehörte Ostheim zum Amt Homberg, 1542 wurde es dem Amt Melsungen zugeteilt.

Ostheim als Ortsteil von Malsfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1974 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz die Gemeinden Malsfeld (mit den Ortsteilen Elfershausen und Dagobertshausen), Beiseförth, Mosheim (Landkreis Fritzlar-Homberg), Ostheim und Sipperhausen (Landkreis Fritzlar-Homberg) zur neuen Großgemeinde Malsfeld zusammengeschlossen. Gleichzeitige wechselte Malsfeld in den neu errichteten Schwalm-Eder-Kreis.[3][4] Als Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Malsfeld bestimmt. Für alle ehemalig eigenständigen Gemeinden wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5]

Im Jahre 2012 wurde das 850-jährige Bestehen des Dorfes gefeiert. Die Feierlichkeiten wurden um drei Jahre verschoben, da sich Ostheim im Jahre 2009 noch im Dorferneuerungsprogramm befand.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ostheimer Einwohner wurden in der Vergangenheit als Kohlkippen bezeichnet. Der Ursprung dieser Bezeichnung ist unbekannt.

Einwohnerentwicklung

 Quelle: Historisches Ortslexikon[2]

  • 1510: 13 wehrhafte Männer
  • 1585: 42 Haushaltungen
  • 1747: 47 Haushaltungen
Ostheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2011
Jahr  Einwohner
1834
  
317
1840
  
374
1846
  
371
1852
  
354
1858
  
322
1864
  
329
1871
  
323
1875
  
329
1885
  
321
1895
  
302
1905
  
455
1910
  
443
1925
  
430
1939
  
451
1946
  
715
1950
  
643
1956
  
585
1961
  
528
1967
  
479
1970
  
479
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2010
  
?
2011
  
375
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: Gemeinde Malsfeld; Zensus 2011[6]

Religionszugehörigkeit

 Quelle: Historisches Ortslexikon[2]

• 1885: 321 evangelische (= 100 %) Einwohner
• 1961: 458 evangelische (= 86,74 %), 69 katholische (= 13,07 %) Einwohner

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Ostheim gehört seit 1585 zum Kirchspiel Sipperhausen.[2]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im nahegelegenen interkommunalen Gewerbegebiet wurden 350 Arbeitsplätze geschaffen. In früherer Zeit arbeiteten die Einwohner zum Teil in den nahegelegenen Basaltsteinbrüchen. Bis Anfang der 1990er Jahre wurde Braunkohle im Tagebau abgebaut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ostheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ortsteil Ostheim. In: Webauftritt. Gemeinde Malsfeld, abgerufen im Oktober 2020.
  2. a b c d Ostheim, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen (Stand: 29. Juli 2015). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 8. August 2015.
  3. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Fritzlar-Homberg, Melsungen und Ziegenhain (GVBl. II 330-22) vom 28. September 1973. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 25, S. 356, §§ 13 und 27 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 405.
  5. Ortsvorsteherinnen & Ortsvorsteher. In: Webauftritt. Gemeinde Malsfeld, abgerufen im Oktober 2020.
  6. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;