Ostkreuz (Bildagentur)

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Ostkreuz ist der Name einer Berliner Fotografenagentur mit angeschlossenem Bildarchiv. Der Name Ostkreuz leitet sich von dem gleichnamigen Verkehrsknotenpunkt in Berlin ab.

Gründungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostkreuz wurde 1990 von sieben Fotografen gegründet. Der Gründung war eine Initiative der Stern-Bildjournalistin Petra Göllnitz vorangegangen.[1] Sibylle Bergemann, Ute und Werner Mahler,[2] Jens Rötzsch, Harald Hauswald, Thomas Sandberg und Harf Zimmermann zählten in der DDR zu bedeutenden Fotografen. Vorbild für Bildsprache und die genossenschaftliche Berufsorganisationsform war die Pariser Fotoagentur Magnum.

„1990 veränderte sich alles. Alles war neu. Alles. Wir gründeten Ostkreuz ebenso als Überlebensstrategie wie als Mittel, um gleichgesinnte Personen zusammenzubringen. In diesen frühen Tagen hatten wir keine Ahnung von der Leitung einer Agentur. Wir konnten noch nicht einmal einen Festnetzanschluss bekommen. Also kauften wir in Westberlin ein „mobiles“ Siemens-Telefon für 7000 DM (etwa € 5000 für heutige Verhältnisse). Das war ein Vermögen, und das Telefon war zu wertvoll, um es im Büro liegenzulassen. Es wog über fünf Kilo. Wir wechselten uns ab, es abends mit nach Hause zu schleppen. Aber es war die einzige Möglichkeit, mit uns Kontakt aufzunehmen.“

Ute Mahler über die Gründung der Agentur[3]

Ostkreuz heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit gehören der Agentur 21 Fotografen an. Schwerpunkte der an der Autorenfotografie orientierten Arbeit liegen in den Bereichen Porträt, Reportage, Landschaft, Architektur, Reise und Mode. Ostkreuz ist die erfolgreichste von Fotografen selbst geführte Agentur in Deutschland.[4]

Einige Fotografen der Agentur konnten nationale und internationale Preise erringen. 2013 wurde der Agentur der Konrad-Wolf-Preis verliehen.[5]

Ostkreuzschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die private Ostkreuzschule für Fotografie und Gestaltung in Berlin-Weißensee ist Partner der Agentur. Die Schule wurde 2004 von Thomas Sandberg und Werner Mahler gegründet. Die Schwerpunkte der dreieinhalbjährigen Ausbildung liegen in der Schulung des fotografischen Sehens, der Erarbeitung und Förderung der eigenen fotografischen Handschrift und des sicheren gestalterischen Umgangs mit dem Medium Fotografie. Diese Kenntnisse werden sowohl für analoge als auch digitale Fotografie in Praxis und Theorie vermittelt.

2007 machte der erste Jahrgang seinen Abschluss. 2010 wies das erste Mal eine eigens erstellte Webseite auf die Ausstellung der Werke der Abschlussklasse hin.[6] Seit 2012 werden die Arbeiten der Abschlussjahrgänge auf eigenen Webseiten unter einem spezifischen Ausstellungsnamen veröffentlicht. 2012 hieß die Ausstellung Echos, 2013 Sieben,[7][8] 2015 OHO.[9]

Bekannte Fotografen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentarfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Foto: Ostkreuz, Deutschland 2015. Buch/Regie/Kamera: Maik Reichert. Laufzeit 89 min.[10] Dokumentation über Geschichte und Gegenwart der Bildagentur.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Das müßt ihr schon alleine rausfinden..." Abgerufen am 8. Januar 2014.
  2. art-magazin.de: ZEITLOSE MONA LISA. Abgerufen am 8. Januar 2014.
  3. Interview mit Ute Mahler auf der Webseite des Goethe-Instituts, abgerufen am 18. Januar 2014
  4. Goethe Institut: „OSTKREUZ – Vier junge Positionen der Berliner Agentur“. Abgerufen am 10. Februar 2014.
  5. adk.de. Abgerufen am 8. Januar 2014.
  6. vierterjahrgang.de (vierterjahrgang.de, abgerufen am 19. Januar 2014)
  7. echos - Abschlussausstellung Ostkreuzschule für Fotografie - 6. Jahrgang (echos-ausstellung.de, abgerufen am 19. Januar 2014)
  8. sieben - Abschlussausstellung Ostkreuzschule für Fotografie - 7. Jahrgang (sieben-ausstellung.de, abgerufen am 19. Januar 2014)
  9. OHO Ostkreuzschule Fotografie. Neunter Jahrgang
  10. Verleihinformation

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]