Ostseekai

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Ostseekai

Der Ostseekai ist ein Hafenkai in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel mit zwei Schiffsliegeplätzen für Passagierschiffe, der sich direkt an der Innenstadt auf der westlichen Seite der Kieler Förde befindet.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Terminalgebäude Kieler Ostseekai 2012 mit Kreuzfahrtschiff Queen Elizabeth

Der Ostseekai ist der ehemalige Oslo-Kai, an dem vor allem Kreuzfahrtschiffe anlegen. Die zwei Liegeplätze des Ostseekais verfügen über eine Länge von 360 m bzw. 285 m bei einer durchgehenden Wassertiefe von 10 m. Das vollverglaste Terminalgebäude verfügt über zwei Ebenen, über verfahrbare Landgänge besteht eine direkte Verbindung zu den Schiffen. Aufgrund der Gesamtfläche von 40.000 m² ist die Terminalanlage speziell auf den Reisewechsel großer Kreuzfahrtschiffe zugeschnitten. Heute ist das „Cruise Terminal“ Ostseekai eines der modernsten Terminals an der deutschen Küste mit einem Passagieraufkommen von knapp 6.000 Passagieren.[1] Seit dem Um- und Ausbau des Ostseehafens im Jahr 2007 können selbst die größten Luxusliner in Kiel am Ostseekai anlegen.[2]

Vorteilhaft ist die günstige Lage in der Kieler Förde, mit direkter Anbindung an den Nord-Ostsee-Kanal und die Ostsee. Über den Kieler Hafen wurden 2007 1,3 Millionen Passagiere im Fährverkehr befördert.[2] Für mehr als 150.000 Reisende begann oder endete eine Kreuzfahrt in Kiel.[2] Neben dem Norwegenkai und Schwedenkai ist der Ostseekai die Drehscheibe im Handels- und Fährverkehr mit Skandinavien.

An Wochenenden wird der Ostseekai - neben seiner eigentlichen Bestimmung als Fährterminal - auch als Ort für diverse Veranstaltungen genutzt.

Die Seehafen Kiel GmbH ist Eigentümer und Betreiber des Kieler Handelshafens im öffentlichen Auftrag der Landeshauptstadt Kiel, in deren Besitz sie ist.[2]

Kieler Ostseekai 2012 mit der 294 m langen Queen Elizabeth der britisch-amerikanischen Cunard-Reederei

Kreuzfahrtschiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ostseekai wird regelmäßig von bedeutenden Kreuzfahrtschiffen angelaufen. So ist beispielsweise häufig die AIDAsol, die AIDAcara, die MSC Poesia, die Costa Pacifica, die Mein Schiff 2, die Astor und viele andere Kreuzfahrtschiffe regelmäßig zu Gast in Kiel am Ostseekai.[3] Das größte Kreuzfahrtschiff, das bisher in Kiel und am Ostseekai anlegte, war die Regal Princess am 10. Juli 2015. Am 29. April 2017 legte die MSC Fantasia als bisher längstes Schiff erstmals am Ostseekai an.

2018/2018 wird für voraussichtlich 7½ Millionen Euro ein zweites Abfertigungsgebäude für die Kreuzfahrtpassagiere gebaut.[4]

Entwicklung des Kais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oslo-Kai[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Neu- und Umbau des Ostseekais im Jahr 2007 lag hier der Oslo-Kai. Der Oslo-Kai war Kiels erster größerer Fährhafen und wurde 1961 eingeweiht.[5] Der Untergrund besteht aus Trümmerschutt und einer 2000 m² großen Stahlplatte.

Am Oslo-Kai verkehrten seinerzeit die Schiffe der ehemaligen Jahre Line, heute Color Line, nach Oslo. Daneben bestand auch eine Fähr-Verbindung nach Bagenkop auf der dänischen Insel Langeland, die 2000 endgültig eingestellt wurde. Auch die Fährschiffe nach Schweden der Stena Line fuhren bis zum Bau des Schwedenkais 1982 hier ab.

Ostsee-Kai[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Color Line 1997 ihr neues Terminal am Norwegenkai bezogen hatte, wurde der Oslo-Kai zu einem Kreuzfahrer-Terminal aus- und umgebaut. Das Terminal wurde durch das „Regionalprogramm 2000“ des Landes Schleswig-Holstein gefördert.[6] Die gesamte Investitionsmaßnahme beläuft sich auf insgesamt 28,5 Mio. Euro.[2] Nach einer sechsmonatigen Bauzeit wurde im Jahr 2007 das Kreuzfahrtterminal Ostseekai eröffnet.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Um- und Ausbau des Ostkais können hier nun auch die weltweit größten Luxusliner anlegen. In der Folge verdreifachte sich auch die Zahl der Anläufe an Kreuzfahrtschiffen, die Zahl der Passagiere verachtfachte sich sogar.[2]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ostseekai liegt direkt unterhalb des Kieler Schlosses; direkt hinter dem Ostseekai beginnt die Kiellinie.

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wassertiefe bis 9,50 m
Liegeplätze 2
Kailänge 285 m und 355 m
Landgänge 2
Gesamtfläche 40.000 m²
Kapazität[7] bis zu 6.000 Passagiere
ISPS-zertifiziert ja

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.portofkiel.com/haefen-terminals.html
  2. a b c d e f g http://www.kiel-magazin.de/service/wirtschaft/artikel/detail/cruise-terminal-ostseekai.html
  3. http://www.kreuzfahrt.bunge-web.com/hafenkiel.htm
  4. Ostseekai Kiel. In: Schiff & Hafen, Heft 4/2018, S. 7
  5. http://www.ostufer.net/verzeichnis/126-seefahrt/705-faehren-ostsee-kiel
  6. http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl16/drucks/0700/drucksache-16-0779.pdf, Seite 39 unter „Cruise & Ferry Center Kiel“
  7. Kapazität des Fähr- und Kreuzfahrtterminals

Koordinaten: 54° 19′ 30,5″ N, 10° 8′ 43,3″ O