Ostseeschule Flensburg

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Ostseeschule Flensburg
Ostseeschule Flensburg
Schulform Gemeinschaftsschule
Gründung Ursprünglich 1930 als Öffentliche Schule
Ab 2007/09 als neue Privatschule
Adresse

Klosterholzweg 30[1]

Ort Flensburg
Land Schleswig-Holstein
Staat Deutschland
Koordinaten 54° 48′ 37″ N, 9° 27′ 55″ OKoordinaten: 54° 48′ 37″ N, 9° 27′ 55″ O
Träger gemeinnützige GmbH Ostseeschule Flensburg[2]
Schüler 289 (Stand 2016/2017)[3]
Leitung Ulrich Dehn
Website www.ostseeschule-flensburg.de

Die Ostseeschule Flensburg (früher: Mürwik-Schule und Osbekschule) in Flensburg-Mürwik liegt am Rand des Stadtbezirks Osbek. Der Schulbau, der in den 1930er Jahren errichtet wurde, gehört zu den Kulturdenkmalen der Stadt.[4][5] Die Schule dient heute als eine Gemeinschaftsschule[6] mit integriertem Grundschulbereich,[7] an der neben dem Hauptschulabschluss auch der Realschulabschluss erworben werden kann.[8]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulgebäude entstand nach Entwürfen der Architekten Paul Ziegler und Carl Andresen.[9] Ziegler, ein Anhänger der Heimatschutzarchitektur,[10] wurde durch zahlreichen Stadtbildprägende Bauten Flensburgs bekannt, darunter auch verschiedene Schulen, beispielsweise die Auguste Viktoria-Schule (1910–12), die Goethe-Schule (1914–1927) und die Schloss-Duburg-Schule (1928/29).[11] Im ersten Bauabschnitt der „Mürwiker Schule“ in den Jahren 1929 bis 1930 wurde der C-förmige Hauptbau an der Straße errichtet.[12] Dieser dreigeschossige Ziegelbau zeichnet sich durch eine äußerst sparsame Verwendung von Details aus. Das Dach ist flach gedeckt.[13] Dem schlicht gehaltenen Eingangsportal der Schule schließt sich ein Portikus an.[14] In einem zweiten Bauabschnitt 1938 bis 1940[15] wurde der Innenhof der Schule durch eine Turnhalle abgeschlossen. Auf diese Weise entstand eine um den Schulhof gruppierte Vierflügelanlage, welche eine D-förmige Gestalt besaß. Die Planung der Turnhalle erfolgte durch Theodor Rieve, mit dem Paul Ziegler, wie beispielsweise beim Deutschen Haus, mehrfach zusammenarbeitete.[16]

Noch im Jahr 1930 begann der Schulbetrieb.[17] Die neue Schule wurde wohl zunächst Mürwik-Schule genannt.[18] Sie diente als Volksschule[19] und wurde daher auch Volksschule Mürwik[20] sowie Volksschule Flensburg-Ost genannt.[21] Später diente sie weiter als Grund- sowie Hauptschule und trug den Namen Osbekschule.[22] Zum Schuljahresbeginn 1979/80 wurde das in der Nähe gelegene Schulzentrum Ost im Zuge eines Ringtausches aufgelöst.[23] Die im Schulzentrum Ost beheimateten Hauptschulklassen fanden darauf hin in der Osbekschule eine neue Heimat. 1996 wurde das Schulgebäude saniert. Das alte äußere Mauerwerk wurde mittels eines neuen äußeren Mauerwerks verschalt. Die Fenster wurden nach der ersten, aber nie vollständig ausgeführten Planung erneuert, womit die Konzeption des Baus erhalten blieb.[24]

2007 wurde die Ostseeschule gegründet, welche zunächst ein für zwei Jahre ausgelegtes Übergangsquartier[25] in der Jürgensgaarder Straße 11/13 im Stadtteil Jürgensby bezog.[26] In dieser neu eingerichteten Privatschule wurden im ersten Jahr die ersten 90 Schüler unterrichtet.[27] Um 2008 beschloss die Stadt Flensburg den Grundschulzweig der Osbekschule einzustellen, womit die Schülerzahl sank. Gleichzeitig sollte die Osbekschule zur Regionalschule umgebaut werden.[28] Da die Anmeldezahlen der Schule sodann in geringem Maße unter dem Mindestvorgabe lag, erhielt die Schule vom Schleswig-Holsteinischen Bildungsministerium nur eine auf drei Jahre befristete Genehmigung.[29][30] Im Mai 2009 wurde offiziell vom öffentlichen Träger das Ende der Grund- und Hauptschule an der Osbek beschlossen.[31][32] Die 210 Schüler wurden auf benachbarte Schulen umverteilt.[33] Daraufhin zog schließlich die zwei Jahre zuvor gegründete Ostseeschule in das Mürwiker Schulgebäude mit 3300 Quadratmeter Fläche.[34] und gab dem Schulgebäude seinen neuen Namen.[35] Das ehemalige Provisorium in der Jürgensgaarder Straße wurde kurz darauf zum Wohngebäude umgebaut.

Die Firma Yingli Green Energy installierte 2013 auf den Dächern der Schule zahlreiche Solaranlagen. Projektauflage für die Verfügungstellung durch das Unternehmen war, dass die Hälfte der späteren Einnahmen afrikanischen Schulen gespendet würden.[36]

Der Innenhof des Schulgebäudes wurde um 2017 mit einem überdachten Gebäude bebaut, das sich räumlich in den Schulgebäudekomplex integriert. Der Saalbau kostete 1,2 Million Euro. 500.000 Euro übernahm das Land. Eine Bühne ermöglicht die Nutzung als Schulaula. Des Weiteren dient der Saal der Gebundenen Ganztagsschule als Schulmensa.[37][38][39]

Ab Januar 2019 soll der Schule ein Kindergarten für 60 Kinder angeschlossen werden, der wie die Schule selbst auch auf Basis der Montessoripädagogik beruhen soll.[40][41][42] Die neue eingeschossige Flachbau der als Kita dienen soll, kostet 2,5 Millionen Euro. Seine Finanzierung erfolgt durch Förderungen der Stadt, des Landes und des Bundes.[43]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ostseeschule Flensburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Schule trug ursprünglich die Adresse Klosterholz 38, bis sie zwischenzeitlich die Adresse Osbek 12 erhielt. (Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 538)
  2. Einzug in die Ostseeschule, abgerufen am: 23. Juli 2017
  3. Ostseeschule Flensburg. Schülerzahlen
  4. Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 538 f.
  5. Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein und Amt für Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck: Kunst-Topographie Schleswig-Holstein. Neumünster 1989
  6. Ostseeschule Flensburg. Die Organisation. Über uns, abgerufen am: 23. Juli 2017
  7. Flensburger Tageblatt: Einschulung: Vor der Entscheidung: Welche Schule für mein Kind?, vom: 16. Oktober 2014; abgerufen am: 23. Oktober 2017
  8. Einzug in die Ostseeschule, abgerufen am: 23. Juli 2017
  9. Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 538 f.
  10. Flensburger Tageblatt: Flensburger Architektur: Ziegelsteine vermitteln Heimatgefühl, vom: 24. August 2015; abgerufen am: 23. Juli 2017
  11. Broder Schwensen (Hg.): Paul Ziegler, Magistratratsbaurat in Flensburg 1905–1939. Flensburg 1998, ISBN 3-925856-31-5. (= Kleine Reihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Band 29.), S. 104
  12. Broder Schwensen (Hg.): Paul Ziegler, Magistratratsbaurat in Flensburg 1905–1939. Flensburg 1998, ISBN 3-925856-31-5. (= Kleine Reihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Band 29.), S. 285
  13. Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein und Amt für Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck: Kunst-Topographie Schleswig-Holstein. Neumünster 1989
  14. Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 538 f.
  15. Broder Schwensen (Hg.): Paul Ziegler, Magistratratsbaurat in Flensburg 1905–1939. Flensburg 1998, ISBN 3-925856-31-5. (= Kleine Reihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Band 29.), S. 285
  16. Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 538 f.
  17. Flensburger Tageblatt: Der letzte Tag der Osbekschule, vom: 17. Juli 2009; abgerufen am: 23. Juli 2017
  18. Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein und Amt für Denkmalpflege der Hansestadt Lübeck: Kunst-Topographie Schleswig-Holstein. Neumünster 1989
  19. Dementsprechend wurden dort auch die Schulanfänger eingeschult. Vgl. Flensburg Journal: Mürwik: Zwischen Twedter Feld und Solitüde, vom: 29. September 2016; abgerufen am: 23. Juli 2017
  20. Broder Schwensen (Hg.): Paul Ziegler, Magistratratsbaurat in Flensburg 1905–1939. Flensburg 1998, ISBN 3-925856-31-5. (= Kleine Reihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Band 29.), S. 285
  21. Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 538 f.
  22. Flensburger Tageblatt: Der letzte Tag der Osbekschule, vom: 17. Juli 2009; abgerufen am: 23. Juli 2017
  23. Vgl. Flensburger Tageblatt: Eine Säule in der Schullandschaft, vom: 5. April 2011 sowie: Schulchronik Fördegymnasium, 20. April 2018
  24. Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Band 2, Flensburg, S. 538 f.
  25. Einzug in die Ostseeschule, abgerufen am: 23. Juli 2017
  26. Bürgerinformationen 2012/13 (Memento des Originals vom 23. Oktober 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.inixkomm.de, S. 42; abgerufen am: 23. Juli 2017
  27. Einzug in die Ostseeschule, abgerufen am: 23. Juli 2017
  28. Flensburger Tageblatt: Der letzte Tag der Osbekschule, vom: 17. Juli 2009; abgerufen am: 23. Juli 2017
  29. Prüfung der Unterrichtsversorgung, der Schulentwicklung sowie der Auswirkungen der Schulreformen an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen des Landes Schleswig-Holstein Bericht des Landesrechnungshofs Schleswig-Holstein, S. 91, vom: 6. Oktober 2009; abgerufen am: 23. Juli 2017
  30. Flensburger Tageblatt: Der letzte Tag der Osbekschule, vom: 17. Juli 2009; abgerufen am: 23. Juli 2017
  31. Flensburger Tageblatt: Schulreform: Steht die Osbekschule vor dem Aus?, vom: 2. April 2009; abgerufen am: 23. Juli 2017
  32. Flensburger Tageblatt: Beschlossen: Aus für die Osbekschule, vom: 2. Mai 2009; abgerufen am: 23. Juli 2017
  33. Flensburger Tageblatt: Der letzte Tag der Osbekschule, vom: 17. Juli 2009; abgerufen am: 23. Juli 2017
  34. Flensburger Tageblatt: Aus der Osbek- wird die Ostseeschule, vom: 22. Juli 2009; abgerufen am: 23. Juli 2017
  35. Flensburg Journal: Mürwik: Zwischen Twedter Feld und Solitüde, vom: 29. September 2016; abgerufen am: 23. Juli 2017
  36. Flensburger Tageblatt: Neue Solaranlagen für die Ostseeschul sowie: dort, vom: 22. April 2013; abgerufen am: 23. Oktober 2017
  37. Flensburger Tageblatt: Bildung in Flensburg: Eine neue Aula für die Ostseeschule, vom: 7. März 2017; abgerufen am: 22. Oktober 2017
  38. Flensburger Tageblatt: Mensen an Schulen und Kitas: „Niemand muss essen, was er nicht mag“, vom: 4. März 2016; abgerufen am: 22. Oktober 2017
  39. Ostseeschule Flensburg. Die Organisation. Über uns, abgerufen am: 23. Juli 2017
  40. Flensburger Tageblatt: Kinderbetreuung in Flensburg: Stadt hofft auf 400 neue Kita-Plätze, vom: 4. Januar 2017; abgerufen am: 23. Juli 2017
  41. Flensburger Tageblatt: Wo neue Kitaplätze entstehen sollen, vom: 12. April 2016; abgerufen am: 23. Juli 2017
  42. Flensburger Tageblatt: Bildung in Flensburg: Ostseeschule feiert 10. Geburtstag – mit einem neuen Schul-Song, vom: 22. Juli 2017; abgerufen am: 23. Oktober 2017
  43. Flensburger Tageblatt: Bildung in Flensburg: Eine Kita für die Ostseeschule, vom: 20. Januar 2018; abgerufen am: 20. Januar 2018