Osuna (Sevilla)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeinde Osuna
Osuna – Ortsbild
Osuna – Ortsbild
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Osuna
Osuna (Sevilla) (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Andalusien
Provinz: Sevilla
Comarca: Sierra Sur de Sevilla
Koordinaten 37° 14′ N, 5° 6′ WKoordinaten: 37° 14′ N, 5° 6′ W
Höhe: 270 msnm
Fläche: 592,49 km²
Einwohner: 17.735 (1. Jan. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 29,93 Einw./km²
Postleitzahl: 41640
Gemeindenummer (INE): 41068 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: Osuna

Osuna ist eine südspanische Kleinstadt und eine aus mehreren Weilern (pedanías) und Einzelgehöften bestehende Gemeinde (municipio) mit insgesamt 17.735 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2017) in der Provinz Málaga in der Autonomen Region Andalusien. Die historisch und künstlerisch bedeutsame Stadt ist als Conjunto histórico-artístico klassifiziert.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Osuna liegt gut 87 km östlich der Provinzhauptstadt Sevilla bzw. ca. 120 km nordwestlich von Málaga in einer Höhe von ca. 270 bis 290 m ü. d. M.[2] Das Klima im Winter ist gemäßigt, im Sommer dagegen warm bis heiß; die Niederschlagsmengen (ca. 660 mm/Jahr) fallen – mit Ausnahme der nahezu regenlosen Sommermonate – verteilt übers ganze Jahr.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1857 1900 1950 2000 2016
Einwohner 17.480 18.072 23.250 17.290 17.738

Der deutliche Bevölkerungsrückgang seit den 1950er Jahren ist im Wesentlichen auf die Mechanisierung der Landwirtschaft und den daraus resultierenden Verlust von Arbeitsplätzen zurückzuführen.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Menschen früherer Jahrhunderte lebten im Wesentlichen als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch der Wein- und Olivenanbau gehörte; im Ort selbst ließen sich auch Händler, Handwerker und Dienstleister aller Art nieder. Heute spielen der Anbau von Weizen, Baumwolle und Oliven sowie Kleinindustrien und der innerspanische Tourismus eine nicht unwesentliche Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Universität und Kollegiatkirche
Inneres der Kollegiatkirche
Turm der Mercedarierkirche

Auf dem Gemeindegebiet wurden jungsteinzeitliche Kleinfunde gemacht, auch bronzezeitliche Keramikscherben wurden entdeckt. In der Antike stand die Gegend unter phönizischem, später unter karthagischem Einfluss. Einige Figuren aus iberischer oder keltiberischer Zeit befinden sich heute im Museo Arqueológico Nacional de España (MAN) in Madrid. Die Römer übernahmen den bereits bestehenden Ortsnamen Urso; Markus Antonius gründete hier um 40 v. Chr. eine Veteranenkolonie. Aus westgotischer Zeit weiß man so gut wie nichts. Zu Beginn des 8. Jahrhunderts wurde die Region von den Mauren überrannt; sie nannten den Ort Ûsuna oder Oxona. Im Jahr 1239 wurde Osuna von den Truppen Ferdinands III. von Kastilien (reg. 1230–1252) zurückerobert (reconquista), anschließend in das Königreich Sevilla inkorporiert und im Jahr 1264 dem Calatrava-Ritterorden übergeben, der es jedoch um die Mitte des 15. Jahrhunderts an seinen Großmeister Pedro Téllez de Girón weitergab. Dessen Nachkomme Juan Téllez de Girón (1494–1558) prägte durch seine Bauten bis heute das Bild der Stadt. Im Jahr 1562 erhielt Pedro Téllez de Girón von Philipp II. (reg. 1556–1598) den Titel eines Herzogs von Osuna, den die Familie ununterbrochen bis auf den heutigen Tag innehat.[6][7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Um die Mitte des 16. Jahrhunderts gründete Juan Téllez de Girón außerhalb der Stadtmauern ein Hospital bzw. eine Universität, deren von vier schlanken Ecktürmchen flankiertes Gebäude eher an eine Moschee erinnert.[8]
  • Die dreischiffige Kollegiatkirche Nuestra Señora de la Asunción entstand um die gleiche Zeit im Übergangsstil von der Spätgotik zur Renaissance. Einem eher strengen Außenbau steht ein reich ausgestatteter Innenraum mit zahlreichen Barockaltären entgegen. In platereskes Portal mit Todesinsignien führt in den Bereich des Pantheón Ducal, das als Grablege der Herzöge von Osuna dient. In einem Annexbau befindet sich ein Museo de Arte Sacro mit zahlreichen Exponaten religiöser Kunst.[9]
  • Der Convento de la Merced gehörte dem Mercedarierorden. Das Gebäude entstand im 17. Jahrhundert; der sehenswerte Barockturm stammt aus den Jahren 1767 bis 1775.
  • Das Innere der Iglesia del convento de la encarnación mit seiner einheitlichen Barockgestaltung sowie der Kreuzgang verdienen ebenfalls Beachtung.
  • Zahlreiche weitere Kirchen sind von geringerer kunsthistorischer Bedeutung[10]
  • Die spätbarocke Fassade der zum Besitz der Kathedrale von Sevilla gehörenden Cilla del Cabildo ist ein Schmuckstück der Säkulararchitektur der Stadt.[11]
  • Gleiches gilt für die Fassade des Palacio de los Condes de la Gomera.
Umgebung
  • Am Ortsrand liegen die eher spärlichen Ruinen der Römerstadt Urso; das dazugehörige Amphitheater befindet sich auf Privatgelände. Interessant sind die wegen ihrer Akustik manchmal für Musikveranstaltungen genutzten Steinbrüche mit einem neuzeitlichen „Felsentempel“ mit zwei Figuren eines Horntrompeters und das Museum; in der Nähe befindet sich eine römische Nekropole.[12]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Osuna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Osuna – Karte mit Höhenangaben
  3. Osuna – Klimatabellen
  4. Osuna – Bevölkerungsentwicklung
  5. Osuna – Wirtschaft
  6. Osuna – Geschichte
  7. Osuna – Geschichte in Stichworten
  8. Osuna – Universidad
  9. Osuna – Colegiata
  10. Osuna – Kirchen und Konvente
  11. Osuna – Cilla del Cabildo
  12. Osuna/Urso – Geschichte und Bibliographie