Otago Harbour

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Dunedin, Otago Peninsula und Otago Harbour

Otago Harbour ist eine ca. 22 km lange und durchschnittlich 2,3 km breite geschützte Bucht im Stadtgebiet von Dunedin, Neuseeland mit Zugang zum Pazifischen Ozean.

Geschichte[Bearbeiten]

Entstanden durch die beiden Lavabetten eines zwischen Port Chalmers und Portobello zentrierten Vulkans, ist die Bucht heute, eingebettet zwischen der Hügelkette der Otago Peninsula und den Hügeln um den Mount Cargill herum, ein beliebtes Ausflugsziel und Touristenattraktion. Segeln, Windsurfen, Angeln und Muschelnsammeln geben Gelegenheiten zu Aktivitäten. Die beiden Uferstraßen beidseitig der Bucht (von Dunedin aus hin zu Küste) geben viele unterschiedliche Einblicke in diese faszinierende Naturlandschaft.

Den Ursprung fand diese Landschaft in den drei großen Eruptionsphasen des vor 11–13 Millionen Jahren tätigen Vulkans mit rund 200 Kernen. Als Schildvulkan ausgebildet, floss die sehr dünnflüssige Lava hauptsächlich in den zwei Richtungen ab, die heute das Bett des Otago Harbour bilden. Der Vulkan erreichte zu seiner besten Zeit eine Höhe von ca. 1.000 Meter und wurde nach seinem Kollabieren über die Erosion der Jahrmillionen zur heutigen lieblichen Landschaft geformt. Die Ränder des Vulkans sind noch heute in der Existenz der Otago Peninsula und des Mount Cargill zu finden, der mit seinen 680 Metern als höchste Erhebung dieser Landschaft gilt. Interessante Gesteinsformen im Umkreis lassen eine Wanderung über die Hügel nicht nur für Geologen interessant erscheinen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Otago Harbour (Lower Harbour), Port Chalmers, Quarantine und Goat Island und Portobello

Der Otago Harbour beherbergt zwei Hafenanlagen (Dunedin und Port Chalmers) und ist damit der zweitgrößte Hafen der Südinsel Neuseelands. Da ursprünglich Flachwassergebiet, bei dem bei Ebbe ca. 30 % der Wasserfläche „trocken fällt“, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts im Strömungsgebiet eine Fahrrinne von der Küste aus über Port Chalmers bis nach Dunedin ausgebaggert. Im sogenannten „Unteren Hafen“ (von den Quarantäne- und Ziegen-Inseln – Höhe Port Chalmers – aus) wird das Wasser bei einem Gezeitendurchlauf jeweils komplett ausgetauscht, was einerseits zu erheblichen Strömungen am Hafeneingang führt, andererseits aber auch das Hafenbecken mit erhebliche Mengen Frischwasser versorgt. Die Artenvielfalt auf dem Meeresboden erscheint beachtlich, wie eine Dokumentation der Victoria University of Wellington[1] zeigt.

Die University of Otago betreibt aus diesem Grund auch das New Zealand Marine Studies Centre,[2] eine Forschungsstation, die 1 km von Portobello entfernt auf einer kleinen in die Bucht hineinragenden Halbinsel liegt. Hier wird neben der Forschung gleichzeitig über eine Ausstellung mit angeschlossenem Aquarium die Meeresökologie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Was für die Angler das Lachsangeln im Otago Harbour ist, ist für einen kleinen Industriezweig Neuseelands die Muschel Pipi (Paphies australis), eine kleine bis mittelgroße Muschel (16–75 Stück pro kg), die sich in flachen nährstoffreichen Meeresgewässern gerne im Sand vergräbt und sich besonders in der Otago-Harbour-Bucht wohlfühlt. Sie wird dort das ganze Jahr über geerntet und ist als eine Delikatesse zu einem kleinen Exportschlager der Region geworden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • P. J. Forsyth: The Dunedin Vulcano. New Zealand Geological Survey, 1985.
  • Neville Peat: Southern Land, Southern People – Otago Museum’s Landmark Gallery. University of Otago Press, Dunedin 2002, ISBN 1877276162.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otago Harbour – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Victoria University of Wellington
  2. New Zealand Marine Studies Centre. University of Otago, abgerufen am 3. September 2014 (HTML, englisch).

-45.808333333333170.65Koordinaten: 45° 48′ S, 170° 39′ O