Oti

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Oti
Pendjari
Der Oti im Volta Einzugsgebiet (Mitte, rechts)

Der Oti im Volta Einzugsgebiet (Mitte, rechts)

Daten
Lage BeninBenin Benin
Burkina FasoBurkina Faso Burkina Faso
TogoTogo Togo
GhanaGhana Ghana
Flusssystem Volta
Abfluss über Volta → Golf von Guinea
Quellgebiet in den Atakora-Bergen in Benin
10° 39′ 23″ N, 1° 28′ 39″ O
Quellhöhe 640 m
Mündung südlich des Dorfes Damanko in den Volta-StauseeKoordinaten: 8° 22′ 25″ N, 0° 7′ 15″ O
8° 22′ 25″ N, 0° 7′ 15″ O

Länge 937 km[1]
Einzugsgebiet 72.778 km²[1]
Abfluss am Pegel Sabari[2]
AEo: 57.698 km²
NNQ
MNQ 1959–1974
MQ 1959–1974
Mq 1959–1974
MHQ 1959–1974
HHQ (Max. Monat Ø)
0 l/s
3,6 m³/s
298 m³/s
5,2 l/(s km²)
1894 m³/s
3040 m³/s
Abfluss
AEo: 72.778 km²
an der Mündung
MQ
Mq
500 m³/s
6,9 l/(s km²)
Linke Nebenflüsse Kumaga (im oberen Abschnitt Kerang genannt); Toubili, Kara,
Rechte Nebenflüsse Kourtiagou, Oualé (Koul Podiéga), Doubodo, Singou, Arli
Mittelstädte Sansanné-Mango, Mandouri
Kleinstädte Koumongou, Porga
Der Pendjari (oder Oti) im Norden des Pendjari-Nationalparks während der Trockenzeit; linkes Ufer Benin, rechtes Ufer Burkina Faso

Der Pendjari (oder Oti) im Norden des Pendjari-Nationalparks während der Trockenzeit; linkes Ufer Benin, rechtes Ufer Burkina Faso

Der Oti (oder Pendjari) ist ein westafrikanischer Fluss in Benin, Burkina Faso, Togo und Ghana.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Togo mit dem Oti im Norden und dem Mono im Süden

Der Fluss entspringt als Pendjari in den Atakora-Bergen in Benin. Er fließt zunächst nach Norden, macht aber dann eine Kehrtwendung nach Südwesten. Entlang seines Laufes verläuft ungefähr zwischen dem 1° 52' W-Meridian und dem Dreiländereck Benin-Togo-Burkina Faso die Grenze zwischen Benin und Burkina Faso. Der Fluss durchströmt dann zwischen Mandouri und Sansanné-Mango Nord-Togo in südwestlicher Richtung und fließt bei 10° 16′ 18″ N, 0° 22′ 43″ O erstmals auf ghanaisches Territorium. Er verläuft dann in fast südlicher Richtung entlang der ghanaisch-togolesischen Grenze mal auf ghanaischem, zumeist aber auf togolesischem Gebiet. Bei 9° 26′ 8″ N, 0° 14′ 38,6″ O wechselt er endgültig auf ghanaisches Gebiet über, bis er südlich des Dorfes Damanko in den Volta-Stausee mündet, in den er sich im Durchschnitt mit 500 m³/s ergießt.

Einzugsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Einzugsgebiet des Flusses erstreckt sich zu vier ähnlich großen Teilen über die Anrainerstaaten.[1]

Staaten Einzugsgebiet der Landesfläche in [km²] Prozent der Fläche des Einzugsgebiets Prozent der Landesfläche
Ghana 16.801 22,4 7,0
Togo 21.572 28,7 38,0
Burkina Faso 21.352 28,4 8,0
Benin 15.385 20,5 13,7
Gesamt 72.778 100

Hydrometrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Durchflussmenge des Flusses wurde in Sabari bei etwa 2/3 des Einzugsgebietes in m³/s gemessen[2]

Wasserqualität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der pH-Wert des Oti-Wassers an seiner Mündung schwankt zwischen 6,4 und 6,7. Der Ionengehalt im Wasser betrug (1950er): Na+: 3,2 mg/l; K+: 0,22 mg/l; Ca2+: 300 mg/l; Mg2+: 11,6 mg/l; CO2 (gelöst): 39 mg/l; Cl: 23,4 mg/l; SO42−: 96 g/l; SiO2: 132 mg/l.[3]

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bedeutung als Verkehrsweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oti ist mit Booten kaum befahrbar. Bei Hochwasser wird der Bootsverkehr durch eine schnelle Strömung behindert, zahlreiche Stromschnellen kommen als Verkehrshindernisse hinzu. Bei Niedrigwasser ermöglichen Sandbänke an zahlreichen Stellen das Durchlaufen des Flussbettes, mitunter soll sogar ein Überqueren trockenen Fußes möglich sein.

Bedeutung für den Ökotourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Südlich der nordtogolesischen Distrikthauptstadt Sansanné-Mango erstreckt sich von seinem linken Ufer an der Nationalpark Kéran (Parc National de la Keran). Im Nordosten der Republik Togo durchfließt der Oti das Oti-Wildtierreservat (La réserve de faune Oti-Mandouri), das auf beninischer Seite in den Nationalpark Pendjari übergeht sowie auf burkinischer Seite in den Arli-W-Singou-Complex (Nationalpark Arly, Réserve partielle de l'Arli, Réserve partielle de Pama, Nationalpark W, Réserve totale du Singou).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im nordtogolesischen Oti-Tal zwischen den Distrikthauptstädten Sansanné-Mango und Mandouri wurde 1999/2000 unter der Leitung des amerikanischen Anthropologen Philip de Barros eine archäologische Bestandsaufnahme vorgenommen. Man hoffte hier u. a. auch Fundplätze der Kintampo-Kultur aufzufinden, nachdem man einige Kintampo-Fundstücke in der weiter südöstlich gelegenen Bassar-Region gefunden hatte. Ein Vorhandensein solcher Fundplätze im Oti-Tal hätte bewiesen, dass die Träger der ghanaischen Kintampo-Kultur aus der Sahara kommend, durch das leicht begehbare Oti-Tal gekommen wären, zumal auch entlang des Weißen Volta, in den sich der Oti eigentlich ergießt, zahlreiche Kintampo-Fundplätze bekannt sind (z. B. bei Ntereso, 8° 47′ N, 2° 34′ W). Das Ergebnis der Untersuchung war jedoch mit Blick auf Kintampo negativ. Kein einziger Kintampo-Platz wurde aufgefunden und auch bei den hiesigen Bauern waren etwaige Fundstücke aus früherer Zeit unbekannt. Dies legt nahe, dass, wenn die Träger der Kintampo-Kultur wirklich aus der Sahara nach Ghana gekommen waren, sie nicht durch das Oti-Tal gezogen sind.

Extremhochwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach exzessiven Regenfällen im Oktober 1998 kam es Anfang 1999 sowohl im nordtogolesischen Oti-Tal (Präfekturen Oti und Kpendjal) als auch im Hinterland der Küste (Präfektur Lacs) zu einem extremen Hochwasser, welches zahlreiche Einwohner in Flussnähe obdachlos werden ließ. Eine Beurteilungskommission des Internationalen Roten Kreuzes setzte damals die Zahl der Hilfsbedürftigen auf 15.785 Personen in 18 Gemeinden der Präfektur Lacs, 6530 Personen in 7 Gemeinden der Präfektur Oti und 8090 Personen in 27 Gemeinden der Präfektur Kpendjal fest. Im Zeitraum 17.–21. Februar 1999 wurden an der Küste und zwischen dem 21. Februar und 4. März 1999 in Oti und Kpendjal Hilfsgüter im Wert (Einkaufspreis) von 170.000 CHF an Hilfsbedürftige verteilt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Water Resources Assessment of the Volta River Basin IWMI Working Paper
  2. a b GRDC - Pegel Sabari
  3. Die Werte für Calcium und Sulfat erscheinen zu hoch.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]