Otis Rush

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Otis Rush, 2002
Otis Rush beim „Notodden bluesfestival“, Norwegen, 1997
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Singles[1]
I Can’t Quit You Baby
  R&B 6 13.10.1956 (6 Wo.)

Otis Rush (* 29. April 1935 in Philadelphia (Mississippi), Neshoba County, Mississippi)[2] ist ein US-amerikanischer Bluesgitarrist und -sänger.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er Anfang der 1950er Jahre nach Chicago gezogen war, wurde Rush bald ein bekannter Gitarrist in der dortigen Bluesszene. Ab 1956 machte er Aufnahmen und hatte 1957 zwei Hits mit All Your Love I Miss Lovin’ und I Can’t Quit You Baby, Letzteres von Willie Dixon. All Your Love (I Miss Lovin’) wurde im Laufe der Zeit mehrfach von berühmten Bands gecovert, einschließlich John Mayall auf Blues Breakers with Eric Clapton, Aerosmith, Stevie Ray Vaughan, Gary Moore auf Still Got the Blues und der Steve Miller Band.

In den 1960er Jahren ging Rush auch in Europa auf Tournee. Eines seiner bekanntesten Alben ist Moanin’ in the Morning aus dem Jahr 1968. 1984 wurde er in die Blues Hall of Fame aufgenommen. 1999 gewann er einen Grammy für das Album Any Place I’m Goin’ in der Kategorie Best Traditional Blues Album.[3]

Der Stil von Otis Rush, bekannt als „West Side Chicago Blues“, wird mit dem von Luther Allison, Magic Sam, Buddy Guy und Albert King verglichen. Er beeinflusste Bluesgrößen wie Michael Bloomfield, Eric Clapton, Peter Green und Stevie Ray Vaughan. Eine Besonderheit besteht in Rushs Gitarrentechnik. Rush ist Linkshänder und spielt Linkshänderinstrumente, die jedoch als Rechtshänder-Gitarren besaitet sind (siehe Foto rechts). Als Resultat liegen die Diskantsaiten auf Rushs Gitarren oben und werden beim Abschlagspiel zuerst angeschlagen. Die gleiche Reihenfolge der Besaitung wurde auch von den ebenfalls linkshändigen Gitarristen Albert King und Dick Dale eingesetzt.

Der Rolling Stone listete Rush 2011 auf Rang 53 der 100 besten Gitarristen aller Zeiten.[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1969: Mourning in the Morning (Cotillion)
  • 1974: Screamin’ and Cryin’ (Black and Blue)
  • 1975: Cold Day in Hell (Delmark)
  • 1976: So Many Roads (Delmark)
  • 1976: Right Place, Wrong Time (Bullfrog)
  • 1978: Troubles Troubles (Sonet)
  • 1989: Tops (Blind Pig)
  • 1989: Blues Interaction: Live in Japan 1986 (P-Vine)
  • 1991: Lost in Blues (Alligator Records ALCD4797)
  • 1993: Live in Europe (Evidence Music ECD 26034-2; ausgezeichnet mit dem Prix Big Bill Broonzy)
  • 1994: Ain’t Enough Comin’ In (This Way Up)
  • 1998: Any Place I’m Going (House of Blues)
  • 2006: Live … and in Concert from San Francisco (Blues Express)
  • 2006: Live at Montreux 1986 (mit Eric Clapton und Luther Allison; Eagle Records)
  • 2009: Chicago Blues Festival 2001 (P-Vine)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Joel Whitburn: Hot R&B Songs 1942–2010: 6th Edition, ISBN 978-0-89820-186-4
  2. http://www.otisrush.net/OtisRush18_bio.html
  3. Otis Rush bei allmusic.com
  4. 100 Greatest Guitarists of All Time. Rolling Stone, 18. Dezember 2015, abgerufen am 8. August 2017 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Otis Rush – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien