Oto Bihalji-Merin

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Oto Bihalji-Merin (1990)

Oto Bihalji-Merin (serbisch-kyrillisch Ото Бихаљи-Мерин; auch: Oto Bihalji-Mérin, Pseudonyme: Peter Merin, Peter Thoene; * 3. Januar 1904 in Zemun, Österreich-Ungarn; † 22. Dezember 1993) war ein jugoslawischer Autor und Kunsthistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oto Bihalji-Merin besuchte eine Kunstschule in Belgrad, dann die Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst in Berlin. Er trat 1924 der Kommunistischen Partei Jugoslawiens bei, später auch der Kommunistischen Partei Deutschlands. Er war Redakteur der Zeitschrift Die Linkskurve. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 übersiedelte er nach Paris, weitere Stationen waren die Schweiz, Spanien und Italien, bevor er nach Jugoslawien zurückkehrte. Dort geriet er im April 1941 als jugoslawischer Reserveoffizier in deutsche Kriegsgefangenschaft, die bis 1945 andauerte.

Nach dem Krieg war er Redakteur der jugoslawischen Parteizeitung Borba und Herausgeber mehrerer Zeitschriften. Er verfasste zahlreiche Bücher über Themen aus dem Bereich der Bildenden Kunst.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bihalji-Merin erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Leopoldsorden (Belgien), den Herder-Preis (1964) und das Große Bundesverdienstkreuz.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • (unter Pseudonym Peter Thoene): Eroberung des Himmels. Geschichte des Fluggedankens. Wien : Tal, 1937
  • (unter Pseudonym Peter Thoene): Modern German art, London 1938
  • (unter Pseudonym Peter Merin): Spanien zwischen Tod und Geburt, Jean Christophe-Verlag Zürich 1937; engl. Übersetzung: Spain between death and birth, New York 1938
  • (mit Lise Bihalji-Merin): Jugoslavien. Kleines Land zwischen den Welten. Stuttgart : Kohlhammer, 1955, 2. Aufl. 1966
  • Fresken und Ikonen. Mittelalterliche Kunst in Serbien und Makedonien. München : Reich, 1958
  • Das naive Bild der Welt. Köln : DuMont, 1959; überarbeitete Neuausgabe unter dem Titel Die Malerei der Naiven, 1975, (ISBN 3-7701-0832-9); 3. Aufl. 1981 (ISBN 3-7701-0832-9)
  • Abenteuer der modernen Kunst. Von der werdenden Einheit der Welt in der Vision der Kunst, 1962
  • (mit Alojz Benac): Steine der Bogomilen, 1964
  • Ende der Kunst im Zeitalter der Wissenschaft?, 1969
  • (als Herausgeber): Umetničko blago Jugoslavije
  • (als Herausgeber): Brücken der Welt, 1971
  • Max Seidel (Hrsg.): „Mathis Gothart Nithart Grünewald – Der Isenheimer Altar“, Heinrich Geissler, Bernhard Saran, Joseph Harnest, Adalbert Mischlewski, Vorwort Oto Bihalji-Merin, Belser Verlag Stuttgart, 1973.
  • Bild und Imagination. Re-Vision der Kunst, 1974 (ISBN 3-7658-0195-X)
  • Begegnungen mit Anna Seghers in früher Zeit, in: Über Anna Seghers. Ein Almanach zum 75. Geburtstag, 1975
  • (mit Lise Bihalji-Merin): Henri Rousseau. Leben und Werk, 1976 (ISBN 3-7701-0859-0)
  • (mit Nebojša-Bato Tomašević): Enciklopedija naivne umetnosti sveta, 1984; übersetzt in mehrere Sprachen, unter anderem:
    • englischsprachige Ausgabe: World encyclopedia of naive art, 1984 (ISBN 0-584-95062-4)
    • deutschsprachige Ausgabe: Weltenzyklopädie naive Kunst. Hundert Jahre naive Kunst, 1989 (ISBN 3-88059-314-0)
  • Die Naiven der Welt, 1986 (ISBN 3-88102-071-3)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]