Ottbergen (Höxter)

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Koordinaten: 51° 42′ 40″ N, 9° 18′ 22″ O

Ottbergen
Stadt Höxter
Höhe: 111 m
Fläche: 7,71 km²
Einwohner: 1541 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 200 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 37671
Vorwahl: 05275
Karte

Lage von Ottbergen in Höxter

Ottbergen ist ein Ortsteil der Stadt Höxter in Nordrhein-Westfalen. Das Dorf mit 1.541[1] Einwohnern ohne Nebenwohnsitze (Stand 31. Dezember 2015)[2] ist ein Eisenbahnknotenpunkt.

Räumliche Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ottbergen liegt im südlichen Weserbergland. Durch das Tal fließt die Nethe, die in etwa fünf Kilometern Entfernung nahe der Ortschaft Boffzen-Fürstenberg (Weser) in die Weser mündet. Die 1710 erbaute[3] Nethebrücke auf der Straße nach Amelunxen zeugt von der damaligen Bedeutung dieser Verbindung.

Ottbergen liegt am Schnittpunkt mehrerer Radfernwege.

Nachbarorte sind im Süden und direkt verbunden Bruchhausen, im Osten Amelunxen (Stadt Beverungen) und Godelheim sowie westlich Hembsen und Bosseborn im Norden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokbehandlungsanlagen im Bahnbetriebswerk Ottbergen (1976)

Die am ersten Oktober 1864 von der Königlich-Westfälischen Eisenbahn-Gesellschaft eröffnete Bahnlinie Altenbeken - Höxter (10. Oktober 1865 durchgängig bis Kreiensen) führte zunächst 13 Jahre lang an Ottbergen vorbei, ohne planmäßigen Zughalt im Nethedorf. Zeitgleich mit der Inbetriebnahme der Sollingbahn am 15. Januar 1878 wurde der erste Ottberger Bahnhof samt Lokstation eröffnet. Bereits Ende 1879 war der vierständige Ringlokschuppen zu klein und auf acht Stände erweitert worden. Dies ist ein Indiz für den regelrechten Aufschwung, der 1878 mit der Eröffnung der Sollingbahn Ottbergen–BodenfeldeNortheim und weiter nach Nordhausen begann. Die Zunahme des Eisenbahnverkehrs zwischen den Ballungsräumen an der Ruhr im Westen und Nordhausen/Halle/Leipzig im Osten in den 1930er-Jahren erforderte eine stetige Erweiterung des Bahnbetriebswerks. Die Lokomotiven der Baureihe 44 sollten bis in die 1970er-Jahre für den Güterverkehr vom Weserbergland bis zum Harz prägend sein. Am 29. Mai 1976 endet mit der Schließung des Bw Ottbergen der Dampflokbetrieb.

Im Zweiten Weltkrieg griffen Teile der 3. US-Panzerdivision den Ort an. Aufgrund starken Widerstandes u.a. durch einen Panzerkampfwagen VI Tiger am Bahnübergang wurde der Ort mit Artilleriefeuer belegt. Der Bürger Josef Knipping ging den US-Truppen in Richtung Hembsen entgegen und die US-Truppen konnten mit seiner Rückkehr den Ort am 6. April 1945 kampflos einnehmen.

Am 1. Januar 1970 wurde Ottbergen in die Kreisstadt Höxter eingegliedert.[4]

Nach der Teilung Deutschlands verlagerten sich die Verkehrsströme mehr in Nord-Süd Richtung, so dass die Bahnlinien im Laufe der Jahrzehnte an Bedeutung verloren. Die einst zweigleisige Hauptstrecke, heute als Egge-Bahn bezeichnet, wurde teilweise zum eingleisigen Betrieb zurückgebaut. Der durchgehende Personenverkehr ist heute in Holzminden unterbrochen, da dort ein Zugwechsel nötig ist.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quellen
01.12.1910 1045 [5]
1925 1272 [6]
1933 1460 [6]
1939 1385 [6]
06.06.1961 2145 [7]
31.12.1969 2112 [8]
23.06.1998 1796 [9]
31.12.2003 1700 [9]
31.12.2005 1676 [9]
31.12.2006 1645 [9]
31.12.2007 1646 [9]
31.12.2009 1576 [9]
31.12.2010 1600 [9]
31.12.2011 1579 [9]
31.12.2012 1555 [9]
31.12.2015 1540
31.12.2016 1541 [1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahlergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landtagswahl 2012[10]

Parteien Stimmanteil
CDU 34,5 %
SPD 33,2 %
GRÜNE 9,1 %
FDP 8,8 %
PIRATEN 5,4 %
DIE LINKE 3,9 %
PRO NRW 1,5 %
FAMILIE 1,1 %
NPD 0.8 %
DIE PARTEI 0,8 %
ÖDP 0,3 %
TIERSCHUTZPARTEI 0.2 %
FBI 0,2 %
FREIE WÄHLER 0,2 %

1239 Wahlberechtigte / 624 Wähler/innen / 614 gültige Stimmen

Bundestagswahl 2009[11]

Parteien Stimmanteil
CDU 39,2 %
SPD 22,9 %
FDP 15,4 %
DIE LINKE 9,2 %
GRÜNE 8,2 %
Sonstige 5,1 %

1271 Wahlberechtigte / 763 Wähler/-innen / 752 gültige Stimmen

Gemeinderatswahl 2009 (Ostteil und Westteil)[12] Ostteil:

Parteien Stimmanteil
CDU 40,03 %
SPD 23,92 %
UWG 12,48 %
FDP 9,01 %
DIE LINKE 7,28 %
GRÜNE 7,28 %

938 Wahlberechtigte / 588 Wähler/innen / 577 gültige Stimmen

Westteil:

Parteien Stimmanteil
SPD 48,09 %
CDU 24,68 %
UWG 9,36 %
DIE LINKE 6,81 %
FDP 6,38 %
GRÜNE 4,68 %

361 Wahlberechtigte / 238 Wähler/innen / 235 gültige Stimmen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Heilig Kreuz

Die erste Kirche in Ottbergen wurde vermutlich frühestens im 14. Jahrhundert errichtet. Die heutige katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz entstand im Lauf der Jahre durch mehrere Umbauten. 1693 wurde die Kirche auf Anweisung der Corveyer Äbte Christoph von Bellinghausen und des Fürstabtes Florenz von dem Felde eine erste Restaurierung vorgenommen. 1853 schlug ein Blitz in den Kirchturm ein, so dass von 1856 bis 1858 ein neuer Turm erbaut wurde.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 64 führt durch den Ort.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inselbahnhof Ottbergen

Der Bahnhof Ottbergen liegt an der Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen und weiter nach Goslar, von der hier die Sollingbahn abzweigt.

Er wird im Personennahverkehr von

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der NordWestBahn, die auf der „Egge-Bahn“ und "Oberweserbahn" Bombardier Talent-Triebwagen der DB-Baureihe 643 einsetzt, die im aktuellen Fahrplan von Paderborn bis Ottbergen gemeinsam geführt werden und hier dann getrennt werden, um nach Bodenfelde oder Göttingen sowie nach Holzminden oder Kreisensen weiter zu fahren. In der Gegenrichtung werden die Züge in Ottbergen gekoppelt und fahren dann gemeinsam nach Paderborn.

Für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr gilt der „Hochstift-Tarif“ des Nahverkehrsverbunds Paderborn-Höxter und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif. Für den Bahnverkehr in Richtung Niedersachsen gilt das Niedersachsenticket für beide Bahnlinien, während der Niedersachsentarif nur für die RB 85 gilt.

Bekannte Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ottbergen im Maßstab 1:87[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bahnbetriebswerk Ottbergen in der Modellbundesbahn in Bad Driburg

Ottbergen ist der wohl einzige komplett im Maßstab 1:87 gezeigte Ort Deutschlands. Der Ort, der bis in die 1970er Jahre ein bedeutender Eisenbahnknoten war, wird im nahen Bad Driburg in der Modellbundesbahn im Miniaturformat dargestellt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Wiesemann: Ottbergen – Mein Heimatdorf und seine Geschichte. Conze Druck, ISBN 3-00-008771-0
  • Huguenin, Bernard und Francois: BW Ottbergen. Dumjahn-Verlag, Mainz 1984.
  • Huguenin, Bernard und Fischer, Karl: Ottbergen – Klassiker der Dampflokzeit. Band 1: Von den Anfängen bis 1960er. Band 2: 1970er bis heute. Eigenverlag Modellbundesbahn, 2011, ISBN 978-3-00-033745-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ottbergen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Ottbergen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Zahlen & Fakten
  2. https://www.hoexter.de/stadtinformation/stadtportrait/zahlen-fakten/
  3. H.-D. Krus: Flüsse, Bäche, Auen im Kulturland Kreis Höxter. Kreis Höxter, Höxter, 2007. ISBN 978-3-938013-02-1. S. 33–35.
  4. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 108.
  5. Gemeindeverzeichnis 1900: Landkreis Höxter
  6. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  7. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 236.
  8. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 106.
  9. a b c d e f g h i Stadt Höxter > Demografie Zur PDF "Zusammenfassung Ottbergen"
  10. http://wahlen.hoexter.de/ltw2012/erst/index.html
  11. http://wahlen.hoexter.de/btw2009/zweit/index.html
  12. http://wahlen.hoexter.de/kom2009/SR09/index.html
  13. Pastoralverbund Heiligenberg: Kirchengeschichte Pfarrkirche Heilig Kreuz Ottbergen